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"Seder Kodashim"
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"<sup class=\"footnote-marker\">i</sup> <b>S</b>ECHSUNDDREISSIG <small>MIT DER</small> A<small>USROTTUNG</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Worunter der T. den vorzeitigen Tod versteht; cf. Mq. Fol. 28a. Das W. <span dir=\"rtl\">כרת</span> ist entweder eine Nominalbildung wie <span dir=\"rtl\">בצק רחל</span>, od. eine Kürzung des in der Schrift gebrauchten Infinitivs <span dir=\"rtl\">הכרת</span>.</i> [<small>BELEGTE</small> V<small>ERGEHEN</small>] <small>GIBT ES IN DER</small> T<small>ORA</small><sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Ohne Warnung, sodaß eine Bestrafung durch das Gericht nicht erfolgt.</i>. W<small>ER SEINER</small> M<small>UTTER, DER</small> F<small>RAU SEINES</small> V<small>ATERS ODER SEINER</small> S<small>CHWIEGERTOCHTER BEIWOHNT, WER EINEN</small> M<small>ANN ODER EIN</small> V<small>IEH BESCHLÄFT, ODER WENN EIN</small> W<small>EIB SICH VON EINEM</small> V<small>IEH BESCHLAFEN LÄSST, WER EINER</small> F<small>RAU UND IHRER</small> T<small>OCHTER</small><sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Ebenso einer Enkelin.</i>, <small>EINER</small> E<small>HEFRAU, SEINER</small> S<small>CHWESTER, DER</small> S<small>CHWESTER SEINES</small> V<small>ATERS, DER</small> S<small>CHWESTER SEINER</small> M<small>UTTER, DER</small> S<small>CHWESTER SEINER</small> F<small>RAU, DER</small> F<small>RAU SEINES</small> B<small>RUDERS, DER</small> F<small>RAU DES</small> B<small>RUDERS SEINES</small> V<small>ATERS, DER</small> F<small>RAU DES</small> B<small>RUDERS SEINER</small> M<small>UTTER ODER EINER</small> M<small>ENSTRUIERENDEN BEIWOHNT, \n</small>",
"WER G<small>OTT LÄSTERT</small>, G<small>ÖTZEN DIENT, VON SEINEM</small> S<small>AMEN DEM</small> M<small>OLEKH</small><sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 20,5.</i> <small>HINGIBT</small>, T<small>OTE BESCHWÖRT, DEN</small> Š<small>ABBATH ENTWEIHT, UNREIN</small> G<small>EHEILIGTES ISST ODER UNREIN DAS</small> H<small>EILIGTUM BETRITT, WER</small> T<small>ALG</small>, B<small>LUT</small>, Ü<small>BRIGGEBLIEBENES ODER</small> V<small>ERWERFLICHES ISST, WER AUSSERHALB</small><sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Des Tempelhofes.</i> <small>SCHLACHTET UND DARBRINGT,\n</small>",
"WER G<small>ESÄUERTES AM</small> P<small>ESAḤFESTE ISST, WER AM</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAGE ISST ODER EINE</small> A<small>RBEIT VERRICHTET, WER DAS</small> S<small>ALBÖL</small><sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ex. 30,23ff. u. ib. V. 34ff.</i> <small>MENGT</small><sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Dh. nachmacht, wie es für den Gebrauch im Tempel hergestellt wurde.</i>, <small>DAS</small> R<small>ÄUCHERWERK</small><sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ex. 30,23ff. u. ib. V. 34ff.</i> <small>MENGT, ODER SICH MIT DEM</small> S<small>ALBÖL SCHMIERT, WER DAS</small> G<small>EBOT DES</small> P<small>ESAḤOPFERS UND DER</small> B<small>ESCHNEIDUNG</small> [<small>ÜBERTRITT</small>].",
"W<small>EGEN DIESER MACHT MAN SICH BEI</small> V<small>ORSÄTZLICHKEIT DER</small> A<small>USROTTUNG SCHULDIG, BEI</small> U<small>NVORSÄTZLICHKEIT IST EIN</small> S<small>ÜNDOPFER DARZUBRINGEN, UND IST MAN SICH DESSEN NICHT SICHER BEWUSST, EIN</small> S<small>CHWEBE-</small>S<small>CHULDOPFER, AUSGENOMMEN IST DIE</small> V<small>ERUNREINIGUNG DES</small> H<small>EILIGTUMES UND DES</small> G<small>EHEILIGTEN, WEGEN WELCHER EIN AUFUND ABSTEIGENDES</small><sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Nach dem Vermögen des Darbringenden; cf. Lev. Kap. 5.</i> O<small>PFER DARZUBRINGEN IST</small> – <small>SO</small> R. M<small>EÍR;\n</small>",
"DIE W<small>EISEN SAGEN, AUCH DER</small> G<small>OTTESLÄSTERER, DENN ES HEISST</small> <sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Num. 15,30.</i><i>ein Gesetz Sei euch für den, der aus Versehen etwas tut</i>, <small>AUSGENOMMEN DER</small> G<small>OTTESLÄSTERER, DER KEINE</small> T<small>ÄTIGKEIT AUSÜBT</small>."
],
[
"GEMARA. Wozu ist die Zahl<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Daß es 36 sind.</i>nötig? R. Joḥanan erwiderte: Daß man, wenn man sie alle bei einem Entfallen begangen hat, wegen jedes besonders schuldig ist. –",
"Ferner haben wir gelernt: Die Hauptarbeiten<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Die am Šabbath verboten sind; cf. Seb. Fol. 73a.</i> sind vierzig weniger eine. Wozu ist die Zahl nötig? – Daß man, wenn man sie alle bei einem Entfallen verrichtet hat, wegen jeder besonders schuldig ist. –",
"Ferner haben wir gelernt: Vier sind es, denen die Sühne<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Die vor Erlangung der Sühne durch das Opfer kein Heiliges essen dürfen; weit. Fol. 8b.</i> noch fehlt. Wozu ist die Zahl nötig? –",
"Dies schließt die Ansicht des R. Elie͑zer b. Ja͑qob aus, welcher sagt, es seien fünf. Es wird nämlich gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, ein Proselyt, dem die Sühne noch fehlt, erst<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Sc. darf Heiliges essen.</i> wenn für ihn das Blut<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Seines Opfers.</i>gesprengt worden ist.",
"Deshalb lehrt er vier. – Ferner haben wir gelernt: Vier bringen [ein Opfer] dar bei Vorsätzlichkeit wie bei Unvorsätzlichkeit. Wozu ist die Zahl nötig? –",
"Dies schließt die Ansicht R. Šimo͑ns aus, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagt, beim Schwure wegen eines Depositums gebe es bei Vorsatz keine Sühne. Daher lehrt er vier. –",
"Ferner haben wir gelernt: Fünf bringen ein Opfer wegen mehrerer Sünden dar. Wozu ist die Zahl nötig? –",
"Weil er weiter lehren will: wenn ein Naziräer sich wiederholt verunreinigt hat. Dies kommt in dem Falle vor, wenn er sich am siebenten [Tage] verunreinigt und sich abermals am siebenten verunreinigt hat, und zwar nach R. Jose b. R. Jehuda, welcher sagt, das Nazirat der Reinheit beginne schon am siebenten<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Tage nach der Reinigung.</i>, denn in welchem Falle kann dies vorkommen",
"nach Rabbi, nach dem das Nazirat der Reinheit erst am achten beginnt:",
"hat er sich am siebenten verunreinigt und sich abermals am siebenten verunreinigt, so ist es ja zusammen nur eine lange Verunreinigung,",
"und hat er sich am achten verunreinigt und sich abermals am achten verunreinigt, so müßte er ja, da die Zeit, in der das Opfer darzubringen<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Am 8. sollte die Reinheit beginnen.</i>war, vorüber ist, wegen jeder [Verunreinigung] besonders schuldig sein. Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß hier die Ansicht des R. Jose b. R. Jehuda vertreten ist.–",
"Was ist dies für ein Streit zwischen Rabbi und R. Jose b. R. Jehuda? – Es wird gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Num. 6,11.</i><i>Und er heilige sein Haupt an diesem Tage</i>, am Tage der Darbringung seines Opfers – so Rabbi. R. Jose b. R. Jehuda sagt, am Tage seiner Haarschur. –",
"Ferner haben wir gelernt: Fünf haben ein auf- und absteigendes Opfer darzubringen. Wozu ist die Zahl nötig!? –",
"Da er im Schlußsatze lehren will: gleich ihnen auch der Fürst, daher lehrt er fünf. Dies schließt die Ansicht R. Elie͑zers aus, welcher sagt, der Fürst bringe einen Ziegenbock dar. –",
"Ferner haben wir gelernt: Es gibt vier Hauptarten<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Vgl. Bd. VII S. 3 Anm. 1.</i>von Schädigungen. Wozu ist die Zahl nötig? –",
"Dies schließt [die Lehre] R. Oša͑jas aus, welcher sagt, es gebe dreizehn Hauptarten von Schädigungen. – Wozu ist die Zahl nötig [in der Lehre] R. Oša͑jas? – Dies schließt [die Lehre] R. Ḥijas aus, welcher sagt, es gebe vierundzwanzig Hauptarten von Schädigungen. – Wozu ist die Zahl nötig [in die Lehre] R. Ḥijas? – Dies schließt die Denuntiation<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Wodurch mau jemand einen Schaden zugefügt hat.</i>und die Verwerflichmachung<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Eines Opfers (vgl. S. 5 Anm. 21) durch den darbringenden Priester.</i>aus.",
"Der Meister sagte: Daß man, wenn man sie alle bei einem Entfallen begangen hat, wegen jeder besonders schuldig ist.",
"Allerdings kannst du nicht sagen, man sei gänzlich frei, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Lev. 18,29.</i><i>denn wer etwas von diesen Gräueln tut, soll ausgerottet werden</i>, aber vielleicht ist man, wenn man eines begangen hat, einmal schuldig, und wenn man bei einem Entfallen alle begangen hat, ebenfalls nur einmal schuldig!?",
"R. Joḥanan erwiderte: Deshalb ist die Ausrottung wegen [der Beiwohnung] seiner Schwester<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Lev. 18,29 werden alle inzestuösen Beiwohnungen mit der Ausrottung bedroht, u. ib. 20,17 wird dies hinsichtl. der Schwester besonders hervorgehoben.</i>zur Teilung hervorgehoben worden.",
"R. Bebaj b. Abajje wandte ein: Vielleicht ist man wegen seiner Schwester, die die Schrift besonders hervorgehoben hat, besonders schuldig, und wegen aller anderen zusammen, da es bei einem Entfallen erfolgt ist, nur einmal schuldig!? –",
"Hält denn R. Bebaj b. Abajje nichts von der folgenden Lehre!? Wenn etwas in der Gesamtheit einbegriffen war, und um etwas zu lehren aus der Gesamtheit herausgegriffen wurde, so bezieht sich die Lehre nicht nur auf dieses allein, sondern auf die ganze Gesamtheit.",
"Zum Beispiel:<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Lev. 7,20.</i><i>Die Person, die Fleisch &amp;c. ißt</i>; das Heilsopfer war ja in der Gesamtheit der Opfer<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Dessen Genuß Lev. 22,3 mit der Ausrottung bedroht ist.</i>einbegriffen, weshalb ist es herausgegriffen worden?",
"Um [alles] mit diesem zu vergleichen: wie das Heilsopfer Heiliges für den Altar ist, und man ist dessentwegen schuldig, ebenso ist man wegen jedes anderen für den Altar Geheiligten schuldig, ausgenommen ist das für den Tempelreparaturfonds Geheiligte. –",
"R. Bebaj kann dir erwidern: Eben hieraus. Du sagst ja da, ausgenommen sei das für den Tempelreparaturfonds Geheiligte,",
"ebenso auch hierbei: wie eine Schwester sich dadurch auszeichnet, daß sie inzestuös ist und es für sie bei Lebzeiten des sie verboten machenden kein Erlaubtwerden<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Der Verkehr mit ihrem Bruder kann nie erlaubt werden.</i>gibt, ebenso alles andere, wofür es bei Lebzeiten des verboten machenden kein Erlaubtwerden gibt, ausgenommen die Ehefrau, bei der es bei Lebzeiten des sie verboten machenden ein Erlaubtwerden<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Sie ist durch ihren Ehemann anderen verboten, wenn sie aber geschieden wird, erlaubt.</i>gibt.",
"R. Jona, manche sagen, R. Ḥona, Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte: Die Schrift sagt: <i>denn jeder, der etwas von diesen Gräueln tut &amp;c</i>.; alle Inzestuösen werden mit der Schwester verglichen: wie man wegen einer Schwester besonders schuldig ist, ebenso ist man wegen aller anderen besonders schuldig. –",
"R. Jiçḥaq sagte ja aber, alle Fälle der Ausrottung<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Wegen Inzestvergehens.</i>waren in der Allgemeinheit einbegriffen, und die Ausrottung wegen einer Schwester wurde deshalb herausgegriffen, daß dies mit der Ausrottung und nicht mit der Geißelung bestraft werde; woher entnimmt er nun die Teilung!? –",
"Er entnimmt dies aus [den Worten]:<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Lev. 18,19.</i><i>du sollst einem Weibe während ihrer Sonderungsunreinheit nicht nahen</i>; dies<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Das W. ‘Weib’, da es kürzer heißen sollte: einer Sonderungsunreinen.</i>ist teilend, wegen jedes Weibes besonders. –",
"Sollten es auch die Rabbanan entnehmen aus [den Worten]: <i>einem Weibe während ihrer Sonderungsunreinheit</i>!<i>?</i> Dem ist auch so. – Worauf deutet nun die Herausgreifung der Ausrottung wegen seiner Schwester!? – Dies ist zur Teilung erforderlich; wegen seiner Schwester, wegen der Schwester seines Vaters und wegen der Schwester seiner Mutter<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Daß man wegen jeder besonders schuldig sei, obgleich sie alle unter den Begriff ‘Schwester fallen.</i>. –",
"Wozu sind diese zur Teilung erforderlich, es sind ja verschiedene Namen<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Vgl. S. 20 Anm. 155.</i>und verschiedene Körper<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Es sind verschiedene Verwandtschaftsverhältnisse.</i>!? – Sage vielmehr: zur Teilung, wegen seiner Schwester, die die Schwester seines Vaters und die Schwester seiner Mutter<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Aus einem inzestuösen Verkehr mit der Mutter; cf. infra Fol. 15a u. Bd. IX S. 200 Anm. 48.</i>ist. –",
"Woher entnimmt dies R. Jiçḥaq!? – Er entnimmt dies aus [dem Worte] <i>Schwester</i> im Schlusse der Schriftstelle, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Lev. 20,17.</i><i>die Scham seiner Schwester hat er entblößt</i>. –",
"Wofür verwenden die Rabbanan [das Wort] <i>Schwester</i> im Schlusse der Schriftstelle!? –"
],
[
"Dieses ist nötig wegen einer Schwester, die die Tochter seines Vaters und die Tochter seiner Mutter ist, und dies besagt, daß man nicht eine Bestrafung durch einen Schluß<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Die Schrift (Lev. 18,9 u. 20,17) spricht von einer Schwester väterlicherseits oder mütterlicherseits; die Wiederholung begreift eine Schwester von beiden Eltern ein, obgleich hinsichtlich einer solchen durch einen Schluß vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden könnte.</i>folgere. –",
"Und R. Jiçḥaq!? – Er ist der Ansicht, man folgere eine Bestrafung durch einen Schluß. Wenn du aber willst, sage ich: er folgert die Bestrafung vom Verbote<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Das Verbot der Schwester beider Eltern wird aus einer anderen Schriftstelle entnommen; cf. Mak. Fol. 5b.</i>.",
"R. Elea͑zar sagte im Namen R. Hoša͑jas: Wenn du irgendwo zwei Verbote und eine Ausrottung findest, so sind sie hinsichtlich des Sündopfers zu teilen<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Hat man beide bei einem Entfallen begangen, so sind 2 Sündopfer darzubringen.</i>. – Was ist dies? – Wenn jemand das Salböl mengt und sich damit salbt. Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Ex. 30,32.</i><i>auf keines Menschen Leib darf es gegossen werden und in seinem Verhältnisse</i><sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Weiler folgt: nicht anfertigen; also 2 Verbote.</i><i>&amp;c</i>. Die Ausrottung einmal, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Lev. 30,33.</i><i>wer dergleichen mischt, wer davon auf einen Gemeinen tut, werde ausgerottet aus seinen Stammesgenossen</i>. –",
"Wozu braucht, wenn die Verbote zu teilen sind, der Allbarmherzige die Ausrottung wegen seiner Schwester<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Wegen des Inzestes an dieser; hieraus wird oben die Teilung gefolgert.</i>zu schreiben!? –",
"Nach den Rabbanan ist dies nötig, um zu lehren, daß man nicht eine Bestrafung durch einen Schluß folgere, und nach R. Jiçḥaq ist daraus zu entnehmen, daß man schuldig sei wegen einer Schwester, die die Schwester seines Vaters und die Schwester seiner Mutter ist<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Die Schrift (Lev. 18,9 u. 20,17) spricht von einer Schwester väterlicherseits oder mütterlicherseits; die Wiederholung begreift eine Schwester von beiden Eltern ein, obgleich hinsichtlich einer solchen durch einen Schluß vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden könnte.</i>. –",
"Und die Rabbanan!? – Sie entnehmen es aus [dem Worte] <i>Schwester</i> im ersteren [Schriftverse]. – Und R. Jiçḥaq!? – Er ist der Ansicht, im vorangehenden gehört [das Wort] <i>Schwester</i> zur Konstruktion des Schriftverses, und die Teilung entnimmt er aus [dem Worte] <i>Schwester</i> im letzteren Schriftverse, daß [die Verbote] zu teilen sind in dem Falle, wenn es eine Schwester ist, die die Schwester seines Vaters und die Schwester seiner Mutter ist.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Wer das Öl mengt, wer das Räucherwerk mengt, und wer sich mit dem Salböl salbt.",
"Wozu lehrt er in der Mitte vom Mengen des Räucherwerkes? Wahrscheinlich lehrt er uns folgendes: wie [das Mengen] des Räucherwerkes ein gesondertes Verbot ist und man dieserhalb der Ausrottung besonders schuldig ist, ebenso ist man wegen des Mengens des Öls und des Salbens, da sie gesonderte Verbote sind, auch besonders schuldig.",
"Wolltest du sagen, weil er von den Mengungen nebeneinander lehren will, so sollte er doch umgekehrt lehren: wer das Räucherwerk mengt, wer das Salböl mengt und wer sich mit dem Salböl schmiert. Wenn er aber [die Fälle] vom Öl teilt, so lehrt er uns damit, daß sie hinsichtlich der Sündopfer zu teilen sind. Schließe hieraus.",
"W<small>EU EINEN</small> M<small>ANN BESCHLÄFT</small>.",
"Von wem<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Oben heißt es, daß man, wenn man alle hier aufgezählten Sünden bei einem Entfallen begangen hat, wegen jeder besonders schuldig sei; die Frage ist, wie eine Person sie alle begangen haben kann.</i>spricht der Autor: wenn von Männern, so ist ja die bestiale Beschlafung eines Weibes abzuziehen, und es ist eines weniger, und spricht er von Weibern, so sind ja die Beschlafung eines Mannes und eines Tieres abzuziehen, und es sind zwei weniger!?",
"R. Joḥanan erwiderte: Tatsächlich spricht der Autor von Männern, nur lese man wie folgt: wer einen Mann beschläft und sich von einem Manne beschlafen läßt. Dies nach R. Jišma͑él, welcher sagt, man sei dieserhalb zweimal schuldig. –",
"Wenn er aber im Schlußsätze vom Gotteslästerer lehrt, und wir es<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Weiter Fol. 7a.</i>R. A͑qiba addizieren, so ist ja auch der Anfangsatz nach R. A͑qiba!?",
"Wolltest du erwidern, nach R. A͑qiba, nur sei er im [Falle des] Anfangsatzes der Ansicht R. Jišma͑éls, so sagte ja R. Abahu: Wer einen Mann beschläft und sich von einem Manne beschlafen läßt, ist nach R. Jišma͑él zweimal schuldig, denn er entnimmt dies aus zwei Schriftversen:<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Lev. 18,22.</i><i>mit einem Manne sollst du nicht liegen</i>, und: <sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Dt. 23,18.</i><i>es soll kein Lustbube von den Söhnen Jisraéls sein</i>,",
"und nach R. A͑qiba nur einmal schuldig, denn er entnimmt dies aus einem Schriftverse: <i>mit einem Manne sollst du nicht liegen</i>, und man lese: nicht belegen<sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Im unvokalisierten Texte kann das W. <span dir=\"rtl\">תשכב</span> passiv gelesen werden.</i> lassen!? –",
"Vielmehr, der Anfangsatz nach R. Jišma͑él, nur ist er hinsichtlich des Gotteslästerers der Ansicht R. A͑qibas. Demnach sollte er auch lehren: wer ein Vieh beschläft und sich von einem Vieh beschlafen läßt!? –",
"Abajje sagte ja: Wer ein Vieh beschläft und sich von einem Vieh beschlafen läßt, ist auch nach R. Jišma͑él nur einmal schuldig, denn die Schrift spricht nur von Männern.",
"R. Elie͑zer erklärte im Namen Rabhs: Der Autor<sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Der von Männern spricht.</i>lehrt von dreiunddreißig Sündopfern<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Die wegen Ausrottungssünden von einer Person dargebracht werden können.</i>, und zur Ergänzung der Ausrottungssünden nennt er noch drei<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Die zwei letzten, wegen Übertretung von Geboten, u. die passive Sodomie, die nur ein Weib begehen kann.</i>Ausrottungsfälle.",
"Im Schlußsatze lehrt er nämlich: wer das Gebot des Pesaḥopfers und der Beschneidung übertritt.",
"Wozu lehrt er es vom Pesaḥopfer und von der Beschneidung: wenn etwa, daß dieserhalb ein Opfer darzubringen sei, so ist ja keines darzubringen, denn es wird gelehrt, die ganze Tora werde mit dem Gesetze vom Götzendienste verglichen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Num. 15,29,30.</i><i>ein Gesetz gelte euch für den, der versehentlich tut, die Person aber die mit erhobener Hand tut</i>,",
"wie der Götzendienst eine zu unterlassende Handlung ist, ebenso<sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">Sc. ist ein Sündopfer darzubringen.</i> wegen aller anderen zu unterlassenden Handlungen.",
"Hieraus ist also zu entnehmen, daß er von dreiunddreißig Sündopfern<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Die wegen Ausrottungssünden von einer Person dargebracht werden können.</i>spricht, (wenn versehentlich begangen,) und zur Ergänzung der Ausrottungssünden noch drei Ausrottungsfälle nennt. Schließe hieraus.",
"W<small>EH DEN</small> Š<small>ABBATH ENTWEIHT</small>. Ich will dir sagen, beim Šabbath sind es ja vierzig [Arbeiten]<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Die verboten sind (cf. Sab. Fol. 73a); die Zahl müßte also auf 74 erhöht werden.</i>weniger eine!? R. Joḥanan erwiderte: Er lehrt vom Falle der Unvorsätzlichkeit hinsichtlich des Šabbaths und der Vorsätzlichkeit hinsichtlich der Arbeiten, dessentwegen man nur einmal schuldig<sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Wenn der Übertretende von jeder der Arbeiten wußte, daß sie am Šabbath verboten, jed. nicht wußte, daß der Tag ein Šabbath sei.</i> ist.",
"Es wird nämlich gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">Lev. 4,2.</i><i>[Von] diesen</i>, eines<sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Die W.e <span dir=\"rtl\">מאחת</span> u. <span dir=\"rtl\">מהנה</span> im angezogenen Schriftverse sind partitiv, man ist also, ein Opfer wegen mehrerer Arbeiten schuldig.</i>, nämlich bei Unvorsätzlichkeit hinsichtlich des Šabbaths und Vorsätzlichkeit hinsichtlich der Arbeiten. –",
"Sollte er doch vom Falle der Vorsätzlichkeit hinsichtlich des Šabbaths und der Unvorsätzlichkeit hinsichtlich der Arbeiter<sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Cf. Anm. 53 mut. mut.</i>lehren, dessentwegen man vierzig weniger eines<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Je ein Sündopfer wegen jeder der 39 Arbeiten.</i>schuldig ist!?",
"Es wird nämlich gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">Lev. 4,2.</i><i>Und er eines</i><sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Die W.e <span dir=\"rtl\">מאחת</span> u. <span dir=\"rtl\">מהנה</span> im angezogenen Schriftverse sind partitiv, man ist also, ein Opfer wegen mehrerer Arbeiten schuldig.</i><i>von diesen tut</i>; zuweilen ist man ein [Opfer] wegen aller [Arbeiten] schuldig, und zuweilen ist man wegen jeder besonders schuldig. Und es wird gelehrt: <i>Eines, von diesen</i><sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">Vgl. Anm. 55; nach dieser Auslegung ist man mehrere Opfer wegen einer Sünde schuldig.</i>, nämlich bei Vorsätzlichkeit hinsichtlich des Šabbaths und Unvorsätzlichkeit hinsichtlich der Arbeiten. –",
"Der Autor bevorzugt den Fall der Unvorsätzlichkeit hinsichtlich des Šabbaths und der Vorsätzlichkeit hinsichtlich der Arbeiten, denn er ist trotzdem<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Obgleich die Arbeit bei Vorsätzlichkeit erfolgt ist.</i>vom Sündopfer nicht befreit.",
"Dasselbe findest du auch beim Götzendienste, wobei er von einem Falle der Unvorsätzlichkeit hinsichtlich des Götzen und der Vorsätzlichkeit hinsichtlich des Dienstes lehrt. –",
"In welchem Falle kann es bei Unvorsätzlichkeit hinsichtlich des Götzen Vorkommen: wollte man sagen, wenn jemand in einem Götzentempel steht und im Glauben, es sei ein Bethaus, da anbetet, so hat er ja sein Herz zum Himmel<sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Er beging überhaupt keine Sünde.</i>gerichtet;",
"wenn jemand eine Fürstenbüste sieht und davor niederkniet, so ist ja, wenn er sie als Gott anerkennt, er zu steinigen, und wenn er sie nicht als Gott anerkennt, dies überhaupt nichts;",
"wenn aus Liebe oder Furcht<sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">Zu od. vor einem Menschen; wenn der Götzendienst aus diesem Grunde erfolgt ist.</i>,",
"so ist dies allerdings zutreffend nach Abajje, welcher sagt, er sei schuldig, wie ist es aber nach Raba zu erklären, welcher sagt, er sei frei!? –"
],
[
"Vielmehr, wenn jemand geglaubt hat, es sei erlaubt<sup class=\"footnote-marker\">62</sup><i class=\"footnote\">Wenn er überhaupt nicht wußte, daß der Götzendienst verboten sei, so heißt dies unvorsätzlich.</i>. Auch Raba fragte nämlich R. Naḥman<sup class=\"footnote-marker\">63</sup><i class=\"footnote\">Hinsichtl. beider Entfallen: des Verbotes u. der Handlung.</i>nur, ob er ein oder zwei [Sündopfer] schuldig sei, ob er gänzlich frei sei, fragte er ihn nicht.",
"",
"R. Papa erklärte: Dies kann bei dem vorkommen, der als Kind unter Nichtjuden in Gefangenschaft geraten ist; der zwar wußte, daß der Götzendienst verboten sei, aber nicht wußte, daß diese Dienstleistungen verboten seien. Wenn du aber willst, sage ich: dies kann auch bei einem Erwachsenen<sup class=\"footnote-marker\">64</sup><i class=\"footnote\">Soll wohl heißen: der nicht als Kind unter Nichtjuden geraten ist.</i>vorkommen, wenn er sich nämlich geirrt hat in folgendem Schriftverse:<sup class=\"footnote-marker\">65</sup><i class=\"footnote\">Ex. 20,23.</i><i>ihr sollt nichts neben mir machen, silberne Götter oder goldene Götter &amp;c</i>.; wenn er nämlich glaubte, man dürfe sich nur vor Götzen aus Silber und Gold nicht niederwerfen, vor anderen Arten aber sei es erlaubt. Dies heißt Versehentlichkeit hinsichtlich des Götzen und Vorsätzlichkeit hinsichtlich des Dienstes.",
"R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, erklärte im Namen R. Bebajs: Er lehrt nur das Rubrum Šabbath<sup class=\"footnote-marker\">66</sup><i class=\"footnote\">Obgleich dabei viele Sünden begangen werden können.</i>und das Rubrum Götzendienst. – Woher dies? – Da er lehrt: wer einer Frau und ihrer Tochter beiwohnt oder einer Ehefrau; er lehrt aber nicht von der Tochter seiner Genotzüchtigten, die noch hinzukommen sollte<sup class=\"footnote-marker\">67</sup><i class=\"footnote\">Es ist ein ganz anderer Fall, gehört aber zur selben Klasse.</i>. –",
"Ich will dir sagen, von denen, die in der Schrift genannt sind, lehrt er es, von denen aber, die in der Schrift nicht genannt sind, lehrt er es nicht. –",
"Es gibt ja noch die Fälle von der Tochter seiner Frau, der Tochter seiner Tochter und der Tochter ihres Sohnes, die in der Schrift geschrieben sind, von denen er es nicht lehrt!? Vielmehr lehrt er nur das Rubrum Mutter und Tochter, ebenso lehrt er nur das Rubrum Šabbath und das Rubrum Götzendienst.",
"R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, wies auf einen Widerspruch hin, in dem dieser sich mit sich selbst befindet. Kann R. Bebaj b. Abajje denn gesagt haben, er lehre nur das Rubrum Šabbath und das Rubrum Götzendienst, es wurde ja gelehrt, wer Opferglieder von innerhalb<sup class=\"footnote-marker\">68</sup><i class=\"footnote\">Des Tempelhofes.</i>[Geschlachtetem] außerhalb opfert, sei schuldig, und wer Opferglieder von außerhalb [Geschlachtetem] außerhalb opfert, sei schuldig,",
"und R. Bebaj b. Abajje wandte ein, wieso demnach gelehrt wird, es gebe sechsunddreißig mit der Ausrottung [belegte Vergehen] in der Tora, es sind ja siebenunddreißig, denn es gibt zweierlei Opferungen; was ist dies für ein Einwand, es ist ja zu erwidern, er lehre nur das Rubrum Opfern!? –",
"Es ist nicht gleich; vom Šabbath und vom Götzendienste lehrt er [die Einzelheiten] an der passenden Stelle<sup class=\"footnote-marker\">69</sup><i class=\"footnote\">Wo diese Gesetze ausführlich behandelt werden; cf. Sab. Fol. 73a u. Syn. Fol. 60b.</i>, und bei den Ausrottungsvergehen lehrt er allgemein das Rubrum Šabbath und das Rubrum Götzendienst, aber lehrt er denn [die Einzelheiten] der Opferung an einer passenden Stelle, um dies erwidern zu können!?",
"R. Jirmeja fragte R. Zera: Wie verhält es sich bei zwei Ausrottungen und einem Verbote<sup class=\"footnote-marker\">70</sup><i class=\"footnote\">Wenn man beide Sünden bei einem Entfallen begangen hat, ob sie wie die Verbote zu teilen sind.</i>? Dieser erwiderte: Du meinst wohl das Schlachten<sup class=\"footnote-marker\">71</sup><i class=\"footnote\">Eines Opfers außerhalb des Tempelhofes, hinsichtl. welcher in der Schrift zweimal die Ausrottung u. einmal das Verbot genannt wird.</i>und das Darbringen, aber bei diesen sind es zwei Verbote.",
"Nach demjenigen, der es [aus einem Schlusse] durch Wortanalogie folgert<sup class=\"footnote-marker\">72</sup><i class=\"footnote\">Das Verbot des Schlachtens vom Verbote des Darbringens; cf. Zeb. Fol. 106a.</i>, heißt es ja da <i>bringen</i> und dort<sup class=\"footnote-marker\">73</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 17,4 u. ib. V. 9.</i><i>bringen</i>,",
"wie dort eine Bestrafung nur bei Warnung<sup class=\"footnote-marker\">74</sup><i class=\"footnote\">Wenn ein Verbot vorhanden ist.</i>erfolgt, ebenso erfolgt da eine Bestrafung nur bei Warnung;",
"und nach demjenigen, der es durch Vergleichung<sup class=\"footnote-marker\">75</sup><i class=\"footnote\">Des einen mit dem anderen.</i>folgert, sagt die Schrift: <sup class=\"footnote-marker\">76</sup><i class=\"footnote\">Dt. 12,14.</i><i>dort sollst du es hinaufbringen und dort sollst du es darbringen</i>, womit er das Schlachten mit dem Darbringen vergleicht, wie beim Darbringen eine Bestrafung nur bei Warnung erfolgt, ebenso erfolgt beim Schlachten eine Bestrafung nur bei Warnung.",
"Du meinst vielleicht zwei Todesstrafen und ein Verbot. Das sind nämlich Totenbeschwörer und Wahrsager<sup class=\"footnote-marker\">77</sup><i class=\"footnote\">Die Todesstrafe wird bei jedem besonders genannt, das Verbot aber bei beiden zusammen.</i>.",
"Dieser erwiderte: Darüber besteht ein Streit zwischen R. Joḥanan und Reš Laqiš. Unter denen, die zu steinigen<sup class=\"footnote-marker\">78</sup><i class=\"footnote\">Cf. Syn. Fol. 53a u. Fol. 65a.</i>sind, werden Totenbeschwörer und Wahrsager genannt, und auf unsere Frage, weshalb bei den mit der Steinigung belegten der Wahrsager genannt wird und bei den mit der Ausrottung belegten der Wahrsager nicht genannt<sup class=\"footnote-marker\">79</sup><i class=\"footnote\">Sondern nur der Totenbeschwörer, obgleich in der Schrift bei beiden die Ausrottungsstrafe genannt ist.</i>wird,",
"erwiderte R. Joḥanan, weil für beide ein Verbot besteht. (Sollte er doch den Wahrsager und nicht den Totenbeschwörer nennen!? – Weil die Schrift mit dem Totenbeschwörer beginnt.)",
"Und Reš Laqiš erwiderte, weil [der Wahrsager] keine Tätigkeit ausübt<sup class=\"footnote-marker\">80</sup><i class=\"footnote\">Er hat daher kein Opfer darzubringen.</i>. - Weshalb erklärt Reš Laqiš nicht wie R. Joḥanan?",
"R. Papa erwiderte: Weil sie bei der Todesstrafe geteilt<sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Durch die Partikel ‘oder’, Lev. 20,27; sie sind daher geteilt auch hinsichtl. der Sündopfer.</i>sind. – Und R. Joḥanan!? – Er kann dir erwidern: die Teilung beim Verbote ist eine Teilung, die Teilung bei der Todesstrafe ist keine Teilung. –",
"Weshalb erklärt R. Joḥanan nicht wie Reš Laqiš? – Er ist der Ansicht, der Autor der Lehre von den Ausrottungssünden sei R. A͑qiba<sup class=\"footnote-marker\">82</sup><i class=\"footnote\">Cf. supra Fol. 3a.</i>, und dieser sagt, es sei keine Tätigkeit erforderlich. –",
"Und Reš Laqiš!? – Zugegeben, daß nach R. A͑qiba keine bedeutende Tätigkeit erforderlich ist, eine unbedeutende Tätigkeit aber ist erforderlich. –",
"Welche Tätigkeit übt der Totenbeschwörer aus? – Das Zusammenschlagen der Arme ist eine Tätigkeit. – Welche Tätigkeit übt der Gotteslästerer aus? – Die Bewegung der Lippen ist eine Tätigkeit.",
"Er<sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">Der den folgenden Einwurf erhob.</i>glaubte, das Zusammenschlagen der Arme sei eine unbedeutende Tätigkeit auch nach den Rabbanan<sup class=\"footnote-marker\">84</sup><i class=\"footnote\">Da sie in unserer Mišna hinsichtl. des Gotteslästerers streiten u. nicht hinsichtl. des Totenbeschwörers.</i>, somit ist einzuwenden: Beim Götzendienste ist man schuldig nur wegen einer Handlung, bei der eine Tätigkeit ausgeübt wird, wie Schlachten, Räuchern, Libieren oder Sichniederwerfen. Und auf unseren Einwurf, beim Sichniederwerfen übe man ja keine Tätigkeit aus,",
"erwiderte Reš Laqiš, dies nach R. A͑qiba, welcher sagt, es sei keine Tätigkeit erforderlich, und R. Joḥanan erwiderte, auch nach den Rabbanan, denn das Beugen der Statur gelte als Tätigkeit. Demnach ist Reš Laqiš der Ansicht, nach den Rabbanan gelte das Beugen der Statur nicht als Tätigkeit und das Zusammenschlagen der Arme gelte als Tätigkeit!? –",
"Wenn nun das, was Reš Laqiš gesagt hat, das Zusammenschlagen der Arme sei eine unbedeutende Tätigkeit. nach R. A͑qiba gilt, nach den Rabbanan aber sei dies keine Tätigkeit, wieso lehrt er demnach, ausgenommen der Gotteslästerer, weil er keine Tätigkeit ausübt, er sollte doch lehren, ausgenommen der Gotteslästerer und der Totenbeschwörer!? –",
"Er lehrt eines von beiden. – Sollte er es doch vom Totenbeschwörer und nicht vom Gotteslästerer lehren!? –",
"Vom Gotteslästerer ist dies zu lehren nötig. Da die Ausrottung desselben sich im Abschnitte von den Opfern<sup class=\"footnote-marker\">85</sup><i class=\"footnote\">Cf. Num. 15,30.</i>befindet, so könnte man glauben, er pflichte R. A͑qiba bei, daher lehrt er uns, daß dem nicht so ist.",
"U͑la erklärte: Vom Totenbeschwörer, von dem er lehrt, gilt dies in dem Falle, wenn er einem Dämon opfert. Raba wandte ein: Dies ist ja demnach Götzendienst!? Vielmehr, erklärte Raba, wenn er einem Dämon opfert, um ihn zu bannen.",
"Abajje sprach zu ihm: Dies heißt ja Bannungen vornehmen<sup class=\"footnote-marker\">86</sup><i class=\"footnote\">Was Dt. 18,11 nur mit einem Verbote u. nicht mit dem Tode od. der Ausrottung belegt ist.</i>!? Dieser erwiderte: Die Tora sagt, daß eine solche Bannung mit der Steinigung [bestraft werde], – Welche Bannung ist demnach nur mit einem Verbote belegt?",
"Dieser erwiderte: Wie gelehrt wird.<sup class=\"footnote-marker\">87</sup><i class=\"footnote\">Dt. 18,11.</i><i>Wer Bannungen vornimmt</i>, ob Bannungen von großen oder Bannungen von kleinen [Tieren]; selbst wer Schlangen und Skorpione bannt, ist schuldig. Abajje sagte: Wenn jemand eine Biene mit einem Skorpion bannen will, so ist dies verboten; wenn sie aber hinter ihm her sind, ist es erlaubt. –",
"Sollte doch nach R. Joḥanan, welcher sagt, das Beugen der Statur sei eine Tätigkeit,"
],
[
"auch beim Gotteslästerer das Bewegen der Lippen als Tätigkeit gelten!? Raba erwiderte: Anders verhält es sich beim Gotteslästerer, weil es [hauptsächlich] im Herzen erfolgt. Sonst aber gilt die Bewegung der Lippen als Tätigkeit.",
"R. Zera wandte ein: Ausgenommen das überführte Falschzeugnis, da dabei keine Tätigkeit ausgeübt wird. Weshalb denn, dabei heißt es ja:<sup class=\"footnote-marker\">88</sup><i class=\"footnote\">Dt. 17,6.</i><i>durch den Mund</i>!? Raba erwiderte: Anders ist es beim überführten Falschzeugnis, weil es hauptsächlich auf das Sehen ankommt.",
"W<small>ER</small> T<small>ALG ISST</small>. Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">89</sup><i class=\"footnote\">Lev. 7,23.</i><i>Ihr sollt keinen Talg von Rind, Schaf und Ziege essen</i>; man ist wegen jedes besonders schuldig – so R. Jišma͑él; die Weisen sagen, man sei [wegen aller] nur einmal schuldig.",
"Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem besteht. R. Jišma͑él ist der Ansicht, wegen des allgemein Verbotenen sei zu geißeln<sup class=\"footnote-marker\">90</sup><i class=\"footnote\">Hierbei wegen eines jedes besonders, die allgemein mit einem Verbote belegt sind.</i>, und die Rabbanan sind der Ansicht, wegen des allgemein Verbotenen sei nicht zu geißeln. –",
"Tatsächlich ist R. Jišma͑él der Ansicht, wegen des allgemein Verbotenen sei nicht zu geißeln, nur ist es hierbei anders, weil hier Schriftworte überflüssig sind. Der Schriftvers sollte ja lauten: <i>ihr sollt keinen Talg essen</i>, wenn es aber noch <i>von Rind, Schaf und Ziege</i> heißt, so deutet dies auf die Teilung. –",
"Und die Rabbanan!? – Würde es nicht geheißen haben: <i>von Rind, Schaf und Ziege</i>, so könnte man glauben, auch der Talg vom Wild sei einbegriffen, so heißt es: <i>von Rind, Schaf und Ziege</i>, um zu sagen, daß nur Talg von Rind, Schaf und Ziege verboten ist, vom Wild aber erlaubt. – Sie haben ihm ja treffend erwidert!? –",
"Vielmehr, folgendes ist der Grund R. Jišma͑éls; er ist der Ansicht, es sollte ja heißen: <i>ihr sollt keinen Talg vom Rinde essen</i>, wenn es aber noch <i>Schaf und Ziege</i> heißt, so deutet dies auf die Teilung. –",
"Und die Rabbanan!? – Sie sind der Ansicht, wenn der Allbarmherzige nur <i>keinen Talg vom Rinde</i> geschrieben hätte, so könnte man glauben, man folgere durch [das Wort] <i>Rind</i>, das auch beim Šabbathgesetze<sup class=\"footnote-marker\">91</sup><i class=\"footnote\">So rieht, nach Handschriften; cf. Ex. 23,12.</i>gebraucht wird,",
"wie beim Šabbathgesetze Wild und Geflügel diesem gleichen, ebenso gleichen Wild und Geflügel diesem auch hinsichtlich des [Talg]essens; daher schrieb der Allbarmherzige <i>Rind, Schaf und Ziege</i>, um zu sagen, daß er nur von diesen verboten ist, von Wild und Geflügel aber erlaubt. –",
"Sie haben ihm ja treffend erwidert!? – Vielmehr folgendes ist sein Grund; er ist der Ansicht, es sollte ja heißen: <i>ihr sollt keinen Talg vom Schafe essen</i>, oder auch: <i>ihr sollt keinen Talg von der Ziege essen</i>, wenn es aber heißt: <i>ihr sollt keinen Talg von Rind, Schaf und Ziege essen</i>, so deutet dies auf die Teilung. –",
"Und die Rabbanan!? – Sie sind der Ansicht, wenn er nur geschrieben hätte: <i>keinen Talg vom Schafe</i>, so könnte man glauben, nur Talg vom Schafe sei verboten, der von Rind und Ziege aber sei erlaubt. Und wollte man einwenden, worin denn die Bedeutung des Schafes bestehe, so wäre zu erwidern: weil es hinsichtlich des Fettschwanzes<sup class=\"footnote-marker\">92</sup><i class=\"footnote\">Der beim Schafe zu den Opferteilen gehört, was bei anderen Tieren nicht der Fall ist.</i>bevorzugter ist.",
"Dies nach einer Lehre des R. Ḥananja: wozu nennt die Schrift die Opferteile des Rindes, die Opferteile des Schafes und die Opferteile der Ziege besonders, wie es heißt: <i>nur das Erstgeborene eines Rindes &amp;c</i>.?",
"Dies ist nötig; würde sie es nur beim Rinde geschrieben haben, so könnte man glauben, von diesem sei hinsichtlich des Schafes und der Ziege nicht zu folgern, denn es wäre zu erwidern: wohl gilt dies beim Rinde, bei dem das Gußopfer größer<sup class=\"footnote-marker\">93</sup><i class=\"footnote\">Cf. Num. 28,14.</i>ist.",
"Sollte der Allbarmherzige es doch nur beim Schafe geschrieben haben, und man würde hinsichtlich des Rindes und der Ziege vom Schafe gefolgert haben!? Man könnte erwidern: wohl gilt dies beim Schafe, das hinsichtlich des Fettschwanzes bevorzugter ist.",
"Sollte der Allbarmherzige es nur bei der Ziege geschrieben haben, und man würde von dieser hinsichtlich des Rindes und des Schafes gefolgert haben!? Man könnte erwidern: wohl gilt dies bei der Ziege, denn diese ist bevorzugter beim Götzendienste<sup class=\"footnote-marker\">94</sup><i class=\"footnote\">Wegen dessen ein einzelner eine solche als Opfer darzubringen hat.</i>.",
"Sollte er es doch, wenn es von einem nicht zu folgern ist, von zweien geschrieben haben, und man würde es hinsichtlich des einen von beiden gefolgert haben!? Welches denn: wollte man hinsichtlich des Rindes von Schaf und Ziege folgern, so wäre zu erwidern: wohl gilt dies von Schaf und Ziege, die hinsichtlich des Pesaḥopfers<sup class=\"footnote-marker\">95</sup><i class=\"footnote\">Als welches solche darzubringen sind.</i>bevorzugter sind.",
"Wenn er es beim Schafe nicht geschrieben hätte und man hinsichtlich dessen von Rind und Ziege folgern wollte, so wäre zu erwidern: wohl gilt dies von Rind und Ziege, die beim Götzendienste<sup class=\"footnote-marker\">96</sup><i class=\"footnote\">Wegen dessen eine Gemeinde einen Farren als Opfer darzubringen hat.</i>bevorzugter sind.",
"Und wenn er es bei der Ziege nicht geschrieben hätte und man es hinsichtlich dieser von Rind und Schaf folgern wollte, so wäre zu erwidern: wohl gilt dies von Rind und Schaf, bei denen es eine Überlegenheit<sup class=\"footnote-marker\">97</sup><i class=\"footnote\">Bei der Opferung; beim Rinde das Gußopfer u. beim Schafe der Fettschwanz.</i>gibt. Sie sind daher von einander nicht zu folgern. –",
"Sie haben ihm ja treffend erwidert!? – Vielmehr, tatsächlich ist der Grund R. Jišma͑éls, wie wir zuerst gesagt haben, es sollte nur <i>keinen Talg</i> heißen und nichts weiter, wenn du aber einwendest, er schreibe deshalb <i>Rind, Lamm und Ziege</i>, um den Talg vom Wilde zu erlauben,",
"so befaßt sich die Schrift an dieser Stelle mit den Opfern, und man achte auf den Zusammenhang<sup class=\"footnote-marker\">98</sup><i class=\"footnote\">Das Wild scheidet bei den Opfern aus u. bezüglich dessen ist nichts zu folgern.</i>. –",
"Demnach sind die Rabbanan der Ansicht, man folgere nicht aus dem Zusammenhange!? – Nein, alle sind der Ansicht, man folgere aus dem Zusammenhange, und ihr Streit besteht in folgendem: R. Jišma͑él ist der Ansicht, man folgere<sup class=\"footnote-marker\">99</sup><i class=\"footnote\">So nach der ursprünglichen korrekten Lesart; die Fassung der kursierenden Ausgaben ist, wie schon Raschi bemerkt, ein fehlerhafter Zusatz unkundiger Erklärer.</i>[hinsichtlich eines Verbotes von einem Verbote, einerlei ob von einem gewöhnlichen Verbote oder von einem mit der Ausrottung belegten Verbote],",
"",
"",
"und die Rabbanan sind der Ansicht, man folgere hinsichtlich eines Verbotes von einem Verbote, nicht aber hinsichtlich eines Verbotes von der Ausrottung.",
"Wenn du aber willst, sage ich: folgendes ist der Grund der Rabbanan. R. Mari sprach zu R. Zebid: Demnach<sup class=\"footnote-marker\">100</sup><i class=\"footnote\">Wenn der Fettschwanz als Talg gilt; cf. Hui. Fol. 117a.</i>sollte doch der Fettschwanz von Profanem [zum Essen] verboten sein!? Dieser erwiderte: Deinetwegen sagt die Schrift: <i>keinen Talg von Rind, Schaf und Ziege</i>, nur was bei allen gleich ist, was bei diesem nicht der Fall ist.",
"Somit deuten die Worte <i>Rind, Schaf und Ziege</i> darauf, daß der Fettschwanz von Profanem erlaubt ist. – Und R. Jišma͑él!? – Er kann dir erwidern: demnach sollte die Schrift sagen: <i>keinen Talg von Rind und Schaf</i>, wenn es aber auch <i>Ziege</i> heißt, so deutet dies auf die Teilung.",
"R. Ḥanina sagte: R. Jišma͑él pflichtet hinsichtlich des Opfers bei, daß dieserhalb nur ein Sündopfer darzubringen ist<sup class=\"footnote-marker\">101</sup><i class=\"footnote\">Die Teilung bezieht sich nur auf die Geißelung.</i>. – Weshalb? – Weil dieses Verbot nicht dem Inzestverbote gleicht<sup class=\"footnote-marker\">102</sup><i class=\"footnote\">Bei diesem wird jeder Fall besonders in der Schrift genannt, es sind also verschiedene Verbote, dagegen wird der Talg nur allgemein verboten.</i>.",
"Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">103</sup><i class=\"footnote\">Lev. 4,2.</i><i>Und er eines tut, und er von diesen tut</i>, man ist nämlich wegen jeder [Sünde] besonders schuldig.",
"Wenn jemand Talg und Talg<sup class=\"footnote-marker\">104</sup><i class=\"footnote\">Zwei strafbare Quantitäten.</i>gegessen hat, ein Vergehen bei zweimaligem Entfallen, so ist er zweimal schuldig; wenn zwei Vergehen<sup class=\"footnote-marker\">105</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. Namen, zwei verschiedene Arten von Talg.</i>bei einem Entfallen, so ist er zweimal schuldig.",
"Rami b. Ḥama sprach zu R. Ḥisda: Einleuchtend ist es, daß er wegen eines Vergehens bei zweimaligem Entfallen zweimal schuldig ist, weil das Entfallen sie teilt, weshalb aber ist er wegen zweier Vergehen bei einem Entfallen zweimal schuldig, sie müssen ja durch das Entfallen geteilt sein, was hierbei nicht der Fall ist!?",
"Dieser erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn jemand Talg von Übriggebliebenem gegessen hat; er ist wegen des Übriggebliebenen und des Talges schuldig. Jener entgegnete: Demnach sollte er auch wegen des Heiligen schuldig sein!?",
"Vielmehr, erwiderte R. Šešeth, hier wird von dem Falle gesprochen, wenn jemand Talg von Heiligem gegessen hat, und zwar nach R. Jehuda. Es wird nämlich gelehrt: Wer Talg von einem Aase gegessen hat, wer Talg von Heiligem gegessen hat, ist zweimal<sup class=\"footnote-marker\">106</sup><i class=\"footnote\">Wegen Essens von Talg u. wegen Essens von Aas, bezw. Geheiligtem.</i>schuldig. R. Jehuda sagt, wenn Talg von Heiligem, sei er dreimal<sup class=\"footnote-marker\">107</sup><i class=\"footnote\">Wird weiter begründet.</i>zu geißeln.",
"Im Westen lachten sie darüber: Sollte man es doch auf den Fall beziehen, wenn beispielsweise Talg von einem Rinde, einem Schafe und einer Ziege, und zwar nach R. Jišma͑él, welcher sagt, dieserhalb sei dreimal zu geißeln!?"
],
[
"Er addiziert es also nicht R. Jišma͑él, weil R. Ḥanina sagte, R. Jišma͑él pflichte hinsichtlich des Opfers bei, daß er nur ein Sündopfer schuldig sei, somit ist es auch nicht R. Jehuda zu addizieren. denn R. Elea͑zar sagte, R. Jehuda pflichte hinsichtlich des Opfers bei, daß er nur ein Sündopfer darzubringen habe,",
"Vielmehr, erklärte Reš Laqiš im Namen des Bar Taíṭani<sup class=\"footnote-marker\">108</sup><i class=\"footnote\">So in Handschriften, auch weiter Fol. 12a.</i>, hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er ihn aus zwei Schüsseln gegessen hat, nach R. Jehošua͑, welcher sagt, die Schüsseln teilen.",
"Der Text. Wer Talg von einem Aase gegessen hat, ist zweimal zu geißeln, wer Talg von Heiligem, ist zweimal zu geißeln. R. Jehuda sagt, wenn Talg von Heiligem, so ist er dreimal zu geißeln.",
"R. Šezbi sprach zu Raba: Erklärlich ist die Ansicht R. Jehudas, denn es sind verschiedene Schrift<i>verse<sup class=\"footnote-marker\">109</sup><i class=\"footnote\">Die den Talg verbieten.</i>vorhanden:</i><sup class=\"footnote-marker\">110</sup><i class=\"footnote\">Lev. 3,17.</i><i>ein ewiges Gesetz</i>,<sup class=\"footnote-marker\">111</sup><i class=\"footnote\">Ib. 7,23.</i><i>ihr sollt keinen Talg von Rind, Schaf und Ziege essen, und:</i><sup class=\"footnote-marker\">112</sup><i class=\"footnote\">Ib. 22,10.</i><i>kein Gemeiner soll Heiliges essen, das sind also drei Verbote; was ist aber der Grund der Rabbanan? – \n</i>",
"Sie sind der Ansicht, das Verbot [im Verse] <i>ein ewiges Gesetz</i> spreche von Heiligem und das Verbot des (Rinder)talges spreche von Profanem. Und beides ist nötig.",
"Würde der Allbarmherzige es nur von Heiligem geschrieben haben, so könnte man glauben, nur der Talg von Heiligem sei verboten, weil es bei diesem strenger ist, nicht aber gelte dies von Profanem, daher schrieb der Allbarmherzige: <i>keinen Talg von Rind</i>.",
"Und würde er nur geschrieben haben: <i>keinen Talg von Rind</i>, so könnte man glauben, nur der Talg von Profanem sei verboten, weil er von der Allgemeinheit heraus nicht erlaubt worden ist, beim Heiligen aber, wobei der Talg aus der Allgemeinheit heraus erlaubt worden<sup class=\"footnote-marker\">113</sup><i class=\"footnote\">Der Fettschwanz gilt bei der Opferung des Schafes als Talg, ist aber bei Rind u. Ziege erlaubt.</i>ist, sei, wenn das Fleisch erlaubt ist, auch der Talg erlaubt. Daher ist beides nötig. –",
"Und R. Jehuda!? – Er ist der Ansicht, auch der Vers vom Talg eines Rindes befindet sich im Zusammenhange mit dem Heiligen. –",
"Demnach sind die Rabbanan der Ansicht, man folgere nicht aus dem Zusammenhange!? –",
"Nein, alle sind der Ansicht, man folgere aus dem Zusammenhange, und ihr Streit besteht in folgendem: R. Jehuda ist der Ansicht, man folgere hinsichtlich eines Verbotes von einem Verbote und hinsichtlich eines Verbotes von der Ausrottung, und die Rabbanan sind der Ansicht, man folgere hinsichtlich eines Verbotes von einem Verbote, man folgere aber nicht hinsichtlich eines Verbotes von der Ausrottung. –",
"Worauf deutet demnach nach R. Jehuda der Schriftvers:<sup class=\"footnote-marker\">110</sup><i class=\"footnote\">Lev. 3,17.</i><i>ihr sollt keinen Talg und kein Blut essen</i>? – Dieser ist zur Vergleichung nötig. Es wird nämlich gelehrt: <i>Ihr sollt keinen Talg und kein Blut essen</i>, wie wegen des Talges zweimal zu geißeln ist, ebenso ist wegen des Blutes zweimal zu geißeln. –",
"Wegen des Talges ist wohl deshalb zweimal zu geißeln, ohne daß dies durch Vergleichung gefolgert wird, weil diesbezüglich zwei Schriftverse vorhanden sind: <i>ihr sollt keinen Talg und kein Blut essen</i>, und ferner: <i>keinen Talg von Rind und Schaf</i>, somit sollte auch wegen des Blutes zweimal zu geißeln sein, ohne daß dies durch Vergleichung gefolgert wird, denn auch diesbezüglich sind zwei Verbote vorhanden: <i>ihr sollt keinen Talg und kein Blut essen</i>, und ferner:<sup class=\"footnote-marker\">114</sup><i class=\"footnote\">Lev. 7,26.</i><i>ihr sollt in all euren Wohnorten kein Blut essen, von Geflügel und Vieh</i>!? –",
"Sage vielmehr: wie wegen des Talges dreimal zu geißeln ist, ebenso ist wegen des Blutes dreimal zu geißeln.–",
"Wegen des Talges<sup class=\"footnote-marker\">115</sup><i class=\"footnote\">Vom Heiligen.</i> ist wohl deshalb dreimal zu geißeln, weil diesbezüglich zwei der genannten Verbote vorhanden sind und das Verbot [des Heiligen] für einen Gemeinen, das sind also drei, und dies ist ja auch beim Blute der Fall!? –",
"Dies<sup class=\"footnote-marker\">116</sup><i class=\"footnote\">Die Vergleichung.</i>ist nötig; man könnte glauben, wie das Blut hinsichtlich der Veruntreuung<sup class=\"footnote-marker\">117</sup><i class=\"footnote\">Nach unseren Texten: von der Unreinheit.</i>ausgeschlossen ist, sei es auch hinsichtlich des [Verbotes für einen] Gemeinen ausgeschlossen, so lehrt er uns die Vergleichung. –",
"Wofür ist demnach nach den Rabbanan<sup class=\"footnote-marker\">118</sup><i class=\"footnote\">Nach denen das Blut diesbezüglich tatsächlich ausgeschlossen ist.</i>die Vergleichung zu verwenden!? –",
"Diese ist wegen der folgenden Lehre nötig: <i>Ihr sollt keinerlei Talg und keinerlei Blut essen</i>; wie der Talg sich dadurch auszeichnet, daß er vom Fleische getrennt<sup class=\"footnote-marker\">119</sup><i class=\"footnote\">Hinsichtl. des Verbotes.</i>ist, und sie werden mit einander<sup class=\"footnote-marker\">120</sup><i class=\"footnote\">Zum strafbaren Quantum einer Olive.</i>nicht vereinigt, ebenso auch das Blut, wenn es vom Fleische getrennt<sup class=\"footnote-marker\">121</sup><i class=\"footnote\">Nur dann wird es nicht mit dem Fleische vereinigt.</i>ist;",
"ausgenommen das Blut von Kriechtieren, das nicht vom Fleische getrennt<sup class=\"footnote-marker\">122</sup><i class=\"footnote\">Ihr Blut ist nicht als Blut, sondern als Kriechtier verboten.</i>ist, und es wird mit diesem vereinigt. –",
"Ist dies denn hieraus zu entnehmen, dies geht ja aus folgendem hervor!?<sup class=\"footnote-marker\">123</sup><i class=\"footnote\">Lev. 11,29.</i><i>Dies sei euch unrein</i>; dies lehrt, daß das Blut des Kriechtieres und sein Fleisch mit einander vereinigt werden. –",
"Wenn nicht die Vergleichung, könnte man glauben, dies gelte nur von der Unreinheit<sup class=\"footnote-marker\">124</sup><i class=\"footnote\">Die nur bei Linsengröße erfolgt.</i>, nicht aber vom Essen, so lehrt uns die Vergleichung, daß dies auch vom Essen gilt.",
"Rabina sagte: Daher werde das Blut und das Fleisch einer Schlange mit einander vereinigt<sup class=\"footnote-marker\">125</sup><i class=\"footnote\">Hinsichtl. des Essens; verunreinigend ist sie nicht.</i>. – Was lehrt er uns damit, dies lehrt ja die Vergleichung!? – Man könnte glauben, das Kriechtier, das hinsichtlich der Unreinheit einbegriffen ist, sei auch hinsichtlich des Essens einbegriffen, die Schlange aber, die hinsichtlich der Unreinheit nicht einbegriffen ist, sei auch hinsichtlich des Essens nicht einbegriffen, so lehrt er uns. Die Vergleichung erstreckt sich auf jedes, bei dem das Blut nicht vom Fleische getrennt ist.",
"Raba sagte: Wozu ist die Ausrottung wegen des Blutes dreimal [wiederholt] worden? – Einmal wegen des Blutes von Profanem, einmal wegen des Blutes von Heiligem und einmal wegen des nachfließenden Blutes. –",
"Allerdings nach R. Jehuda, denn es wird gelehrt, das nachfließende Blut sei mit einer Verwarnung belegt, und R. Jehuda sagt, mit der Ausrottung,",
"worauf aber deutet das eine Mal nach den Rabbanan!? Und auch nach R. Jehuda ist ja die Ausrottung zu entnehmen aus [dem Worte] <i>keinerlei Blut</i>!?",
"Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagte: Blut, wozu heißt es <i>keinerlei</i><sup class=\"footnote-marker\">126</sup><i class=\"footnote\">In der Textsprache ‘alles’ Blut.</i>Blut?",
"Ich weiß dies nur vom Blute des Heiligen, mit dem die Seele ausgeht, [das Sühne schafft,] woher dies vom Blute des Profanem und vom nachfließenden Blute? Es heißt: <i>keinerlei Blut</i>. –",
"Sage vielmehr: einmal wegen des Blutes von Profanem, einmal wegen des Blutes von Heiligem und einmal wegen des zuzudeckenden<sup class=\"footnote-marker\">127</sup><i class=\"footnote\">Das Blut von Wild u. Geflügel, das man mit Erde zudecken muß (cf. Lev. 17,13); es ist auch mit Erde gemischt zum Genüsse verboten.</i> Blutes.",
"Ferner sagte Baba: Wozu sind die fünf beim Blute genannten Verbote<sup class=\"footnote-marker\">128</sup><i class=\"footnote\">Die 5malige Wiederholung.</i>nötig? Einmal wegen des Blutes von Profanem, einmal wegen des Blutes von Heiligem, einmal wegen des zuzudeckenden Blutes, einmal wegen des Blutes von den Opfergliedern und einmal wegen des nachfließenden Blutes.",
"R. Ila sagte: Wer den Zehnten von Getreide, Most und Öl gegessen hat, ist dreimal zu geißeln. – Wegen des allgemein Verbotenen<sup class=\"footnote-marker\">129</sup><i class=\"footnote\">Die hier aufgezählten Dinge sind in einem Verbote enthalten.</i>ist ja nicht zu geißeln!? – Anders ist es hierbei, denn es sind überflüssige Schriftverse vorhanden.",
"Merke, der Allbarmherzige schrieb ja:<sup class=\"footnote-marker\">130</sup><i class=\"footnote\">Dt. 14,23.</i><i>du sollst vor dem Herrn, deinem Gott, verzehren &amp;c. den Zehnten deines Getreides, deines Mostes und deines Öls</i>, nur innerhalb<sup class=\"footnote-marker\">131</sup><i class=\"footnote\">Der Stadt Jerušalem.</i>und nicht außerhalb, und wenn der Allbarmherzige noch weiter schreibt:<sup class=\"footnote-marker\">132</sup><i class=\"footnote\">Dt. 12,17.</i><i>du darfst in deinen Städten nicht verzehren den Zehnten deines Getreides, deines Mostes und deines Öls</i>, so deutet dies auf die Teilung. –",
"Wenn nur dies, könnte man glauben, man übertrete nur ein Gebot, nicht aber ein Verbot,"
],
[
"daher schrieb der Allbarmherzige: <i>du darfst nicht [verzehren]</i>, daß dies auch mit einem Verbote belegt ist.",
"Es ist aber nur ein allgemein gehaltenes Verbot!? – Die Schrift könnte ja sagen: du darfst sie nicht in deinen Städten verzehren, wenn es aber heißt: <i>den Zehnten deines Getreides, deines Mostes und deines Öls</i>, so wird das Essen von jedem einzelnen besonders geteilt.",
"R. Jiçḥaq sagte: Wer Brot, Rostkörner und Frischfrucht gegessen hat, ist dreimal zu geißeln. – Wegen des allgemein Verbotenen ist ja nicht zu geißeln!? – Anders ist es hierbei, denn es sind überflüssige Schriftworte vorhanden.",
"Die Schrift sollte es ja nur vom Brote gesagt haben, und man würde davon hinsichtlich der Rostkörner und der Frischfrucht gefolgert haben. – Es ist ja aber zu erwidern: wohl gilt dies vom Brote, das hinsichtlich der Teighebe<sup class=\"footnote-marker\">133</sup><i class=\"footnote\">Die davon zu entrichten ist; cf. Num. 15,20.</i>bevorzugter ist!? –",
"Sie sollte es nur von Rostkörnern und nicht vom Brote geschrieben haben, und man würde bezüglich dessen von den Rostkörnern gefolgert haben. – Von den Rostkörnern ist hinsichtlich des Brotes nicht zu folgern, weil Rostkörner sich in ihrem natürlichen Zustande befinden, das Brot aber sich nicht im natürlichen Zustande befindet. Ebenso ist hinsichtlich der Frischfrucht nicht von den Rostkörnern zu folgern, weil Rostkörner einbegriffen sind beim Speisopfer<sup class=\"footnote-marker\">134</sup><i class=\"footnote\">Der Schwingegarbe (cf. Lev. 23,13); diese Schriftstelle spricht allerdings auch von Frischfrucht, aber auch diese mußte geröstet sein; cf. Men. Fol. 66a.</i>, die Frischfrucht aber nicht einbegriffen ist beim Speisopfer!? –",
"Sie sollte es nur von der Frischfrucht geschrieben haben, und man würde davon hinsichtlich des Brotes und der Rostkörner gefolgert haben. – Man könnte erwidern: wohl gilt dies von der Frischfrucht, die ihren natürlichen Zustand nicht verändert hat!? –",
"Wenn auch von einem nicht zu folgern wäre, so könnte man immerhin eines von zweien folgern: die Schrift sollte es nicht vom Brote geschrieben haben, und man würde bezüglich dessen von Rostkörnern und Frischfrucht gefolgert haben. – Man könnte erwidern: wohl gilt dies von Rostkörnern und Frischfrucht, die ihren natürlichen Zustand behalten haben!? – Die Schrift sollte es nicht von der Frischfrucht geschrieben haben, und man würde bezüglich dieser von Brot und Rostkörner gefolgert haben. – Man könnte erwidern: wohl gilt dies von Brot und Rostkörnern, die einbegriffen sind beim Speisopfer!? –",
"R. Jiçḥaq kann dir erwidern: die Schrift sollte es nicht von den Rostkörnern geschrieben haben, und man würde bezüglich dieser von Brot und Frischfrucht gefolgert haben. Was wäre dagegen zu erwidern; erwidert man: wohl gilt dies vom Brote, das hinsichtlich der Teighebe bevorzugter ist, so beweist die Frischfrucht<sup class=\"footnote-marker\">135</sup><i class=\"footnote\">Bei der dies nicht der Fall ist.</i>[das Entgegengesetzte], und erwidert man: wohl von der Frischfrucht, die ihren natürlichen Zustand nicht verändert hat, so beweist das Brot<sup class=\"footnote-marker\">135</sup><i class=\"footnote\">Bei der dies nicht der Fall ist.</i>[das Entgegengesetzte]. Es ist somit überflüssig, und er ist deshalb zu geißeln. –",
"Vielleicht ist man wegen der Rostkörner, die unnötig genannt sind, einmal schuldig, und wegen aller zusammen ebenfalls nur einmal!? Wenn dem so wäre, so sollte doch die Schrift geschrieben haben: Brot, Frischfrucht und Rostkörner, oder sie sollte geschrieben haben: Rostkörner, Brot und Frischfrucht, wenn sie aber Rostkörner in der Mitte geschrieben hat, so meint sie es wie folgt: man ist wegen des Brotes wie wegen der Rostkörner schuldig, und wie wegen der Rostkörner ist man wegen der Frischfrucht schuldig.",
"R. Jannaj sagte: Nie sollst du [den Schluß durch] Wortanalogie unterschätzen; [das Verbot] des Verwerflichen ist ja eine der Grundlehren der Tora, und die Schrift lehrte es<sup class=\"footnote-marker\">136</sup><i class=\"footnote\">Daß darauf die Ausrottung gesetzt ist.</i>nur durch eine Wortanalogie.",
"R. Joḥanan sagte nämlich: Zabhda b. Levi lehrte: Da<sup class=\"footnote-marker\">137</sup><i class=\"footnote\">Beim Zurückgebliebenen, Lev. 19,8.</i>heißt es: <i>wer davon ißt, soll seine Sünde tragen, und dort<sup class=\"footnote-marker\">138</sup><i class=\"footnote\">Beim Verwerflichen, ib. 7,18.</i>heißt es: und die Person, die davon ißt, soll ihre Sünde tragen</i>, wie es da die Ausrottung<sup class=\"footnote-marker\">139</sup><i class=\"footnote\">Die ausdrücklich im Schriftverse genannt ist.</i>ist, ebenso auch dort die Ausrottung.",
"R. Simaj sagte: Nie sollst du [den Schluß durch] Wortanalogie unterschätzen; [das Verbot] des Übriggebliebenen ist ja eine der Grundlehren der Tora, und die Schrift lehrte es<sup class=\"footnote-marker\">136</sup><i class=\"footnote\">Daß darauf die Ausrottung gesetzt ist.</i>nur durch eine Wortanalogie. –",
"Welches Bewenden hat es damit? – Er folgert es durch [das Wort] <i>heilig</i>; <i>[es heißt:] wer davon ißt, soll seine Sünde tragen, denn er hat das Heilige des Herrn entweiht, und es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">140</sup><i class=\"footnote\">Ex. 29,34.</i></i>du <i>sollst das Übrigbleibende im Feuer verbrennen, denn es ist heilig</i>.",
"Abajje sagte: Nie sollst du [den Schluß durch] Wortanalogie unterschätzen; [das Verbot] der Tochter seiner Genotzüchtigten ist ja eine der Grundlehren der Tora, und die Schrift lehrte es<sup class=\"footnote-marker\">141</sup><i class=\"footnote\">Daß darauf die Verbrennung gesetzt ist.</i>nur durch eine Wortanalogie.",
"Raba sagte nämlich: R. Jiçḥaq b. Evdämi sagte mir, das Verbot sei durch [das Wort]",
"<i>sie</i>, und die Verbrennung sei durch [das Wort] <i>Unzucht</i><sup class=\"footnote-marker\">142</sup><i class=\"footnote\">Die Lev. 18,10 u. ib. V. 17 gebraucht werden.</i>zu entnehmen<sup class=\"footnote-marker\">143</sup><i class=\"footnote\">Vgl. Bd. IV S. 324 Anmm. 23 u. 24.</i>.",
"R. Aši sagte: Nie sollst du [den Schluß durch] Wortanalogie unterschätzen; die Steinigung<sup class=\"footnote-marker\">144</sup><i class=\"footnote\">Wegen mancher Verbrechen, bei denen die Schrift diese Strafe nicht nennt.</i>ist ja eine der Grundlehren der Tora, und die Schrift lehrte es nur durch eine Wortanalogie.",
"Es wird nämlich gelehrt: Da<sup class=\"footnote-marker\">145</sup><i class=\"footnote\">Beim Inzest, Lev. 20,11.</i>heißt es: <i>Blutschuld lastet auf ihnen</i>, und beim Totenbeschwörer und Wahrsager heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">146</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 27.</i><i>Blutschuld lastet auf ihnen</i>, wie da durch Steinigung, ebenso auch hierbei durch Steinigung.",
"W<small>EH DAS</small> S<small>ALBÖL MENGT</small> &amp;<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Wer das Salböl mengt, um es zu lernen, oder es der Gemeinde zu übergeben, ist frei, wenn um sich damit zu schmieren, so ist er schuldig; wer sich damit schmiert, ist frei, weil man schuldig ist nur wegen des Sichschmierens mit dem Salböl, das Mose bereitet hat.",
"Der Meister sagte: Wenn um es zu lernen, oder es der Gemeinde zu übergeben, so ist er frei. Woher dies? – Es ist durch [das Wort] <i>Verhältnis</i> zu folgern, das auch beim Räucherwerke<sup class=\"footnote-marker\">147</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ex, 30,32 u. ib. V. 37.</i>gebraucht wird, und beim Räucherwerke heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">148</sup><i class=\"footnote\">Ex. 30,37.</i><i>sollt ihr euch nicht machen</i>, für euch ist es verboten, wenn aber der Gemeinde zu übergeben, so ist man frei; ebenso ist man beim Salböl frei, wenn der Gemeinde zu übergeben. –",
"Sollte man es doch ebenso hinsichtlich des Räucherwerkes vom Salböl folgern: wie man frei ist, wenn man das Salböl in Hälften<sup class=\"footnote-marker\">149</sup><i class=\"footnote\">Des von Moše gefertigten Quantums.</i>mengt, ebenso ist man frei, wenn man Räucherwerk in Hälften mengt; wieso sagte demnach Raba, wer das Räucherwerk in Hälften mengt, sei schuldig, und wer das Öl in Hälften mengt, sei frei!? –",
"Raba kann dir erwidern: beim Öl heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">150</sup><i class=\"footnote\">Ex. 30,32.</i><i>in seinem Verhältnisse sollt ihr gleiches nicht machen</i>, gleiches ist verboten, in Hälften aber ist es erlaubt; beim Räucherwerke aber heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">148</sup><i class=\"footnote\">Ex. 30,37.</i><i>das Räucherwerk das du machst</i>, jedes Machen des Räucherwerkes; man kann auch die Hälfte morgens und die Hälfte abends räuchern.",
"Die Rabbanan lehrten: Das Salböl [besteht aus folgendem]: ausgeflossene Myrrhe fünfhundert, Kassia fünfhundert, wohlriechender Zimmt fünfhundert, wohlriechender Kalmus zweihundertfünfzig; es ergibt sich, daß alles zusammen eintausendsiebenhundertundfünfzig<sup class=\"footnote-marker\">151</sup><i class=\"footnote\">Wie Ex. 30,24 angegeben, der Šeqel als Einheitsgewicht.</i> betrug.",
"Braucht der Autor uns denn die Gesamtzahl zu lehren!? – Dem Autor war folgendes unklar: vielleicht wohlriechender Kalmus ebensoviel wie wohlriechender Zimmt; wie vom wohlriechenden Zimmt zweihundertfünfzig die Hälfte ist, ebenso ist vom wohlriechenden Kalmus zweihundertfünfzig die Hälfte, das sind also zweitausend. –",
"Vielleicht ist dem auch so!? – Demnach müßte der Schriftvers lauten: wohlriechender Zimmt und wohlriechender Kalmus eine Hälfte und eine Hälfte, je zweihundertundfünfzig.",
"R. Papa sprach zu Abajje: Wog er beim Wägen mit Übergewicht oder wog er genau? Dieser erwiderte: Der Allbarmherzige sagt<sup class=\"footnote-marker\">152</sup><i class=\"footnote\">Ex. 30,34.</i><i>genaue Teile</i>, und du sagst, mit Übergewicht. – R. Jehuda sagte ja aber, der Heilige, gepriesen sei er, kenne das Übergewicht<sup class=\"footnote-marker\">153</sup><i class=\"footnote\">Dieses brauchte nicht gewogen zu werden.</i>; demnach gab es ein Übergewicht!?",
"R. Jehuda sagte<sup class=\"footnote-marker\">154</sup><i class=\"footnote\">Statt <span dir=\"rtl\">אלא אמר</span> ist <span dir=\"rtl\">דאמר</span> zu lesen.</i>nämlich: Weshalb nahm er vom wohlriechenden Zimmt die Hälften von fünfhundert, einmal zweihundertfünfzig und wiederum zweihundertfünfzig, sollte er doch, da es zusammen fünfhundert sind, fünfhundert mit einem Male genommen haben!? Da er nun den wohlriechenden Zimmt in zwei Teile nahm, so geschah es wegen des Übergewichtes, und der Heilige, gepriesen sei er, kennt das Übergewicht. –",
"Was heißt demnach: <i>genaue Teile</i>? Rabina erwiderte: Daß er nicht das Gewogene als Gewicht benutze und damit wäge<sup class=\"footnote-marker\">155</sup><i class=\"footnote\">Jedes mußte mit einem Gewichtstücke gewogen werden.</i>.",
"Die Rabbanan lehrten: Das Salböl, das Moše in der Wüste machte, kochte er mit den Wurzeln – so R. Jehuda. R. Jose sprach zu ihm: Es würde ja nicht einmal zum Bestreichen der Wurzeln gereicht<sup class=\"footnote-marker\">156</sup><i class=\"footnote\">Beim Kochen saugen die Wurzeln das Öl auf.</i>haben!? Vielmehr machte er es wie folgt; man holte die Wurzeln und kochte sie in Wasser, sodann<sup class=\"footnote-marker\">157</sup><i class=\"footnote\">Nachdem die Wurzeln nicht mehr saugfähig waren.</i>goß man darüber das Salböl, damit es den Duft annehme, und wischte es herunter.",
"R. Jehuda sprach zu ihm:"
],
[
"Geschah denn beim Salböl nur ein Wunder, dabei geschahen ja von Anfang bis Ende viele Wunder. Es war nur zwölf Log, und damit wurden die Wohnung und ihre Geräte gesalbt, Ahron und seine Söhne alle sieben Tage der Einweihung, damit wurden die Hochpriester und die Könige gesalbt, und es ist noch vollständig für die Zukunft aufbewahrt,",
"denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">158</sup><i class=\"footnote\">Ex. 30,31.</i><i>mir geheiligtes Salböl soll dieses sein für eure Geschlechter. Dieses</i><sup class=\"footnote-marker\">159</sup><i class=\"footnote\">Die Buchstabenzahl des W.es <span dir=\"rtl\">זה</span>.</i>beträgt zwölf, [soviel] Log waren es.",
"Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">160</sup><i class=\"footnote\">Lev. 8,10.</i><i>Und Moše nahm das Salböl und salbte die Wohnung &amp;c</i>. R. Jehuda sagte: Mit dem Salböl, das Moše in der Wüste machte, sind von Anfang bis Ende viele Wunder geschehen. Es war von Anfang an nur zwölf Log: wieviel saugt der Kessel ein, wieviel saugen die Wurzeln ein, wieviel verzehrt das Feuer, und dennoch wurden damit die Wohnung und ihre Geräte gesalbt, Ahron und seine Söhne alle sieben Tage der Einweihung,",
"und damit wurden die Hochpriester und die Könige gesalbt. Auch ein Hochpriester, der Sohn eines Hochpriesters ist, benötigt der Salbung; ein König aber, der Sohn eines Königs ist, ist nicht zu salben. Wenn du aber einwendest, weshalb man demnach Šelomo gesalbt hat, [so erfolgte dies] wegen der Prätension Adonijahus; ebenso Jehoaš wegen der A͑thalja, und ebenso Jehoaḥaz, wegen seines Bruders Jehojaqim, der zwei Jahre älter war als er.",
"Der Meister sagte: Auch ein Hochpriester, der Sohn eines Hochpriesters ist, benötigt der Salbung. Woher dies? – Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">161</sup><i class=\"footnote\">Ib. 6,15.</i><i>und der Priester, der seinerstatt von seinen Söhnen gesalbt wird</i>; die Schrift sollte ja sagen: der Priester, der von seinen Söhnen seinerstatt ist, wenn es aber <i>der gesalbt wird</i> heißt, so besagt dies, daß auch von seinen Söhnen nur derjenige Hochpriester ist, der gesalbt wird, wer aber nicht gesalbt wird, ist nicht Hochpriester.",
"Der Meister sagte: Ein König aber, der Sohn eines Königs ist, ist nicht zu salben. Woher dies? R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Die Schrift sagt: <sup class=\"footnote-marker\">162</sup><i class=\"footnote\">Dt. 17,20.</i><i>damit er lange Tage gedeihe auf seinem Throne, er und seine Söhne</i>; es ist eine Erbschaft.",
"Weshalb aber salbten sie Šelomo? Wegen der Prätension Adonijas. – Woher, daß bei einer Prätension eine Salbung erforderlich ist und der König nicht nach Belieben das Königtum vererben kann? R. Papa erwiderte: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">162</sup><i class=\"footnote\">Dt. 17,20.</i><i>in der Mitte Jisraéls</i>, wenn Frieden in Jisraél ist.",
"Es wird gelehrt: Auch Jehu, der Sohn Nimšis, wurde nur wegen der Prätension Jorams, des Sohnes Aḥábs, gesalbt. – Wozu dies, es sollte ja schon der Umstand ausreichen, daß er der erste König<sup class=\"footnote-marker\">163</sup><i class=\"footnote\">Der Dynastie.</i>war!? – Die Lehre ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: die Könige des Davidischen Hauses salbte man, die Könige Jisraéls salbte man nicht. Wenn du aber einwendest, weshalb man demnach Jehu, den Sohn Nimšis, gesalbt hat, [so erfolgte dies] wegen der Prätension Jorams, des Sohnes Aḥábs.",
"Der Meister sagte: Die Könige des Davidischen Hauses salbte man, die Könige Jisraéls salbte man nicht. Woher dies? – Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">164</sup><i class=\"footnote\">iSam. 16,12.</i><i>auf, salbe ihn, denn dieser ist es</i>; dieser benötigt der Salbung, ein anderer aber benötigt nicht der Salbung.",
"Der Meister sagte: Wegen der Prätension Jorams. Sollte man denn wegen der Prätension Jorams, des Sohnes Aḥábs, eine Veruntreuung am Salböl begangen<sup class=\"footnote-marker\">165</sup><i class=\"footnote\">Durch den unnötigen Gebrauch.</i>haben!? – Wie R. Papa erklärt hat, mit reinem Balsamöl, ebenso auch hierbei mit reinem Balsamöl<sup class=\"footnote-marker\">166</sup><i class=\"footnote\">Nicht mit dem heiligen Salböl.</i>.",
"<i>«Ebenso Jehoaḥaz wegen des Jehojaqim, der zwei Jahre älter war als er.» War er denn älter, es heißt</i> ja:<sup class=\"footnote-marker\">167</sup><i class=\"footnote\">iChr. 3, 15.</i><i>und die Söhne Jošijas waren Joḥanan, der Erstgeborene, Jehojaqim, der zweite, Çidqijahu, der dritte, und Šallum, der vierte</i>, und hierzu sagte R. Joḥanan: Johanan, Jehoaḥaz, Çidqijahu und Šallum seien identisch!? –",
"Er nennt ihn deshalb Erstgeborener, weil er hinsichtlich der Thronfolge als Erstgeborener galt. – Wird denn der jüngere vor dem älteren eingesetzt, es heißt ja:<sup class=\"footnote-marker\">168</sup><i class=\"footnote\">iiChr. 21, 3.</i><i>aber die Königswürde übergab er Jehoram, denn er war der Erstgeborene</i>? – Er hatte die Stelle seiner Vorfahren ausgefüllt<sup class=\"footnote-marker\">169</sup><i class=\"footnote\">Er war bedeutender.</i>.",
"Der Meister sagte: Šallum und Çidqijahu sind identisch. Er zählt sie ja in der Reihenfolge auf!? – Er nennt ihn dritter, weil er der dritte der Söhne ist, und er nennt ihn vierter, weil er der vierte der Regierenden war, denn vor ihm regierte Jekhonja. Zuerst regierte Jehoahaz, dann regierte Jehojaqim, dann regierte Jekhonja und nachher regierte Çidqijahu.",
"Die Rabbanan lehrten: Šallum und Çidqijahu sind identisch, und Šallum heißt er nur deshalb, weil er vollständig [šalem] war in seinen Werken. Eine andere Erklärung. Šallum [heißt er deshalb], weil in seinen Tagen die Regierung des Davidischen Hauses zuende war [šalem]. Sein eigentlicher Name war Matanja, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">170</sup><i class=\"footnote\">iiReg. 24, 17.</i><i>und er setzte seinen Oheim Matanja an seiner Statt zum Könige ein, und er wandelte seinen Namen um in Çidqija</i>.",
"Er sprach nämlich zu ihm: Gott möge über dich ein gerechtes Urteil fällen [jah jaçdiq], wenn du mir abtrünnig wirst, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">171</sup><i class=\"footnote\">iiChr. 36, 10; in der Parallelstelle Hor. Fol. 11b besser <span dir=\"rtl\">באלה</span> st. <span dir=\"rtl\">בבלה</span>, Ez. 17,13.</i><i>und er brachte ihn nach Babel</i>, und es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">172</sup><i class=\"footnote\">iiChr. 36,13.</i><i>auch vom Könige Nebukhadneçar ward er abtrünnig, der ihn doch bei Gott beschworen hatte</i>.",
"War damals denn das Salböl vorhanden, es wird ja gelehrt: Ais die Bundeslade versteckt wurde, wurde auch das Gefäß Manna<sup class=\"footnote-marker\">173</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ex. 16,33.</i>versteckt, das Fläschchen Salböl, der Stab Ahrons mit den Mandeln und den Blüten<sup class=\"footnote-marker\">174</sup><i class=\"footnote\">Cf. Num. 17,23.</i>desselben,",
"und die Truhe, die die Pelištim als Geschenk für den Gott Jisraéls gesandt hatten, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">175</sup><i class=\"footnote\">iSam. 6,8.</i><i>und die goldenen Geräte, die ihr ihm als Schuldgabe erstattet habt, legt in die Truhe, an seiner Seite. –</i> Wer versteckte sie? – Josijahu, der König von Jehuda, versteckte sie, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">176</sup><i class=\"footnote\">iChr. 35,3.</i><i>da sprach &amp;c. setzt die heilige Lade</i>,",
"und hierzu sagte R. Elea͑zar,",
"man entnehme dies<sup class=\"footnote-marker\">177</sup><i class=\"footnote\">Daß mit der Bundeslade auch die übrigen hier genannten Dinge versteckt wurden.</i>aus [den Worten] <i>dort, Geschlechter</i>",
"und <i>Verwahrung</i><sup class=\"footnote-marker\">178</sup><i class=\"footnote\">Bei der Bundeslade u. beim Gefäße Manna heißt es (Ex. 16,33 u. ib. 30,6) <i>dort</i>, beim Gefäße Manna u. beim Salböl heißt es (Ex. 16,33 u. ib. 30,31) <i>Geschlechter</i>, u. ferner heißt es beim Gefäße Manna u. beim Stabe Ahrons (Ex. 16,33 u. Num. 17,25) <i>Verwahrung</i>: diese Worte dienen als Wortanalogie, daß sie alle zusammen versteckt wurden.</i>!? R. Papa erwiderte: Mit reinem Balsamöl.",
"Die Rabbanan lehrten: Man salbt die Könige in der Art eines Kranzes<sup class=\"footnote-marker\">179</sup><i class=\"footnote\">In der Form eines Kreises bezw. eines griechischen X (OX).</i> und die Priester in der Art eines Chi<sup class=\"footnote-marker\">179</sup><i class=\"footnote\">In der Form eines Kreises bezw. eines griechischen X (OX).</i>. R. Menasja erklärte: In der Art eines griechischen Chi<sup class=\"footnote-marker\">180</sup><i class=\"footnote\">Die Parallelstelle Hor. Fol. 12a hat ‘griech. <span dir=\"rtl\">כף</span>’, wohl Wiedergabe des gr. X in hebr. Aussprache, u. nicht Kappa (K), wie anscheinend in einer Randglosse der von Schechter edierten <i>Talmudical Fragments</i> p. 5.</i>. Das Eine lehrt, man gieße ihm das Öl zuerst auf das Haupt und nachher tue man ihm Öl zwischen die Augenbrauen, und ein Anderes lehrt, man tue ihm zuerst Öl zwischen die Augenbrauen und nachher gieße man ihm das Öl auf das Haupt!? –",
"[Hierüber streiten] Tannaím; einer sagt, die Salbung sei bevorzugter, und einer sagt, das Gießen sei bevorzugter. – Was ist der Grund desjenigen, welcher sagt, das Gießen sei bevorzugter? – Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">181</sup><i class=\"footnote\">Lev. 8,12.</i><i>sodann goß er etwas vom Salböl auf das Haupt Ahrons</i><sup class=\"footnote-marker\">182</sup><i class=\"footnote\">Erst später folgt, daß er ihn salbte.</i>. – Und desjenigen, welcher sagt, die Salbung sei bevorzugter? – Er ist der Ansicht, weil dieses auch bei den Dienstgeräten erfolgt<sup class=\"footnote-marker\">183</sup><i class=\"footnote\">Diese wurden nur gesalbt.</i>. –",
"Es heißt ja aber zuerst <i>goß</i> und nachher <i>salbte</i>!? – Er meint es wie folgt: er goß es deshalb, um ihn zu salben und ihn zu heiligen.",
"Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">184</sup><i class=\"footnote\">Ps. 133,2.</i><i>Wie das köstliche Öl, das über das Haupt &amp;c</i>. Zwei Tropfen wie die Perlen hingen am Barte Ahrons. R. Kahana sagte: Es wird gelehrt: Wenn er redete, stiegen sie nach oben und blieben an den Wurzeln seines Bartes sitzen. Dieser Sache wegen war Moše besorgt, indem er sagte: Vielleicht habe ich, behüte und bewahre, am Salböl eine Veruntreuung<sup class=\"footnote-marker\">185</sup><i class=\"footnote\">Durch übermäßigen Gebrauch.</i>begangen.",
"Da ertönte eine Hallstimme und sprach:<sup class=\"footnote-marker\">186</sup><i class=\"footnote\">Ps. 133,3.</i><i>Wie der Tau des Ḥermon, der über die Berge Çijons niedergeht</i>. Wie man am Tau keine Veruntreuung begeht, ebenso ist am Salböl, das am Barte Ahrons niedergeht, keine Veruntreuung begangen worden.",
"Aber dessenungeachtet war noch Ahron besorgt, indem er sagte: Vielleicht hat nur Moše keine Veruntreuung begangen, ich aber habe wohl eine Veruntreuung begangen. Da ertönte eine Hallstimme und sprach zu ihm:<sup class=\"footnote-marker\">187</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 1.</i><i>Siehe, wie schön und wie lieblich ist es, wenn Brüder beisammen wohnen</i>; wie Moše keine Veruntreuung begangen hat, ebenso hast auch du keine Veruntreuung begangen.",
"Die Rabbanan lehrten: Man salbt die Könige nur an einer Quelle, damit ihre Regierung sich lange hinziehe, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">188</sup><i class=\"footnote\">iReg. 1,32,33,34.</i><i>und der König sprach (zu Benajahu) &amp;c. und bringet ihn zum Giḥon und es salbe ihn dort &amp;c</i>.",
"R. Ami sagte: Wenn jemand wissen will, ob er das Jahr überleben werde oder nicht, so bringe er in den zehn Tagen vom Neujahrstage bis zum Versöhnungstage eine brennende Leuchte in ein Haus, in dem kein Zug weht, und wenn sie ganz ausbrennt, so wisse er, daß er das Jahr überleben werde.",
"Wenn jemand ein Geschäft unternimmt und wissen will, ob er beim Geschäfte Glück haben werde oder nicht, so züchte er einen Hahn, und wenn er fett und feist wird, so wisse er, daß er Glück haben werde.",
"Wenn jemand eine Reise antritt und wissen will, ob er auch heimkehren werde, so trete er in ein dunkles Haus<sup class=\"footnote-marker\">189</sup><i class=\"footnote\">So nach der Parallelstelle u. den kursierenden Ausgaben: nach unserem Texte: in das Haus seines Nächsten.</i>ein, und wenn er den Widerschein seines Schaltens sieht, so wisse er, daß er auch heimkehren werde."
],
[
"Dies [zu tun] ist jedoch keine Art, denn man könnte dadurch den Mut verlieren und Unglück haben.",
"Abajje sagte: Da du nun sagst, Merkzeichen seien von Bedeutung, so pflege man am Neujahrstage Kürbis, Fönnkraut, Porre, Mangold und Datteln<sup class=\"footnote-marker\">190</sup><i class=\"footnote\">Diese gedeihen schnell u. gut.</i>zu essen.",
"R. Mešaršeja sprach zu seinen Söhnen: Wenn ihr zu eurem Lehrer lernen gehen wollt, so präpariert vorher eure Mišna und geht erst nachher, zu eurem Lehrer; und wenn ihr vor eurem Lehrer sitzet, so schauet auf den Mund eures Lehrers, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">191</sup><i class=\"footnote\">Jes. 30,20.</i><i>deine Augen sollen nach deinem Lehrer schauen</i>. Und wenn ihr eine Lehre studiert, so studiert an einem Gewässer, damit euer Studium sich hinziehe, wie ein Gewässer sich hinzieht.",
"Lieber auf dem Misthaufen von Matha Meḥasja als in den Palästen von Pumbeditha<sup class=\"footnote-marker\">192</sup><i class=\"footnote\">Die Einwohner dieser Stadt waren verrufen; cf. Hul. Fol. 127a.</i>. Lieber einen stinkenden Fisch essen als Quark, der Felsen sprengt<sup class=\"footnote-marker\">193</sup><i class=\"footnote\">Durch seine Schärfe u. Güte, da er für Geist u. Körper unzuträglich ist; cf. Pes. Fol. 42a.</i>.",
"<sup class=\"footnote-marker\">194</sup><i class=\"footnote\">iSam. 2,1.</i><i>Und Ḥanna betete und sprach: Es jubelt mein Herz in dem Herrn, erhoben ist mein Horn</i>; erhoben ist mein Horn, aber nicht erhoben ist mein Krüglein. David und Šelomo waren mit dem Horn<sup class=\"footnote-marker\">195</sup><i class=\"footnote\">Mit dem Salböl; cf. iSam. 10,1, ib, 16,13, iReg. 1,39, iiReg. 9,1.</i>gesalbt worden, und ihre Regierung war von Dauer; Šaul und Jehu waren mit dem Krüglein<sup class=\"footnote-marker\">195</sup><i class=\"footnote\">Mit dem Salböl; cf. iSam. 10,1, ib, 16,13, iReg. 1,39, iiReg. 9,1.</i>gesalbt worden, und ihre Regierung war nicht von Dauer.",
"W<small>ER DAS</small> R<small>ÄUCHERWERK MENGT</small>. Die Rabbanan lehrten: Wer das Räucherwerk mengt, um es zu lernen, oder es der Gemeinde zu übergeben, ist frei, wenn um daran zu riechen, so ist er schuldig; wer daran riecht ist frei, nur hat er eine Veruntreuung begangen. –",
"Gibt es denn eine Veruntreuung durch das Riechen, R. Šimo͑n b. Pazzi sagte ja im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi im Namen Bar Qapparas, es gebe keine Veruntreuung durch Gehör, Gesicht und Geruch!? –",
"Nur nach dem Aufsteigen der Rauchwolke<sup class=\"footnote-marker\">196</sup><i class=\"footnote\">Des Räucherwerkes.</i>gibt es beim Geruche keine Veruntreuung mehr, denn du hast nichts, woran man eine Veruntreuung begeht, nachdem damit das Gebot ausgeübt worden ist. –",
"Etwa nicht, bei der Abhebung der Asche<sup class=\"footnote-marker\">197</sup><i class=\"footnote\">Vom Altar, die man neben den Altar tun (cf. Lev. 6,3) u. nicht nutznießen darf.</i>begeht man ja eine Veruntreuung, nachdem das Gebot ausgeübt worden ist!? –",
"Vom Abheben der Asche und von den priesterlichen Amtskleidern<sup class=\"footnote-marker\">198</sup><i class=\"footnote\">Des Hochpriesters am Versöhnungstage, die nach Beendigung des Dienstes zu verstecken sind.</i>lehren zwei Schriftverse dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu entnehmen. –",
"Allerdings nach den Rabbanan, wie ist es aber nach R. Dosa zu erklären!? Es wird nämlich gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">199</sup><i class=\"footnote\">Lev. 16,23.</i><i>Er lege sie dort nieder</i>, dies lehrt, daß sie versteckt werden müssen.",
"R. Dosa sagt, sie seien für einen gemeinen Priester verwendbar, und [die Worte:] <i>er lege sie dort nieder</i>, deuten nur darauf, daß er sie nicht am nächsten Versöhnungstage verwenden dürfe. –",
"Vom Abheben der Asche und vom genickbrochenen Kalbe<sup class=\"footnote-marker\">200</sup><i class=\"footnote\">Das ebenfalls an Ort u. Stelle zu begraben ist; cf. Dt. 21,1ff.</i>lehren zwei Schriftverse dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu entnehmen. – Welches Bewenden hat es mit dem Abheben der Asche? – Es wird gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">201</sup><i class=\"footnote\">Lev. 6,3.</i><i>Er lege sie neben den Altar</i>, dies lehrt, daß man sie verstecken muß. – Welches Bewenden hat es mit dem genickbrochenen Kalbe? – Es wird gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">202</sup><i class=\"footnote\">Dt. 21,4.</i><i>Sie sollen da im Tale dem Kalbe das Genick brechen</i>, dies lehrt, daß es da zu verstecken ist.",
"Und auch nach demjenigen, welcher sagt, wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, sei davon<sup class=\"footnote-marker\">203</sup><i class=\"footnote\">Hinsichtl. ähnl. Dinge.</i>wohl zu entnehmen, ist hierbei von diesen nichts zu entnehmen, weil es zwei Ausschließungen sind. Beim Abheben der Asche heißt es: <i>er lege sie</i>, nur diese und nichts anderes, und beim genickbrochenen Kalbe heißt es: <i>dem das Genick gebrochen worden ist</i>, nur [das Kalb,] dem das Genick gebrochen worden ist, anderes aber nicht.",
"Die Rabbanan lehrten: Die Zusammensetzung des Räucherwerkes: Mastix, Teufelsklaue, Galban und Weihrauch im Gewichte von je siebzig Minen; Myrrhe, Kassia, Spikenarde und Safran im Gewichte von je sechzehn Minen; Kostwurz zwölf, Gewürzrinde drei, Zimmt neun. Ferner neun Kab Lauchlauge, drei Seá Kapernwein<sup class=\"footnote-marker\">204</sup><i class=\"footnote\">Nach anderer Erklärung Zypernwein.</i>, drei Kab. Ist kein Kapernwein zu haben, so hole man alten Weißwein. Ein Viertelkab Feinsalz<sup class=\"footnote-marker\">205</sup><i class=\"footnote\">So sinngemäß nach verschiedenen Stellen im T. Vgl. Bd. Ill S. 523 Anm. 53.</i> und etwas Rauchkraut. R. Nathan sagt, auch etwas Jardenkraut.",
"Tut man Honig hinein, so macht man es untauglich; läßt man eines von diesen Ingredienzen fort, so macht man sich des Todes schuldig. R. Šimo͑n sagte: Mastix ist nichts weiter als ein Harz des Balsambaumes, Lauchlauge dient zum Abreiben der Teufelsklaue, damit sie schön aussehe; der Kapernwein dient zum Einweichen der Teufelsklaue, damit sie kräftig sei. Eigentlich ist Urin<sup class=\"footnote-marker\">206</sup><i class=\"footnote\">Nach anderer Erklärung Wasser aus der Quelle <span dir=\"rtl\">צין דוגל</span> (Jos. 15,7), aber auch der Name war anstößig.</i>dazu geeigneter, jedoch bringe man keinen Urin in den Tempel.",
"Dies ist eine Stütze für R. Jose b. Ḥanina, denn er sagte: <sup class=\"footnote-marker\">207</sup><i class=\"footnote\">Ex. 30,32.</i><i>Es ist heilig, heilig soll es euch sein</i>, all seine Verrichtungen dürfen nur in Heiligkeit erfolgen.",
"Man wandte ein: Wenn jemand sein Vermögen dem Heiligtume<sup class=\"footnote-marker\">208</sup><i class=\"footnote\">Die dem Tempelreparaturfonds zufallen.</i>weiht, und darunter sich Dinge befinden, die als Gemeindeopfer geeignet sind, so dürfen sie den Werkmeistern als Lohn gegeben werden.",
"Welche geeignete Dinge: wenn Vieh (und Wild), so werden sie ja da<sup class=\"footnote-marker\">209</sup><i class=\"footnote\">Cf. Seq. IV,7.</i>ausdrücklich genannt, wenn Wein, Öl und Mehl, so werden sie ja da ausdrücklich genannt, doch wohl Räucherwerk<sup class=\"footnote-marker\">210</sup><i class=\"footnote\">Demnach darf es außerhalb des Tempels u. profan gefertigt werden.</i>!?",
"R. Oša͑ja erwiderte: Dies gilt von dem, was den Werkmeistern als Lohn gegeben worden ist. Es wird nämlich gelehrt: Wofür verwandte man den Überschuß<sup class=\"footnote-marker\">211</sup><i class=\"footnote\">Das Räucherwerk wurde für das ganze Jahr im Voraus zubereitet.</i>des Räucherwerkes? Man reservierte ihn als Lohn für die Werkmeister. Man weihte ihn aus durch das Geld für die Werkmeister und zahlte ihn den Werkmeistern als Lohn, sodann kaufte man ihn von diesen zurück [für Geld] von der neuen Hebe<sup class=\"footnote-marker\">212</sup><i class=\"footnote\">Vom Tempelschatze; cf. Seq. III,1.</i>.",
"R. Joseph wandte ein: Von allen Überschüssen<sup class=\"footnote-marker\">213</sup><i class=\"footnote\">Die in der angezogenen Lehre genannt werden.</i>lehrt er ja, daß man sie [für Geld] von der neuen Hebe Zurückkaufe, hierbei aber lehrt er es nicht<sup class=\"footnote-marker\">214</sup><i class=\"footnote\">Demnach handelt es sich nicht um einen Überschuß.</i>!?",
"Vielmehr, erklärte R. Joseph, dies gilt von irgend welchen Spezereien für das Räucherwerk<sup class=\"footnote-marker\">215</sup><i class=\"footnote\">Die dafür verwendbar sind, nicht aber von fertigem Räucherwerke.</i>.",
"Die Rabbanan lehrten: Das Räucherwerk wurde angefertigt aus dreihundertachtundsechzig<sup class=\"footnote-marker\">216</sup><i class=\"footnote\">Soviel beträgt das Gesamtgewicht der oben einzeln genannten Spezereien.</i>Minen, dreihundertfünfundsechzig entsprechend den Tagen des Sonnenjahres, und von den drei übrigbleibenden Minen nahm der Hochpriester seine Hände voll<sup class=\"footnote-marker\">217</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 16,12.</i>am Versöhnungstage, während der Rest den Werkmeistern als Lohn gegeben wurde.",
"Es wird auch gelehrt: Wofür verwandte man den Überschuß des Räucherwerkes? Man weihte ihn aus durch das als Lohn für die Werkmeister reservierte Geld und gab ihn den Werkmeistern als Lohn, sodann kaufte man ihn von diesen zurück [für Geld] von der Hebe aus der Tempelkammer."
],
[
"Die Rabbanan lehrten: Wegen des Überschusses mengte man einmal in sechzig oder siebzig Jahren das Räucherwerk nur zur Hälfte<sup class=\"footnote-marker\">218</sup><i class=\"footnote\">Die Hälfte des vorschriftsmäßigen Quantums. Täglich wurde (morgens u. abends) eine Mine verbraucht u. der Hochpriester verbrauchte am Versöhnungstage eine halbe Mine, sodaß der jährl. Überschuß ca. 2½ Minen betrug; in 60 od. 70 Jahren betrugen die angesammelten Überschüsse ungefähr die Hälfte des Jahresquantums.</i>. Daher ist ein Gemeiner, der die Hälfte mengt, schuldig – so R. Šimo͑n b. Gamliél, der es im Namen des Priesterpräses sagte.",
"Von einem Drittel oder einem Viertel aber habe ich es nicht gehört. Die Weisen sagen, er mengte jeden Tag nach Verhältnis<sup class=\"footnote-marker\">219</sup><i class=\"footnote\">Was man für den Tag brauchte; ein Gemeiner ist daher auch wegen des Quantums einer einzigen Mine schuldig.</i>und brachte es hinein.",
"Dies ist also eine Stütze für Raba, denn Raba sagte: Wer das Räucherwerk<sup class=\"footnote-marker\">220</sup><i class=\"footnote\">Im Texte ‘das Salböl’, richtig in Handschriften.</i>in Hälften gemengt hat, ist schuldig, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">221</sup><i class=\"footnote\">Ex. 30,37.</i><i>und das Räucherwerk, das du zubereiten sollst</i>, alles, was du zubereiten kannst, und man kann auch die Hälfte<sup class=\"footnote-marker\">222</sup><i class=\"footnote\">Des täglichen Bedarfs, eine halbe Mine.</i> morgens und die Hälfte abends zubereiten.",
"Die Rabbanan lehrten: Zweimal im Jahre legte man es in den Mörser zurück; im Sommer ausgebreitet, damit, es nicht übelriechend werde, in der Regenzeit gehäuft, damit es nicht den Duft verliere. Beim Zerreiben sagte er<sup class=\"footnote-marker\">223</sup><i class=\"footnote\">Der Aufseher zum Arbeiter.</i>: fein und gut, gut und fein – so Abba Jose b. Joḥanan.",
"Die drei überschüssigen Minen, von denen der Hochpriester seine Hände voll am Versöhnungstage hineinbringt, tue man am Vorabend des Versöhnungstages in den Mörser und zerreibe sie besonders gut, damit es das Feinste vom Feinen sei. Wie gelehrt wird:<sup class=\"footnote-marker\">224</sup><i class=\"footnote\">Lev. 16,12.</i><i>Feines</i>, wozu ist dies nötig, es heißt ja bereits:<sup class=\"footnote-marker\">225</sup><i class=\"footnote\">Ex. 80,36.</i><i>zerreibe davon ganz fein</i>? Es heißt daher <i>feines</i>, daß es nämlich das Feinste vom Feinen sei.",
"Der Meister sagte: Beim Zerreiben sagte er: gut und fein, fein und gut. Dies ist eine Stütze für R. Joḥanan, denn R. Joḥanan sagte: Wie schädlich das Sprechen für den Wein ist, so zuträglich ist das Sprechen für die Spezereien.",
"R. Joḥanan sagte: Elf Spezereien wurden Moše am Sinaj<sup class=\"footnote-marker\">226</sup><i class=\"footnote\">In der Schrift werden nur 4 genannt.</i>genannt. R. Hona sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:<sup class=\"footnote-marker\">227</sup><i class=\"footnote\">Ex. 30,34.</i><i>Nimm dir Gewürze</i>, zwei; <i>Stakte, Teufelsklaue und Galban</i>, das sind fünf; <i>Gewürze</i>, wiederum fünf, das sind zehn: <i>und reinen Weihrauch</i>, eines, das sind elf. –",
"Vielleicht aber wie folgt: <i>Gewürze</i>, generell, <i>Stakte, Teufelsklaue und Galban</i>, speziell, <i>Gewürze</i>, wiederum generell, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung und wiederum eine Generalisierung folgt, so richte man sich nach der Spezialisierung: wie das Speziell genannte eine Sache ist, deren Rauch noch oben steigt und die duftet, ebenso alles andere, dessen Rauch nach oben steigt und das duftet!?",
"Wolltest du erwidern: demnach sollte die Schrift nur eines speziell nennen, so sind alle nötig. Würde sie nur <i>Stakte</i> geschrieben haben, so könnte man glauben, nur von einem Baume, nicht aber Bodenerzeugnisse, daher schrieb sie auch <i>Teufelsklaue</i>; und würde sie nur <i>Teufelsklaue</i> geschrieben haben, so könnte man glauben, nur Bodenerzeugnisse, nicht aber von einem Baume, daher heißt es auch <i>Stakte. \n</i>",
"Galban aber ist an sich nötig, weil es einen üblen Geruch hat. – Wenn dem so wäre, so würde dies aus [den Worten]<sup class=\"footnote-marker\">227</sup><i class=\"footnote\">Ex. 30,34.</i><i>mmm dir</i> zu entnehmen. –",
"Vielleicht aber sind unter dem zweiten <i>Gewürze</i> zwei zu verstehen, wie unter dem ersten Gewürze:!? Wenn dem so wäre, so sollte es <i>Gewürze, Gewürze</i> nebeneinander heißen, und nachher: <i>Stakte, Teufelsklaue, und Galban</i>.",
"In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: <i>Gewürze</i>, generell, <i>Stakle, Teufelsklaue und Galaban</i>, speziell, <i>Gewürze</i>, wiederum generell, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung und wiederum eine Generalisierung folgt, so richte man sich nur nach der Spezialisierung: wie das Speziellgenannte eine Sache ist, deren Rauch nach oben steigt und die duftet, ebenso alles andere, dessen Rauch nach oben steigt und das duftet.",
"Vielleicht aber ist dem nicht so, sondern generalisiert die erste Generalisierung und spezialisiert die erste Spezialisierung!? Ich will dir sagen: dem ist nicht so; du hast, dich nicht nach der letzten Fassung, sondern nach der ersten Fassung zu richten.",
"Der Meister sagte: Vielleicht ist dem nicht so, sondern generalisiert die erste Generalisierung und spezialisiert die erste Spezialisierung!? Ich will dir sagen, du hast dich nicht &amp;c. zu richten. Wie ist diese Frage zu verstehen? – Die Frage lautet wie folgt: vielleicht sind unter dem zweiten <i>Gewürze</i> zwei zu verstehen, wie unter dem ersten <i>Gewürze</i> zwei zu verstehen sind? Hierauf erwiderte er, wie er erwidert hat: demnach sollte die Schrift [nebeneinander] geschrieben haben: <i>Gewürze, Gewürze</i>, [sodann:] <i>Stakte, Teufelsklaue und Galban</i>. –",
"Was heißt: spezialisiert die erste Spezialisierung? – Die Frage ist wie folgt zu verstehen: er folgert Baumprodukte von <i>Stakte</i> und Bodenprodukte von <i>Teufelsklaue</i>, sollte er auch von <i>reinen Weihrauch</i> folgern, das einzuschließen, was jenen nur in einer Hinsicht gleicht, was duftet, auch wenn dessen Rauch nicht nach oben steigt.",
"Hierauf erwiderte er: demnach sollte doch die Schrift <i>Weihrauch</i> in die Mitte gesetzt haben, und man würde hiervon gefolgert haben. –",
"Hätte sie <i>Weihrauch</i> in die Mitte gesetzt, so wären es ja<sup class=\"footnote-marker\">228</sup><i class=\"footnote\">Da, wie oben erklärt, die Wiederholung des W.es ‘Gewürze’ auf dieselbe Anzahl deutet, wie alle vorher genannten zusammen.</i>zwölf!? – Die Schrift sollte <i>Weihrauch</i> in die Mitte setzen und <i>Galban</i> am Schlusse nennen. Reš Laqiš sagte: Dies ist aus [dem Worte] selbst zu entnehmen: was heißt Räucherwerk? Dessen Rauch nach oben steigt.",
"R. Ḥana b. Bizna sagte im Namen R. Šimo͑ns des Frommen: Ein Fasten, an dem nicht auch Abtrünnige Jisraéls beteiligt sind, ist kein Fasten, denn das Galban hat ja einen üblen Geruch, dennoch hat die Schrift es unter den Gewürzen für das Räucherwerk mitgezählt. Abajje entnimmt dies aus folgendem:<sup class=\"footnote-marker\">229</sup><i class=\"footnote\">Am. 9,6.</i><i>sein Gefüge über der Erde gegründet</i><sup class=\"footnote-marker\">230</sup><i class=\"footnote\">Die Erde besteht, wenn alles zusammengefügt ist.</i>.",
"O<small>DER SICH MIT DEM</small> S<small>ALBÖL SCHMIERT</small>. Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand ein Vieh oder Geräte mit dem Salböl schmiert, so ist er frei, wenn Nichtjuden oder Tote, so ist er frei. Einleuchtend ist dies von Vieh und Geräten, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">231</sup><i class=\"footnote\">Ex. 30,32</i><i>es soll nicht auf den Leib eines Menschen gegossen werden</i>, Vieh und Geräte aber sind keine Menschen, ebenso von Toten, daß man frei ist, denn sobald einer tot ist, ist er eine Leiche und kein Mensch, wieso aber ist er frei, wenn Nichtjuden, sie sind ja ebenfalls Menschen!? –",
"Nicht doch, es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">232</sup><i class=\"footnote\">Ez. 34,31.</i><i>ihr aber seid meine Schafe, die Schafe meiner Weide, Menschen seid ihr</i>; ihr heißt Menschen, die Nichtjuden aber heißen nicht Menschen. –",
"Es heißt ja<sup class=\"footnote-marker\">233</sup><i class=\"footnote\">Von den Midjaniten, Num. 31,40.</i>aber: <i>und sechzehntausend Menschenseelen</i>!? – Im Gegensatze zum Vieh. –",
"Es heißt ja aber:<sup class=\"footnote-marker\">234</sup><i class=\"footnote\">Jon, 4,11.</i><i>und ich sollte Ninve nicht schonen &amp;c. Menschen</i>!? – Im Gegensatze zum Vieh.",
"Wenn du aber willst, sage ich, wie ein Jünger vor R. Elea͑zar rezitierte: Wer [dem Verbote] des Schmierens unterworfen ist, den zu schmieren ist verboten, und wer [dem Verbote] des Schmierens nicht unterworfen ist, den zu schmieren ist nicht verboten.",
"Ein Anderes lehrt: Wenn jemand ein Vieh, Geräte, Nichtjuden oder Tote mit dem Salböl schmiert, so ist er frei; wenn Priester oder Könige, so ist er nach R. Meír schuldig und nach R. Jehuda frei. Wieviel muß man geschmiert haben, um schuldig zu sein? R. Meír sagt, irgend etwas; R. Jehuda sagt, im Quantum einer Olive. – R. Jehuda sagt ja, er sei frei!? – Nach R. Jehuda ist man frei, wenn Priester<sup class=\"footnote-marker\">235</sup><i class=\"footnote\">Unnötig, die bereits gesalbt sind.</i>oder Könige, wenn Gemeine, ist man schuldig. –",
"Worin besteht der Streit zwischen R. Meír und R. Jehuda? R. Joseph erwiderte: Ihr Streit besteht in folgendem: <i>R. Meír ist der Ansicht: es heißt: es soll nicht auf den Leib eines Menschen gegossen werden, und es heißt:</i><sup class=\"footnote-marker\">236</sup><i class=\"footnote\">Ex. 30,33.</i><i>wer davon auf einen Gemeinen tut</i>, wie beim Gießen jedes Quantum zu verstehen ist, ebenso beim Auftun jedes Quantum.",
"R. Jehuda aber ist der Ansicht, man vergleiche das Auftun<sup class=\"footnote-marker\">237</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. Geben, das Quantum einer Gabe, die, wie weiter erklärt wird, Olivengröße haben muß.</i>[des Salböls] auf einen Gemeinen mit dem sonstigen Geben; wie beim sonstigen Geben Olivengröße erforderlich ist, ebenso das Auftun [des Salböls] auf einen Gemeinen in Olivengröße. Beim Schmieren aber, um Könige und Priester zu salben, nach aller Ansicht jedes Quantum.",
"R. Joseph sagte ferner: Der Streit zwischen R. Meír und R. Jehuda über Könige und Priester besteht in folgendem: R. Meír ist der Ansicht, es heißt: <i>wer davon auf einen Gemeinen tut</i>, und auch König und Priester waren früher Gemeine; R. Jehuda aber ist der Ansicht, nur wer immer, von Anfang bis Ende, Gemeiner war, König und Priester aber waren vorher keine Gemeine.",
"R. Iqa, Sohn des R. Ami, sagte: Sie vertreten hierbei ihre Ansichten, denn es wird gelehrt:"
],
[
"Wenn eine Priesterstochter, die mit einem Jisraéliten verheiratet ist, Hebe gegessen hat, so bezahle sie den Grundwert und nicht das Fünftel<sup class=\"footnote-marker\">238</sup><i class=\"footnote\">Wie jeder andere Gemeine, da sie keine richtige Gemeine ist, denn sie darf, wenn ihr Mann kinderlos stirbt, wieder Hebe essen.</i>, und ihre Hinrichtung<sup class=\"footnote-marker\">239</sup><i class=\"footnote\">Wegen Ehebruches.</i>erfolgt durch Verbrennung.",
"Ist sie mit einem der Bemakelten verheiratet, so bezahle sie den Grundwert und das Fünftel, und ihre Hinrichtung erfolgt durch Erdrosselung<sup class=\"footnote-marker\">240</sup><i class=\"footnote\">Wie eine Gemeine, obgleich sie es vorher nicht war.</i>– so R. Meír;",
"die Weisen sagen, diese wie jene bezahle den Grundwert und nicht das Fünftel, und ihre Hinrichtung erfolge durch Verbrennung.",
"R. Joseph sagte: Ihr Streit besteht nur über das Auftun des Salböls, nach unserer Erklärung, beim Auftun in anderen Fällen<sup class=\"footnote-marker\">241</sup><i class=\"footnote\">Beispielsweise beim Auftun des Weihrauchs auf das Speisopfer; cf. Men. Fol. 59b.</i>aber ist nach aller Ansicht Olivengröße erforderlich.",
"Der Text. Ein Jünger rezitierte vor R. Elea͑zar: Wer [dem Verbote] des Schmierens unterworfen ist, den zu schmieren ist verboten, und wer [dem Verbote] des Schmierens nicht unterworfen ist, den zu schmieren ist nicht verboten. Da sprach dieser zu ihm: Du hast recht, es heißt: <i>soll nicht gegossen werden</i>, und man lese [auch:] <i>soll nicht gießen</i><sup class=\"footnote-marker\">242</sup><i class=\"footnote\">Das doppelte Jod im W.e <span dir=\"rtl\">ייסך</span> deutet auf beide Lesarten.</i>.",
"R. Ḥananja lehrte vor Raba: Woher, daß ein Hochpriester schuldig ist, wenn er vom Öl auf seinem Haupte nimmt und auf den Leib tut? Es heißt: <i>es soll nicht auf den Leib eines Menschen gegossen werden</i>. R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Womit ist es hierbei anders als bei folgender Lehre: Wenn ein Priester sich mit Öl von Hebe geschmiert hat, so darf der Sohn seiner Tochter, der Jisraélit ist, ohne Bedenken sich an ihm reiben!?",
"Dieser erwiderte: da [heißt es]:<sup class=\"footnote-marker\">243</sup><i class=\"footnote\">Lev. 22,9.</i><i>sie sollen daran sterben, wenn sie es entweihen</i>, sobald er es<sup class=\"footnote-marker\">244</sup><i class=\"footnote\">Durch die Benutzung.</i>entweiht hat, ist es entweiht, beim <i>Salböl aber heißt es:</i><sup class=\"footnote-marker\">245</sup><i class=\"footnote\">Lev. 21,12.</i><i>denn [seines Gottes Salböls] Weihe ist auf ihm</i>, der Allbarmherzige nennt es Salböl; auch wenn es an ihm ist, ist es nicht entweiht.",
"W<small>EGEN DIESER MACHT MAN SICH BEI</small> V<small>ORSÄTZLICHKEIT SCHULDIG</small> &amp;<small>C</small>. Er lehrt, ausgenommen ist die Verunreinigung des Heiligtums und des Geheiligten; wovon ausgenommen? – Er meint es wie folgt: ausgenommen ist die Verunreinigung des Heiligtums und des Geheiligten, derentwegen kein Schwebe-Schuldopfer darzubringen ist. –",
"Sollte er auch lehren: ausgenommen ist der Fall, wenn der Versöhnungstag vorüber ist, daß dann kein Schwebe-Schuldopfer darzubringen ist!? Reš Laqiš erwiderte: Er lehrt Fälle, wo eine Sünde vorhanden ist, der Allbarmherzige ihn aber befreit hat, wenn aber der Versöhnungstag vorüber ist, ist ja überhaupt keine Sünde mehr vorhanden, da sie ihm vergeben worden ist.",
"R. Joḥanan erwiderte: Wenn er es ausschlägt, wenn er sagt, der Versöhnungstag sühne nicht; tat er nach dem Versöhnungstage Buße, so hat er ein Schwebe-Schuldopfer darzubringen. Reš Laqiš aber ist der Ansicht, der Versöhnungstag sühne auch dem, der es ausschlägt.",
"Sie führen folgenden Streit. Wenn jemand sagt, er wolle keine Sühne durch sein Sündopfer, so schafft es ihm, wie Abajje sagt, keine Sühne; Raba sagt, es schaffe ihm Sühne. In dem Falle, wenn er sagt, es solle nicht dargebracht werden, stimmen alle überein, daß es ihm keine Sühne schaffe, denn es heißt :<sup class=\"footnote-marker\">246</sup><i class=\"footnote\">Lev. 3,1.</i><i>er bringe es dar, willig</i>, sie streiten nur über den Fall, wenn er sagt, es solle dargebracht werden, jedoch nicht sühnen. Abajje sagt, es sühne nicht, denn er sagte ja, es solle nicht sühnen, und Raba sagt, es sühne wohl, denn sobald er sagt, daß es dargebracht werden solle, kommt die Sühne von selbst.",
"Raba ist aber davon abgekommen, denn es wird gelehrt: Man könnte glauben, der Versöhnungstag sühne denjenigen, die Buße tun, als auch denjenigen, die keine Buße tun, und zwar wäre dies aus einem Schluß zu folgern: Sündopfer und Schuldopfer schaffen Sühne und der Versöhnungstag schafft Sühne, wie nun Sündopfer und Schuldopfer nur denjenigen Sühne schaffen, die Buße tun, ebenso schafft auch der Versöhnungslag nur denjenigen Sühne, die Buße tun.",
"Aber nein, wenn dies von Sündopfer und Schuldopfer gilt, die nicht bei Vorsätzlichkeit wie bei Unvorsätzlichkeit Sühne schaffen, sollte dies auch vom Versöhnungstage gelten, der bei Vorsätzlichkeit wie bei Unvorsätzlichkeit Sühne schafft? Da er nun bei Vorsätzlichkeit wie bei Unvorsätzlichkeit Sühne schafft, [so könnte man glauben,] er schaffe Sühne sowohl denjenigen, die Buße tun, als auch denjenigen, die keine Buße tun, so heißt es<sup class=\"footnote-marker\">247</sup><i class=\"footnote\">Ib. 23,27.</i><i>nur</i>, teilend.",
"Was heißt Buße getan und was heißt keine Buße getan: wollte man sagen, Buße getan heiße, wenn unvorsätzlich, und keine Buße getan, wenn vorsätzlich, so lehrt er ja: aber nein, wenn dies von Sündopfer und Schuldopfer gilt &amp;c.<sup class=\"footnote-marker\">248</sup><i class=\"footnote\">In beiden Fällen gibt es Buße u. keine Buße.</i>!?",
"Wenn etwa nach der Lehre U͑las im Namen des R. Joḥanan, wenn jemand Talg gegessen und dieserhalb ein Opfer reserviert hat, dann abtrünnig wurde und sich darauf bekehrt hat, [das Opfer], da es verdrängt worden<sup class=\"footnote-marker\">249</sup><i class=\"footnote\">Das Opfer eines Abtrünnigen darf nicht dargebracht werden.</i>war, vollständig verdrängt sei,",
"so ist allerdings das Opfer verdrängt worden, die Person aber ist ja für die Sühne geeignet!? Vielmehr heißt Buße getan, wenn er sagt, sein Sündopfer solle ihm Sühne schaffen, und nicht Buße getan heißt, wenn er sagt, sein Sündopfer solle ihm keine Sühne schaffen. Schließe hieraus. –",
"Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Man könnte glauben, der Versöhnungslag schaffe Sühne nur dann, wenn man sich an ihm kasteiet, keine Arbeit verrichtet und ihn heilige Festberufung<sup class=\"footnote-marker\">250</sup><i class=\"footnote\">Biblische Benennung der Feiertage.</i>genannt hat, wenn man sich an ihm nicht kasteiet, Arbeit verrichtet und ihn nicht heilige Festberufung genannt hat, schaffe der Versöhnungstag keine Sühne, so heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">251</sup><i class=\"footnote\">Lev. 23,27.</i><i>er ist ein Tag der Sühne</i>, in jedem Falle. Beide sind ja anonyme Lehren im Siphra, und sie widersprechen einander!?",
"Abajje erwiderte: Das ist kein Widerspruch, eine ist von Rabbi nach R. Jehuda und eine ist von Rabbi nach seiner eigenen Ansicht. Es wird nämlich gelehrt: Rabbi sagte: Der Versöhnungstag sühnt alle in der Tora genannten Sünden, einerlei ob man Buße getan hat oder keine Buße getan hat,",
"außer wenn jemand das Joch<sup class=\"footnote-marker\">252</sup><i class=\"footnote\">Gott verleugnet.</i>abwirft, das Gesetz falsch deutet<sup class=\"footnote-marker\">253</sup><i class=\"footnote\">Vgl. Bd. IX S. 79 Anm. 486.</i>, oder das Bündnis des Fleisches<sup class=\"footnote-marker\">254</sup><i class=\"footnote\">Die Beschneidung.</i>bricht; hat er Buße getan, so sühnt es der Versöhnungstag, wenn aber nicht, so sühnt es der Versöhnungstag nicht.",
"Raba erwiderte: Beide sind von Rabbi nach seiner eigenen Ansicht, denn Rabbi pflichtet bei, daß er die den Versöhnungstag selbst betreffenden Sünden nicht sühne. Wie könnte, wenn du nicht so sagen wolltest, nach Rabbi die Ausrottung [wegen Entweihung] des Versöhnungstages Vorkommen, wo er doch fortwährend Sühne schafft!? –",
"Was ist dies für ein Einwand, vielleicht in dem Falle, wenn jemand die ganze Nacht<sup class=\"footnote-marker\">255</sup><i class=\"footnote\">Die dem Versöhnungstage vorangeht u. diesem gleicht, während erst der Tag Sühne schafft.</i>Arbeit verrichtet hat und beim Morgengrauen gestorben ist; der Tag war noch nicht herangekommen, um ihm Sühne zu schaffen!? – Allerdings die Ausrottung wegen der Nacht, wieso aber kann die Ausrottung wegen des Tages vorkommen!? –",
"Was ist dies für ein Einwand, vielleicht in dem Falle, wenn jemand beim Essen einer Fleischschnitte erstickt ist, sodaß vom Tage keine Zeit blieb, ihm Sühne zu schaffen. Oder auch, wenn jemand unmittelbar vor Sonnenuntergang Arbeit verrichtet hat. Oder auch, wenn einem bei der Arbeit die Axt den Schenkel abgehauen hat und er gestorben ist, sodaß vom Tage keine Zeit blieb, ihm Sühne zu schaffen.",
"D<small>IE</small> W<small>EISEN SAGEN, AUCH DER</small> G<small>OTTESLÄSTERER</small> &amp;<small>C</small>. Worauf beziehen sich [die Worte:] auch der Gotteslästerer, der keine Tätigkeit ausübt? –",
"Die Rabbanan hörten R. A͑qiba es vom Totenbeschwörer und nicht vom Wahrsager lehren, da sprachen sie zu ihm: Dieser bringt wohl deshalb kein Opfer, weil er keine Tätigkeit ausübt, und auch der Gotteslästerer übt keine Tätigkeit aus.",
"Die Rabbanan lehrten: Der Gotteslästerer bringe ein Opfer dar, weil dabei die Ausrottung genannt wird – so R. A͑qiba. Ferner heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">256</sup><i class=\"footnote\">Lev. 24,15.</i><i>er wird seine Sünde tragen</i>. – Ist es denn eine stichhaltige Regel, daß wegen all dessen, wobei die Ausrottung genannt wird, ein Opfer darzubringen ist, auch beim Pesaḥopfer und bei der Beschneidung wird ja die Ausrottung genannt, und dieserhalb ist kein Opfer darzubringen!? –"
],
[
"Er meint es wie folgt: der Gotteslästerer bringe ein Opfer dar, weil bei ihm die Ausrottung anstelle des Opfers genannt wird – so R. A͑qiba. Er ist der Ansicht, da die Ausrottung anderweitig stehen sollte, aber [im Abschnitte] von den Opfern<sup class=\"footnote-marker\">257</sup><i class=\"footnote\">Cf. Num. 15,22ff.</i>steht, so ist zu entnehmen, daß er ein Opfer darbringe.",
"Und [die Worte:] ferner heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">258</sup><i class=\"footnote\">Num. 9,13; diese beziehen sich auf das Pesaḥopfer.</i><i>er soll seine Sünde tragen</i>, sind von den Rabbanan. R. A͑qiba sprach zu den Rabbanan wie folgt: Ihr sagt, der Gotteslästerer begehe keine Tätigkeit: Gotteslästerer<sup class=\"footnote-marker\">259</sup><i class=\"footnote\">Von dem die Schrift Lev. 24,15 spricht.</i>ist ja derjenige, der den Gottesnamen beschimpft, wozu wird nun die Ausrottung [beim Gotteslästerer]<sup class=\"footnote-marker\">260</sup><i class=\"footnote\">An einer anderen Stelle, Num. 15,30.</i>genannt?",
"Sie erwiderten ihm: Um daraus die Ausrottung für den Beschimpfenden zu entnehmen. Beim Beschimpfenden heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">261</sup><i class=\"footnote\">Lev. 24,15; im Texte korrumpiert.</i><i>er soll seine Sünde tragen</i>, und beim zweiten Pesaḥ heißt es ebenfalls:<sup class=\"footnote-marker\">258</sup><i class=\"footnote\">Num. 9,13; diese beziehen sich auf das Pesaḥopfer.</i><i>er soll seine Sünde tragen</i>, wie da die Ausrottung, ebenso hier die Ausrottung.",
"Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">262</sup><i class=\"footnote\">Num. 15,30.</i><i>Er lästerte den Herrn</i>. Isi b. Jehuda sagte: Wie wenn jemand zu seinem Nächsten sagen würde: Du hast die Schüssel ausgerafft<sup class=\"footnote-marker\">263</sup><i class=\"footnote\">Aus <span dir=\"rtl\">מגדף</span> (Lästerer) entsteht durch Verwechslung der ähnlichen Buchstaben <span dir=\"rtl\">ד</span> u. <span dir=\"rtl\">ר</span> das W. <span dir=\"rtl\">מגיף</span> (Ausraffer), jed. ist die Erklärung nicht recht verständlich; viell. auf einem bekannten Sprichworte beruhend.</i>und sie auch beschädigt. Er ist der Ansicht, lästern heiße den Gottesnamen beschimpfen.",
"R. Elea͑zar b. A͑zarja sagte: Wie wenn jemand zu seinem Nächsten sagen würde: du hast die Schüssel ausgerafft und sie nicht beschädigt. Er ist der Ansicht, lästern heiße Götzen<sup class=\"footnote-marker\">264</sup><i class=\"footnote\">Durch leichter zu nehmende Handlungen.</i>verehren.",
"Ein Anderes lehrt: <i>Den Herrn</i>. R. Elea͑zar b. A͑zarja sagt, die Schrift spreche vom Götzendienste; die Weisen sagen, die Schrift wolle damit nur die Beschimpfung des Gottesnamens mit der Ausrottung belegen.",
"<sup class=\"footnote-marker\">iii</sup> M<small>ANCHE</small> [W<small>ÖCHNERINNEN</small>] <small>BRINGEN EIN</small> O<small>PFER</small><sup class=\"footnote-marker\">265</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 12,6.</i><small>, UND ES IST ZU ESSEN, MANCHE BRINGEN EIN</small> O<small>PFER, UND ES IST NICHT ZU ESSEN</small>, [<small>UND MANCHE BRINGEN ÜBERHAUPT KEINES</small>].",
"M<small>ANCHE BRINGEN EIN</small> O<small>PFER, UND ES IST ZU ESSEN: DIE ETWAS</small> V<small>IEH-</small>, W<small>ILD- ODER</small> V<small>OGELARTIGES ABORTIERT HAT</small> – <small>SO</small> R. M<small>EÍR; DIE</small> W<small>EISEN SAGEN, NUR WENN ETWAS</small> M<small>ENSCHENÄHNLICHES DARAN WAR</small>.",
"D<small>IE EINEN</small> S<small>ANDEL, EINE</small> N<small>ACHGEBURT ODER EINE ENTWICKELTE</small> E<small>IHAUT ABORTIERT HAT, ODER WENN</small> [<small>DIE</small> G<small>EBURT</small>] <small>ZERSTÜCKELT HERAUSKAM</small>. E<small>BENSO BRINGT EINE</small> S<small>KLAVIN, DIE ABORTIERT HAT, EIN</small> O<small>PFER, UND ES IST ZU ESSEN</small>.",
"<sup>iv</sup> F<small>OLGENDE BRINGEN EINES UND ES IST NICHT ZU ESSEN: DIE ABORTIERT HAT UND NICHT WEISS, WAS SIE ABORTIERT HAT, UND ZWEI</small> F<small>RAUEN, DIE ABORTIERT HABEN, EINE, WAS</small> [<small>ZUM</small> O<small>PFER</small>] <small>NICHT VERPFLICHTET, UND EINE, WAS DAZU VERPFLICHTET</small>. R. J<small>OSE SAGTE</small>: N<small>UR DANN, WENN EINE NACH</small> O<small>STEN UND EINE NACH</small> W<small>ESTEN GEGANGEN IST, WENN ABER BEIDE DASTEHEN, SO BRINGEN BEIDE EIN</small> O<small>PFER, UND ES IST ZU ESSEN</small>.",
"<sup class=\"footnote-marker\">v</sup> F<small>OLGENDE BRINGEN KEINES: DIE EINE</small> E<small>IHAUT VOLL</small> W<small>ASSER, VOLL</small> B<small>LUT ODER VOLL VERSCHIEDENER</small> G<small>EBILDE ABORTIERT HAT, DIE ETWAS</small> F<small>ISCH</small>-, H<small>EUSCHREKKEN-</small>, E<small>KELTIER- ODER</small> K<small>RIECHTIERARTIGES ABORTIERT HAT, DIE AM VIERZIGSTEN</small> T<small>AGE</small><sup class=\"footnote-marker\">266</sup><i class=\"footnote\">Nach der Konzeption; erst nachher beginnt die Entwicklung des Embryos.</i><small>EINE</small> F<small>EHLGEBURT ABORTIERT HAT, UND DIE EINE</small> S<small>EITENGEBURT</small> [<small>ZUR</small> W<small>ELT GEBRACHT</small>] <small>HAT</small>. R. Š<small>IMO͑N VERPFLICHTET DAZU BEI EINER</small> S<small>EITENGEBURT</small>.",
"GEMARA. Woher dies von einer Sklavin? – Die Rabbanan lehrten: <sup class=\"footnote-marker\">267</sup><i class=\"footnote\">Lev. 12,2.</i><i>Den Kindern Jisraél</i>; ich weiß dies nur von den Kindern Jisraél, woher dies von Proselytin und Sklavin? Es heißt<sup class=\"footnote-marker\">267</sup><i class=\"footnote\">Lev. 12,2.</i><i>ein Weib</i>. –",
"Was heißt: ebenso<sup class=\"footnote-marker\">268</sup><i class=\"footnote\">Dies ist ja selbstverständlich, da Sklaven zu allen Geboten verpflichtet sind, denen Frauen unterworfen sind.</i>eine Sklavin? – Man könnte glauben, nur bei Dingen, wobei Mann und Weib einander gleichen, sagen wir, zu den Geboten, zu denen Weiber verpflichtet sind, seien auch Sklaven verpflichtet, zu den eine Wöchnerin [betreffenden Gesetzen] aber, die nur bei Weibern und nicht bei Männern Geltung haben, sei eine Sklavin nicht verpflichtet; daher lehrt er: ebenso eine Sklavin.",
"F<small>OLGENDE BRINGEN EIN</small> O<small>PFER</small> &amp;<small>C</small>. Wie machen sie<sup class=\"footnote-marker\">269</sup><i class=\"footnote\">Zwei Frauen ein Opfer bringen.</i>es? – Sie bringen [jede] ein zweifelloses [Brand]opfer<sup class=\"footnote-marker\">270</sup><i class=\"footnote\">Das auch freiwillig dargebracht werden kann.</i>und [zusammen] ein zweifelhaftes Geflügel-Sündopfer und treffen eine Vereinbarung<sup class=\"footnote-marker\">271</sup><i class=\"footnote\">Daß das Sündopfer der angerechnet werde, die pflichtig ist, während die andere auf ihren Anteil zugunsten der ersteren verzichte.</i>. –",
"Hält denn R. Jose von der Vereinbarung, wir haben ja gelernt: R. Šimo͑n sagt, sie bringen beide<sup class=\"footnote-marker\">272</sup><i class=\"footnote\">Zwei Personen, von denen eine Talg gegessen hat; cf. infra Fol. 23a.</i>e in Sündopfer; R. Jose sagt, zwei können nicht ein Sündopfer bringen. Demnach hält R. Jose nichts von der Vereinbarung!?",
"Raba erwiderte: R. Jose pflichtet bei hinsichtlich solcher, die der Sühne<sup class=\"footnote-marker\">273</sup><i class=\"footnote\">Daß sie nicht das Opfer bedingungsweise darbringen können.</i> benötigen. Ebenso sagte Rabin, als er kam, im Namen R. Joḥanans, R. Jose pflichte hinsichtlich solcher bei, die der Sühne benötigen. –",
"Aus welchem Grunde? – Bei diesen ist für die Person ein Bewußtsein erforderlich, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">274</sup><i class=\"footnote\">Lev. 4,28.</i><i>und er sich seiner Sünde bewußt wird</i>, daher können nicht [zwei ein Opfer] bringen und vereinbaren, hierbei aber bringen die Frauen das Opfer nur deshalb, um Heiliges essen<sup class=\"footnote-marker\">275</sup><i class=\"footnote\">Sie haben überhaupt keine Sünde begangen.</i>zu dürfen.",
"So heißt es auch im Schlußsätze jener Lehre: R. Jose sagt, ein Sündopfer, das wegen einer Sünde dargebracht wird, können zwei nicht darbringen.",
"F<small>OLGENDE BRINGEN KEINES</small> &amp;<small>C</small>. R. Š<small>IMO͑N VERPFLICHTET DAZU BEI EINER</small> S<small>EITENGEBURT</small>. Was ist der Grund R. Šimo͑ns? Reš Laqiš erwiderte: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">276</sup><i class=\"footnote\">Lev. 12,5.</i><i>und wenn sie ein Mädchen gebiert</i>, dies<sup class=\"footnote-marker\">277</sup><i class=\"footnote\">Die unnötige Wiederholung des Verbums ‘gebiert’.</i>schließt noch eine andere Geburt ein, nämlich die Seitengeburt. –",
"Was ist der Grund der Rabbanan? R. Mani b. Paṭiš erwiderte:<sup class=\"footnote-marker\">278</sup><i class=\"footnote\">Lev. 12,2.</i><i>Wenn eine Frau befruchtet wird und gebiert</i>, nur wenn sie aus der Stelle gebiert, wo sie befruchtet wird.",
"<sup class=\"footnote-marker\">vi</sup> <b>W</b><small>ENN EINE</small> F<small>RAU IN DER</small> N<small>ACHT ZUM EINUNDACHTZIGSTEN</small> T<small>AGE</small><sup class=\"footnote-marker\">279</sup><i class=\"footnote\">Nach der Geburt eines Mädchens: sie hat am folgenden Tage das Opfer darzubringen; cf. Lev. 12,5.</i><small>FEHLGEBIERT, SO IST SIE NACH DER</small> S<small>CHULE</small> Š<small>AMMAJS VON EINEM</small> O<small>PFER FREI UND NACH DER</small> S<small>CHULE</small> H<small>ILLELS DAZU</small><sup class=\"footnote-marker\">280</sup><i class=\"footnote\">Wegen der 2. Geburt.</i><small>VERPFLICHTET</small>.",
"D<small>IE</small> S<small>CHULE</small> H<small>ILLELS SPRACH ZU DER</small> S<small>CHULE</small> Š<small>AMMAJS:</small> W<small>ELCHEN</small> U<small>NTERSCHIED GIBT ES DENN ZWISCHEN DER</small> N<small>ACHT ZUM EINUNDACHTZIGSTEN</small> T<small>AGE UND DEM EINUNDACHTZIGSTEN</small> T<small>AGE</small><sup class=\"footnote-marker\">281</sup><i class=\"footnote\">Abortiert sie an diesem Tage, so ist sie entschieden zu einem Opfer verpflichtet, da dann die Reinheitsfrist verstrichen ist.</i><small>, WENN SIE IHM HINSICHTLICH DER</small> U<small>NREINHEIT</small><sup class=\"footnote-marker\">282</sup><i class=\"footnote\">Das von dieser Nacht an abgehende Blut gilt als Menstruationsblut u. ist unrein.</i><small>GLEICHT, WIESO SOLLTE SIE IHM NICHT HINSICHTLICH DES</small> O<small>PFERS GLEICHEN!?</small>",
"D<small>IE</small> S<small>CHULE</small> Š<small>AMMAJS ERWIDERTE:</small> N<small>EIN, WENN IHR DIES</small><sup class=\"footnote-marker\">283</sup><i class=\"footnote\">Daß sie zum Opfer verpflichtet ist.</i> <small>VON DER</small> F<small>EHLGEBURT AM EINUNDACHTZIGSTEN</small> T<small>AGE SAGT, DIE ZU EINER FÜR DIE</small> D<small>ARBRINGUNG DES</small> O<small>PFERS GEEIGNETEN</small> Z<small>EIT GEKOMMEN IST, WOLLT IHR DIES AUCH VON DER</small> F<small>EHLGEBURT IN DER</small> N<small>ACHT ZUM EINUNDACHTZIGSTEN</small> T<small>AGE SAGEN, DIE NICHT ZU EINER FÜR DIE</small> D<small>ARBRINGUNG DES</small> O<small>PFERS GEEIGNETEN</small> Z<small>EIT GEKOMMEN IST!?</small>",
"D<small>IE</small> S<small>CHULE</small> H<small>ILLELS ENTGEGNETE</small>: D<small>IE</small> F<small>EHLGEBURT AM EINUNDACHTZIGSTEN</small> T<small>AGE, DER AUF EINEN</small> Š<small>ABBATH FÄLLT, BEWEIST</small> [<small>DAS</small> E<small>NTGEGENGESETZTE</small>:] <small>SIE IST NICHT ZU EINER FÜR DIE</small> D<small>ARBRINGUNG DES</small> O<small>PFERS GEEIGNETEN</small> Z<small>EIT</small><sup class=\"footnote-marker\">284</sup><i class=\"footnote\">Da Privatopfer am Šabbath nicht dargebracht werden dürfen.</i><small>GEKOMMEN, DENNOCH IST</small> [<small>DIE</small> F<small>RAU</small>] <small>ZU EINEM</small> O<small>PFER VERPFLICHTET</small>.",
"D<small>IE</small> S<small>CHULE</small> Š<small>AMMAJS ERWIDERTE:</small> N<small>EIN, WENN IHR DIES VON DER</small> F<small>EHLGEBURT AM EINUNDACHTZIGSTEN</small> T<small>AGE SAGT, DER AUF EINEN</small> Š<small>ABBATH FÄLLT, DER, WENN AUCH NICHT FÜR</small> P<small>RIVATOPFER, IMMERHIN FÜR</small> G<small>EMEINDEOPFER GEEIGNET IST, WOLLT IHR DIES AUCH VON DER</small> F<small>EHLGEBURT IN DER</small> N<small>ACHT ZUM EINUNDACHTZIGSTEN</small> T<small>AGE SAGEN, WO DOCH DIE</small> N<small>ACHT WEDER FÜR</small> P<small>RIVATOPFER NOCH FÜR</small> G<small>EMEINDEOPFER GEEIGNET IST!?</small>",
"D<small>IE</small> B<small>LUT</small>[<small>UNREINHEIT</small>]<sup class=\"footnote-marker\">285</sup><i class=\"footnote\">Auf die die Schule Hillels sich in ihrem 1. Einwurfe beruft: wie sie einander hinsichtl. der Unreinheit gleichen, gleichen sie einander auch hinsichtl. des Opfers.</i><small>BEWEIST ABER NICHTS; AUCH WENN SIE INNERHALB DER</small> R<small>EINHEITSTAGE</small><sup class=\"footnote-marker\">286</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. Vollwerden, sc. der Reinheitstage (Lev. 12,4), 80 Tage seit der Geburt.</i><small>ABORTIERT, 1ST DAS</small> B<small>LUT UNREIN, DENNOCH IST SIE VOM</small> O<small>PFER BEFREIT</small>."
],
[
"GEMARA. Es wird gelehrt: Die Schule Hillels sprach zu der Schule Šammajs: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">287</sup><i class=\"footnote\">Lev. 12,6.</i><i>oder wegen einer Tochter</i>, dies schließt die Nacht zum einundachtzigsten Tage ein.",
"R. Hoša͑ja pflegte zu Bar Qappara zu gehen, dann ließ er ihn und ging zu R. Ḥija. Eines Tages traf er jenen und fragte ihn: Wie ist es nach der Schule Hillels, wenn ein Flußbehafteter, der drei Wahrnehmungen gemacht hat, in der achten Nacht<sup class=\"footnote-marker\">288</sup><i class=\"footnote\">Am folgenden Tage sollte er das Opfer darbringen; cf. Lev. 15,14.</i>[eine Wahrnehmung] gemacht<sup class=\"footnote-marker\">289</sup><i class=\"footnote\">Ob er ein 2. Opfer darbringen muß od. die Wahrnehmung noch zur ersten gehört.</i>hat:",
"ist der Grund der Schule Hillels bei der nachts Abortierenden, weil es heißt: <i>oder wegen einer Tochter</i>, ein Flußbehafteter aber, der drei Wahrnehmungen gemacht hat, der in der achten Nacht [eine Wahrnehmung] gemacht hat, ist nach ihr befreit, weil diesbezüglich kein überflüssiger Schriftvers vorhanden ist, oder gibt es hierbei keinen Unterschied?",
"Da sprach Bar Qappara zu ihm: Was sagt der Babylonier<sup class=\"footnote-marker\">290</sup><i class=\"footnote\">RḤ.; Cf. Suk. Fol. 20a.</i>dazu? Da schwieg R. Hoša͑ja und sagte nichts. Hierauf sprach Bar Qappara zu ihm: Wir benötigen noch immer der Worte Ijas<sup class=\"footnote-marker\">291</sup><i class=\"footnote\">Persiflage des Namens Ḥija, weil dieser als Babylonier die Gutturallaute nicht richtig aussprechen konnte; cf. Meg. Fol. 24b.</i>.",
"Wir wollen nun zum Früheren zurück. Es heißt: <i>oder wegen einer Tochter</i>, dies schließt die Nacht zum einundachtzigsten Tage ein. Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten: Wenn ein Flußbehafteter in der Nacht zum achten drei Wahrnehmungen gemacht hat, so hat er, wie Eines lehrt, [ein Opfer] darzubringen, und wie ein Anderes lehrt, keines<sup class=\"footnote-marker\">292</sup><i class=\"footnote\">Vgl. Anm. 289.</i>darzubringen. Wahrscheinlich streiten hierüber Tannaím. Derjenige, welcher lehrt, er bringe eines, ist der Ansicht, die Nacht fehle nicht von der Frist<sup class=\"footnote-marker\">293</sup><i class=\"footnote\">Die für etwas festgesetzte Frist gilt als vollständig, auch wenn von dieser eine Nacht fehlt; die in der Nacht zum 8. Tage erfolgte Wahrnehmung ist also außerhalb der hinsichtl. des Opfers festgesetzten Frist erfolgt.</i>, und derjenige, welcher lehrt, er bringe keines, ist der Ansicht, die Nacht fehle von der Frist.",
"R. Hona b. Aḥa erwiderte im Namen des R.Elea͑zar: Jene Tannaím sind beide der Ansicht, die Nacht fehle von der Frist, nur spricht die Lehre, daß er eines bringe, von einem Flußbehafteten, der zwei Wahrnehmungen gemacht<sup class=\"footnote-marker\">294</sup><i class=\"footnote\">Die 3. wird mit den 2 früheren vereinigt, u. er hat wegen dieser das Opfer darzubringen.</i>hat, und die Lehre, daß er keines bringe, spricht von einem Flußbehafteten, der drei Wahrnehmungen gemacht<sup class=\"footnote-marker\">295</sup><i class=\"footnote\">Die Nacht gehört zu der Frist von 7 Tagen, u. wegen der letzten Wahrnehmung ist kein Opfer darzubringen.</i>hat. –",
"Wozu braucht dies von einem Flußbehafteten, der zwei Wahrnehmungen gemacht hat, gelehrt zu werden!? – Er lehrt uns folgendes: nur wenn er in der Nacht zum achten Tage wahrgenommen hat, nicht aber, wenn am siebenten Tage. Er ist nämlich der Ansicht, die hinfälligmachende Wahrnehmung<sup class=\"footnote-marker\">296</sup><i class=\"footnote\">Durch die Wahrnehmung am 7. Tage wird die frühere Zählung der Reinheitstage hinfällig, u. die Zählung muß wiederum beginnen.</i>bringe nicht zum Opfer.",
"Raba sprach: Du hast also die Lehre, daß er keines bringe, auf einen Flußbehafteten bezogen, der drei Wahrnehmungen gemacht hat, demnach sollte er es doch mitzählen in der Lehre von den fünf, die ein Opfer wegen mehrerer Übertretungen<sup class=\"footnote-marker\">297</sup><i class=\"footnote\">Weiter Fol. 9a.</i>darzubringen haben!? – Dies<sup class=\"footnote-marker\">298</sup><i class=\"footnote\">Daß wegen der Wahrnehmung in der Nacht zum 8. Tage kein Opfer darzubringen ist.</i>ist nicht ausgemacht. R. Joḥanan sagte nämlich, wer eine Wahrnehmung nachts und zwei am Tage<sup class=\"footnote-marker\">299</sup><i class=\"footnote\">In der Nacht zum 8. u. am darauffolgenden Tage.</i>gemacht hat, bringe ein [Opfer], und wer zwei nachts und eine am Tage, bringe keines.",
"R. Joseph sagte: Es ist auch zu beweisen, daß, wenn eine nachts und zwei am Tage, [ein Opfer] zu bringen ist. Bei der ersten Wahrnehmung ist es ja nichts weiter als Samenerguß<sup class=\"footnote-marker\">300</sup><i class=\"footnote\">Wegen dessen man einen Tag unrein ist u. kein Opfer darzubringen ist.</i>, wenn er aber wiederum zweimal wahrnimmt, werden sie vereinigt.",
"R. Šeseth, Sohn des R. Idi, wandte ein: Es ist ja nicht gleich; die erste Wahrnehmung des Flußbehafteten erfolgt zu einer Zeit, in der er [zum Opfer] verpflichtet ist, wenn aber einmal nachts, so ist es nicht zu einer Zeit erfolgt, in der er [zum Opfer] verpflichtet ist, und wenn R. Joḥanan uns nicht gelehrt hätte, daß sie vereinigt wird, würde man geglaubt haben, sie werde nicht vereinigt!? –",
"Kann R. Joḥanan denn gesagt haben, die Nacht fehle von der Frist,",
"Ḥizqija sagte ja, daß er, wenn er am Tage<sup class=\"footnote-marker\">301</sup><i class=\"footnote\">Ein Naziräer am 8. Tage seit seiner Verunreinigung, an dem er das Opfer darzubringen hat; cf. Num. 6,10.</i>unrein geworden ist, dieserhalb [ein Opfer] bringe, und wenn nachts, keines bringe, und R. Joḥanan sagte, daß er, auch wenn nachts, eines bringe!? –",
"Das, was R. Joḥanan gesagt hat, wenn zwei nachts und eine am Tage, er keines bringe, gilt nach demjenigen, welcher sagt, [die Nacht] fehle von der Frist. –",
"Nach dem, der dies sagt, ist dies ja selbstverständlich!? – Nötig ist dies von dem Falle, wenn die Wahrnehmung erfolgt ist einmal nachts und zweimal am Tage; man könnte glauben, da dies außerhalb der Zeit, in der er [zum Opfer] verpflichtet ist, erfolgt ist, werde sie nicht vereinigt, so lehrt er uns.",
"<sup class=\"footnote-marker\">vii</sup> <b>H</b><small>AT EINE</small> F<small>RAU FÜNF ZWEIFELHAFTE</small> G<small>EBURTSFÄLLE</small><sup class=\"footnote-marker\">302</sup><i class=\"footnote\">Wie sie ob. Fol. 7b aufgezählt werden.</i><small>ODER FÜNF ZWEIFELHAFTE</small> F<small>LUSSFÄLLE</small><sup class=\"footnote-marker\">303</sup><i class=\"footnote\">Ob es ein krankhafter Fluß, in welchem Falle sie nach Ablauf der Reinheitstage ein Opfer darzubringen hat (cf. Lev. 15,29), od. ein periodischer war; vgl. Bd. XI S. 665 Anm. 12.</i>, <small>SO BRINGE SIE EIN</small> O<small>PFER, UND SIE DARF VON</small> S<small>CHLACHTOPFERN ESSEN, UND WEGEN DER ÜBRIGEN BESTEHT FÜR SIE KEINE</small> P<small>FLICHT</small>. W<small>ENN FÜNF ZWEIFELLOSE</small> F<small>LUSSFÄLLE ODER ZWEIFELLOSE</small> G<small>EBURTSFÄLLE, SO BRINGE SIE EIN</small> O<small>PFER, UND SIE DARF VON</small> S<small>CHLACHTOPFERN ESSEN, UND AUCH WEGEN DER ÜBRIGEN</small> [O<small>PFER</small>] <small>BESTEHT FÜR SIE EINE</small> P<small>FLICHT</small>.",
"E<small>INST EREIGNETE ES SICH, DASS IN</small> J<small>ERUŠALEM</small> T<small>AUBENPAARE</small><sup class=\"footnote-marker\">304</sup><i class=\"footnote\">Die wegen solcher Fälle als Opfer dargebracht werden.</i><small>AUF</small> G<small>OLDDENARE GESTIEGEN WAREN</small>. D<small>A SPRACH</small> R. Š<small>IMO͑N B</small>. G<small>AMLIÉL:</small> B<small>EI DIESEM</small> T<small>EMPEL, ICH GEHE DIESE</small> N<small>ACHT NICHT EHER SCHLAFEN, ALS BIS SIE FÜR</small> [S<small>ILBER</small>]<small>DENARE ZU HABEN SIND</small>. H<small>IERAUF BEGAB ER SICH ZUM</small> G<small>ERICHTSHÖFE UND LEHRTE:</small> W<small>ENN EINE</small> F<small>RAU FÜNF ZWEIFELLOSE</small> G<small>EBURTSFÄLLE ODER FÜNF ZWEIFELLOSE</small> F<small>LUSSFÄLLE HAT, SO BRINGE SIE EIN</small> O<small>PFER DAR, UND SIE DARF VON</small> S<small>CHLACHTOPFERN ESSEN, UND WEGEN DER ÜBRIGEN BESTEHT FÜR SIE KEINE</small> P<small>FLICHT</small>. A<small>N JENEM</small> T<small>AGE FIEL DAS</small> T<small>AUBENPAAR AUF EIN</small> V<small>IERTEL</small> [S<small>ILBERDENAR</small>].",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Hat sie fünf zweifellose Geburtsfälle und fünf zweifelhafte Flußfälle, oder fünf zweifellose Geburtsfälle und fünf zweifelhafte Geburtsfälle, so bringe sie zwei Taubenpaare, eines wegen der zweifellosen und eines wegen der zweifelhaften; das wegen der zweifellosen ist zu essen, und auch wegen der übrigen [Opfer] besteht für sie eine Pflicht, und das wegen der zweifelhaften ist nicht zu essen, und wegen der übrigen besteht für sie keine Pflicht.",
"R. Joḥanan b. Nuri sagte: Bei den zweifellosen sage sie, es sei Wegen des letzten Falles, und sie ist<sup class=\"footnote-marker\">305</sup><i class=\"footnote\">Wegen der übrigen Fälle.</i>befreit; bei den zweifelhaften sage sie, wenn darunter einer zweifellos ist, es sei wegen des zweifellosen, und sie ist befreit, wenn aber nicht, sage sie, es sei wegen eines von ihnen, und sie ist befreit. R. A͑qiba sagte: Sowohl bei den zweifellosen als auch bei den zweifelhaften sage sie, es sei wegen eines von ihnen, und sie ist befreit.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach zu R. Papa: Ich will dir im Namen Rabas sagen, worin der Streit dieser Tannaím besteht. R. Joḥanan b. Nuri vergleicht sie mit dem Sündopfer; wer fünf Sündopfer schuldig ist, muß sie alle darbringen und erst dann erlangt er Sühne, und auch hierbei ist es nicht anders.",
"R. A͑qiba aber vergleicht sie mit dem Tauchbade; wer fünf Tauchbäder<sup class=\"footnote-marker\">306</sup><i class=\"footnote\">Wegen 5 Fälle von levit. Unreinheit.</i>nehmen muß, ist rein, sobald er einmal untergetaucht ist, und auch hierbei ist es nicht anders.",
"Da sprach R. Papa zu ihm: Wieso sage sie, wenn du sagst, R. Joḥanan b. Nuri vergleiche sie mit dem Sündopfer, bei den zweifelhaften, es sei wegen eines von ihnen, und ist befreit,"
],
[
"ist denn, wer fünf Schwebe-Schuldopfer schuldig ist und eines darbringt, frei, es wird ja gelehrt, die Regel sei, die hinsichtlich der Sündopfer geteilt sind, seien auch hinsichtlich der Schuldopfer geteilt!?",
"Vielmehr sind alle der Ansicht, man vergleiche sie mit dem Tauchbade, und sie streiten, ob Fahrlässigkeit zu berücksichtigen sei. R. Joḥanan b. Nuri ist der Ansicht, man berücksichtige eine Fahrlässigkeit<sup class=\"footnote-marker\">307</sup><i class=\"footnote\">Wenn sie nicht sagt, sie bringe das Opfer wegen des letzten Falles, könnte sie glauben, das Opfer brauche nicht wegen jeder Geburt dargebracht zu werden, u. es in anderen Fällen unterlassen; wenn sie es aber sagt, so weiß sie, daß hierbei alle Fälle zusammen gehören.</i>, und R. A͑qiba ist der Ansicht, man berücksichtige keine Fahrlässigkeit.",
"",
"<sup class=\"footnote-marker\">i</sup><b>V</b>IER <small>BENÖTIGEN DER</small> S<small>ÜHNE</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Die hier genannten Unreinen erlangen völlige Reinheit, um Heiliges essen zu dürfen, nicht schon nach Ablauf ihrer Reinheitstage, sondern erst wenn sie ihre Sündopfer dargebracht, obgleich sie gar keine Sünde begangen haben.</i> <small>UND VIER HABEN</small> [<small>EIN</small> O<small>PFER</small>] <small>DARZUBRINGEN BEI</small> V<small>ORSÄTZLICHKEIT WIE BEI</small> U<small>NVORSÄTZLICHKEIT</small>.",
"F<small>OLGENDE BENÖTIGEN DER</small> S<small>ÜHNE: DER</small> F<small>LUSSBEHAFTETE, DIE</small> F<small>LUSSBEHAFTETE, DIE</small> W<small>ÖCHNERIN UND (DER)</small> A<small>USSÄTZIGE</small>.",
"R. E<small>LIE͑ZER B</small>. J<small>A͑QOB SAGT, EIN</small> P<small>ROSELYT ERLANGE</small> S<small>ÜHNE</small><sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Gilt als völliger Jisraélit, obgleich er bereits beschnitten ist u. ein Tauchbad genommen hat.</i> <small>ERST WENN MAN FÜR IHN DAS</small> B<small>LUT GESPRENGT HAT, EBENSO EIN</small> N<small>AZIRÄER HINSICHTLICH DES</small> W<small>EINTRINKENS, DES</small> H<small>AARSCHNEIDENS UND DER</small> V<small>ERUNREINIGUNG</small><sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Bis zur Darbringung seines Opfers ist ihm dies verboten, obgleich die Dauer des Nazirates bereits verstrichen ist.</i>.",
"GEMARA. Den Flußbehafteten und die Flußbehaftete zählt er wohl deshalb als zwei, weil sie in ihrer Unreinheit verschieden sind; der Flußbehaftete ist unverschuldet nicht verunreinigend, die Flußbehaftete aber ist nur durch Tage und nicht durch Wahrnehmungen<sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Sie muß den Fluß an 3 Tagen wahrgenommen haben, nicht aber, wenn sie ihn dreimal an einem Tage wahrgenommen hat.</i> verunreinigend.",
"Es wird nämlich gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Lev. 12.</i><i>Aus seinem Leibe</i><sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Dh. kraft seines Leibes, durch Fleischeslust.</i>, nicht aber unverschuldet. Er ist verunreinigend durch Wahrnehmungen<sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Auch wenn er den Fluß dreimal an einem Tage wahrgenommen hat.</i> wie durch Tage, denn es wird gelehrt: Die Schrift hat es beim Manne von den Wahrnehmungen und beim Weibe von den Tagen abhängig gemacht.",
"Die Flußbehaftete ist verunreinigend auch unverschuldet, aber nicht verunreinigend durch Wahrnehmungen<sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Sie muß den Fluß an 3 Tagen wahrgenommen haben, nicht aber, wenn sie ihn dreimal an einem Tage wahrgenommen hat.</i> wie durch Tage. Aber auch der Aussätzige und die Aussätzige sind ja in ihrer Unreinheit verschieden, denn der Aussätzige benötigt des ungepflegten Haares und der zerrissenen Kleider, wie es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Lev. 13,45.</i><i>seine Kleider sollen eingerissen sein und sein Haar wild</i>, und ihm ist der Geschlechtsverkehr verboten,",
"die Aussätzige aber benötigt nicht des ungepflegten Haares und der zerrissenen Kleider. Es wird nämlich gelehrt: Ich weiß dies nur von einem Manne<sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Von dem Lev. 13,44 gesprochen wird.</i>, woher dies von einem Weibe? Wenn es<sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Lev. 13,45.</i> <i>und der Aussätzige</i> heißt, so sind es zwei.",
"Wieso heißt es demnach <sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Lev. 13,44.</i><i>Mann</i>? Die Schrift entreißt es dem vorangehenden und bezieht es auf das folgende: dies besagt, daß nur der Mann des ungepflegten Haares und der zerrissenen Kleider benötigt, nicht aber benötigt das Weib des ungepflegten Haares und der zerrissenen Kleider. Ihr ist der Geschlechtsverkehr erlaubt, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Ib. 14,8.</i><i>er soll sieben Tage außerhalb seines Zeltes sitzen</i>, nicht aber [sie] außerhalb ihres Zeltes.",
"Demnach sollte er auch diese als zwei zählen!? – Der Flußbehaftete und die Flußbehaftete sind hauptsächlich durch ihre Unreinheit von einander getrennt<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Beim Weibe ist eine Wahrnehmung an 3 Tagen erforderlich.</i>, der Aussätzige und die Aussätzige sind nicht hauptsächlich durch ihre Unreinheit von einander getrennt, denn bei beiden erfolgt es bei Graupengröße<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Wenn der Aussatz diese Größe hat.</i>.",
"R. E<small>LIE͑ZER B</small>. J<small>A͑QOB SAGT, DER</small> P<small>ROSELYT ERLANGE</small> S<small>ÜHNE</small> &amp;<small>C</small>. Weshalb lehrt es der erste Tanna nicht vom Proselyten? – Er lehrt nur Fälle, wobei das Essen von Geheiligtem erlaubt werden soll, wenn aber ein Proselyt ein Opfer bringt, so erfolgt es zur Geeignetmachung seiner Person, in die Gemeinde zu kommen. –",
"Weshalb lehrt er es nicht vom Naziräer!? – Schließlich bringt auch der Naziräer sein Opfer nur deshalb, damit er Wein trinken dürfe, der profan ist. –",
"R. Elie͑zer aber, der es vom Naziräer lehrt, bei dem es zur Geeignetmachung seiner Person erfolgt, sollte es ja auch vom unreinen Naziräer lehren!? – Dieser bringt das Opfer nur dazu, um in Reinheit in das Nazirat zu gelangen.",
"Die Rabbanan lehrten: Ein Proselyt ist Heiliges zu essen behindert, bis er sein Vogelopfer dargebracht hat. Hat er morgens eine Taube dargebracht, so darf er abends Heiliges<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Und muß auch die andere darbringen.</i>essen. Von allen in der Tora genannten Vogelpaaren ist eines ein Sündopfer und eines ein Brandopfer, hierbei aber sind beide Brandopfer.",
"Hat er ein Sündopfer vom Vieh gebracht, so hat er seiner Pflicht genügt; wenn ein Brandopfer und ein Heilsopfer, so hat er seiner Pflicht genügt; wenn ein Speisopfer und ein Heilsopfer, so hat er seiner Pflicht nicht genügt. Sie sprechen von einem Vogelpaar nur zu seiner Erleichterung. –",
"Mit einem Speisopfer und einem Heilsopfer genügt er seiner Pflicht wohl deshalb nicht, weil es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Num. 14.</i><i>wie ihr verfahret, so soll auch er verfahren</i>, wie ihr Brandopfer und Heilsopfer, ebenso auch der Proselyt Brandopfer und Heilsopfer,",
"somit sollte er auch mit einem Vieh seiner Pflicht nicht genügen, denn es heißt: <i>wie ihr verfahret, so soll auch er verfahren</i>!? R. Papa erwiderte: Es ist zu folgern: wenn er hinsichtlich eines Vogels einbegriffen<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Daß ein Vogelpaar als Opfer ausreicht.</i>ist, um wieviel mehr hinsichtlich des Brandopfers vom Vieh. –",
"Demnach sollte dies auch vom Speisopfer gelten!? – Der Allbarmherzige hat es durch [das Wort] <i>so</i> ausgeschlossen. –",
"Wo ist das Vogel[opfer] einbegriffen? – Die Rabbanan lehrten: <i>Wie ihr verfahret, so soll auch er verfahren</i>, wie ihr Brandopfer und Heilsopfer, ebenso auch er Brandopfer und Heilsopfer, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Num. 15,15.</i><i>wie ihr, so der Fremde</i>. Woher, daß auch das Vogel[opfer] einbegriffen ist? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Num. 14.</i><i>ein Feueropfer angenehmen Geruches für den</i> <i>Herrn</i>, und das Vogel-Brandopfer ist es, das ganz des Herrn ist."
],
[
"Man könnte glauben, auch das Speisopfer sei einbegriffen, so heißt es so.",
"Ein Anderes lehrt: <i>Und herrichtet ein Feueropfer angenehmen Geruches für den Herrn</i>; man könnte verstehen, alles, was als Feueropfer aufgeht, auch ein Speisopfer, so heißt es: <i>wie ihr verfahret, so soll auch er verfahren</i>, wie ihr Blutopfer, ebenso auch sie Blutopfer.",
"[Man könnte glauben:] wie ihr Brandopfer und Heilsopfer, ebenso auch sie Brandopfer und Heilsopfer, so heißt es: <i>wie ihr, so sei der Fremdling</i>, ich habe ihn mit euch verglichen, nicht aber hinsichtlich eurer Opfer.",
"Rabbi sagte: <i>Wie ihr</i>, wie euere Vorfahren; wie euere Vorfahren in das Bündnis getreten sind nur durch Beschneidung, Untertauchen und Blutbesänftigung<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Die Sprengung des Blutes auf den Altar.</i>, ebenso sollen auch sie in das Bündnis treten nur durch Beschneidung, Untertauchen und Blutbesänftigung.",
"Eine Taube ist nicht einzubegreifen, weil solches in der ganzen Tora nicht zu finden ist. (Sie sprechen von einem Vogelpaare nur zu seiner Erleichterung.) –",
"Etwa nicht, es wird ja gelehrt: <sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Lev. 1,15.</i><i>Er bringe es heran</i>, was lehrt dies? – Da es von den Tauben heißt:<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 14.</i>er <i>bringe dar</i>, so könnte man glauben, wer gesagt hat. er nehme auf sich ein Vogel-Brandopfer, bringe nicht weniger als zwei Tauben, so heißt es: <i>er bringe es dar</i>, auch eine Taube!? – Immerhin finden wir es nicht als Pflicht[opfer], –",
"Die Wöchnerin ist es ja, die eine junge Taube oder eine Turteltaube als Sündopfer darzubringen hat!? – Mit dieser ist auch ein Lamm darzubringen.",
"<i>Der Meister sagte: Wie euere Vorfahren in das Bündnis eingetreten sind nur &amp;c. Allerdings durch Beschneidung, denn es heißt:</i><sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Jos. 5,5.</i><i>denn beschnitten war das ganze Volk, das ausgezogen war, oder auch hieraus:</i> <sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Ez. 16,6.</i><i>ich zog an dir vorüber und sah dich in deinem Blute besudelt, da sprach ich zu dir: du sollst in deinem Blute leben &amp;c.\n</i>",
"Ebenso durch Blutbesänftigung, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Ex. 24 5.</i>und <i>er sandte die Jünglinge der Kinder Jisraél</i>; <i>woher dies aber vom Untertauchen? – Es heißt:</i><sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 6.</i><i>und Moše nahm die Hälfte des Blutes und sprengte es auf das Volk</i>, und es gibt keine Besprengung ohne Untertauchen. –",
"Demnach sollte man in der Jetztzeit, wo es keine Opfer gibt, keine Proselyten aufnehmen!? R. Aḥa b. Ja͑qob <i>erwiderte: [Es heißt:</i>]<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Num. 14.</i><i>wenn unter euch ein Fremdling wohnt &amp;c. oder in euerer Mitte &amp;c</i>.<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Weiter folgt: für ewige Geschlechter.</i>.",
"Die Rabbanan lehrten: Ein Proselyt in der Jetztzeit muß ein Viertel[denar] für sein Geflügelopfer<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Damit er es, wenn der Tempel errichtet wird, darbringen kann.</i>absondern. R. Šimo͑n sagte: Bereits hat R. Joḥanan b. Zakkaj abgestimmt und dies aufgehoben, wegen eines Verstoßes<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Man könnte das Geld für profane Zwecke verwenden.</i>. R. Idi b. Geršom sagte im Namen des R. Adab. Ahaba: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n.",
"Manche beziehen dies auf folgende Lehre der Rabbanan: Ein Beisaßproselyt darf am Šabbath Arbeit für sich verrichten, wie ein Jisraélit am Halbfeste<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Wenn durch den Aufschub ein Schaden entstehen kann.</i>,",
"R. A͑qiba sagt, wie ein Jisraélit am Feste<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Nur die Zubereitung von Speisen.</i>. R. Jose sagt, ein Beisaßproselyt dürfe am Šabbath für sich Arbeit verrichten, wie ein Jisraélit am Wochentage. R. Šimo͑n sagt, sowohl ein Beisaßproselyt als auch ein eingesessener [Nichtjude], ein Sklave oder eine Sklavin dürfe am Šabbath Arbeit verrichten, wie ein Jisraélit am Wochentage.",
"<sup class=\"footnote-marker\">ii</sup> <b>F</b><small>OLGENDE BRINGEN</small> [<small>EIN</small> O<small>PFER</small>] <small>BEI</small> V<small>ORSÄTZLICHKEIT WIE BEI</small> U<small>NVORSÄTZLICHKEIT: WER EINER</small> S<small>KLAVIN</small><sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Die einem Manne vergeben ist.</i><small>BEIGEWOHNT HAT, EIN</small> N<small>AZIRÄER, DER SICH VERUNREINIGT HAT, UND WER EINEN</small> Z<small>EUGENEID ODER EINEN</small> D<small>EPOSITENEID</small> [<small>FALSCH GESCHWOREN</small>] <small>HAT</small>.",
"<sup class=\"footnote-marker\">iii,1</sup> F<small>ÜNF BRINGEN EIN</small> O<small>PFER WEGEN MEHRERER</small> S<small>ÜNDEN, UND FÜNF BRINGEN EIN AUF- UND ABSTEIGENDES</small><sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Nach ihrem Vermögensverhältnisse; cf. Lev. Kap. 5.</i>O<small>PFER</small>. F<small>OLGENDE BRINGEN EIN</small> O<small>PFER WEGEN MEHRERER</small> S<small>ÜNDEN: WER EINER</small> S<small>KLAVIN MEHRMALS BEIGEWOHNT HAT, UND EIN</small> N<small>AZIRÄER, DER SICH WIEDERHOLT VERUNREINIGT HAT</small>.",
"GEMARA. Woher dies von dem, der einer Sklavin beigewohnt hat? –",
"Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Lev. 19,22.</i><i>Der Priester schaffe ihm Sühne durch den Widder des Schuldopfers ob seiner Sünde, die er begangen hat</i>; dies lehrt, daß er ein Opfer wegen mehrerer Sünden bringe.<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Lev. 19,22.</i><i>Und seine Sünde, die er begangen, werde ihm vergeben</i>; daß nämlich die Vorsätzlichkeit der Unvorsätzlichkeit gleicht.",
"E<small>IN</small> N<small>AZIRÄER, DER SICH VERUNREINIGT HAT</small>. Woher dies? –",
"Es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Num. 6,9.</i><i>Wenn ihm jemand plötzlich stirbt, unversehens</i>. Plötzlich heißt unvorsätzlich, denn so heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Ib. 35,22.</i><i>wenn er ihn plötzlich ohne Feindschaft hinabgestoßen hat</i>. Unversehens heißt durch Unfall<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Ohne daran gedacht zu haben.</i>, denn so heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Num. 12,4.</i><i>und der Herr sprach unversehens zu Moše</i>.",
"Ein Anderes lehrt: Unversehens heißt vorsätzlich, denn so heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Pr. 22,3.</i><i>der Kluge sieht das Böse und verbirgt sich, die Toren</i><sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Die W.e <span dir=\"rtl\">פתאום</span> (unversehens) u. <span dir=\"rtl\">פתאים</span> (Toren) haben einen gleichen Klang; eine Strafe erfolgt nur bei Vorsätzlichkeit.</i><i>gehen vorüber und werden gestraft</i>. –",
"Sollte doch die Schrift nur <i>unversehens</i> geschrieben haben, worunter Unvorsätzlichkeit, Vorsätzlichkeit und Unfall zu verstehen ist, Vorsätzlichkeit und Unfall, wie bereits gesagt, und auch Unvorsätzlichkeit, denn es heißt<i>:</i><sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Pr. 14,15.</i><i>der Tor</i><sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Die W.e <span dir=\"rtl\">פתאום</span> (unversehens) u. <span dir=\"rtl\">פתאים</span> (Toren) haben einen gleichen Klang; eine Strafe erfolgt nur bei Vorsätzlichkeit.</i><i>glaubt jede Sache</i>, und (die Schrift sollte) nicht <i>plötzlich</i> geschrieben haben!? –",
"Wenn der Allbarmherzige nur <i>versehentlich</i> geschrieben hätte, worunter Unvorsätzlichkeit, Vorsätzlichkeit und Unfall zu verstehen ist, so könnte man glauben, das Opfer sei nur bei Unvorsätzlichkeit zu bringen, wie in der ganzen Tora, nicht aber bei Unfall und Vorsätzlichkeit<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">In welchen Fällen ein Opfer nicht darzubringen ist, bezw. nicht ausreicht.</i>,",
"daher schrieb der Allbarmherzige <i>plötzlich</i>, worunter Unvorsätzlichkeit zu verstehen ist, um anzudeuten, daß unter <i>unversehens</i> Unfall und Vorsätzlichkeit zu verstehen sind, die der Allbarmherzige auch wegen dieser Fälle [zu einem Opfer] verpflichtet hat.",
"Z<small>EUGENEID</small>. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten: Bei allen<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Die ein auf- u. absteigendes Opfer darzubringen haben.</i>heißt es<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 5,2,3,4.</i> <i>und entfällt</i>, hierbei<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Beim Zeugeneide, ib. V· 1.</i>aber heißt es nicht <i>und entfällt</i>; dies lehrt, daß man bei Vorsätzlichkeit wie bei Unvorsätzlichkeit schuldig ist.",
"D<small>ER</small> D<small>EPOSITENEID</small>. Woher dies? – Er folgert dies durch [das Wort] <i>vergehen</i><sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Das bei beiden gebraucht wird; cf. Lev. 5,1 u. ib. V. 21.</i>vom Zeugeneide.",
"F<small>ÜNF BRINGEN EIN</small> O<small>PFER WEGEN MEHRERER</small> S<small>ÜNDEN</small>. Er lehrt dies von dem, der mehrmals einer Sklavin beigewohnt hat. Woher dies? –",
"Die Rabbanan lehrten: <i>Der Priester schaffe ihm Sühne durch den Widder des Schuldopfers ob seiner Sünde, die er begangen hat; dies lehrt, daß er ein Opfer wegen mehrerer Sünden bringe. Und seine Sünde, die er begangen, werde ihm vergeben</i>; daß nämlich die Vorsätzlichkeit der Unvorsätzlichkeit gleicht. –",
"Die Schrift spricht ja von der Vorsätzlichkeit!? – Vielmehr, daß die Unvorsätzlichkeit der Vorsätzlichkeit gleicht.",
"R. Ḥanina aus Ṭriṭa<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Dieser Name ist wohl korrumpiert u. wechselt im T.; vgl. S. 93 Anm. 43.</i>fragte R. Joḥanan: Wie ist es, wenn jemand bei einem Entfallen fünf vergebenen Sklavinnen beigewohnt hat: ist er wegen jeder besonders schuldig oder ist er nur einmal schuldig? Dieser erwiderte: Er ist wegen jeder besonders schuldig. –",
"Womit ist es hierbei anders als bei fünfmaligem Entfallen bei einer Sklavin? Dieser erwiderte: Bei einer Sklavin sind es keine verschiedenen Körper, bei fünf Sklavinnen sind es verschiedene Körper. –",
"Woher, daß bei einer Sklavin die verschiedenen Körper zu berücksichtigen<sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Daß wegen jeder besonders ein Opfer darzubringen ist.</i>sind? Dieser erwiderte: Du sagtest ja, beim Inzestgesetze sei [das Wort] <i>einem Weibe</i><sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Cf. supra Fol. 2b.</i>teilend, wegen jedes Weibes besonders, ebenso heißt es bei einer Sklavin:<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Lev. 19,20.</i><i>wenn jemand bei einem Weibe mit Samenerguß liegt, \n</i>"
],
[
"und es eine einem Manne vergebene <i>Sklavin ist</i>, und dies ist teilend, wegen jeder Sklavin besonders.",
"E<small>IN</small> N<small>AZIRÄER, DER SICH WIEDERHOLT VERUNREINIGT HAT</small>. Wer lehrte dies?",
"R. Ḥisda erwiderte: Es ist R. Jose b. R. Jehuda, welcher sagt, das Nazirat der Reinheit erfasse ihn schon am siebenten [Tage], und dies kann in dem Falle vorkommen, wenn er sich am siebenten verunreinigt hat und sich am siebenten abermals verunreinigt hat; da die zur Darbringung des Opfers geeignete Zeit noch nicht vorüber war, ist er nur ein Sündopfer schuldig.",
"Denn [wie kann dies vorkommen] nach Rabbi, welcher sagt, das Nazirat der Reinheit erfasse ihn erst am achten: hat er sich am siebenten verunreinigt, und sich abermals am siebenten verunreinigt, so ist es ja eine lange Verunreinigung<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Beide Verunreinigungen gehören zusammen.</i>,",
"und hat er sich am achten verunreinigt, und sich abermals am achten verunreinigt, so sollte er doch, da die zur Darbringung des Opfers geeignete Zeit vorüber war, wegen jeder [Verunreinigung] besonders schuldig sein. Es ist also zu entnehmen, daß es R. Jose b. R. Jehuda ist. –",
"Was ist das für eine Lehre des R. Jose b. R. Jehuda? – Es wird gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Num. 6,11.</i><i>Und er heilige an diesem Tage sein Haupt</i>, am Tage der Darbringung seiner Opfer – so Rabbi;",
"R. Jose b. R. Jehuda sagt, am Tage seiner Haarschur<sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">Ersteres erfolgt am 8. u. letzteres am 7. Tage der Verunreinigung; cf. Num. 6,9,10.</i>.",
"<sup class=\"footnote-marker\">iii,2</sup> <b>W</b>ER<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Fortsetzung der vorangehenden Mišna, wer wegen mehrerer Übertretungen ein Opfer zu bringen hat.</i><small>SEINE</small> F<small>RAU WEGEN MEHRERER</small> M<small>ÄNNER VERWARNT</small><sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Mit ihnen beisammen zu sein, weil er sie mit diesen die Ehe gebrochen zu haben verdächtigt; cf. Sot. Fol. 2a.</i><small>HAT, UND EIN</small> A<small>USSÄTZIGER, DER WIEDERHOLT VOM</small> A<small>USSATZE BEFALLEN</small><sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">Wenn nach Ablauf der Reinheitstage (cf. Lev. 14,9) vor der Darbringung seines Opfers das Aussatzmal sich wiederum einstellt.</i><small>WORDEN IST</small>.",
"W<small>ENN ER DIE</small> V<small>ÖGEL GEBRACHT HAT UND WIEDERUM AUSSÄTZIG GEWORDEN IST, SO WERDEN SIE IHM NICHT ANGERECHNET, BIS ER SEIN</small> S<small>ÜNDOPFER GEBRACHT HAT;</small> R. J<small>EHUDA SAGT, BIS ER SEIN</small> S<small>CHULDOPFER GEBRACHT HAT</small>.",
"<i>GEMARA. Woher dies? – Es heißt:</i><sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Num. 5,29.</i><i>dies ist das Gesetz über die Eifersucht</i>; ein Gesetz für viele Eifersuchtsanklagen.",
"E<small>IN</small> A<small>USSÄTZIGER, DER WIEDERHOLT VOM</small> A<small>USSATZE BEFALLEN WORDEN</small> &amp;<small>C</small>. Woher dies? – Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Lev. 14,2.</i><i>dies ist das Gesetz über den Aussätzigen</i>; ein Gesetz für viele Aussatzfälle.",
"W<small>ENN ER DIE</small> V<small>ÖGEL GEBRACHT HAT UND WIEDERUM AUSSÄTZIG GEWORDEN IST, SO WERDEN SIE IHM NICHT ANGERECHNET, BIS ER SEIN</small> S<small>ÜNDOPFER GEBRACHT HAT;</small> R. J<small>EHUDA SAGT, BIS ER SEIN</small> S<small>CHULDOPFER GEBRACHT HAT</small>.",
"Du sagtest ja aber, er bringe nur ein Opfer<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Die Aussatzerscheinungen gehören zusammen.</i>!? – [Die Lehre] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: wenn er die Vögel gebracht hat und wiederum aussätzig geworden ist, so bringe er nur ein Opfer; aber die Festsetzung, ob [das Opfer] eines Armen oder eines Reichen<sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 14,21.</i>, erfolgt erst dann, wenn er sein Sündopfer gebracht hat. R. Jehuda sagt, wenn er sein Schuldopfer gebracht hat.",
"Dort haben wir gelernt: Wenn ein Aussätziger sein Schuldopfer gebracht hat und reich geworden ist, so richte man sich stets nach seinem Sündopfer – so R. Šimo͑n; R. Jehuda sagt, man richte sich stets nach seinem Schuldopfer. Es wird gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, man richte sich stets nach den Vögeln.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Alle drei folgern sie es aus ein und demselben Schriftverse:<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Ib. 14,32.</i><i>dessen Vermögen nicht reicht, bei seiner Reinigung</i>. R. Šimo͑n erklärt, das, was ihm Sühne schafft; R. Jehuda erklärt, das, was ihn geeignet<sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Heiliges zu essen; dies erfolgt durch das Blut des Schuldopfers, womit seine Daumen bestrichen werden.</i>macht; und R. Elie͑zer b. Ja͑qob erklärt, das, was ihm die Reinheit bringt, nämlich die Vögel.",
"<sup class=\"footnote-marker\">iv,1</sup> <b>W</b><small>ENN</small><sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Fortsetzung der vorangehenden Mišna, wer wegen mehrerer Übertretungen ein Opfer zu bringen hat.</i><small>EINE</small> F<small>RAU MEHRMALS GEBOREN HAT, WENN SIE NÄMLICH INNERHALB DER ACHTZIG</small> T<small>AGE</small><sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">Nach der Geburt eines Mädchens; cf. Lev. 12,5.</i><small>NACH EINER WEIBLICHEN</small> G<small>EBURT EINE WEIBLICHE</small> F<small>EHLGEBURT ABORTIERT HAT, UND INNERHALB DER</small> [<small>FOLGENDEN</small>] <small>ACHTZIG</small> T<small>AGE WIEDERUM EINE WEIBLICHE</small> F<small>EHLGEBURT ABORTIERT HAT, \n</small>",
"ODER WENN SIE M<small>EHRLINGE</small> [<small>NACH EINANDER</small>] <small>ABORTIERT</small><sup class=\"footnote-marker\">62</sup><i class=\"footnote\">Das folgende beim Ablauf der Reinheitstage des vorangehenden.</i><small>HAT</small>.",
"R. J<small>EHUDA SAGT, SIE BRINGE</small> [<small>EIN</small> O<small>PFER</small>] <small>WEGEN DER ERSTEN</small> [G<small>EBURT</small>], <small>UND SIE BRINGE ES NICHT WEGEN DER ZWEITEN; SIE BRINGE EINES WEGEN DER DRITTEN, UND SIE BRINGE ES NICHT WEGEN DER VIERTEN</small>.",
"GEMARA. Woher dies? – Ein Jünger rizitierte vor R. Šešeth:<sup class=\"footnote-marker\">63</sup><i class=\"footnote\">Lev. 12,7.</i><i>Dies ist das Gesetz über die Wöchnerin, ob eines Knaben oder eines Mädchens</i>; dies lehrt, daß sie ein Opfer wegen mehrerer Geburten bringe. Man könnte glauben, auch wegen der Geburt und des Flusses<sup class=\"footnote-marker\">64</sup><i class=\"footnote\">Vor der Gehurt, zusammen ein Opfer.</i>, so heißt es <i>dies</i>.",
"Er lehrt also, man könnte glauben, sie bringe wegen der Geburt und des Flusses nur ein Opfer. Demnach<sup class=\"footnote-marker\">65</sup><i class=\"footnote\">Wenn wegen ganz verschiedener Ursachen ein Opfer dargebracht werden sollte.</i>sollte sie, auch wenn sie Blut gegessen und geboren hat, ebenfalls nur ein Opfer bringen!? –",
"Sage vielmehr wie folgt: man könnte glauben, auch wegen der Geburt vor dem Vollwerden<sup class=\"footnote-marker\">66</sup><i class=\"footnote\">Der Reinheitstage; cf. Lev. 12,6.</i>und der Geburt nach dem Vollwerden, so heißt es <i>dies</i>.",
"W<small>ENN SIE NÄMLICH INNERHALB DER ACHTZIG</small> T<small>AGE</small> &amp;<small>C. ABORTIERT HAT</small>. Wenn du darüber nachdenkst, [so ergibt es sich,] daß nach R. Jehuda die erste Geburt [das Opfer] veranlaßt und von der ersten Geburt gezählt wird, und nach den Weisen die zweite Geburt es veranlaßt und von der zweiten Geburt gezählt wird. –",
"‘Wenn du darüber nachdenkst,’ selbstverständlich ist es so!? – Nötig ist dies wegen des Abortierens von Mehrlingen. Man könnte glauben, R. Jehuda pflichte beim Abortieren von Mehrlingen den Rabbanan bei<sup class=\"footnote-marker\">67</sup><i class=\"footnote\">Weil es sich um eine Schwangerschaft handelt u. somit als eine Geburt gilt.</i>, so lehrt er uns.",
"Sie fragten:"
],
[
"Welcher Ansicht ist R. Jehuda hinsichtlich der Unreinheit<sup class=\"footnote-marker\">68</sup><i class=\"footnote\">Ob die Tage der Unreinheit u. der Reinheit für beide besonders zu zählen sind.</i>: Sagen wir, R. Jehuda sei dieser Ansicht nur hinsichtlich der zweiten Geburt, daß sie als nicht vorhanden zu betrachten sei, nur hinsichtlich des Opfers, denn da die für die Darbringung des Opfers geeignete Zeit noch nicht vorüber ist, gilt die zweite Geburt als nicht vorhanden, hinsichtlich der Unreinheit und der Reinheit aber ist er vielleicht der Ansicht, sie gelte als vorhanden, sodaß die Unreinheit der zweiten unterbrochen wird, die Reinheitstage der ersten voll werden, und erst nachher die Reinheitstage der zweiten zu zählen sind,",
"oder aber ist R. Jehuda dieser Ansicht nur erschwerend<sup class=\"footnote-marker\">69</sup><i class=\"footnote\">Daß sie 2 Opfer zu bringen hat.</i>, hierbei aber wäre dies erleichternd<sup class=\"footnote-marker\">70</sup><i class=\"footnote\">Daß die Reinheitstage der beiden Geburten vollzählig sind.</i>, und er ist nicht erleichternd.",
"R. Hona aus Sura sprach: Komm und höre: Für eine Wöchnerin schlachte und sprenge man [das Blut], wenn es ein Knabe ist, am vierzigsten Tage, und wenn es ein Mädchen ist, am achtzigsten Tage.",
"Und [auf unseren Einwand,] sie sei ja dann noch unrein, erwiderte R. Ḥisda, hier sei R. Jehuda vertreten, welcher sagt, die zweite Geburt gelte als nicht vorhanden<sup class=\"footnote-marker\">71</sup><i class=\"footnote\">Diese Lehre wird auf den Fall bezogen, wenn eine Frau Zwillinge an 2 Tagen geboren hat; man bringe für sie das Opfer am, 40. od. 80. des zweiten.</i>.",
"Wieso schlachte man es für sie am vierzigsten Tage, wenn du hinsichtlich der Unreinheit sagst, R. Jehuda sei der Ansicht, die zweite Geburt gelte als vorhanden, am Abend kann sie ja<sup class=\"footnote-marker\">72</sup><i class=\"footnote\">Da sie noch wegen des anderen unrein ist.</i>davon nicht essen!? Hieraus ist somit zu entnehmen, daß R. Jehuda auch hinsichtlich der Reinheit und der Unreinheit der Ansicht ist, die zweite Geburt gelte als nicht vorhanden. –",
"Tatsächlich, kann ich dir erwidern, ist R. Jehuda hinsichtlich der Unreinheit und der Reinheit der Ansicht, die zweite Geburt gelte als vorhanden, und jene Lehre gilt von einem in Unreinheit dargebrachten Pesaḥopfer<sup class=\"footnote-marker\">73</sup><i class=\"footnote\">Und zwar bei einer einfachen Geburt; wie die ganze Gemeinde, darf auch sie davon in Unreinheit essen.</i>. –",
"Darf sie denn davon essen, wir haben ja gelernt, von einem in Unreinheit dargebrachten Pesaḥopfer dürfen männliche und weibliche Flußbehaftete, Menstruierende und Wöchnerinnen nicht essen!? –",
"Die Lehre, daß sie davon nicht essen dürfen, gilt von dem Falle, wenn sie nicht untergetaucht<sup class=\"footnote-marker\">74</sup><i class=\"footnote\">Wenn sie noch körperlich unrein sind; bei der Unreinheit der Gemeinde handelt es sich um Unreinheit durch einen Toten.</i>sind, und die Lehre, daß man für sie schlachten und [das Blut] sprengen darf, gilt von dem Falle, wenn sie untergetaucht ist. – Demnach<sup class=\"footnote-marker\">75</sup><i class=\"footnote\">Wenn nicht das Vollwerden der läge, sondern das Untertauchen entscheidend ist.</i>ist sie ja schon vom achten [Tage] an hierfür geeignet!? –",
"Vom achten an ist sie nicht geeignet, denn er ist der Ansicht, der am selben Tage untergetauchte Flußbehaftete<sup class=\"footnote-marker\">76</sup><i class=\"footnote\">Der zwar nicht mehr unrein ist, aber noch am folgenden Tage sein Opfer darzubringen hat.</i>gleiche einem [unreinen] Flußbehafteten. –",
"Demnach ist sie ja auch am vierzigsten Tage ungeeignet<sup class=\"footnote-marker\">77</sup><i class=\"footnote\">Da sie erst am folgenden Tage Sühne erlangt.</i>!? – Nicht doch, am vierzigsten ist sie wohl geeignet, denn er ist der Ansicht, der Flußbehaftete, dem die Sühne noch fehlt, gleicht nicht einem [unreinen] Flußbehafteten. –",
"Wie erklärt Raba, welcher sagt<sup class=\"footnote-marker\">78</sup><i class=\"footnote\">Zeh. Fol. 17a.</i>, der Flußbehaftete, dem die Sühne noch fehlt, gleiche einem [unreinen] Flußbehafteten, diese Lehre!? R. Aši erwiderte: Raba erklärt: am vierzigsten Tage, seit der Bildung eines Knaben, und am achtzigsten Tage, seit der Bildung eines Mädchens<sup class=\"footnote-marker\">79</sup><i class=\"footnote\">Wenn sie dann abortiert hat; die Geburt ist dann noch nicht fertig u. gilt nicht als Geburt.</i>. Dies nach R. Jišma͑él, welcher sagt, einundvierzig [Tage]<sup class=\"footnote-marker\">80</sup><i class=\"footnote\">Währt die Bildung.</i>bei einem Knaben und einundachtzig bei einem Mädchen. –",
"Immerhin sollte ja berücksichtigt werden, daß sie<sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Die Wöchnerin wegen ihrer Blutung.</i>als Menstruierende unrein ist!? – Dies gilt von einer trockenen Geburt<sup class=\"footnote-marker\">82</sup><i class=\"footnote\">Ohne Blutfluß.</i>. – Wozu braucht dies demnach gelehrt zu werden!? – Man könnte glauben, die Öffnung der Gebärmutter sei ohne Blutung nicht möglich, so lehrt er uns, daß die Öffnung der Gebärmutter ohne Blutung möglich ist.",
"R. Šema͑ja erwiderte: Komm und höre:<sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">Lev. 12,5.</i><i>Sechzig</i>, man könnte glauben, einerlei ob zusammenhängend oder zerstreut<sup class=\"footnote-marker\">84</sup><i class=\"footnote\">Wenn sie vor Ablauf der Reinheitstage abortiert hat, trete durch die Tage der Unreinheit eine Unterbrechung ein, u. nach Ablauf derselben seien die Reinheitstage der 1. Geburt fortzusetzen.</i>, so heißt es<sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">Lev. 12,5.</i><i>Tage</i>, wie der Tag zusammenhängend ist, ebenso auch die sechzig, alle zusammenhängend. Nach wessen Ansicht: wenn nach den Rabbanan, so gibt es ja nach ihnen nicht zerstreut<sup class=\"footnote-marker\">85</sup><i class=\"footnote\">Da sie sich nach der letzten Geburt richten.</i>,",
"doch wohl nach R. Jehuda, und da es sechzig zusammenhängende [Tage] sein müssen, so ist R. Jehuda dieser Ansicht nur erschwerend und nicht erleichternd!? –",
"Nein, tatsächlich nach den Rabbanan, nur gilt dies von dem Falle, wenn sie innerhalb der achtzig Tage eines Mädchens einen Knaben<sup class=\"footnote-marker\">86</sup><i class=\"footnote\">Für den es 40 Tage sind.</i>geboren hat. –",
"Aber immerhin sind ja die Tage der ersten [Geburt] vollzählig und die der letzteren nicht vollzählig, denn die Rabbanan zählen ja nach der zweiten Geburt!? – Vielmehr, nach den Rabbanan kann dies in dem Falle vorkommen, wenn sie einen Zwilling geboren hat, zuerst ein Mädchen und nachher einen Knaben, und zwar den Knaben nach zwanzig Tagen der Reinheit, sodaß sie wegen der [zweiten] Geburt sieben Tage unrein ist.",
"Er meint es wie folgt: man könnte glauben, wenn sie einen Zwilling geboren hat, zuerst ein Mädchen und nachher einen Knaben, erfolge durch die Geburtsunreinheit eine Unterbrechung und die Sechsundsechzig [Tage] seien zerstreut zu zählen, so heißt es <i>Tage</i>, wie der Tag zusammenhängend ist, ebenso auch die sechzig alle zusammenhängend.",
"Abajje erwiderte: Komm und höre: <i>Dreißig</i>, man könnte glauben, einerlei ob zusammenhängend oder zerstreut, so heißt es<sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">Lev. 12,5.</i><i>Tage</i>, wie der ganze Tag zusammenhängend ist, ebenso auch die dreißig zusammenhängend. Nach wessen Ansicht: wenn nach den Rabbanan, so gibt es ja nach ihnen nicht zerstreut,"
],
[
"die Rabbanan sagen ja, man zähle von der zweiten Geburt, doch wohl nach R. Jehuda, somit ist er dieser Ansicht nur erschwerend und nicht erleichternd.",
"Ferner sagte R. Aši: Komm und höre:<sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">Lev. 12,5.</i><i>Und sechs Tage</i>, man könnte glauben, einerlei ob zusammenhängend oder zerstreut, so heißt es <i>sechzig</i>, wie die sechzig alle zusammenhängend, ebenso die sechs alle zusammenhängend. Nach wessen Ansicht: wenn nach den Rabbanan, so gibt es nach ihnen nicht zerstreut, denn die Rabbanan sagen ja, man zähle von der zweiten Geburt,",
"doch wohl nach R. Jehuda, somit ist er dieser Ansicht nur erschwerend und nicht erleichternd. Schließe hieraus.",
"<b>F</b><small>OLGENDE BRINGEN EIN AUF- UND ABSTEIGENDES</small> O<small>PFER: WEGEN DES FALSCHEN</small> <sup>iv,2</sup> Z<small>EUGENAUFRUFES, WEGEN DES</small> B<small>EKRÄFTIGUNGSSCHWURES, WEGEN</small> V<small>ERUNREINIGUNG DES</small> T<small>EMPELS UND SEINER HEILIGEN</small> O<small>PFER, DIE</small> W<small>ÖCHNERIN UND DER</small> A<small>USSÄTZIGE</small>.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Mancher bringt [das Opfer] des Armen<sup class=\"footnote-marker\">87</sup><i class=\"footnote\">Der Reiche bringt als Opfer ein Lamm od. eine Ziege, der Arme ein Taubenpaar u. der Ärmste ein Mahlopfer; cf. Lev. Kap. 5.</i>und des Reichen, mancher bringt das des Armen und mancher bringt das des Ärmsten.",
"Die Wöchnerin bringt das des Armen und des Reichen, der Aussätzige bringt das des Armen, wegen des Zeugenaufrufes, des Bekräftigungsschwures und der Verunreinigung des Tempels und seiner heiligen Opfer ist das des Ärmsten zu bringen.",
"Ein Anderes lehrt: Mancher bringt eines anstelle von einem, mancher bringt zwei anstelle von zwei, mancher bringt zwei anstelle von einem, und mancher bringt eines anstelle von zwei. Hieraus lernst du, daß das Zehntel Epha [Mehl]<sup class=\"footnote-marker\">88</sup><i class=\"footnote\">Cf. Num. 5,11.</i>nur eine Peruṭa zu betragen braucht.",
"Die Wöchnerin bringt<sup class=\"footnote-marker\">89</sup><i class=\"footnote\">Wenn sie arm ist.</i>eines anstelle von einem, vom Geflügel eine Taube statt eines Lammes; der Aussätzige bringt zwei Tauben statt zweier Lämmer; wegen des Zeugenaufrufes, des Bekräftigungsschwures und der Verunreinigung des Tempels und seiner heiligen Opfer bringe man zwei Tauben statt eines Lammes. Manche bringen [das Opfer] des Ärmsten, ein Zehntel Epha statt der zwei Tauben.",
"Er lehrt: hieraus lernst du, daß das Zehntel Epha [Mehl] nur eine Peruṭa zu betragen braucht; woher dies? – Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand sagte: ich nehme auf mich, für den Altar im Werte eines Sela͑ [zu spenden], so bringe er ein Lamm, denn nichts außer einem Lamme ist im Werte eines Sela͑ darzubringen. –",
"Woher dies? – Da der Allbarmherzige<sup class=\"footnote-marker\">90</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 5,25.</i><i>Widder</i> sagt, so ist es ein Schuldopfer für zwei Šeqel, wonach<sup class=\"footnote-marker\">91</sup><i class=\"footnote\">So ist der korrupte Text zu berichtigen.</i>ein Lamm um einen Sela͑, und wenn es<sup class=\"footnote-marker\">92</sup><i class=\"footnote\">Num. 6,12.</i><i>erstjähriges Lamm</i> heißt, so ist unter Widder ein zweijähriges zu verstehen. Ferner wird gelehrt: An jenem Tage<sup class=\"footnote-marker\">93</sup><i class=\"footnote\">Cf. supra Fol. 8a.</i>fiel das Taubenpaar auf ein Viertel [Silberdenar].",
"Wie nun der Allbarmherzige den Armen geschont hat, [sein Opfer] auf ein Sechzehntel<sup class=\"footnote-marker\">94</sup><i class=\"footnote\">Ein Sela͑ hat 4 Silberdenar.</i>des Reichen [herabzusetzen], so hat der Allbarmherzige den Ärmsten geschont, seines auf ein Sechzehntel des Armen [herabzusetzen]. –",
"Wenn das des Armen ein Viertel [Silberdenar] beträgt, so beträgt ja das Sechzehntel des Ärmsten, da das Viertel [Silberdenar] achtundvierzig Perutas<sup class=\"footnote-marker\">95</sup><i class=\"footnote\">Cf. Qid. Fol. 12a.</i>hat, drei Peruṭas;",
"wieso lehrt er, hieraus sei zu lernen, daß das Zehntel Epha [Mehl] eine Peruṭa betrage; wieso eine Peruṭa, du sagtest ja, ein Zehntel Epha sei [das Opfer] des Ärmsten, und du sagtest, das des Ärmsten betrage ein Sechzehntel, mithin sind es ja drei Peruṭas!? –",
"Der Autor folgert es von der Wöchnerin, die eine Taube statt eines Lammes bringt, ein Zweiunddreißigstel<sup class=\"footnote-marker\">96</sup><i class=\"footnote\">Die Hälfte des Taubenpaares, das ein Sechzehntel beträgt.</i>eines Lammes. – Aber wenn das des Ärmsten ein Sechzehntel des Armen beträgt, und dies von Lamm und Widder<sup class=\"footnote-marker\">97</sup><i class=\"footnote\">Wenn das Taubenpaar 48 Peruṭas kostet, so kostet eine Taube 24, wovon ein Sechzehntel 1½ ausmacht.</i>zu folgern ist, so sind es ja immerhin anderthalb Peruṭas!?",
"Raba erwiderte: Alles ist von der Wöchnerin zu folgern, und er meint es wie folgt: wie der Allbarmherzige den Armen geschont hat, [sein Opfer] auf ein Zweiunddreißigstel des Reichen [herabzusetzen], nämlich bei einer Wöchnerin, so hat der Allbarmherzige den Ärmsten geschont, seines auf ein Zweiunddreißigstel des Armen [herabzusetzen]. –",
"Dies<sup class=\"footnote-marker\">98</sup><i class=\"footnote\">Ein Zweiunddreißigstel von 24 P.s.</i>ist ja ein Viertel Peruṭa weniger!? – Dem ist auch so, nur ist es nicht schicklich, für Gott weniger als eine Peruṭa zu bringen.",
"<sup class=\"footnote-marker\">iv,3</sup> <b>W</b><small>ELCHEN</small> U<small>NTERSCHIED GIBT ES ZWISCHEN EINER</small> S<small>KLAVIN</small><sup class=\"footnote-marker\">99</sup><i class=\"footnote\">Die einem Manne vergeben ist; cf. Lev. 19,20.</i><small>UND ALLEN ANDEREN</small> I<small>NZESTUÖSEN, DENEN SIE NICHT GLEICHT, WEDER HINSICHTLICH DER</small> S<small>TRAFE NOCH HINSICHTLICH DES</small> O<small>PFERS?</small> W<small>EGEN ALLER ANDEREN</small> I<small>NZESTUÖSEN IST EIN</small> S<small>ÜNDOPFER DARZUBRINGEN, WEGEN EINER</small> S<small>KLAVIN ABER EIN</small> S<small>CHULDOPFER; WEGEN ALLER ANDEREN</small> I<small>NZESTUÖSEN EIN MÄNNLICHES</small> [T<small>IER</small>]<sup class=\"footnote-marker\">100</sup><i class=\"footnote\">Als Sündopfer ist ein Männchen u. als Schuldopfer ein Weibchen darzubringen. Dieser Satz ist überflüssig u. fehlt tatsächlich in der Mišna separata.</i><small>, WEGEN EINER</small> S<small>KLAVIN ABER EIN WEIBLICHES; \n</small>",
"BEI ALLEN ANDEREN I<small>NZESTFÄLLEN GLEICHEN DER</small> M<small>ANN UND DAS</small> W<small>EIB EINANDER HINSICHTLICH DER</small> G<small>EISSELUNG</small><sup class=\"footnote-marker\">101</sup><i class=\"footnote\">Bei Vorsätzlichkeit sind beide zu geißeln, bei Unvorsätzlichkeit haben beide ein Opfer darzubringen.</i><small>UND HINSICHTLICH DES</small> O<small>PFERS, BEI DER</small> S<small>KLAVIN ABER GLEICHT DER</small> M<small>ANN NICHT DEM</small> W<small>EIBE HINSICHTLICH DER</small> G<small>EISSELUNG, UND DAS</small> W<small>EIB NICHT DEM</small> M<small>ANNE</small><sup class=\"footnote-marker\">102</sup><i class=\"footnote\">Nur sie ist zu geißeln u. nur er hat ein Opfer darzubringen.</i><small>HINSICHTLICH DES</small> O<small>PFERS; \n</small>",
"BEI ALLEN ANDEREN I<small>NZESTFÄLLEN GLEICHT DIE</small> A<small>NSCHMIEGUNG</small><sup class=\"footnote-marker\">103</sup><i class=\"footnote\">Der Genitalien an einander.</i><small>DEM VOLLENDETEN</small> [B<small>EISCHLAF</small>] <small>UND MAN IST WEGEN JEDES</small> G<small>ESCHLECHTSAKTES BESONDERS</small><sup class=\"footnote-marker\">104</sup><i class=\"footnote\">Was bei einer Sklavin nicht der Fall ist.</i><small>SCHULDIG; \n</small>",
"ENDLICH IST ES BEI DER S<small>KLAVIN STRENGER, \n</small>"
],
[
"INDEM BEI<small>DIESER DIE</small> V<small>ORSÄTZLICHKEIT</small><sup class=\"footnote-marker\">105</sup><i class=\"footnote\">Daß auch in diesem Falle das Opfer darzubringen ist.</i><small>DER</small> V<small>ERSEHENTLICHKEIT GLEICHT</small>.",
"<sup class=\"footnote-marker\">v</sup> V<small>ON WELCHER</small> S<small>KLAVIN</small> [<small>SPRICHT ER</small>]<small>?</small> D<small>IE HALB</small> S<small>KLAVIN UND HALB</small> F<small>REIE IST, DENN ES HEISST:</small><sup class=\"footnote-marker\">106</sup><i class=\"footnote\">Lev. 19,20.</i><i>und ganz ausgelöst ist sie noch nicht worden</i> – <small>SO</small> R. J<small>EHUDA</small>. R. J<small>IŠMA͑ÉL SAGT, DIE EINE RICHTIGE</small> S<small>KLAVIN IST</small>. R. E<small>LIE͑ZER B</small>. J<small>A͑QOB</small><sup class=\"footnote-marker\">107</sup><i class=\"footnote\">In der Mišna separata, wie weiter im T. <span dir=\"rtl\">בן עזריה</span> <span dir=\"rtl\">רי אלעזר</span>.</i><small>SAGTE:</small> B<small>EI ALLEN ANDEREN</small> I<small>NZESTUÖSEN IST DIES</small><sup class=\"footnote-marker\">108</sup><i class=\"footnote\">Daß es sich um Freie handelt.</i><small>KLAR, UND BEI EINER</small> S<small>KLAVIN BLEIBT DER</small> F<small>ALL ZURÜCK, WENN SIE HALB</small> S<small>KLAVIN UND HALB</small> F<small>REIE IST</small>.",
"GEMARA. Woher, daß sie zu geißeln ist und er nicht zu geißeln ist? – Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">106</sup><i class=\"footnote\">Lev. 19,20.</i><i>So soll Strafe sein</i>; dies lehrt, daß sie zu geißeln ist. Man könnte glauben, sie seien beide zu geißeln, so heißt es <i>soll</i><sup class=\"footnote-marker\">109</sup><i class=\"footnote\">Der T. bezieht das Verbum ‘sein’ auf die Sklavin.</i><i>sein</i>, sie ist zu geißeln, nicht aber ist er zu geißeln.",
"Woher, daß ‘Strafe’ den Begriff ‘Geißelung’ hat? R. Jiçḥaq erwiderte: Es erfolge das Vorlesen<sup class=\"footnote-marker\">110</sup><i class=\"footnote\">Das W. <span dir=\"rtl\">בקורת</span> wird von <span dir=\"rtl\">קרא</span>, <i>lesen, vorlesen</i>, abgeleitet. Bei der Geißelung wurde der bezügl. Schriftabschnitt vorgelesen; cf. Mak. Fol. 22b.</i>. Es wird nämlich gelehrt: Der oberste der Richter liest<sup class=\"footnote-marker\">111</sup><i class=\"footnote\">Vgl. Anm. 110.</i>vor, der zweite zählt und der dritte spricht: schlage. R. Aši erwiderte: Es erfolge eine Untersuchung<sup class=\"footnote-marker\">112</sup><i class=\"footnote\">Das W. <span dir=\"rtl\">בקורת</span> wird von <span dir=\"rtl\">בקר</span>, <i>untersuchen</i>, abgeleitet; es wird untersucht, dh. der Delinquent geschätzt, wieviel Streiche er aushalten kann.</i>. Es wird nämlich gelehrt: Man schätzte ihn nur auf soviel Streiche, wie sie sich durch drei<sup class=\"footnote-marker\">113</sup><i class=\"footnote\">Zwei hinten u. einen vorn; cf. Mak. Fol. 23a.</i>teilen lassen.",
"Die Rabbanan lehrten: 1st das Weib zu geißeln, so bringe der Mann ein Opfer, ist das Weib nicht zu geißeln, so bringe der Mann kein Opfer. Woher dies? Raba erwiderte: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">106</sup><i class=\"footnote\">Lev. 19,20.</i><i>Wenn ein Mann bei einem Weibe mit Samenerguß liegt und sie eine einem Manne vergebene Sklavin ist, aber ausgelöst ist sie noch nicht ausgelöst und Freiheit ist ihr noch nicht gegeben worden</i>.",
"Merke, er spricht ja bisher vom Manne, so sollte sie doch [zuerst] sagen:<sup class=\"footnote-marker\">114</sup><i class=\"footnote\">Lev. 19,21.</i><i>so bringe er dem Herrn sein Schuldopfer</i>, und nachher sollte es heißen: <i>so soll Strafe sein</i>, wenn aber der Allbarmherzige zuerst schreibt <i>so soll Strafe sein</i>, und nachher: <i>so bringe er dem Herrn sein Schuldopfer</i>, so meint er es wie folgt: wenn Strafe ist, so bringe er dem Herrn sein Schuldopfer, und wenn keine Strafe ist, so bringe er kein Schuldopfer. –",
"Vielleicht hat die Schrift nur ihn ausgeschlossen, sie aber ist zu geißeln und bringe auch ein Opfer<sup class=\"footnote-marker\">115</sup><i class=\"footnote\">Darin besteht die aus der Schrift deduzierte Ungleichheit zwischen ihm u. ihr.</i>!? – Es heißt: <i>so bringe er sein Schuldopfer dar</i>.",
"R. Jiçḥaq sagte: Man ist nur wegen einer deflorierten Sklavin schuldig, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">106</sup><i class=\"footnote\">Lev. 19,20.</i><i>und sie eine einem Manne vergebene Sklavin ist</i>. – Woher ist es erwiesen, daß ‘vergeben’<sup class=\"footnote-marker\">116</sup><i class=\"footnote\">Das hierfür gebrauchte Textwort <span dir=\"rtl\">נחרפת</span>; diesem ähnlich ist das in den folgenden Schriftversen gebrauchte W. <span dir=\"rtl\">הריפות</span>, Graupen, die durch Stoßen mit einer Keule eine Änderung erfahren haben.</i>den Begriff ‘verändern’<sup class=\"footnote-marker\">117</sup><i class=\"footnote\">Eine deflorierte, deren Körper sich verändert hat.</i>hat? – Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">118</sup><i class=\"footnote\">iiSam. 17,19.</i><i>und sie streute Graupen darüber</i>. Wenn du willst, sage ich: <sup class=\"footnote-marker\">119</sup><i class=\"footnote\">Pr. 27,22.</i><i>wenn du einen Toren im Mörser mit den Graupen stoßest, mit der Keule</i>.",
"<sup class=\"footnote-marker\">120</sup><i class=\"footnote\">Ezr. 10,19.</i><i>Und sie gaben ihre Hand darauf, fortzuschaffen ihre Weiber, und die Schuldigen einen Widder ob ihrer Schuld. R. Ḥisda sagte: Dies<sup class=\"footnote-marker\">121</sup><i class=\"footnote\">Daß sie einen Widder als Schuldopfer brachten.</i> lehrt: daß sie alle vergebenen Sklavinnen beigewohnt hatten</i>.",
"V<small>ON WELCHER</small> S<small>KLAVIN</small> &amp;<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: <i>Aber ausgelöst</i>, man könnte glauben, vollständig, so heißt es <i>nicht ausgelöst</i>; man könnte glauben, überhaupt nicht ausgelöst, so heißt es: <i>und ausgelöst</i>, –",
"In welchem Falle? Ausgelöst und nicht ausgelöst, halb Sklavin und halb Freie, und einem hebräischen Sklaven angelobt – so R. A͑qiba. R. Jišma͑él sagte: Die Schrift spricht von einer kenaa͑nitischen Sklavin, die einem hebräischen Sklaven angelobt ist. Wieso aber heißt es: <i>aber ausgelöst ist sie nicht ausgelöst</i>? – Die Tora gebraucht die übliche Redewendung<sup class=\"footnote-marker\">122</sup><i class=\"footnote\">Der unnötige Gebrauch des Infinitivs ist nur eine Redewendung u. hat keine exegetische Bedeutung.</i>der Menschen.",
"R. Elea͑zar b. A͑zarja sagte: Bei allen anderen Inzestuösen ist dies<sup class=\"footnote-marker\">108</sup><i class=\"footnote\">Daß es sich um Freie handelt.</i>klar, und bei einer Sklavin bleibt der Fall zurück, wenn sie halb Sklavin und halb Freie ist, und sie einem hebräischen Sklaven angelobt ist. Andere sagen:<sup class=\"footnote-marker\">106</sup><i class=\"footnote\">Lev. 19,20.</i><i>Sie sollen nicht getötet werden, denn sie waren nicht freigelassen</i>; die Schrift spricht von einer kenaa͑nitischen Sklavin, die einem kenaa͑nitischen Sklaven angelobt ist.",
"Allerdings ist R. Jišma͑él der Ansicht, mit [den Worten:] <i>und ausgelöst ist sie nicht ausgelöst</i>, gebrauche die Tora die übliche Redewendung der Menschen, wie er selber es lehrt, woher aber entnimmt er seine Lehre: einem hebräischen Sklaven angelobt? – Es heißt: <i>denn sie war nicht freigelassen</i>, demnach war er wohl freigelassen. –",
"R. Elea͑zar b. A͑zarja lehrt ja dasselbe, was R. A͑qiba!? – Er sprach es zu R. Jišma͑él: ich bin sonst deiner Ansicht, daß die Tora die übliche Redewendung der Menschen gebrauche, hierbei aber ist es anders; merke, die Schrift sagt ja bereits: <i>denn sie war nicht freigelassen</i>, wozu heißt es noch: <i>aber ausgelöst ist sie nicht ausgelöst</i>? Schließe hieraus, daß dies hierauf deutet: die halb Sklavin und halb Freie ist. –",
"Allerdings sind die anderen der Ansicht, mit [den Worten] <i>aber ausgelöst ist sie nicht ausgelöst</i>, gebrauche die Tora die übliche Redewendung der Menschen, woher aber, daß dies von einem kenaa͑nitischen Sklaven gilt? – Die Schrift sagt: <i>denn sie war nicht freigelassen</i>, und da dies nicht auf sie zu beziehen<sup class=\"footnote-marker\">123</sup><i class=\"footnote\">Da es bereits vorangehend heißt: aber ausgelöst ist sie nicht.</i>ist, so beziehe man es auf ihn.",
"<sup class=\"footnote-marker\">vi</sup> <b>B</b><small>EI ALLEN ANDEREN</small> I<small>NZESTFÄLLEN IST, WENN EIN</small> T<small>EIL GROSSJÄHRIG UND EINER MINDERJÄHRIG IST, DER MINDERJÄHRIGE</small><sup class=\"footnote-marker\">124</sup><i class=\"footnote\">Was aber bei der Sklavin nicht der Fall ist.</i><small>FREI; WENN EINER WACH UND EINER IM</small> S<small>CHLAFE WAR, DER IM</small> S<small>CHLAFE WAR, FREI</small><sup class=\"footnote-marker\">124</sup><i class=\"footnote\">Was aber bei der Sklavin nicht der Fall ist.</i><small>; WENN EINER VERSEHENTLICH UND EINER VORSÄTZLICH, DER VERSEHENTLICH GEHANDELT HAT, EIN</small> S<small>ÜNDORFER, UND DER VORSÄTZLICH, DER</small> A<small>USROTTUNG SCHULDIG</small>.",
"GEMARA. Ist denn hierbei ein Minderjähriger schuldig!? R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt: bei allen anderen Inzestfällen ist, wenn ein Teil großjährig und einer minderjährig ist, der minderjährige frei und der großjährige schuldig, hierbei aber ist auch der großjährige frei, aus dem Grunde, weil sie einander<sup class=\"footnote-marker\">125</sup><i class=\"footnote\">ist einer frei, so ist auch der andere frei.</i>gleichen. –",
"Bei allen anderen Inzestfällen ist, wenn einer wach und einer im Schlafe war, der im Schlafe war, frei; ist denn hierbei der Schlafende schuldig? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Er meint es wie folgt: bei allen anderen Inzestfällen ist, wenn ein Teil wach und einer im Schlafe war, der im Schlafe war, frei, und der wach war, schuldig, hierbei aber ist, auch der wach war, frei, weil sie einander gleichen<sup class=\"footnote-marker\">125</sup><i class=\"footnote\">ist einer frei, so ist auch der andere frei.</i>.",
"Ein Jünger rezitierte vor R. Šešeth: Sie haben gleichgestellt den vollendeten [Beischlaf] der Anschmiegung, die Absichtlichkeit der Absichtslosigkeit, den natürlichen Beischlaf dem widernatürlichen, den Wachen dem Schlafenden.",
"Da sprach dieser zu ihm: Von wem sprichst du: wenn etwa von einer vergebenen Sklavin, wieso haben sie den vollendeten [Beischlaf] der Anschmiegung gleichgestellt, bei der vergebenen Sklavin ist man ja wegen des vollendeten [Beischlafs] schuldig und wegen der Anschmiegung nicht schuldig. Und wieso ferner die Absichtlichkeit der Absichtslosigkeit, man ist ja, wenn absichtlich, schuldig, und wenn absichtslos, nicht schuldig.",
"Und wieso ferner den natürlichen Beischlaf dem widernatürlichen, bei der vergebenen Sklavin ist man ja wegen des natürlichen schuldig und wegen des widernatürlichen nicht schuldig, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">106</sup><i class=\"footnote\">Lev. 19,20.</i><i>mit Samenerguß</i>. Und wieso ferner den Wachen dem Schlafenden!?",
"Und wenn von anderen Inzestfällen, wieso den vollendeten [Beischlaf] der Anschmiegung,"
],
[
"es sollte ja entgegengesetzt gelehrt werden!?",
"Jener entgegnete: Soll ich es streichen? Dieser erwiderte: Nein, die Lehre muß wie folgt lauten: sie haben bei der vergebenen Sklavin den vollendeten [Beischlaf] auf widernatürliche Weise der Anschmiegung auf natürliche Weise gleichgestellt, weswegen man nicht schuldig ist, denn es heißt: <i>mit Samenerguß</i>.",
"Sie haben bei der Sklavin die Absichtlichkeit bei widernatürlicher Weise der Absichtslosigkeit gleichgestellt, daß man frei ist, denn es heißt: <i>mit Samenerguß</i>. Sie haben bei der vergebenen Sklavin den Wachen bei widernatürlicher Weise dem Schlafenden gleichgestellt, denn es heißt: <i>mit Samenerguß</i>.",
"Es ergibt sich also, daß bei der Sklavin die Absichtlichkeit bei der Anschmiegung der Absichtslosigkeit bei allen anderen Inzestfällen gleicht; [es ergibt sich also, daß bei, der Sklavin] der Schlafende bei natürlicher Weise dem Schlafenden bei allen anderen Inzestfällen gleicht; und es ergibt sich also, daß bei der Sklavin der Wache bei widernatürlicher Weise dem Schlafenden bei allen anderen Inzestfällen gleicht.",
"",
"<b>W</b>ENN <small>SIE</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Zwei Zeugen.</i> <small>ZU EINEM SAGEN: DU HAST</small> T<small>ALG</small><sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Als Beispiel für irgend eine Sünde, derentwegen bei Unvorsätzlichkeit ein Sündopfer darzubringen ist.</i> <small>GEGESSEN, SO MUSS ER EIN</small> S<small>ÜNDOPFER BRINGEN</small>. W<small>ENN EIN</small> Z<small>EUGE SAGT, ER HABE GEGESSEN, UND EIN</small> Z<small>EUGE SAGT, ER HABE NICHT GEGESSEN, WENN EINE</small> F<small>RAU SAGT, ER HABE GEGESSEN, UND EINE</small> F<small>RAU SAGT, ER HABE NICHT GEGESSEN, SO MUSS ER EIN</small> S<small>CHWEBE-</small>S<small>CHULDOPFER BRINGEN</small>. W<small>ENN EIN</small> Z<small>EUGE SAGT, ER HABE GEGESSEN, UND ER SELBER SAGT, ER HABE NICHT GEGESSEN, SO IST ER FREI; \n</small>",
"WENN ZWEI SAGEN, ER HABE GEGESSEN, UND ER SELBER SAGT, ER HABE NICHT GEGESSEN, SO IST ER NACH R. M<small>EÍR SCHULDIG</small>. R. M<small>EÍR SPRACH:</small> W<small>ENN ZWEI IHN ZUR SCHWEREN</small> T<small>ODESSTRAFE BRINGEN, WIE SOLLTEN SIE IHN NICHT ZUM LEICHTEREN</small> O<small>PFER BRINGEN KÖNNEN</small>. S<small>IE ERWIDERTEN IHM:</small> W<small>IE ABER, WENN ER SAGT, ER HABE ES VORSÄTZLICH GETAN; DANN IST ER JA FREI</small>.",
"<sup>ii</sup> H<small>AT ER BEI EINEM</small> E<small>NTFALLEN</small> T<small>ALG GEGESSEN UND ABERMALS</small> T<small>ALG GEGESSEN, SO IST ER NUR EINMAL SCHULDIG; HAT ER</small> T<small>ALG</small>, B<small>LUT</small>, V<small>ERWERFLICHES UND</small> Ü<small>BRIGGEBLIEBENES BEI EINEM</small> E<small>NTFALLEN GEGESSEN, SO IST ER WEGEN JEDES BESONDERS SCHULDIG</small>.",
"H<small>IERIN IST ES BEI MEHREREN</small> A<small>RTEN STRENGER ALS BEI EINER</small> A<small>RT, IN FOLGENDEM ABER IST ES BEI EINER</small> A<small>RT STRENGER ALS BEI MEHREREN</small>. A<small>RTEN: HAT MAN BEI EINEM</small> E<small>NTFALLEN EINE HALBE</small> O<small>LIVE GEGESSEN UND WIEDERUM EINE HALBE</small> O<small>LIVE GEGESSEN, SO IST MAN, WENN VON EINER</small> A<small>RT, SCHULDIG, UND WENN VON ZWEI</small> A<small>RTEN, FREI</small>.",
"GEMARA. Er lehrt, daß, wenn sie zu ihm sagen, er habe Talg gegessen, er ein Sündopfer bringen müsse. ‘Sie<sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Im Hebräischen wird für das unpersönliche Pronomen ‘man’ die Mehrzahl gebraucht.</i> sagen’, das sind zwei; was erwidert er ihnen: wollte man sagen, wenn er schweigt und ihnen nicht widerspricht, wonach er nur beim Schweigen zweien gegenüber ein Sündopfer bringe, nicht aber beim Schweigen einem gegenüber;",
"wie ist demnach der Mittelsatz zu erklären: wenn ein Zeuge sagt, er habe gegessen, und er selber sagt, er habe nicht gegessen, [so ist er frei]. Nur wenn er ihm widerspricht, wenn er aber schweigt, ist er schuldig, und um so mehr, wenn es zwei sind!? –",
"Vielmehr, wenn er ihnen widerspricht; dies nach R. Meír, welcher sagt, das Widersprechen sei zweien gegenüber bedeutungslos, nach den Rabbanan aber ist er frei. –",
"Was lehrt er uns da, dies geht ja aus dem Schlußsatze hervor!? – Er lehrt uns folgendes, daß nämlich hierüber ein Streit zwischen R. Meír und den Rabbanan besteht, und nur, wenn er ihnen widerspricht.",
"Manche lesen: Unter ‘sie<sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Im Hebräischen wird für das unpersönliche Pronomen ‘man’ die Mehrzahl gebraucht.</i>sagen’ ist auch einer zu verstehen, wie gelehrt wird: wenn sie zu einer Frau, deren Mann nach überseeischen Ländern verreist war, gekommen waren und zu ihr gesagt haben, ihr Mann sei gestorben, und sie sich verheiratet hat, und darauf ihr Mann heimkehrt, so muß sie von diesem und von jenem geschieden werden, und es ist uns bekannt, daß dies auch von einem [Zeugen] gilt. –",
"Woher dies? – Weil im Schlußsätze gelehrt wird, daß, wenn sie sich ohne Erlaubnis verheiratet hat, sie zu ihm<sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Zu ihrem ersten Manne.</i> zurückkehren dürfe. Ohne Erlaubnis heißt ja ohne Erlaubnis des Gerichtes, sondern durch einen Zeugen. –",
"Da heißt es also von einem Zeugen ‘sie sagen’, ebenso ist hierbei unter ‘sie sagen’ auch ein Zeuge zu verstehen.",
"Was sagt er nun: wollte man sagen, wenn er ihm widerspricht, wieso bringe er ein Opfer, er lehrt ja im Mittelsatze, wenn ein Zeuge sagt, er habe gegessen, und er selber sagt, er habe nicht gegessen, sei er frei;",
"doch wohl, wenn er schweigt, und dies geht ja schon aus dem Mittelsatze hervor: wenn ein Zeuge sagt<sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Sc. und er ihm widerspricht, so ist er frei.</i> &amp;c.; nur wenn er ihm widerspricht, wenn er aber schweigt, ist er schuldig!? –",
"Tatsächlich, wenn er ihm nicht widerspricht, und er meint es wie folgt: wenn sie zu ihm sagen, er habe Talg gegessen, so bringe er ein Sündopfer; dies nur in dem Falle, wenn er schweigt, wenn er ihnen aber widerspricht, ist er frei.",
"Wo ist aus der Tora zu entnehmen, daß, wenn er ihnen nicht widerspricht, er schuldig sei? – Die Rabbanan lehrten: <sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Lev. 4,23.</i><i>Oder er sich seiner Sünde bewußt wird</i>, nicht aber, wenn andere es ihm mitteilen; man könnte glauben, auch wenn er ihnen nicht widerspricht, so heißt es: <i>oder er sich bewußt wird</i>, auf jede Weise.",
"In welchem Falle: wollte man sagen, wenn es zwei sind, so ist ja, wenn es zwei sind und er ihnen nicht widerspricht, kein Schriftvers nötig:"
],
[
"doch wohl einer, und er lehrt, daß er, wenn jener ihm nicht widerspricht, glaubhaft sei. Schließe hieraus.",
"R. M<small>EÍR SPRACH:</small> E<small>S IST</small> [<small>DURCH EINEN</small> S<small>CHLUSS</small>] <small>VOM</small> L<small>EICHTEREN AUF DAS</small> S<small>CHWERERE ZU FOLGERN</small><sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Diese Worte befinden sich in der Mišna nur in Handschriften.</i> &amp;<small>C</small>.",
"Sie fragten: Was ist der Grund der Rabbanan: weil jeder für sich selber<sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">In einem derartigen Falle, wo es sich um sein Seelenheil handelt.</i> glaubhafter ist als hundert andere oder aber, weil wir sagen, da er frei wäre, wenn er gesagt hätte, er habe es vorsätzlich getan, so ist er glaubhaft und daher frei, auch wenn er sagt, er habe nicht gegessen? –",
"In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Hiervon hinsichtlich der Verunreinigung<sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Bei einer Unterbrechung durch Verunreinigung; wenn beispielsweise 2 Personen zu ihm sagen, er habe unrein den Tempel betreten, u. er dies bestreitet.</i>zu entscheiden; wenn du sagst, der Grund der Rabbanan sei, weil jeder für sich selber glaubhafter ist als hundert andere, so ist es einerlei, ob eine frische Verunreinigung<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Fine desselben Tages; in diesem Falle kann er nicht sagen, er habe ein Tauchbad genommen u. Reinheit erlangt, denn dies kann erst abends erfolgen.</i> oder eine alle Verunreinigung,",
"und wenn du sagst, der Grund der Rabbanan sei, weil wir ‘wenn’<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Od. weil’; er ist deshalb glaubhaft, weil er, ‘wenn’ er lügen wollte, zu seinem Vorteil etwas anderes sagen könnte.</i>sagen, so befreien ihn die Rabbanan bei einer alten Verunreinigung, bei einer frischen Verunreinigung aber ist er schuldig. Bei einer alten Verunreinigung könnte er nämlich, wenn er wollte, sagen, er habe ein Tauchbad genommen, und wäre frei, somit ist er frei, auch wenn er sagt, er war nicht unrein, denn unter ‘nicht unrein’ versteht er, er sei bei seiner Unreinheit nicht verblieben, sondern habe ein Tauchbad genommen;",
"bei einer frischen Verunreinigung aber ist er schuldig, denn auch wenn er sagt, er habe ein Tauchbad genommen, ist er schuldig, denn die Zeugen sagen ja, er sei erst jetzt<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Auch wenn er ein Tauchbad genommen hat, bleibt er bis zum Abend unrein, sodaß er auf jeden Fall den Tempel unrein betreten hat.</i>unrein geworden.",
"Wie ist es nun? – Komm und höre: Wenn ein Zeuge zu ihm sagt: du warst<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Reim Betreten des Tempels.</i> unrein, er aber sagt: ich war nicht unrein, so ist er frei; man könnte glauben, auch wenn zwei, so ist, wie R. Meír sagt, [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn zwei ihn zur schweren Todesstrafe bringen, wie sollten sie ihn nicht zum leichteren Opfer bringen können. Die Weisen sagen, jeder sei für sich selber glaubhafter als hundert andere. Hier heißt es also, der Grund der Rabbanan sei, weil jeder für sich selber glaubhafter ist als hundert andere.",
"R. Ami erwiderte: Tatsächlich ist der Grund der Rabbanan, weil wir ‘wenn’ sagen, und diese Lehre ist wie folgt zu verstehen: da er frei ist, wenn er sagt, er sei nicht unrein gewesen, so ist jeder für sich selber glaubhafter als hundert andere. – Demnach<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Wenn auch in diesem Falle, dies der Grund der Rabbanan ist.</i>ist dies ja derselbe Fall, wie beim Talgessen!? –",
"Man könnte glauben, beim Talgessen könne er seine Worte rechtfertigen, er habe nicht versehentlich gegessen, sondern vorsätzlich, wenn man aber zu ihm sagt: du warst unrein, und er sagt: ich war nicht unrein, könne er seine Worte nicht rechtfertigen, so lehrt er uns, daß auch dies heißen kann, er wäre nicht bei seiner Unreinheit verblieben, sondern habe ein Tauchbad genommen. –",
"Komm und höre:<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Lev. 5,5.</i><i>Er bekenne</i>; wenn er die Sache bekennt, ist er schuldig, wenn er die Sache nicht bekennt, ist er frei. Wenn ein Zeuge zu ihm sagt: du warst unrein, und er sagt: ich war nicht unrein, so ist er frei;",
"man könnte glauben, auch wenn zwei, und er ihnen widerspricht, so ist, wie R. Meír sagt, [zu folgern:] wenn zwei ihn zur schweren Todesstrafe bringen, wie sollten sie ihn nicht zum leichteren Opfer bringen können. R. Jehuda sagt, jeder sei für sich selber glaubhafter als hundert andere.",
"Die Weisen pflichten jedoch R. Jehuda bei beim Talg und beim Eintreten in den Tempel<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Wenn der Zweifel darin besteht, ob er den Tempel betreten hat oder nicht.</i>. Hinsichtlich der Verunreinigung aber pflichten sie ihm nicht bei<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Bei den ersteren Fällen, weil er sagen könnte, es sei vorsätzlich geschehen; wenn er aber die Verunreinigung bestreitet, so scheidet diese Begründung aus. Dies ist also der Grund der Weisen.</i>. –",
"Von welcher Verunreinigung wird hier gesprochen:"
],
[
"wollte man sagen, von einer alten, so pflichten sie ihm ja beim Talge und beim Eintreten in den Tempel deshalb bei, weil er, wenn er wollte, sagen könnte, er habe es vorsätzlich getan, und auch bei einer allen Verunreinigung könnte er ja, wenn er wollte, seine Worte rechtfertigen und sagen, er wäre bei der Unreinheit nicht verblieben, sondern habe ein Tauchbad genommen!?",
"Rabina erwiderte: Tatsächlich von einer alten Verunreinigung, wenn aber die Zeugen zu ihm sagen, er habe Heiliges bei Unreinheit des Körpers gegessen, und er ihnen erwidert, er sei nicht unrein gewesen. Hierbei kann er seine Worte nicht rechtfertigen; er kann nicht sagen, er wäre bei der Unreinheit nicht verblieben, sondern habe ein Tauchbad genommen,",
"denn auch, wenn er sagt, er habe ein Tauchbad genommen und gegessen, widerspricht er immerhin seiner ersten Behauptung hinsichtlich der Verunreinigung durch Berührung<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Wenn er sagt, es war nicht unrein, so heißt dies, er sei mit der unreinen Sache überhaupt nicht in Berührung gekommen.</i>.",
"R. Naḥman sagte: Die Halakha ist wie R. Jehuda. R. Joseph sagte: Er sagte es<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Daß er für sich glaubhaft ist.</i>nur, soweit es ihn selber betrifft<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Er darf beispielsweise anderen keine Speisen verabreichen, die er berührt hat.</i>.",
"Reš Laqiš sagte: R. Meír pflichtet den Weisen bei, daß, wenn zwei zu ihm sagen, er habe eine vergebene Sklavin beschlafen, und er sagt, er habe keine beschlafen, er glaubhaft sei, denn wenn er wollte, könnte er zu ihnen sagen, er habe den Akt nicht vollendet<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Cf. supra Fol. 11a.</i>.",
"R. Šešeth sagte: R. Meír pflichtet den Weisen bei, daß, wenn zwei zu einem (unreinen) Naziräer sagen, er habe sich verunreinigt<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">An einem Toten.</i>, und er sagt, er habe sich nicht verunreinigt, er frei sei, denn wenn er wollte, könnte er sagen, er habe sich sein Nazirat auflösen lassen<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Sodaß ihm die Verunreinigung überhaupt nicht verboten war.</i>.",
"Abajjo sagte: R. Meír pflichtet den Weisen bei, daß, wenn zwei zu ihm sagen, er habe für jenen Zeugnis abzulegen<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 5,1.</i>gewußt, und er sagt, er habe nicht gewußt, er frei sei, denn wenn er wollte, könnte er sagen, er habe sich den Vorfall nicht gemerkt<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Seine Aussage hätte gar keine Bedeutung. So ist dieser Satz sinngemäß zu verstehen.</i>.",
"H<small>AT ER BEI EINEM</small> E<small>NTFALLEN</small> T<small>ALG GEGESSEN UND ABERMALS</small> T<small>ALG GEGESSEN</small> &amp;<small>C</small>. R. Zera wandte ein: Wieso ist er nur ein Sündopfer schuldig, er hat ja zwei Oliven Talg<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Er sollte wegen jedes olivengroßen Quantums schuldig sein.</i>gegessen!?",
"Abajje erwiderte ihm: Das Entfallen teilt sie, und hierbei ist es bei einem Entfallen erfolgt.",
"Manche erheben den Einwand wie folgt: Nur bei einem Entfallen, wenn aber bei zweimaligem Entfallen, ist er zweimal schuldig. Weshalb denn, es handelt sich ja um das eine Verbot des Talges!? Abajje erwiderte: Das Entfallen teilt sie.",
"H<small>AT ER</small> T<small>ALG</small>, B<small>LUT</small>, V<small>ERWERFLICHES UND</small> Ü<small>BRIGGEBLIEBENES GEGESSEN, SO IST ER SCHULDIG</small> &amp;<small>C</small>.",
"Selbstverständlich<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Daß man schuldig ist wegen zweier halber Quantitäten von einer Art bei einem Entfallen.</i>!? Reš Laqiš erwiderte im Namen des Bar Taíṭani: Wenn er sie aus zwei Schüsseln gegessen hat, und zwar nach R. Jehošua͑, welcher sagt, die Schüsseln teilen.",
"Man könnte glauben, R. Jehošua͑ sage es erleichternd<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Daß er in unserem Falle durch die Teilung frei sei.</i>und erschwerend<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Daß man wegen zweier olivengroßer Quantitäten in 2 Schüsseln bei einem Entfallen zweimal schuldig sei.</i>, so lehrt er uns, daß er schuldig sei, wonach er dies nur erschwerend sagt und nicht erleichternd.",
"Manche beziehen dies auf den Schlußsatz: wenn von zwei Arten, frei. Selbstverständlich!? Reš Laqiš erwiderte im Namen des Bar Taíṭani: Wenn er sie aus zwei Schüsseln gegessen hat, und zwar nach R. Jehošua͑, welcher sagt, die Schüsseln teilen.",
"Man könnte glauben, R. Jehošua͑ sage es nur erschwerend und nicht erleichternd, so lehrt er uns, daß er bei zwei Arten frei sei.",
"Unter zwei Arten ist nämlich zu verstehen, auch von einer Art, und er nennt es deshalb zwei Arten, weil er sie aus zwei Schüsseln gegessen hat. Er lehrt, daß er frei sei, somit sagt es R. Jehošua͑ sowohl erleichternd als auch erschwerend. –",
"Wenn der Schlußsatz von einer Art aus zwei Schüsseln spricht, so spricht ja der Anfangsatz von einer Art aus einer Schüssel, und dies ist ja selbstverständlich!?",
"Rabina erwiderte: Wenn er sich zwischen beiden bewußt geworden war, und zwar nach R. Gamliél, welcher sagt, es gebe kein Bewußtwerden für ein halbes<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Vielmehr werden das halbe Quantum vor dem Bewußtwerden u. das halbe Quantum nach dem Bewußtwerden vereinigt.</i>Quantum.",
"Es wird nämlich gelehrt: Wer zwei Buchstaben bei zweimaligem Entfallen geschrieben<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Am Šabbath; das Schreiben zweier Buchstaben gilt als eine strafbare Arbeit; cf. Sab. Fol. 103a.</i>hat, einmal morgens und einmal abends, ist nach R. Gamliél schuldig und nach den Weisen frei.",
"R. Gamliél ist der Ansicht, es gebe kein Bewußtwerden für ein halbes Quantum, und die Rabbanan sind der Ansicht, es gebe ein Bewußtwerden für ein halbes Quantum.",
"<sup class=\"footnote-marker\">iii</sup> <b>W</b><small>IE LANGE KANN, DER SIE GEGESSEN HAT, DABEI VERBRACHT</small><sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Dh. innerhalb welcher Zeit müssen beide halbe Quantitäten gegessen worden sein, um zu einem strafbaren Quantum vereinigt zu werden.</i><small>HABEN</small>? A<small>LS WENN MAN GERÖSTETE</small> Ä<small>HREN</small><sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Einzelne Körner, eines nach dem anderen, im Quantum einer Olive.</i><small>ISST</small> – <small>SO</small> R. M<small>EÍR</small>. D<small>IE</small> W<small>EISEN SAGEN, NUR WENN ER VOM</small> A<small>NFANG BIS ZUM</small> E<small>NDE DABEI SOLANGE VERBRACHT HAT, ALS MAN EIN</small> P<small>ERAS ISST, SEI ER SCHULDIG</small>.",
"W<small>ER UNREINE</small> S<small>PEISEN GEGESSEN ODER UNREINE</small> G<small>ETRANKE GETRUNKEN HAT, ODER WER</small><sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Ein Priester, der zum Tempeldienste geht.</i><small>EIN</small> V<small>IERTELLOG</small> W<small>EIN GETRUNKEN HAT, UND IN DAS</small> H<small>EILIGTUM GETRETEN IST</small><sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Nach den Dezisoren, wenn er da Dienst getan hat.</i><small>UND DA SOLANGE VERWEILT HAT, ALS MAN EIN</small> P<small>ERAS ISST, IST SCHULDIG</small>. R. E<small>LEA͑ZAU SAGT, HAT ER</small><sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Der Priester beim Weintrinken.</i><small>DABEI UNTERBROCHEN ODER ETWAS</small> W<small>ASSER HINEINGETAN, SEI ER FREI</small>.",
"GEMARA. Sie fragten: Sagt es R. Meír erschwerend oder sagt er es erleichternd? Sagt er es erschwerend, und er meint es wie folgt: als wenn man geröstete Ähren ißt, auch den ganzen Tag, obgleich es vom Anfang bis zum Ende länger dauert als man ein Peras ißt, denn da sein Essen sich hingezogen hat, ist er schuldig, und hierzu sagten die Rabbanan zu ihm, er sei schuldig, nur wenn er dabei solange verbracht hat, als man ein Peras ißt, wenn aber länger als man ein Peras ißt, sei er frei.",
"Oder sagt er es erleichternd, und meint er es wie folgt: als wenn man geröstete Ähren ißt und dabei nicht unterbricht, hat er aber dabei unterbrochen, so ist er frei, auch wenn vom Anfang bis zum Ende innerhalb der Zeit, in der man ein Peras ißt, und hierzu sagten die Rabbanan zu ihm, da vom Anfang bis zum Ende innerhalb der Zeit, in der man ein Peras ißt, sei er schuldig. –",
"Komm und höre: Die Weisen sagen, nur wenn er vom Anfang bis zum Ende dabei solange verbracht hat, als man ein Peras ißt."
],
[
"Erklärlich ist es, wenn du sagst, R. Meír sage es erschwerend, daß er lehrt: nur wenn er verbracht hat, nur wenn er dabei solange verbracht hat, als man ein Peras ißt;",
"wenn du aber sagst, R. Meír sage es erleichternd, so müßte es ja heißen: die Weisen sagen, schon wenn er dabei verbracht hat!? Hieraus ist also zu entnehmen, daß R. Meír es erschwerend sagt. Schließe hieraus.",
"Rabanaj sagte im Namen Šemuéls: Bei Talg und Aas<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Sc. werden die halben Quantitäten zum Quantum einer Olive vereinigt.</i>, wenn er vom Anfang bis zum Ende solange verbracht hat, als man ein Peras ißt; bei unreinen Speisen, Ekel- und Kriechtieren und Getränken<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Die den Körper unrein machen bei einem halben Peras, bezw. einem Viertellog.</i>, auch den ganzen Tag, als man ein Peras ißt. – Wie meint er es?",
"R. Papa erwiderte: Er meint es wie folgt: auch den ganzen Tag, nur muß er jedes Olivenquantum<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Die genannten Maße enthalten mehrere.</i>gegessen haben innerhalb der Zeit, in der man ein Peras ißt.",
"Man wandte ein: Alle [unreinen] Speisen werden vereinigt, um im Quantum eines halben Peras den Körper untauglich<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Für das Heilige.</i>zu machen. Doch wohl, wenn man ein halbes Peras gegessen hat innerhalb der Zeit, in der man ein Peras ißt!? – Nein, wenn man jedes Olivenquantum gegessen hat innerhalb der Zeit, in der man ein Peras ißt.",
"Man wandte ein: Alle Speisen werden [beim Essen] innerhalb der Zeit, in der man ein Peras ißt, vereinigt, um im Quantum eines halben Peras den Körper untauglich zu machen. Zum Beispiel: hat er gegessen und wiederum gegessen, so werden sie, wenn es vom Anfang des ersten Essens bis zum Ende des letzten Essens solange gedauert hat, als man ein Peras ißt, vereinigt, wenn aber mehr, so werden sie nicht vereinigt.",
"Man hat dem, der weniger als das Quantum gegessen hat, nicht hinabzusteigen und ein Tauchbad zu nehmen erlaubt; wenn er hinabgestiegen ist, ein Tauchbad genommen hat, heraufgestiegen ist und [das Quantum] ergänzt hat, so werden sie vereinigt. Einer Schwangeren hat man weniger als das Quantum zu essen erlaubt, wegen der Gefahr.",
"Alle Getränke werden [beim Trinken] innerhalb der Zeit, in der man ein Peras ißt, vereinigt, um im Quantum eines Viertellog den Körper untauglich zu machen. Zum Beispiel: hat er getrunken und wiederum getrunken, so werden sie, wenn es vom Anfang des ersten Trinkens bis zum Ende des letzten Trinkens solange gedauert hat, als man ein Peras ißt, vereinigt, wenn aber mehr, so werden sie nicht vereinigt.",
"Man hat [einer Frau], die mit einem Leichenunreinen in Berührung gekommen ist, ihr Kind zu säugen erlaubt, und ihr Kind ist rein.",
"Hier wird also gelehrt, wenn es vom Anfang des ersten Essens bis zum Ende des letzten Essens solange gedauert hat, als man ein Peras ißt, werden sie vereinigt. Dies ist eine Widerlegung Babanajs. Eine Widerlegung.",
"Der Meister sagte: Man hat dem, der weniger als das Quantum gegessen hat, nicht hinabzusteigen und ein Tauchbad zu nehmen erlaubt. Wie ist dies zu verstehen?",
"R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt: hat er weniger als das Quantum gegessen, so hat man ihm hinabzusteigen und ein Tauchbad zu nehmen nicht erlaubt, weil, wenn er hinabsteigt, ein Tauchbad nimmt, heraufkommt und [das Quantum] ergänzt, sie vereinigt werden, er aber könnte glauben, das vorangehende Untertauchen sei wirksam, ohne zu wissen, daß das Untertauchen nur nachher wirksam ist. –",
"Er lehrt, man habe einer Schwangeren weniger als das Quantum zu essen erlaubt, wegen der Gefahr. Wegen der Gefahr sollte sie doch auch mehr essen dürfen!? R. Papa erwiderte: Er meint es wie folgt: man hat einer Schwangeren in kleineren Quantitäten auch mehr erlaubt, wegen der Gefahr. –",
"Er lehrt, man habe [einer Frau], die mit einem Leichenunreinen in Berührung gekommen ist, ihr Kind zu säugen erlaubt, und ihr Kind ist rein. Wieso rein, sobald es von der Milch saugt, wird es ja durch die Milch unrein!?",
"Wolltest du sagen, [die Milch] sei nicht verunreinigungsfähig<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Die Milch gilt als Speise u. überträgt die Unreinheit nicht. Speisen werden verunreinigungsfähig, nur wenn sie dazu durch eine Flüssigkeit befähigt worden sind; cf. Lev. 11,38.</i>geworden, so ist sie ja durch den Schmutztropfen an der Brustwarze verunreinigungsfähig geworden. R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Wenn es mit einem Zuge gesogen und an der Brustwarze keinen Schmutztropfen zurückgelassen hat.",
"Raba sprach: Dagegen ist zweierlei einzuwenden: erstens sehen wir, daß der Mund des Kindes voll Milch<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Sodaß ein Tropfen an der Brustwarze haften bleiben muß.</i>ist, und ferner gilt ja die Milchstelle als Quelle<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Die Milch in der Brust gilt weder als Speise noch als Getränk, sondern als Sekret des Körpers, wie Urin und Speichel, die bei einem levit. Unreinen verunreinigend sind.</i>,",
"denn es wird gelehrt, die Milch von einem Weibe verunreinige<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Sie ist verunreinigungsfähig u. macht auch Speisen verunreinigungsfähig.</i>, ob gewollt oder ungewollt<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Ob man sie zapft od. sie von selber tropft.</i>, und die von einem Vieh verunreinige nur gewollt.",
"Ungewollt heißt es wohl, wenn es ihm nicht erwünscht<sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Flüssigkeiten machen Speisen verunreinigungsfähig nur dann, wenn die Befeuchtung dem Eigentümer der Speisen erwünscht ist.</i>ist, und er lehrt, sie sei verunreinigend!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, ist ihr Kind aus folgendem Grunde rein: es ist zweifelhaft, ob es das erforderliche Quantum gesogen hat oder nicht gesogen hat, und auch wenn du sagst, es habe gesogen, ist es noch zweifelhaft, ob es gesogen hat innerhalb der Zeit, in der man ein Peras ißt, oder es gesogen hat länger als man ein Peras ißt. –",
"Raba ist also der Ansicht, die Stelle der Milch gelte als Quelle und eine Befähigung<sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Zur Verunreinigung, durch eine Flüssigkeit.</i>sei nicht erforderlich;",
"wir haben ja aber gelernt, wenn ein Tropfen Milch aus der Brust einer [unreinen] Frau tropft und in den Hohlraum eines Ofens<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Die Backöfen hatten die Form eines Topfes u. galten als Gefäß.</i>fällt, sei der Ofen unrein, und auf unsere Frage, wodurch denn [der Tropfen] verunreinigungsfähig wurde, erwiderte R. Joḥanan, durch den Schmutztropfen an der Brustwarze<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Wäre die Milchstelle als ‘Quelle’ anzusehen, so müßte die Milch an sich unrein sein.</i>!?",
"Wolltest du erwidern, Raba sei nicht der Ansicht R. Joḥanans, so wird ja gelehrt: Es ergibt sich also, daß es beim Flußbehafteten neun Flüssigkeiten gibt: Schweiß, übelriechende Aussonderung<sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Schleim od. Eiter.</i>und Kot sind reiner als alle<sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">Sie sind weder lev. unrein noch machen sie als Flüssigkeit verunreinigungsfähig.</i>; die Tränen seines Auges, das Blut seiner Verletzung"
],
[
"und die Milch einer Frau sind als Flüssigkeiten im Quantum eines Viertellogs verunreinigend; sein Speichel, sein Fluß und sein Urin sind schwer verunreinigend, in jedem Quantum.",
"Wenn du nun sagst, die Stelle der Milch gelte als Quelle, so sollte doch auch die Milch gleich seinem Flusse und seinem Speichel schwer verunreinigend sein in jedem Quantum!? Hieraus ist also zu entnehmen, daß die Milchstelle eines Weibes nicht als Quelle gilt. –",
"Dagegen ist ja aber einzuwenden aus der von Raba angezogenen Lehre, [die Milch] verunreinige, ob gewollt oder ungewollt<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Da auch ungewollt, so gilt die Milchstelle als ‘Quelle’.</i>!? –",
"Du glaubst, ungewollt heiße es, wenn es ihm unerwünscht ist; nein, ungewollt heißt es, [wenn<sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Diese Worte fehlen in den Ausgaben.</i>er sich nicht äußert,] denn der Sinn des Kindes ist auf die Milch gerichtet, wenn es ihm aber unerwünscht ist, ist sie rein.",
"W<small>ER UNREINE</small> S<small>PEISEN GEGESSEN</small> &amp;<small>C</small>. Wozu ist das Verweilen nötig, daß er lehrt: und verweilt<sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">Nach dem Wortlaute zu verstehen, im Tempel verweilt.</i>hat!? R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt: wer unreine Speisen gegessen, unreine Getränke getrunken, ein Viertellog Wein getrunken, und beim Essen und Trinken solange verweilt hat, als man ein Peras ißt, und in das Heiligtum eingetreten ist, ist schuldig.",
"R. E<small>LEA͑ZAR SAGT</small> &amp;<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Lev. 10.9.</i><i>Wein und Rauschtrank sollst du nicht trinken</i>, man könnte glauben, auch irgend etwas, auch aus der Kelter<sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Noch bevor er fertig u. abgefüllt ist.</i>,",
"so heißt es: <i>und Rauschtrank</i>, es ist nur soviel verboten, als zum Berauschen ausreichend. Wieviel heißt zum Berauschen ausreichend? Ein Viertellog vierzig Tage alter Wein.",
"Wieso heißt es demnach <i>Wein</i>? Um dir zu sagen, daß sie verwarnt sind auch wegen jedes Quantums, und sogar von der Kelter.",
"R. Jehuda sagte: <i>Wein</i>, ich weiß dies nur vom Weine, woher dies von anderen berauschenden Getränken? Es heißt: <i>und Rauschtrank</i>. Wozu heißt es demnach <i>Wein</i>? Auf Wein ist die Todesstrafe gesetzt, auf andere [berauschende] Getränke eine Verwarnung.",
"R. Elea͑zar sagte: <i>Wein sollst du nicht trinken</i>; <i>Rauschtrank [sollst du nicht trinken]</i>; trinke ihn nicht so, daß er berauscht, wenn man aber dabei abgesetzt, oder man etwas Wasser hineingetan hat, ist man frei.",
"Worin besteht ihr Streit? – Der erste Autor ist der Ansicht, man folgere durch [das Wort] <i>Rauschtrank</i>, das auch beim Naziräer<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Dem alles Berauschende verboten ist; cf. Num. 6,3,4.</i>gebraucht wird,",
"R. Jehuda folgert nicht durch [das Wort] <i>Rauschtrank</i>, das auch beim Naziräer gebraucht wird, und R. Elea͑zar ist der Ansicht, unter <i>Rauschtrank</i> sei das Berauschende<sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">Das Trinken auf die Weise, daß er auch berauscht.</i>zu verstehen. –",
"Die Lehre, daß, wer eine qei͑lische Feige gegessen oder Honig oder Milch getrunken hat und in das Heiligtum eingetreten ist und Dienst getan hat, zu geißeln sei, vertritt also die Ansicht R. Jehudas. R. Jehuda<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Sonst unbekannt u. in Handschriften abweichend.</i>b. Aḥothaj sagte: Die Halakha ist wie R. Elea͑zar. Ferner sagte Rabh über R. Elea͑zar: Der bedeutendste unter den Weisen.",
"R. Aḥa aus Huçal halte ein Gelübde getan inbetreff seiner Frau<sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Von ihr nichts zu genießen.</i>, und als er diesbezüglich<sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">Daß er ihm sein Gelübde auflöse.</i>zu R. Aši kam, sprach dieser zu ihm: Jetzt gehe<sup class=\"footnote-marker\">62</sup><i class=\"footnote\">Es war an einem Festtage nach der Mahlzeit, u. er hatte vorher Wein getrunken.</i>und komm morgen. Rabh bestellte nämlich keinen Dolmetsch an einem Festtage zum nächsten, wegen Trunkenheit<sup class=\"footnote-marker\">63</sup><i class=\"footnote\">Da er am Feste Wein trank.</i>.",
"Jener sprach: Rabh sagte ja, die Halakha sei wie R. Elea͑zar, und der Meister hat ja Wasser [in den Wein] getan!? Dieser erwiderte: Das ist kein Einwand; eines gilt von einem Viertellog und eines von mehr als einem Viertellog.",
"Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">64</sup><i class=\"footnote\">Lev. 10,10.</i><i>Und zwischen dem Heiligen und dem Gemeinen zu trennen</i>, das sind Wertgelübde<sup class=\"footnote-marker\">65</sup><i class=\"footnote\">Vgl. Bd. XI S. 643 Anm. 1; bei der Auslösung von Geheiligtem dürfen die Schätzenden vorher keinen Wein getrunken haben, wovon die angezogene Schriftstelle spricht.</i>, Schätzgelübde, Gebanntes und Geheiligtes;",
"<sup class=\"footnote-marker\">64</sup><i class=\"footnote\">Lev. 10,10.</i><i>zwischen dem Unreinen und dem Reinen</i>, das sind [Entscheidungen über] Unreines und Reines;<sup class=\"footnote-marker\">66</sup><i class=\"footnote\">Lev. 10,11.</i><i>und zu lehren</i>, das ist die Entscheidung;<sup class=\"footnote-marker\">66</sup><i class=\"footnote\">Lev. 10,11.</i><i>all die Gesetze</i>, das sind die Auslegungen;<sup class=\"footnote-marker\">66</sup><i class=\"footnote\">Lev. 10,11.</i><i>das Wort des Herrn</i>, das ist die Halakha<sup class=\"footnote-marker\">67</sup><i class=\"footnote\">Die überlieferten Lehren.</i>; <i>durch Moše</i>, das ist der Talmud.",
"Man könnte glauben, auch die Mišna, so heißt es <i>und zu lehren</i><sup class=\"footnote-marker\">68</sup><i class=\"footnote\">Die Entscheidung wird nicht aus der Mišna getroffen, sondern nach der Erörterung des Talmud.</i>. R. Jose b. R. Jehuda sagte: Man könnte glauben, auch der Talmud, so heißt es: <i>und zu lehren</i><sup class=\"footnote-marker\">69</sup><i class=\"footnote\">Eigentl. zu entscheiden; nur die praktische Entscheidung ist verboten, nicht aber das Studium.</i>.",
"Die Lehre, ausgenommen sei die Entscheidung, das Kriechtier sei unrein und der Frosch sei rein<sup class=\"footnote-marker\">70</sup><i class=\"footnote\">Dies ist nur eine theoretische Lehre.</i>, die auch Weintrunkene treffen dürfen, vertritt also die Ansicht des R. Jose b. R. Jehuda und nicht die der Rabbanan. – Du kannst auch sagen, die der Rabbanan, nur ist es hierbei anders, denn dies ist in der Kinderschule<sup class=\"footnote-marker\">71</sup><i class=\"footnote\">Jeder sollte dies wissen.</i>zu lernen.",
"Rabh sagte: Die Halakha ist wie R. Jose b. R. Jehuda. – Rabh bestellte ja aber keinen Dolmetsch an einem Festtage zum nächsten, wegen Trunkenheit<sup class=\"footnote-marker\">72</sup><i class=\"footnote\">Während nach ihm wissenschaftliche Vorträge erlaubt u. nur Entscheidungen verboten sind.</i>!? – Anders war es bei Rabh, der Entscheidungen zu treffen hatte. – Sollte er ihn doch bestellen, aber keine Entscheidungen treffen!? – Wo Rabh war, ging es nicht ohne Entscheidungen.",
"<sup>iv</sup> <b>M</b><small>ANCHER ISST EINE</small> S<small>PEISE UND IST DIESERHALB VIER</small> S<small>ÜNDOPFER UND EIN</small> S<small>CHULDOPFER SCHULDIG: WENN EIN</small> U<small>NREINER VON</small> O<small>PFERN ÜBRIGGEBLIEBENEN</small> T<small>ALG AM</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAGE GEGESSEN HAT</small>.",
"R. M<small>EÍR SAGTE:</small> W<small>ENN ES AN EINEM</small> Š<small>ABBATH WAR UND ER IHN</small> [<small>IM</small> M<small>UNDE</small>] <small>HINAUSGEBRACHT HAT, IST ER</small> [<small>AUCH DIESERHALB</small>] <small>SCHULDIG</small>. S<small>IE ERWIDERTEN IHM:</small> D<small>IES GEHÖRT NICHT ZU DIESEM</small> R<small>UBRUM</small><sup class=\"footnote-marker\">73</sup><i class=\"footnote\">Dieserhalb ist er schuldig wegen der Entweihung des Šabbaths, nicht aber wegen des Essens.</i>."
],
[
"GEMARA. Demnach wäre R. Meír der Ansicht, ein Verbot erstrecke sich auf Verbotenes<sup class=\"footnote-marker\">74</sup><i class=\"footnote\">Wie in unserem Falle, das Verbot der Šabbathentweihung auf die verbotene Speise.</i>? – Ist er auch nicht der Ansicht, daß ein Verbot sich auf Verbotenes erstrecke<sup class=\"footnote-marker\">75</sup><i class=\"footnote\">Da die Sache schon an sich verboten ist; wer beispielsweise Aas von einem unreinen Tiere ißt, ist wegen Aasessens nicht schuldig, da das Unreine schon an sich verboten ist; wer geschworen hat, keinen Talg zu essen, u. gegessen hat, ist wegen des falschen Schwörens nicht schuldig, weil der Talg schon an sich verboten ist.</i>, so ist er immerhin der Ansicht, daß ein umfassendes Verbot<sup class=\"footnote-marker\">76</sup><i class=\"footnote\">Wenn das hinzukommende Verbot Erlaubtes u. das Verbotene umfaßt; wenn beispielsweise ein Naziräer geschworen hat, keine Trauben u. keine Feigen zu essen, u. seinen Schwur gebrochen hat; er ist auch wegen des falschen Schwörens schuldig, weil ihm vorher Feigen erlaubt waren.</i>und ein erweiterndes Verbot sich wohl erstrecke.",
"Dem Reinen war vorher nur Talg verboten, nachdem er aber unrein geworden ist, ist ihm auch ein Stück [Fleisch]<sup class=\"footnote-marker\">77</sup><i class=\"footnote\">Von einem Opfer.</i>verboten; somit ist zum Talge noch ein weiteres Verbot hinzugekommen.",
"Der Talg war vorher nur zum Essen verboten, nachdem man ihn aber geheiligt hat, ist er auch zur Nutznießung verboten; somit ist zum Talge noch ein weiteres Verbot hinzugekommen.",
"Aber immerhin war er nur einem Gemeinen verboten, für Gott aber erlaubt; nachdem er aber Übriggebliebenes geworden ist, ist zum Verbote für einen Gemeinen noch das Verbot für Gott hinzugekommen. Kommt noch [das Verbot] wegen des Versöhnungstages hinzu, so ist zum Verbote des Heiligen<sup class=\"footnote-marker\">78</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. des für Gott bestimmten, was sonst nur als Heiliges verboten wäre.</i>noch ein Verbot für Profanes<sup class=\"footnote-marker\">78</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. des für Gott bestimmten, was sonst nur als Heiliges verboten wäre.</i>hinzugekommen. –",
"Sollte er doch lehren: fünf Sündopfer, und zwar in dem Falle, wenn jemand Verwerfliches in Olivengröße gegessen hat!? – Er spricht von einem Vieh und nicht von zweien, während bei einem Vieh Übriggebliebenes und Verwerfliches nicht vorkommen können<sup class=\"footnote-marker\">79</sup><i class=\"footnote\">Ist das Opfer verwerflich, so gibt es dabei kein Übriggebliebenes.</i>. –",
"Wieso nicht, es kann ja in dem Falle vorkommen, wenn man ein Glied von Verwerflichem auf den Altar gebracht hat, sodaß ihm die Verwerflichkeit entzogen<sup class=\"footnote-marker\">80</sup><i class=\"footnote\">Es wird durch die Darbringung auf den Altar heilig.</i>wird; es ist dann Übriggebliebenes!?",
"Dies nach U͑la, welcher sagte, wenn man einen verwerflichen Haufen<sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Der vom Speisopfer abzuheben u. auf dem Altar darzubringen ist.</i>auf den Altar gebracht hat, sei ihm die Verwerflichkeit genommen; er ist somit Übriggebliebenes. – Er spricht von einem Opfergliede und nicht von zwei Opfergliedern, während bei einem Opfergliede Übriggebliebenes und Verwerfliches nicht vorkommen können. –",
"Wieso nicht, es kann ja in dem Falle Vorkommen, wenn man ein Glied von Verwerflichem auf den Altar gebracht hat, und zwar die Hälfte auf den Altar gelegt und die Hälfte abseits vom Altar, sodaß nur dem Teile, der sich auf dem Altar befindet, die Verwerflichkeit entzogen ist und er Übriggebliebenes wird!? Dies nach U͑la, welcher sagte, wenn man einen verwerflichen Haufen auf den Altar gebracht hat, sei ihm die Verwerflichkeit genommen; er ist somit Übriggebliebenes.",
"[Dieser erwiderte:] Nein, befindet sich der größere Teil auf dem Altar, so gilt es als auf dem Altar befindlich, und befindet sich der größere Teil abseits des Altars, so gilt es als abseits befindlich. –",
"Demnach wäre ja hieraus die Frage des Rami b. Ḥama zu entscheiden, ob man sich bei den Opfergliedern nach der größeren Hälfte richte oder nicht!? – Vielmehr, er spricht vom Quantum einer Olive, von zwei Oliven spricht er nicht.",
"– Etwa nicht, er lehrt es ja vom Versöhnungstage, wegen dessen man bei Dattelgröße schuldig ist, und die Dattel hat ja zwei Oliven!?",
"R. Zera erwiderte: Wenn er eine Niere mit ihrem Talge<sup class=\"footnote-marker\">82</sup><i class=\"footnote\">Im Quantum von je einer Olive; die 3 Sündopfer u. das Schuldopfer entfallen auf den Talg, der die Niere zum Quantum einer Dattel hinsichtlich des Versöhnungstages ergänzt.</i>gegessen hat. R. Papa erwiderte: Wenn er [das Quantum] mit einer Dattel<sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">Die an sich erlaubt u. nur wegen des Versöhnungstages verboten ist.</i>ergänzt hat.",
"R. Ada b. Aḥa lehrte tatsächlich: fünf Sündopfer, und erklärte es durch den Fall, wenn jemand eine Olive Verwerfliches gegessen hat, und man erwiderte dagegen nicht alt die Erwiderungen, die wir erwidert haben. –",
"Sollte er doch<sup class=\"footnote-marker\">84</sup><i class=\"footnote\">Wenn er schon von einem Quantum mehr als eine Olive spricht.</i>lehren: sechs Sündopfer, und auf den Fall beziehen, wenn jemand dazu eine Olive Blut gegessen hat!? – Er spricht von einem Essen, von zwei Essen aber spricht er nicht; die Weisen haben nämlich festgestellt, daß der Schlund nicht mehr als zwei Oliven fasse.",
"R. M<small>EÍR SAGTE</small> &amp;<small>C</small>. Sollte er doch lehren: hat er es hinausgebracht<sup class=\"footnote-marker\">85</sup><i class=\"footnote\">Am Versöhnungstage.</i>, so ist er schuldig, weshalb lehrt er: wenn es an einem Šabbath war!? Raphram erwiderte: Dies besagt, daß [das Gesetz] vom E͑rub und vom Hinausbringen nur für den Šabbath gilt, nicht aber gilt [das Gesetz] vom E͑rub und vom Hinausbringen für den Versöhnungstag<sup class=\"footnote-marker\">86</sup><i class=\"footnote\">Obgleich er hinsichtl. der Arbeitsverrichtung dem Š. gleicht.</i>. –",
"Woher dies, vielleicht gilt [das Gesetz] vom E͑rub und vom Hinausbringen auch für den Versöhnungstag, und er meint es wie folgt: wenn es an einem Šabbath war und er es hinausgebracht hat, so ist er auch wegen des Šabbaths und des Versöhnungstages schuldig!? –",
"Vielmehr, ist die Lehre Raphrams gelehrt worden, so wird sie sich auf folgende Lehre beziehen:<sup class=\"footnote-marker\">87</sup><i class=\"footnote\">Lev. 16,21.</i><i>Und sende ihn</i><sup class=\"footnote-marker\">88</sup><i class=\"footnote\">Den Sühnebock am Versöhnungstage.</i><i>durch einen bereitstehenden Mann. Mann</i>, auch ein Gemeiner ist zulässig; <i>bereitstehenden</i>, auch in Unreinheit, auch am Šabbath; <i>bereitstehenden</i>, der bestellt ist.",
"Er lehrt: <i>bereitstehenden</i>, auch am Šabbath; hierzu sagte Raphram: Dies besagt, daß [das Gesetz] vom E͑rub und vom Hinausbringen nur für den Šabbath gilt, nicht aber gilt [das Gesetz] vom E͑rub und vom Hinausbringen für den Versöhnungstag. –",
"Woher dies, vielleicht ist es beim [fortzuschickenden Sühne]bocke anders, weil am Versöhnungstage seine Tauglichmachung erfolgt<sup class=\"footnote-marker\">89</sup><i class=\"footnote\">Die ganze Zeremonie hat am Versöhnungstage zu erfolgen, sodaß die damit verbundene Übertretung ausgeschaltet wird, wie auch am Šabbath das beständige Opfer dargebracht wird.</i>. – Vielmehr ist das, was Raphram gesagt hat, sinnlos.",
"<sup class=\"footnote-marker\">v,1</sup><b>M</b><small>ANCHER VOLLZIEHT EINEN</small> B<small>EISCHLAF UND IST DIESERHALB SECHS</small> S<small>ÜNDOPFER SCHULDIG</small>, <small>UND ZWAR</small>: <small>WENN JEMAND SEINER</small> T<small>OCHTER</small><sup class=\"footnote-marker\">90</sup><i class=\"footnote\">Die er inzestuös mit seiner Mutter gezeugt hat.</i><small>BEIWOHNT</small>, <small>SO KANN ER SICH SCHULDIG MACHEN</small> [<small>WEGEN</small> I<small>NZESTES MIT</small>] <small>SEINER</small> T<small>OCHTER</small>, <small>SEINER</small> S<small>CHWESTER</small>, <small>DER</small> F<small>RAU SEINES</small> B<small>RUDERS</small>, <small>DER</small> F<small>RAU DES</small> B<small>RUDERS SEINES</small> V<small>ATERS</small>, <small>EINES</small> E<small>HEWEIBES UND EINER</small> M<small>ENSTRUIERENDEN</small>."
],
[
"GEMARA. R. Meír ist ja aber nicht der Ansicht, daß ein Verbot sich auf Verbotenes erstrecke!? – Ist er auch nicht der Ansicht, daß ein Verbot sich auf Verbotenes erstrecke, so ist er immerhin der Ansicht, daß ein erweiterndes Verbot und ein umfassendes Verbot sich wohl erstrecke.",
"Wenn jemand beispielsweise seiner Mutter beigewohnt und eine Tochter gezeugt hat, so liegen das Verbot einer Tochter und das Verbot einer Schwester vor; verheiratet sie sich mit seinem Bruder, so ist das Verbot, da es für seine Brüder erweitert worden<sup class=\"footnote-marker\">91</sup><i class=\"footnote\">Sie ist dann auch den übrigen Brüdern verboten.</i>ist, auch für ihn erweitert worden.",
"Verheiratet sie sich darauf mit dem Bruder seines Vaters, so ist das Verbot, da es für die übrigen Brüder seines Vaters erweitert worden<sup class=\"footnote-marker\">91</sup><i class=\"footnote\">Sie ist dann auch den übrigen Brüdern verboten.</i>ist, auch für ihn erweitert worden. Ist sie dazu Ehefrau, so ist das Verbot, da es für alle Welt erweitert worden<sup class=\"footnote-marker\">92</sup><i class=\"footnote\">Als Ehefrau ist sie jedem verboten.</i>ist, auch für ihn erweitert worden. Ist sie dazu Menstruierende, so ist das Verbot, da es für ihren Ehemann erweitert worden<sup class=\"footnote-marker\">93</sup><i class=\"footnote\">Eine Menstruierende ist auch ihrem Ehemanne verboten.</i>ist, auch für ihn erweitert worden.",
"<sup class=\"footnote-marker\">v,2</sup><b>W</b><small>ENN JEMAND DER</small> T<small>OCHTER SEINER</small> T<small>OCHTER BEIWOHNT</small>, <small>SO KANN ER SICH SCHULDIG MACHEN</small> [<small>WEGEN</small> I<small>NZESTES MIT</small>] <small>DER</small> T<small>OCHTER SEINER</small> T<small>OCHTER</small>, <small>SEINER</small> S<small>CHWIEGERTOCHTER</small><sup class=\"footnote-marker\">94</sup><i class=\"footnote\">Wenn sie mit seinem Sohne verheiratet ist.</i>, <small>DER</small> F<small>RAU SEINES</small> B<small>RUDERS</small>, <small>DER</small> F<small>RAU DES</small> B<small>RUDERS SEINES</small> V<small>ATERS</small>, <small>DER</small> S<small>CHWESTER SEINER</small> F<small>RAU</small>, <small>EINES</small> E<small>HEWEIBES UND EINER</small> M<small>ENSTRUIERENDEN</small>. R. J<small>OSE SAGT</small>, <small>HAT DER</small> A<small>LTE</small><sup class=\"footnote-marker\">95</sup><i class=\"footnote\">Der Urgroßvater.</i> <small>DAS</small> V<small>ERBOT ÜBERTRETEN UND SIE GEHEIRATET</small>, <small>SEI ER SCHULDIG AUCH WEGEN EINER</small> F<small>RAU SEINES</small> V<small>ATERS</small>.",
"D<small>ESGLEICHEN AUCH</small>,<small>WENN JEMAND DER</small> T<small>OCHTER SEINER</small> F<small>RAU ODER DER</small> T<small>OCHTER IHRER</small> T<small>OCHTER BEIWOHNT</small>.",
"GEMARA. Er lehrt, daß er schuldig sei wegen der Frau seines Vaters; ist sie ihm denn erlaubt<sup class=\"footnote-marker\">96</sup><i class=\"footnote\">Die Heirat mit seinem Vater war verboten u. somit ungültig, mithin ist sie auch nicht als Frau seines Vaters anzusehen.</i>!? R. Joḥanan erwiderte: Wenn sie ihm zur Schwagerehe<sup class=\"footnote-marker\">101</sup><i class=\"footnote\">Als Witwe seines kinderlosen Bruders; cf. Dt. 25,5ff.</i>zugefallen ist. –",
"Wieso heißt es demnach übertreten<sup class=\"footnote-marker\">102</sup><i class=\"footnote\">Er hat ja damit nur ein Gebot ausgeübt.</i>!? R. Ja͑qob erwiderte: Er hat das zweitgradige Inzestverbot<sup class=\"footnote-marker\">103</sup><i class=\"footnote\">Cf. Jab. Fol. 21.</i>der Schwiegertochter seines Sohnes übertreten.",
"Wie gelehrt wird: Seine Schwiegertochter ist inzestuös, die Schwiegertochter seines Sohnes ist zweitgradig inzestuös; dies gilt auch von der Tochter seines Sohnes und von der Tochter seines Sohnessohnes, bis ans Ende aller Generationen. –",
"Ist denn R. Jose der Ansicht, ein Verbot erstrecke sich auf Verbotenes, wir haben ja gelernt, wer eine Sünde begangen hat, die mit zwei Todesstrafen belegt ist, werde mit der schwereren<sup class=\"footnote-marker\">104</sup><i class=\"footnote\">Der beiden Hinrichtungsarten; cf. Syn. Fol. 49b.</i>gerichtet, und R. Jose sagt, er werde mit der zuerst platzgreifenden<sup class=\"footnote-marker\">105</sup><i class=\"footnote\">Weil das 2. Verbot sich nicht auf das 1. erstrecken kann.</i>gerichtet!?",
"Ferner wird gelehrt: Wie wird er nach R. Jose mit der zuerst platzgreifenden gerichtet? War sie zuerst seine Schwiegermutter<sup class=\"footnote-marker\">106</sup><i class=\"footnote\">Verwitwet od. geschieden.</i>und nachher Ehefrau, so wird er wegen einer Schwiegermutter gerichtet;",
"war sie zuerst Ehefrau und nachher seine Schwiegermutter, so wird er wegen einer Ehefrau gerichtet.",
"R. Abahu erwiderte: R. Jose pflichtet bei einem erweiternden Verbote bei. Ebenso sagte Rabin, als er kam, im Namen R. Joḥanans, R. Jose pflichte bei einem erweiternden Verbote bei. –",
"Wieso ist es hierbei ein erweiterndes Verbot!? – Wenn der Alte noch einen Sohn hat; da das Verbot für seinen Sohn erweitert worden<sup class=\"footnote-marker\">107</sup><i class=\"footnote\">Sie ist nun auch diesem als Frau seines Vaters verboten.</i>ist, so ist es auch für ihn erweitert worden.",
"<sup>vi</sup><b>W</b><small>ENN JEMAND SEINER</small> S<small>CHWIEGERMUTTER BEIWOHNT</small>, <small>SO KANN ER SICH SCHULDIG MACHEN</small> [<small>WEGEN</small> I<small>NZESTES MIT</small>] <small>SEINER</small> S<small>CHWIEGERMUTTER</small>, <small>SEINER</small> S<small>CHWIEGERTOCHTER</small>, <small>DER</small> F<small>RAU SEINES</small> B<small>RUDERS</small>, <small>DER</small> F<small>RAU DES</small> B<small>RUDERS SEINES</small> V<small>ATERS</small>, <small>DER</small> S<small>CHWESTER SEINER</small> F<small>RAU</small>, <small>EINES</small> E<small>HEWEIBES UND EINER</small> M<small>ENSTRUIERENDEN</small>. D<small>ESGLEICHEN AUCH</small>, <small>WENN JEMAND DER</small> M<small>UTTER SEINES</small> S<small>CHWIEGERVATERS ODER DER</small> M<small>UTTER SEINER</small> S<small>CHWIEGERMUTTER BEIWOHNT</small>.",
"R. J<small>OḤANAN B</small>. N<small>URI SAGT</small>, <small>WER SEINER</small> S<small>CHWIEGERMUTTER BEIWOHNT</small>, <small>SEI SCHULDIG WEGEN SEINER</small> S<small>CHWIEGERMUTTER</small>, <small>DER</small> M<small>UTTER SEINER</small> S<small>CHWIEGERMUTTER</small><sup class=\"footnote-marker\">108</sup><i class=\"footnote\">Wenn dies der Fall ist.</i><small>UND DER</small> M<small>UTTER SEINES</small> S<small>CHWIEGERVATERS</small>. S<small>IE SPRACHEN ZU IHM</small>: B<small>EI ALLEN DREIEN IST ES DAS GLEICHE</small> V<small>ERBOT</small><sup class=\"footnote-marker\">109</sup><i class=\"footnote\">In einem Schriftverse; cf. Lev. 18,17.</i>.",
"GEMARA. R. Elea͑zar sagte im Namen des R. Hoša͑ja: R. Joḥanan b. Nuri und Symmachos lehren ein und dasselbe. R. Joḥanan b. Nuri lehrt das, was wir eben gesagt haben, was lehrt Symmachos? – Wir haben gelernt:"
],
[
"Hat jemand [die Kuh] und deren Tochterstochter<sup class=\"footnote-marker\">110</sup><i class=\"footnote\">Es ist verboten, ein Vieh u. sein Junges an einem Tage zu schlachten (cf. Lev. 22,28); das Verbot erstreckt sich jed. nicht auf das Vieh mit dem Enkelkinde.</i>und nachher die Tochter geschlachtet, so erhält er die vierzig Geißelhiebe; Symmachos sagte im Namen R. Meírs, er erhalte achtzig<sup class=\"footnote-marker\">111</sup><i class=\"footnote\">Da er mit dem Schlachten der Tochter das Verbot zweimal übertreten hat.</i>Geißelhiebe.",
"Raba sprach: Vielleicht ist dem nicht so. R. Joḥanan b. Nuri ist dieser Ansicht nur hierbei, weil es verschiedene Benennungen sind, eine heißt Schwiegermutter, eine heißt Mutter der Schwiegermutter und eine heißt Mutter des Schwiegervaters,",
"beim Vieh mit seinen Jungen aber, wobei beide Vieh und sein Junges heißen, sind die Benennungen nicht verschieden.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach: Vielleicht ist Symmachos dieser Ansicht nur da, beim Vieh und seinen Jungen, wo es verschiedene Körper sind,",
"hierbei aber, wo es keine verschiedenen Körper sind, ist er derselben Ansicht wie R. Abahu im Namen des R. Joḥanan. R. Abahu sagte nämlich im Namen des R. Joḥanan:<sup class=\"footnote-marker\">112</sup><i class=\"footnote\">Lev. 18,17.</i><i>Sie sind Blutsverwandtschaft, Unzucht ist dies</i>, die Schrift machte sie alle zu einer Unzucht.",
"<sup class=\"footnote-marker\">vii</sup><b>R.</b> A͑<small>QIBA SAGTE</small>: I<small>CH FRAGTE</small> R. G<small>AMLIÉL</small>, <small>UND</small> R. J<small>EHOŠUA͑ AUF DEM</small> F<small>LEISCHMARKTE ZU</small> E<small>MMAUS</small>, <small>WO SIE GEGANGEN WAREN</small>, <small>EIN</small> V<small>IEH FÜR DAS</small> H<small>OCHZEITSMAHL DES</small> S<small>OHNES</small> R. G<small>AMLIÉLS ZU KAUFEN</small>: W<small>IE IST ES</small>, <small>WENN JEMAND SEINER</small> S<small>CHWESTER</small>, <small>DER</small> S<small>CHWESTER SEINES</small> V<small>ATERS UND DER</small> S<small>CHWESTER SEINER</small> M<small>UTTER BEIGEWOHNT</small><sup class=\"footnote-marker\">113</sup><i class=\"footnote\">Die Mišna separata u. manche Texte haben den Zusatz: bei einem Entfallen.</i><small>HAT</small>: <small>IST ER WEGEN ALLER ZUSAMMEN SCHULDIG</small>, <small>ODER IST ER WEGEN JEDER BESONDERS SCHULDIG</small>?",
"S<small>IE ERWIDERTEN MIR</small>: W<small>IR HAREN DARÜBER NICHTS GEHÖRT</small>; <small>WIR HABEN ABER GEHÖRT</small>, <small>WER SEINEN FÜNF MENSTRUIERENDEN</small> F<small>RAUEN BEI EINEM</small> E<small>NTFALLEN BEIGEWOHNT HAT</small>, <small>SEI WEGEN JEDER BESONDERS SCHULDIG</small>, <small>UND ES SCHEINT UNS</small>, <small>DASS HIERVON</small> [<small>EIN</small> S<small>CHLUSS</small>] <small>VOM</small> L<small>EICHTEREN AUF DAS</small> S<small>CHWERERE</small><sup class=\"footnote-marker\">114</sup><i class=\"footnote\">Hierbei handelt es sich um ein- u. dasselbe Verbot.</i><small>ZU FOLGERN IST</small>.",
"GEMARA. In welchem Falle: wollte man sagen, wie gelehrt wird, was war ihm da fraglich, es sind ja verschiedene Verbote und verschiedene Körper!? –",
"Vielmehr, er meint es wie folgt: wenn jemand [seiner Schwester, die] die Schwester seines Vaters und die Schwester seiner Mutter<sup class=\"footnote-marker\">115</sup><i class=\"footnote\">Wird weiter erklärt.</i> ist, beigewohnt hat; ist er wegen aller einmal schuldig, oder ist er wegen jeder besonders schuldig? Wie ist es nun: sagen wir, es sind verschiedene Verbote, oder aber, es sind keine verschiedenen Körper.",
"Sie erwiderten ihm: Wir haben darüber nichts gehört; wir haben aber gehört, wer seinen fünf menstruierenden Frauen gleichzeitig beigewohnt hat, wobei es sich um das gleiche Verbot handelt, sei wegen jeder besonders wegen Beschlafung einer Menstruierenden schuldig,",
"und es scheint uns, daß hiervon [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern ist: wenn derjenige, der seinen fünf menstruierenden Frauen gleichzeitig beigewohnt hat, wobei es sich um das gleiche Verbot handelt, wegen jeder besonders schuldig ist, um wieviel mehr ist man wegen seiner Schwester, die die Schwester seines Vaters und die Schwester seiner Mutter ist, wobei es drei verschiedene Verbote sind, wegen jedes besonders schuldig.",
"Es ist ja aber zu erwidern: wohl gilt dies von fünf Menstruierenden, die verschiedene Körper sind!? –",
"Vielmehr, die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">116</sup><i class=\"footnote\">Lev. 20,17.</i><i>er hat die Scham seiner Schwester entblößt</i>, daß man nämlich schuldig ist wegen seiner Schwester, die die Schwester seines Vaters und die Schwester seiner Mutter ist.",
"R. Ada b. Ahaba sagte: Dies kann vorkommen bei einem Frevler, dem Sohne eines Frevlers; wenn [sein Vater] seiner Mutter beigewohnt und von ihr zwei Töchter gezeugt, dann einer von ihnen beigewohnt und von ihr den Sohn gezeugt hat; wenn der Sohn der Schwester seiner Mutter beigewohnt hat, die seine Schwester und die Schwester seines Vaters ist. Er ist ein Frevler, Sohn eines Frevlers.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn er ihr beigewohnt hat, wiederum beigewohnt hat und wiederum beigewohnt hat, so ist er wegen jeder [Beiwohnung] besonders schuldig – so R. Elie͑zer: die Weisen sagen, er sei nur einmal schuldig.",
"Die Weisen pflichten jedoch R. Elie͑zer bei, daß, wenn er seinen fünf menstruierenden Frauen gleichzeitig beigewohnt hat, er wegen jeder besonders schuldig ist, weil er sie dazu veranlaßt<sup class=\"footnote-marker\">117</sup><i class=\"footnote\">Da sie jede besonders ein Sündopfer darbringen müssen, so muß auch er wegen jeder besonders ein Sündopfer darbringen; im anderen Falle aber ist es dieselbe Person.</i>hat.",
"Raba sprach zu R. Naḥman: Berücksichtigen wir denn den Umstand, daß er es veranlaßt hat, es wird ja gelehrt: wenn er bei einem Entfallen und sie<sup class=\"footnote-marker\">118</sup><i class=\"footnote\">Eine von den Inzestuösen; nach Raschi u. manchen Texten handelt es sich um 5 Personen.</i> bei fünfmaligem Entfallen, so ist er nur einmal schuldig, sie aber ist wegen jeder [Beiwohnung] besonders schuldig!? –",
"Sage vielmehr, weil es verschiedene Körper sind.",
"Sie fragten: Was sagt R. Elie͑zer zu dem Falle, wenn jemand [am Šabbath] gemäht und wiederum gemäht<sup class=\"footnote-marker\">119</sup><i class=\"footnote\">Bei einem Entfallen.</i>hat:",
"ist da der Grund R. Elie͑zers, weil er es wiederholt getan hat, deshalb ist er wegen jedes Males besonders schuldig, und auch hierbei hat er es wiederholt getan,",
"oder aber ist da der Grund R. Elie͑zers, weil man die Beschlafungen nicht mischen<sup class=\"footnote-marker\">120</sup><i class=\"footnote\">Jeder Akt ist eine Handlung für sich.</i>kann, deshalb sagt R. Elie͑zer, er sei wegen jeder besonders schuldig, wenn er aber bei einem Entfallen im Quantum einer Dörrfeige gemäht hat, dann wiederum im Quantum einer Dörrfeige gemäht hat, ist er, da er beide Dörrfeigen mischen<sup class=\"footnote-marker\">121</sup><i class=\"footnote\">Ein doppeltes Quantum mit einem Male mähen.</i>kann, nur einmal schuldig. Wie ist es nun?",
"Rabba erwiderte: Der Grund R. Elie͑zers ist da, weil er es wiederholt getan hat, und auch dieser hat es wiederholt getan. R. Joseph aber sagte: Der Grund R. Elie͑zers ist da, weil er sie nicht mischen kann, hierbei aber, wo er sie mischen kann, ist er nur einmal schuldig.",
"Abajje wandte gegen Rabba ein: Nach R. Elie͑zer ist man ja besonders schuldig wegen einer abstammenden Arbeit<sup class=\"footnote-marker\">122</sup><i class=\"footnote\">Die am Šabbath verbotenen Verrichtungen werden in 39 Hauptarbeiten klassifiziert, die zu diesen zählenden heißen abstammende; cf. Sab. Fol. 73a.</i>mit einer Hauptarbeit,",
"wenn aber zwei [gleiche] Hauptarbeiten gleichzeitig, ist man frei. Wieso ist man frei, wenn du sagst, der Grund R. Elie͑zers sei, weil er es wiederholt getan hat!?",
"Mar, der Sohn Rabinas, erwiderte: Ich und R. Niḥumi b. Zekharje erklärten es. Hier handelt es sich",
"um eine von einem Feigenbaume getragene Weinranke, die er mit einem Male abgeschnitten hat. Nach R. Elie͑zer ist er deshalb besonders schuldig, weil es verschiedene Verbote<sup class=\"footnote-marker\">123</sup><i class=\"footnote\">Wenn er vom Feigenbaume die Frucht u. von der Weinranke nur das Holz braucht, so ist beim ersteren die Hauptarbeit Mähen erfolgt, während das Abschneiden von Ranken eine zu dieser Hauptarbeit gehörende ‘Abstammung’ ist.</i>und verschiedene Körper sind. –",
"Auf welche Weise kann es beim zweimaligen Mähen vorkommen, daß man frei<sup class=\"footnote-marker\">124</sup><i class=\"footnote\">Wegen des 2. Males, bei einem Entfallen.</i>ist? – Wenn man im Quantum zweier Dörrfeigen mit einem Male gemäht hat, wenn man aber im Quantum einer Dörrfeige gemäht und abermals im Quantum einer Dörrfeige gemäht hat, ist man [zweimal] schuldig.",
"<sup class=\"footnote-marker\">viii</sup><b>F</b><small>ERNER FRAGTE</small> R. A͑<small>QIBA</small>: W<small>IE VERHÄLT ES SICH MIT EINEM AN EINEM</small> T<small>IERE LOSE</small><sup class=\"footnote-marker\">125</sup><i class=\"footnote\">Das von einem lebenden Tiere abgetrennte Glied ist wie Aas unrein.</i><small>HÄNGENDEN</small> G<small>LIEDE</small>? S<small>IE ERWIDERTEN IHM</small>: W<small>IR HABEN DARÜBER NICHTS GEHÖRT</small>; <small>WIR HABEN ABER GEHÖRT</small>, <small>DASS EIN AN EINEM</small> M<small>ENSCHEN LOSE HÄNGENDES</small> G<small>LIED REIN SEI</small>."
],
[
"D<small>IE</small> G<small>RINDIGEN</small><sup class=\"footnote-marker\">126</sup><i class=\"footnote\">Denen Glieder langsam abfielen od. amputiert werden mußten.</i><small>IN</small> J<small>ERUŠALEM VERFUHREN NÄMLICH WIE FOLGT</small>. [D<small>ER</small> E<small>RKRANKTE</small>] <small>GING AM</small> V<small>ORABEND DES</small> P<small>ESAḤFESTES</small><sup class=\"footnote-marker\">127</sup><i class=\"footnote\">Am Abend mußte das Pesaḥopfer in Reinheit gegessen werden.</i><small>ZUM</small> A<small>RZTE</small>, <small>UND DIESER SCHNITT IHM</small> [<small>DAS</small> G<small>LIED</small>] <small>AB BIS AUF EINE</small> H<small>AARBREITE</small>, <small>DIE ER ZURÜCKLIESS</small><sup class=\"footnote-marker\">128</sup><i class=\"footnote\">Woran es am Körper hängen blieb, damit er nicht unrein werde u. die Unreinheit auf den Arzt übertrage.</i>, <small>SODANN BEFESTIGTE ER ES AN EINEN</small> D<small>ORN UND JENER RISS SICH DAVON LOS</small>.",
"S<small>O KONNTE DIESER SEIN</small> P<small>ESAḤOPFER HERRICHTEN UND DER</small> A<small>RZT SEIN</small> P<small>ESAḤOPFER HERRICHTEN</small>. U<small>ND UNS SCHEINT</small>, <small>DASS HIERVON</small> [<small>EIN</small> S<small>CHLUSS</small>] <small>VOM</small> S<small>CHWEREREN AUF DAS</small> L<small>EICHTERE ZU FOLGERN IST</small><sup class=\"footnote-marker\">129</sup><i class=\"footnote\">Hinsichtl. eines Viehs, das lebend überhaupt nicht verunreinigungsfähig ist.</i>.",
"GEMARA. Dort haben wir gelernt: Wenn jemand vom Lauche [die Feuchtigkeit] abstreift oder mit seinem Gewande sein Haar ausdrückt, so ist die daran bleibende Flüssigkeit nicht befähigend<sup class=\"footnote-marker\">130</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. wenn kommt, sc. Wasser auf Sämereien; cf. Lev. 11,38. Speisen sind nur dann verunreinigungsfähig, wenn sie vom Eigentümer erwünscht befeuchtet worden sind; in diesem Falle ist die herauskommende Flüssigkeit erwünscht, die verbleibende nicht.</i>und die herauskommende befähigend.",
"Šemuél sagte: Der Lauch selber ist<sup class=\"footnote-marker\">131</sup><i class=\"footnote\">Auch wenn er nach dem Abstreifen der Flüssigkeit nicht befeuchtet worden ist.</i>verunreinigungsfähig. – Aus welchem Grunde? – Er wird schon beim Abstreifen verunreinigungsfähig. –",
"Wir haben ja aber gelernt, daß er<sup class=\"footnote-marker\">132</sup><i class=\"footnote\">Der Kranke zum Arzt, damit er ihm das erkrankte Glied entferne.</i>am Vorabend des Pesaḥfestes zu ihm hinging &amp;c., und wenn du sagst, er werde schon beim Abstreifen befähigt, so sollte doch das lose hängende Glied beim Abtrennen vom Menschen den Menschen verunreinigen!? –",
"Wie R. Joseph erklärt hat, wenn es mit aller Kraft abgeschüttelt wird, ebenso auch hierbei, wenn es mit aller Kraft abgetrennt<sup class=\"footnote-marker\">133</sup><i class=\"footnote\">Sodaß es mit dem Kranken gar nicht in Berührung kommt, dagegen wird vom Lauche die Flüssigkeit von oben nach unten gedrückt u. fällt dann zur Erde.</i>wird. –",
"Worauf bezieht sich das, was R. Joseph gesagt hat? – Auf folgendes: Wenn ein Flußbehafteter und ein Leichenunreiner sich unterwegs befinden und Regen über sie niederfällt, so ist, obgleich sie selber [das Wasser von ihren Kleidern] abstreifen, das von oben nach unten abfließende rein, weil es unbedeutend ist, solange es nicht ganz [aus den Kleidern] gekommen<sup class=\"footnote-marker\">134</sup><i class=\"footnote\">Weil es am Saume doch aufgesogen wird.</i>ist. –",
"Wenn es ganz herausgekommen ist, ist es ja befähigend<sup class=\"footnote-marker\">135</sup><i class=\"footnote\">Es sollte durch die Berührung mit den Kleidern unrein sein. Die nicht übersetzten Worte sind eine nicht zum Texte gehörende Glosse u. zu streichen.</i>!? R. Joseph erwiderte: Wenn es mit aller Kraft abgeschüttelt wird<sup class=\"footnote-marker\">136</sup><i class=\"footnote\">Sodaß gar keine Verbindung mit den Kleidern besteht.</i>.",
"<sup class=\"footnote-marker\">ix</sup><b>F</b><small>ERNER FRAGTE SIE</small> R. A͑<small>QIBA</small>: W<small>IE IST ES</small>, <small>WENN JEMAND AUSSERHALB</small><sup class=\"footnote-marker\">137</sup><i class=\"footnote\">Des Tempelhofes.</i> <small>FÜNF</small> S<small>CHLACHTOPFER BEI EINEM</small> E<small>NTFALLEN GESCHLACHTET HAT</small>: <small>IST ER WEGEN EINES JEDEN BESONDERS SCHULDIG ODER EINMAL WEGEN ALLER</small>? S<small>IE ERWIDERTEN IHM</small>: W<small>IR HABEN DARÜBER NICHTS GEHÖRT</small>.",
"H<small>IERAUF SPRACH</small> R. J<small>EHOŠUA͑</small>: I<small>CH HABE GEHÖRT</small>, <small>DASS</small>, <small>WENN JEMAND VON EINEM</small> S<small>CHLACHTOPFER AUS FÜNF</small> S<small>CHÜSSELN BEI EINEM</small> E<small>NTFALLEN GEGESSEN HAT</small>, <small>ER WEGEN JEDES BESONDERS WEGEN</small> V<small>ERUNTREUUNG SCHULDIG SEI</small>; <small>UND MIR SCHEINT ES</small>, <small>DASS HIERVON</small> [<small>EIN</small> S<small>CHLUSS</small>] <small>VOM</small> L<small>EICHTEREN AUF DAS</small> S<small>CHWERERE</small><sup class=\"footnote-marker\">114</sup><i class=\"footnote\">Hierbei handelt es sich um ein- u. dasselbe Verbot.</i><small>ZU FOLGERN IST</small>.",
"R. Š<small>IMO͑N SPRACH</small>: N<small>ICHT DIES FRAGTE</small> R. A͑<small>QIBA</small>, <small>SONDERN WIE ES SEI</small>, <small>WENN JEMAND</small> Ü<small>BRIGGEBLIEBENES VON FÜNF</small> S<small>CHLACHTOPFERN BEI EINEM</small> E<small>NTFALLEN GEGESSEN HAT</small>; <small>IST ER EINMAL WEGEN ALLER SCHULDIG</small>, <small>ODER IST ER WEGEN JEDES BESONDERS SCHULDIG</small>? S<small>IE ERWIDERTEN IHM</small>: W<small>IR HABEN DARÜBER NICHTS GEHÖRT</small>.",
"H<small>IERAUF SPRACH</small> R. J<small>EHOŠUA͑</small>: I<small>CH HABE GEHÖRT</small>, <small>DASS</small>, <small>WENN JEMAND VON EINEM</small> S<small>CHLACHTOPFER AUS FÜNF</small> S<small>CHÜSSELN BEI EINEM</small> E<small>NTFALLEN GEGESSEN HAT</small>, <small>ER WEGEN JEDES BESONDERS WEGEN</small> V<small>ERUNTREUUNG SCHULDIG SEI</small>; <small>UND MIR SCHEINT ES</small>, <small>DASS HIERVON</small> [<small>EIN</small> S<small>CHLUSS</small>] <small>VOM</small> L<small>EICHTEREN AUF DAS</small> S<small>CHWERERE</small><sup class=\"footnote-marker\">114</sup><i class=\"footnote\">Hierbei handelt es sich um ein- u. dasselbe Verbot.</i><small>ZU FOLGERN IST</small>.",
"D<small>A SPRACH</small> R. A͑<small>QIBA ZU IHM</small>: I<small>ST ES EINE ÜBERLIEFERTE</small> H<small>ALAKHA</small>, <small>SO MÜSSEN WIR ES ANERKENNEN</small>, <small>WENN ABER EINE</small> S<small>CHLUSSFOLGERUNG</small><sup class=\"footnote-marker\">138</sup><i class=\"footnote\">Von der Veruntreuung.</i>, <small>SO GIBT ES EINE</small> E<small>INWENDUNG</small>.",
"J<small>ENER SPRACH</small>: S<small>O WENDE EIN</small>. D<small>IESER ERWIDERTE</small>: N<small>EIN</small>, <small>WENN DIES VON DER</small> V<small>ERUNTREUUNG GILT</small>, <small>WOBEI DERJENIGE</small>, <small>DER ANDEREN ZU ESSEN GIBT</small>, <small>DEM</small> E<small>SSENDEN GLEICHT</small><sup class=\"footnote-marker\">139</sup><i class=\"footnote\">Dh. als Essender gilt: dir Veruntreuung begeht der Gebende.</i>, <small>WOBEI DERJENIGE</small>, <small>DER ANDEREN ZUR</small> N<small>UTZNIESSUNG GIBT</small>, <small>DEM</small> N<small>UTZNIESSENDEN GLEICHT</small>,",
"<small>UND WOBEI FERNER DIE</small> V<small>ERUNTREUUNGEN WÄHREND EINER LÄNGEREN</small> Z<small>EIT</small><sup class=\"footnote-marker\">140</sup><i class=\"footnote\">In kleineren Quantitäten, die einzeln nicht als Veruntreuung gelten.</i><small>VEREINIGT WERDEN</small>, <small>SOLLTE DIES AUCH VOM</small> Ü<small>BRIGGEBLIEBENEN GELTEN</small>, <small>WOBEI KEINES DAVON DER</small> F<small>ALL IST</small>!?",
"GEMARA. Was war da R. Šimo͑n fraglich<sup class=\"footnote-marker\">141</sup><i class=\"footnote\">Dh. was hatte er an der 1. Fassung der Frage RA͑.s auszusetzen.</i>? – Folgendes war ihm fraglich: wieso ist vom Essen auf das Schlachten zu schließen; wohl gilt dies vom Essen, weil man einen Genuß hat.",
"Vielmehr fragte er folgendes: wie ist es, wenn jemand Übriggebliebenes von fünf Schlachtopfern bei einem Entfallen gegessen hat; ist er wegen jedes besonders schuldig oder einmal wegen aller? Sie erwiderten: Wir haben darüber nichts gehört.",
"Da sprach R. Jehošua͑: Ich habe gehört, daß, wenn jemand von einem Schlachtopfer aus fünf Schüsseln bei einem Entfallen gegessen hat, er wegen jedes besonders wegen Veruntreuung schuldig sei; und mir scheint es, daß hiervon [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern ist: wenn man bei einem Schlachtopfer, wobei es keine gesonderten Körper sind, wegen der gesonderten Schüsseln wegen jedes besonders schuldig ist, um wieviel mehr ist dies der Fall bei fünf Schlachtopfern, wobei es gesonderte Körper sind.",
"(R. Šimo͑n sprach: Nicht dies fragte er, sondern wie es sei, wenn jemand Übriggebliebenes von fünf Schlachtopfern bei einem Entfallen gegessen hat; ist er einmal wegen aller schuldig, oder ist er wegen jedes besonders schuldig? Sie erwiderten ihm: Wir haben darüber nichts gehört.",
"R. Jehošua͑ sprach: Ich habe gehört, daß, wenn jemand von einem Schlachtopfer aus fünf Schüsseln gegessen hat, er wegen jedes besonders wegen Veruntreuung schuldig sei; und mir scheint es, daß hiervon [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern ist<sup class=\"footnote-marker\">142</sup><i class=\"footnote\">Der eingeklammerte Passus fehlt in Handschriften u. ist als unnötige Wiederholung zu streichen.</i>.)",
"R. A͑<small>QIBA SPRACH ZU IHM</small>: I<small>ST ES EINE ÜBERLIEFERTE</small> H<small>ALAKHA</small>, <small>SO MÜSSEN WIR ES ANERKENNEN</small> &amp;<small>C</small>. Hat R. Jehošua͑ die Einwendung R. A͑qibas anerkannt oder nicht? – Komm und höre: Es wird gelehrt: Wenn jemand fünf Stücke Übriggebliebenes von einem Schlachtopfer aus fünf Schüsseln bei einem Entfallen gegessen hat, so bringe er nur ein Sündopfer dar, und ist es ihm nicht<sup class=\"footnote-marker\">143</sup><i class=\"footnote\">Ob es übriggebliebene od. erlaubte Stücke waren.</i>sicher, so bringe er nur ein Schwebe-Schuldopfer dar;",
"wenn aus fünf Schüsseln bei fünfmaligem Entfallen, so bringe er wegen jedes besonders ein Sündopfer dar, und ist es ihm nicht sicher, so bringe er wegen jedes besonders ein Schwebe-Schuldopfer dar; wenn von fünf Schlachtopfern bei einem Entfallen, so ist er wegen jedes besonders schuldig.",
"R. Jose b. R. Jehuda und R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagen, auch wenn er fünf Stücke von fünf Schlachtopfern bei einem Entfallen gegessen hat, bringe er nur ein Sündopfer dar, und ist es zweifelhaft, so bringe er nur ein Schwebe-Schuldopfer dar. Die Regel hierbei ist: sind sie hinsichtlich des Sündopfers geteilt, so sind sie auch hinsichtlich der Schuldopfer geteilt.",
"Wenn er aber fünf Stücke aus fünf Schüsseln von einem Schlachtopfer vor dem Blutsprengen gegessen hat, so ist er auch bei einem Entfallen wegen jedes besonders wegen Veruntreuung schuldig."
],
[
"Er lehrt aber nicht, daß er bei einem Zweifel ein Schwebe-Schuldopfer bringe. Nach wessen Ansicht, wenn nach R. A͑qiba, so sollte er doch auch im Schlußsatze lehren, daß er wegen des Zweifels ein Schwebe-Schuldopfer bringe, denn wir haben gelernt, R. A͑qiba verpflichte wegen der zweifelhaften Veruntreuung zu einem Schwebe-Schuldopfer;",
"doch wohl nach R. Jehošua͑, und er lehrt, daß er bei fünfmaligem Entfallen fünf Sündopfer darbringe. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß er es anerkannt hat. –",
"Aber im Gegenteil, aus dem Schlußsatze, in dem er lehrt, daß er, wenn es von fünf Schlachtopfern ist, auch bei einem Entfallen wegen jedes besonders schuldig sei, ist ja zu entnehmen, daß er es nicht anerkannt hat.",
"Du mußt also sagen, daß hierüber Tannaím [streiten], einer lehrt, er habe es anerkannt, und einer lehrt, er habe es nicht anerkannt!? –",
"Du kannst auch sagen, nach R. A͑qiba, dieser Autor aber ist seiner Ansicht in einer Hinsicht und streitet gegen ihn in einer Hinsicht. Er ist seiner Ansicht hinsichtlich des Entfallene, und er streitet gegen ihn hinsichtlich der Veruntreuungen. –",
"Auf welche Weise<sup class=\"footnote-marker\">144</sup><i class=\"footnote\">Daß er fünfmal schuldig ist.</i>aus fünf Schüsseln? Šemuél erwiderte: Wie wir gelernt haben: Fünf Dinge werden<sup class=\"footnote-marker\">145</sup><i class=\"footnote\">Hinsichtl. der Veruntreuung od. der Darbringung, zum olivengroßen Quantum.</i>beim Brandopfer vereinigt: das Fleisch, das Fett, der Wein, das Mehl und das Öl.",
"Ḥizqija erwiderte: Wenn er beispielsweise von fünf Gliedern gegessen hat. Reš Laqiš erwiderte: Du kannst auch sagen, von einem Gliede, denn dies kann beim Schulterstücke<sup class=\"footnote-marker\">146</sup><i class=\"footnote\">Das aus mehreren Gliedern zusammengesetzt ist.</i>vorkommen. R. Jiçḥaq der Schmied erwiderte: Wenn er es beispielsweise mit fünf verschiedenen Topfspeisen gegessen hat. R. Joḥanan erwiderte: Wenn er es beispielsweise in fünf verschiedenen Zubereitungen gegessen hat.",
"<b>R.</b> A͑<small>QIBA SAGTE</small>: I<small>CH FRAGTE</small> R. E<small>LIE͑ZER</small>: W<small>IE IST ES</small>, <small>WENN JEMAND MEHRERE ZU EINER</small> H<small>AUPTARBEIT</small><sup class=\"footnote-marker\">147</sup><i class=\"footnote\">Vgl. S. 182 Anm. 122.</i><small>GEHÖRENDE</small> A<small>RBEITEN AN MEHREREN</small> Š<small>ABBATHEN BEI EINEM</small> E<small>NTFALLEN ENTRICHTET HAT</small>: <small>IST ER EINMAL WEGEN ALLER SCHULDIG</small>, <small>ODER IST ER WEGEN JEDER BESONDERS SCHULDIG</small>?",
"E<small>R ERWIDERTE MIR</small>: E<small>R IST WEGEN JEDER BESONDERS SCHULDIG</small>. D<small>IES IST</small> [<small>DURCH EINEN</small> S<small>CHLUSS</small>] <small>VOM</small> L<small>EICHTEREN AUF DAS</small> S<small>CHWERERE ZU FOLGERN</small>: <small>WENN MAN WEGEN EINER</small> M<small>ENSTRUIERENDEN</small>, <small>BEI DER ES KEINE VERSCHIEDENEN</small> A<small>BARTEN</small><sup class=\"footnote-marker\">148</sup><i class=\"footnote\">Wie beim Šabbathgesetze, wobei es Hauptarbeiten u. abstammende gibt.</i><small>UND KEINE VERSCHIEDENEN</small> S<small>ÜNDOPFER</small><sup class=\"footnote-marker\">149</sup><i class=\"footnote\">Dh. Sündopfer wegen verschiedener Delikte.</i><small>GIBT</small>, <small>WEGEN JEDER</small> [B<small>EIWOHNUNG</small>] <small>BESONDERS SCHULDIG IST</small>, <small>UM WIEVIEL MEHR IST MAN BEIM</small> Š<small>ABBATH</small>, <small>WOBEI ES VERSCHIEDENE</small> A<small>BARTEN UND VERSCHIEDENE</small> S<small>ÜNDOPFER</small><sup class=\"footnote-marker\">150</sup><i class=\"footnote\">So besser nach Handschriften; nach unserem Texte: Todesstrafen, bei Vorsatz.</i><small>GIBT</small>, <small>WEGEN JEDER</small> [A<small>RBEIT</small>] <small>BESONDERS SCHULDIG</small>.",
"I<small>CH ENTGEGNETE IHM</small>: W<small>ENN DIES BEI DER</small> M<small>ENSTRUIERENDEN GILT</small>, <small>BEI DER ES ZWEI</small> V<small>ERBOTE SIND</small>, <small>DENN IHM IST DIE</small> M<small>ENSTRUIERENDE VERBOTEN UND DER</small> M<small>ENSTRUIERENDEN IST ER VERBOTEN</small>, <small>SOLLTE DIES AUCH BEIM</small> Š<small>ABBATE GELTEN</small>, <small>WOBEI ES NUR EIN</small> V<small>ERBOT IST</small>!?",
"E<small>R ERWIDERTE MIR</small>: D<small>IE</small> B<small>EIWOHNUNG VON</small> M<small>INDERJAHRIGEN</small><sup class=\"footnote-marker\">151</sup><i class=\"footnote\">Wenn die Menstruierende minderjährig u. nicht strafmündig ist.</i><small>BEWEIST</small> [<small>DAS</small> E<small>NTGEGENGESETZTE</small>]: <small>HIERBEI IST ES NUR EIN</small> V<small>ERBOT</small>, <small>UND ER IST WEGEN JEDER BESONDERS SCHULDIG</small>.",
"I<small>CH ENTGEGNETE IHM</small>: W<small>ENN DIES BEI</small> M<small>INDERJÄHRIGEN GILT</small>, <small>BEI DENEN DIES ZWAR ZUR</small> Z<small>EIT NICHT ZUTRIFFT</small>, <small>ABER IMMERHIN SPÄTER ZUTRIFFT</small>, <small>SOLLTE DIES AUCH BEIM</small> Š<small>ABBATH GELTEN</small>, <small>WOBEI DIES WEDER ZUR</small> Z<small>EIT NOCH SPÄTER ZUTRIFFT</small>!?",
"E<small>R ERWIDERTE MIR</small>: D<small>IE</small> B<small>ESCHLAFUNG EINES</small> V<small>IEHS</small><sup class=\"footnote-marker\">152</sup><i class=\"footnote\">Wobei man ebenfalls wegen jeder Beschlafung besonders schuldig ist.</i><small>BEWEIST</small> [<small>DAS</small> E<small>NTGEGENGESETZTE</small>]. I<small>CH ERWIDERTE IHM</small>: B<small>EIM</small> V<small>IEH IST ES EBENSO WIE BEIM</small> Š<small>ABBATHGESETZE</small><sup class=\"footnote-marker\">153</sup><i class=\"footnote\">Auch bezüglich eines solchen ist es mir fraglich. Nach einer anderen Erklärung ist dies eine Zustimmung: beim Šabbathgesetze verhält es sich tatsächlich ebenso.</i>.",
"GEMARA. Was fragte er ihn da: fragte er ihn, ob die Šabbathe [konkreten] Körpern<sup class=\"footnote-marker\">154</sup><i class=\"footnote\">Die von einander zu teilen sind.</i>gleichen oder nicht, so sollte er ihn gefragt haben hinsichtlich des Falles, wenn jemand die gleiche Arbeit an mehreren Šabbathen verrichtet<sup class=\"footnote-marker\">119</sup><i class=\"footnote\">Bei einem Entfallen.</i>hat,",
"und fragte er ihn, ob die abstammenden Arbeiten den Hauptarbeiten gleichen<sup class=\"footnote-marker\">155</sup><i class=\"footnote\">Mehrere zu einer Hauptarbeit gehörende Arbeiten sind zu teilen.</i>oder nicht, so sollte er ihn gefragt haben hinsichtlich des Falles, wenn jemand mehrere zu einer Hauptarbeit gehörende Arbeiten an einem Šabbath verrichtet hat.",
"Raba erwiderte: In der Schule Rabhs sagten sie, er fragte ihn zweierlei: ob die Šabbathe [konkreten] Körpern gleichen oder nicht, und er fragte ihn, ob die abstammenden Arbeiten den Hauptarbeiten gleichen oder nicht. –",
"In welchem Falle war es ihm hinsichtlich der Šabbathe fraglich: war es ihm entschieden, daß bei Versehen inbetreff des Šabbaths und Vorsatz inbetreff der Arbeiten die Tage dazwischen hinsichtlich der Teilung als Bewußtwerden gelten, und er fragte ihn,",
"wie es bei Vorsatz inbetreff des Šabbaths und Versehen inbetreff der Arbeiten sei, ob [die Šabbathe konkreten] Körpern gleichen oder nicht,",
"oder war es ihm entschieden, daß bei Vorsatz inbetreff des Šabbaths und Versehen inbetreff der Arbeiten [die Šabbathe konkreten] Körpern gleichen, und er fragte ihn, wie es bei Versehen inbetreff des Šabbaths und Vorsatz inbetreff der Arbeiten sei, ob die Tage dazwischen hinsichtlich der Teilung als Bewußtwerden gelten oder nicht?",
"Rabba erwiderte:"
],
[
"Es ist einleuchtend, daß es ihm bei Versehen inbetreff des Šabbaths und Vorsatz inbetreff der Arbeiten entschieden war, daß die Tage dazwischen hinsichtlich der Teilung als Bewußtwerden gelten, und er fragte ihn, wie es bei Vorsatz inbetreff des Šabbaths und Versehen inbetreff der Arbeiten sei, ob [die Šabbathe konkreten] Körpern gleichen oder nicht.",
"Er entschied ihm, daß sie bei Vorsatz inbetreff des Šabbaths und Versehen inbetreff der Arbeiten [konkreten] Körpern gleichen, und dieser erkannte es nicht an. Ferner entschied er ihm, daß die abstammenden Arbeiten den Hauptarbeiten gleichen, und dieser erkannte es nicht an.",
"Rabba sagte: Dies entnehme ich aus der folgenden Lehre: Sie sagten eine allgemeine Regel hinsichtlich des Šabbaths. Wer das Grundgesetz des Šabbaths vergessen und mehrere Arbeiten an mehreren Šabbathen verrichtet hat, ist nur einmal schuldig;",
"wer das Grundgesetz des Šabbaths gekannt und mehrere Arbeiten an mehreren Šabbathen verrichtet hat, ist wegen jedes Šabbaths besonders schuldig. Wer gewußt hat, daß es Šabbath ist, und mehrere Arbeiten an mehreren Šabbathen verrichtet hat, ist wegen jeder Hauptarbeit besonders schuldig.",
"Er lehrt aber nicht, daß er wegen jeder Hauptarbeit wegen jedes Šabbaths besonders schuldig sei<sup class=\"footnote-marker\">156</sup><i class=\"footnote\">Demnach gleichen die Šabbathe nicht konkreten Körpern.</i>.",
"Nach wessen Ansicht, wenn nach R. Elie͑zer<sup class=\"footnote-marker\">157</sup><i class=\"footnote\">Der entgegengesetzt entschieden hat.</i>, wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: wer mehrere zu einer Hauptarbeit gehörende Arbeiten verrichtet hat, ist nur einmal schuldig; nach R. Elie͑zer ist man ja wegen jeder abstammenden wie wegen der Hauptarbeiten schuldig!?",
"Vielmehr ist hier die Ansicht R. A͑qibas vertreten, somit ist hieraus zu entnehmen, daß es ihm entschieden war, daß bei Versehen inbetreff des Šabbaths und Vorsatz inbetreff der Arbeiten die Tage dazwischen als Bewußtwerden gelten, und er fragte,",
"wie es bei Vorsatz inbetreff des Šabbaths und Versehen inbetreff der Arbeiten sei, ob [die Šabbathe konkreten] Körpern gleichen. Er entschied ihm, daß sie [konkreten] Körpern gleichen, und ferner auch, daß die abstammenden den Hauptarbeiten gleichen, und dieser erkannte beides nicht an.",
"Abajje sprach zu ihm: Tatsächlich, kann ich dir erwidern, war es R. A͑qiba entschieden, daß bei Vorsatz inbetreff des Šabbaths und Versehen inbetreff der Arbeiten die Šabbathe nicht [konkreten] Körpern gleichen, und er fragte ihn, wie es bei Versehen inbetreff des Šabbaths und Vorsatz inbetreff der Arbeiten sei, ob die Tage dazwischen hinsichtlich der Teilung als Bewußtwerden gelten oder nicht.",
"Er entschied ihm, daß die Tage dazwischen hinsichtlich der Teilung [als Bewußtwerden gelten], und dieser erkannte es an; ferner entschied er ihm, daß die abstammenden den Hauptarbeiten gleichen, und dieser erkannte es nicht an.",
"R. Ḥisda erwiderte: Bei Vorsatz inbetreff des Šabbaths und Versehen inbetreff der Arbeiten ist auch R. A͑qiba der Ansicht, daß [die Šabbathe konkreten] Körpern gleichen, und er fragte ihn, wie es bei Versehen inbetreff des Šabbaths und Vorsatz inbetreff der Arbeiten sei, ob die Tage dazwischen hinsichtlich der Teilung als Bewußtwerden gelten.",
"Er entschied ihm, daß die Tage dazwischen hinsichtlich der Teilung als Bewußtwerden gelten, und dieser erkannte es an,",
"ferner entschied er ihm, daß die abstammenden den Hauptarbeiten gleichen, und dieser erkannte es nicht an.",
"R. Ḥisda sagte: Dies entnehme ich aus der folgenden Lehre: Wer zwei Buchstaben<sup class=\"footnote-marker\">158</sup><i class=\"footnote\">Solche bilden ein Wort od. einen Namen.</i>bei einem Entfallen geschrieben hat, ist einmal schuldig, wenn bei zweimaligem Entfallen, so ist er nach R. Gamliél schuldig und nach den Weisen frei. R. Gamliél pflichtet jedoch bei, daß, wenn er einen Buchstaben an einem Šabbath und einen Buchstaben an einem anderen Šabbath geschrieben hat, er frei sei.",
"Dagegen lehrt ein Anderes: Wer zwei Buchstaben an zwei Šabbathen geschrieben hat, einen an einem Šabbath und einen an einem anderen Šabbath, ist nach R. Gamliél schuldig und nach den Weisen frei. Er glaubte, R. Gamliél sei der Ansicht R. A͑qibas.",
"Erklärlich ist es nach mir, der ich sage, bei Vorsatz inbetreff des Šabbaths und Versehen inbetreff der Arbeiten pflichte auch R. A͑qiba bei, daß die Šabbathe [konkreten] Körpern gleichen; die Lehre, er sei frei, gilt bei Vorsatz inbetreff des Šabbaths und Versehen inbetreff der Arbeiten, denn die Šabbathe gleichen [konkreten] Körpern<sup class=\"footnote-marker\">159</sup><i class=\"footnote\">Es ist ebenso, als hätte er 2 verschiedene halbe Arbeiten verrichtet.</i>,"
],
[
"und die Lehre, er sei schuldig, gilt bei Versehen inbetreff des Šabbaths und Vorsatz inbetreff der Arbeiten, denn er ist, wenn auch die Šabbathe [konkreten] Körpern gleichen, der Ansicht, es gebe kein Bewußtwerden bei einem halben<sup class=\"footnote-marker\">160</sup><i class=\"footnote\">Es erfolgt daher keine Teilung u. die halben Arbeiten werden zu einer ganzen vereinigt.</i>Quantum.",
"Nach Rabba aber, welcher sagt, nach R. A͑qiba gleichen die Šabbathe einem [einzigen] Körper,",
"kann allerdings die Lehre, er sei schuldig, sowohl auf Vorsatz inbetreff des Šabbaths und Versehen inbetreff der Arbeiten bezogen werden, denn die Šabbathe gleichen einem [einzigen] Körper, als auch auf Versehen inbetreff des Šabbaths und Vorsatz inbetreff der Arbeiten, denn er ist der Ansicht, es gebe kein Bewußtwerden für ein halbes Quantum;",
"worauf aber ist die Lehre, er sei frei, zu beziehen: nicht auf dieses und nicht auf jenes!? –",
"Rabba kann dir erwidern: R. Gamliél ist der Ansicht R. Elie͑zers, welcher sagt, die Šabbathe gleichen [konkreten] Körpern. –",
"Wenn er aber lehrt, R. Gamliél pflichte bei, so streiten sie ja über die anderen Fälle. Allerdings streiten sie, wenn du sagst, er sei der Ansicht R. A͑qibas, über Versehen inbetreff des Šabbaths und Vorsatz inbetreff der Arbeiten, denn R. Gamliél ist der Ansicht, es gebe kein Bewußtwerden für ein halbes Quantum,",
"[und R. A͑qiba ist der Ansicht, es gebe ein Bewußtwerden für ein halbes Quantum,] jedoch pflichtet R. Gamliél bei, daß er bei Vorsatz inbetreff des Šabbaths und Versehen inbetreff der Arbeiten frei sei; die Šabbathe gleichen also [konkreten] Körpern. Worüber aber streiten sie, wenn du sagst, R. Gamliél sei der Ansicht R. Elie͑zers:",
"wenn über Versehen inbetreff des Šabbaths und Vorsatz inbetreff der Arbeiten, so ist ja auch R. Elie͑zer der Ansicht R. Gamliéls, daß es kein Bewußtwerden für ein halbes Quantum gebe, denn es wird gelehrt, wer zwei Buchstaben an zwei Šabbathen geschrieben hat, einen an einem Šabbath und einen an einem anderen Šabbath, sei nach R. Elie͑zer schuldig;",
"und wenn über den Fall, wenn jemand zu einem Gewebe einen [Faden] einschlägt, so ist er ja nach ihm schuldig!? Wir haben nämlich gelernt: R. Elie͑zer sagt, wer drei Fäden beginnend webt oder zu einem Gewebe einen einschlägt, sei schuldig. –",
"Rabba kann erwidern: sie streiten über den Fall der folgenden Lehre: Wer das Quantum einer halben Dörrfeige hinausgebracht<sup class=\"footnote-marker\">161</sup><i class=\"footnote\">Am Šabbath, nach einem anderen Gebiete.</i>hat und abermals das Quantum einer halben Feige hinausgebracht hat, ist, wenn bei einem Entfallen, schuldig. und wenn bei zweimaligem Entfallen, frei. R. Jose sagt, bei einem Entfallen und nach einem Gebiete sei er schuldig, wenn nach zwei<sup class=\"footnote-marker\">162</sup><i class=\"footnote\">Wodurch eine Teilung erfolgt.</i>Gebieten, sei er frei.",
"R. Gamliél ist der Ansicht des ersten Autors und R. A͑qiba ist der Ansicht R. Joses. –",
"Komm und höre: Er erwiderte mir: Er ist wegen jeder besonders schuldig. Dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn man wegen einer Menstruierenden, bei der es keine verschiedenen Abarten gibt &amp;c.",
"Erklärlich ist es nach R. Ḥisda, welcher sagt, er habe ihn gefragt, ob bei Versehen inbetreff des Šabbaths und Vorsatz inbetreff der Arbeiten die Tage dazwischen hinsichtlich der Teilung als Bewußtwerden gelten oder nicht, daß er zu ihm gesagt hat: wenn wegen einer<sup class=\"footnote-marker\">163</sup><i class=\"footnote\">Auch bei dieser liegen zwischen dem einen u. dem anderen Bewußtwerden Tage dazwischen.</i>Menstruierenden &amp;c.",
"Nach Rabba aber, welcher sagt, er habe ihn gefragt, ob bei Vorsatz inbetreff des Šabbaths und Versehen inbetreff der Arbeiten die Šabbathe als [konkrete] Körper gelten oder nicht, sollte es doch ‘von Menstruierenden’<sup class=\"footnote-marker\">164</sup><i class=\"footnote\">In der Mehrzahl, da die Frage die Teilung der Körper betrifft, was bei einer einzelnen Menstruierenden nicht der Fall sein kann.</i>heißen!? –",
"Rabba kann dir erwidern: lies ‘von Menstruierenden’. Šemuél liest ‘einer Menstruierenden’. R. Ada b. Ahaba liest ‘einer Menstruierenden’. R. Nathan b. Oša͑ja liest ‘von Menstruierenden’. –",
"Wieso gelten nach R. Ḥisda, welcher sagt, er habe ihn gefragt, ob bei Versehen inbetreff des Šabbaths und Vorsatz inbetreff der Arbeiten die Tage dazwischen hinsichtlich der Teilung als Bewußtwerden gelten, bei der Menstruierenden die Tage dazwischen hinsichtlich der Teilung als Bewußtwerden<sup class=\"footnote-marker\">165</sup><i class=\"footnote\">Sie ist ja ununterbrochen Menstruierende.</i>!?",
"Raba erwiderte: Wenn er ihr beigewohnt hat, sie ein Tauchbad genommen und abermals [Fluß] wahrgenommen und er ihr wiederum beigewohnt hat, sie ein Tauchbad genommen [und abermals Fluß wahrgenommen] und er ihr wiederum beigewohnt hat; die Tauchbäder gelten als Tage dazwischen. –",
"Komm und höre: Von der Beiwohnung von Minderjährigen ist [das Entgegengesetzte] zu beweisen. Erklärlich ist es nach Rabba, daß es ‘von Minderjährigen’ heißt,",
"wieso aber heißt es nach R. Ḥisda ‘von Minderjährigen’<sup class=\"footnote-marker\">166</sup><i class=\"footnote\">Er sollte doch von einer sprechen.</i>. – Von Minderjährigen allgemein<sup class=\"footnote-marker\">167</sup><i class=\"footnote\">Er spricht nicht von einem einzelnen Falle mit mehreren Minderjährigen, sondern von solchen Fällen allgemein.</i>.",
"Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Nicht dies fragte R. A͑qiba den R. Elie͑zer, vielmehr fragte er ihn wie folgt: Wie ist es, wenn jemand bei einem Entfallen seiner menstruierenden Frau beigewohnt hat und ihr wiederum beigewohnt hat: ist er einmal wegen aller schuldig oder ist er wegen jeder [Beiwohnung] besonders schuldig?",
"Dieser erwiderte: Er ist wegen jeder besonders schuldig. Dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn man wegen des Šabbaths, wobei es nur ein Verbot ist, für ihn inbetreff des Šabbaths, nicht aber für den Šabbath seinethalben, wegen jeder [Arbeit] besonders schuldig ist, um wieviel mehr ist man bei einer Menstruierenden, bei der es zwei Verbote sind, denn ihm ist die Menstruierende verboten und der Menstruierenden ist er verboten, wegen jeder [Beiwohnung] besonders schuldig.",
"Jener entgegnete: Nein, wenn dies vom Šabbath gilt, wobei es verschiedene Abarten<sup class=\"footnote-marker\">148</sup><i class=\"footnote\">Wie beim Šabbathgesetze, wobei es Hauptarbeiten u. abstammende gibt.</i>und verschiedene Sündopfer gibt, sollte dies auch von der Menstruierenden gelten, bei der es keine verschiedenen Abarten und keine verschiedenen Sündopfer gibt!?",
"Dieser erwiderte: Die Beiwohnung von Minderjährigen beweist [das Entgegengesetzte]: hierbei sind es keine verschiedenen Abarten und keine verschiedenen Sündopfer, und er ist wegen jeder besonders schuldig.",
"Jener entgegnete: Nein, wenn dies von Minderjährigen gilt, wo es verschiedene Körper sind<sup class=\"footnote-marker\">168</sup><i class=\"footnote\">Wie oben zu ergänzen.</i>. Dieser erwiderte: Die Beschlafung eines Viehs beweist [das Entgegengesetzte], es sind keine verschiedenen Körper, und er ist wegen jeder besonders schuldig. Jener entgegnete . Beim Vieh ist es ebenso wie bei der Menstruierenden<sup class=\"footnote-marker\">169</sup><i class=\"footnote\">Vgl. S. 187 Anm. 152 mut. mut.</i>.",
"",
"<sup class=\"footnote-marker\">i</sup><b>I</b>ST <small>ER IM</small> Z<small>WEIFEL</small>, <small>OB ER</small> T<small>ALG GEGESSEN ODER NICHT GEGESSEN HAT</small>, <small>UND SELBST WENN ER SICHER GEGESSEN HAT</small>, <small>ABER IM</small> Z<small>WEIFEL IST</small>, <small>OB</small> <small>ES DAS</small> Q<small>UANTUM</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Wegen dessen ein Sündopfer darzubringen ist, in Olivengröße.</i> <small>HATTE\n</small>"
],
[
"ODER NICHT,",
"<small>WENN</small> F<small>ETT UND</small> T<small>ALG VOR IHM WAREN UND ER EINES VON IHNEN GEGESSEN HAT</small>, <small>UND NICHT WEISS</small>, <small>WELCHES VON IHNEN ER GEGESSEN HAT</small>, <small>WENN SEINE</small> F<small>RAU UND SEINE</small> S<small>CHWESTER MIT IHM IM</small> H<small>AUSE WAREN</small>, <small>UND ER SICH AN EINE VON IHNEN VERIRRT HAT</small>, <small>UND NICHT WEISS</small>, <small>AN WELCHE VON IHNEN ER SICH VERIRRT HAT</small>, <small>WENN ER VON</small> Š<small>ABBATH UND</small> W<small>OCHENTAG AN EINEM VON IHNEN EINE</small> A<small>RBEIT VERRICHTET HAT</small>, <small>UND NICHT WEISS</small>, <small>AN WELCHEM VON IHNEN ER SIE VERRICHTET HAT</small>, <small>SO BRINGE ER EIN</small> S<small>CHWEBE</small>-S<small>CHULDOPFER</small>.",
"<sup class=\"footnote-marker\">ii,1</sup>W<small>IE MAN NUR EIN</small> S<small>ÜNDOPFER SCHULDIG IST</small>, <small>WENN MAN BEI EINEM</small> E<small>NTFALLEN</small> T<small>ALG UND</small> T<small>ALG GEGESSEN HAT</small>, <small>EBENSO BRINGE MAN WEGEN DIESER BEI</small> U<small>NGEWISSHEIT</small><sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. wenn er sich nicht bewußt ist; wie in den genannten Fällen, wenn er im Zweifel ist, ob er tatsächlich die Sünde begangen hat.</i> <small>NUR EIN</small> S<small>CHWEBE</small>-S<small>CHULDOPFER</small>.",
"I<small>ST DAZWISCHEN EIN</small> B<small>EWUSSTWERDEN ERFOLGT</small>, <small>SO MUSS MAN</small>, <small>WIE MAN WEGEN JEDES BESONDERS EIN</small> S<small>ÜNDOPFER BRINGEN MUSS</small>, <small>AUCH WEGEN JEDES BESONDERS EIN</small> S<small>CHWEBE</small>-S<small>CHULDOPFER BRINGEN</small>.",
"W<small>IE MAN</small>, <small>WENN MAN</small> T<small>ALG</small>, B<small>LUT</small>, V<small>ERWERFLICHES UND</small> Ü<small>BRIGGEBLIEBENES BEI EINEM</small> E<small>NTFALLEN GEGESSEN HAT</small>, <small>WEGEN JEDES BESONDERS SCHULDIG IST</small>, <small>EBENSO MUSS MAN BEI</small> U<small>NGEWISSHEIT WEGEN JEDES BESONDERS EIN</small> S<small>CHWEBE</small>-S<small>CHULDOPFER BRINGEN</small>.",
"GEMARA. Es wurde gelehrt: R. Asi sagt, unsere Lehre spreche von einem Stücke, von dem es zweifelhaft ist, ob es Talg oder Fett war; Ḥija b. Rabh sagt, sie spreche von einem von zwei Stücken<sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Eines Fett u. eines Talg, u. er nicht weiß, welches er gegessen hat.</i>. –",
"Worin besteht ihr Streit? – R. Asi ist der Ansicht, die überlieferte [Schreibweise] sei maßgebend, und diese lautet <i>Gebot</i>,",
"und Ḥija b. Rabh ist der Ansicht, die Lesart sei maßgebend, und wir lesen <i>Gebote</i><sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Das W. <span dir=\"rtl\">מצות</span> beim Gesetze vom Schwebe-Schuldopfer (Lev. 5,17) kann nach der überlieferten Schreibweise Singular sein, wird aber als Plural gelesen; nach der einen Ansicht handelt es sich um einen Zweifel bei einem Stücke, nach der anderen Ansicht bei mehreren Stücken.</i>.",
"R. Hona wandte gegen R. Asi ein, und manche sagen, Ḥija b. Rabh gegen R. Asi: Wenn Talg und Fett vor ihm waren und er eines von ihnen gegessen hat. Wenn nun der Schlußsatz von zwei Stücken spricht, so spricht ja auch der Anfangsatz von zwei Stücken!?",
"Da sprach Rabh zu ihnen: Kommt nicht mit Einwendungen; er kann euch erwidern: der Schlußsatz spreche von zwei Stücken und der Anfangsatz spreche von einem Stücke. – Demnach ist ja einzuwenden: wenn man bei einem Stücke<sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Wo man nicht weiß, ob überhaupt eine verbotene Sache vorhanden war.</i> schuldig ist, so braucht dies ja nicht von zwei Stücken gelehrt zu werden!? – Eines, und umso mehr das andere. –",
"Wozu braucht er nach Ḥija b. Rabh, welcher sagt, wenn der Schlußsatz von zwei Stücken spricht, spreche auch der Anfangsatz von zwei Stücken, es zweimal zu lehren!? – Dies ist eine Erklärung: ist er im Zweifel, ob er Talg gegessen hat, oder nicht gegessen hat, so bringe er ein Schwebe-Schuldopfer, und zwar, wenn Talg und Fett vor ihm waren.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wenn zwei Stücke vor ihm waren, eines Fett und eines Talg, und er eines von ihnen gegessen hat und nicht weiß, welches von ihnen er gegessen hat, so ist er schuldig; wenn aber ein Stück, von dem es zweifelhaft ist, ob es Talg oder Fett war, und er es gegessen hat, so ist er frei.",
"Raba sprach: Folgendes ist der Grund Rabhs: Die Schrift sagt: <sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Lev. 4,22.</i><i>und er eines von all den Geboten des Herrn versehentlich übertritt</i>, nur wenn er sich bei zweien versehentlich vergangen hat, denn die Schreibweise ist <i>Gebot</i> und wir lesen <i>Gebote</i><sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Das W. <span dir=\"rtl\">מצות</span> beim Gesetze vom Schwebe-Schuldopfer (Lev. 5,17) kann nach der überlieferten Schreibweise Singular sein, wird aber als Plural gelesen; nach der einen Ansicht handelt es sich um einen Zweifel bei einem Stücke, nach der anderen Ansicht bei mehreren Stücken.</i>.",
"Abajje wandte gegen ihn ein: R. Elie͑zer sagte: Wegen [des Talges von] einem Koj<sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Es ist nicht zu entscheiden, ob er als Vieh gilt, od. als Wild, dessen Talg nicht verboten ist.</i> ist man ein Schwebe-Schuldopfer schuldig<sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Obgleich es sich um ein Stück handelt.</i>.",
"Dieser erwiderte ihm: R. Elie͑zer ist der Ansicht, die überlieferte [Schreibweise] sei maßgebend, und diese lautet <i>Gebot</i>.",
"Er wandte ferner gegen ihn ein: Ist es<sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Wenn an der kinderlosen Witwe die Schwagerehe (cf. Dt. 25,5ff.) innerhalb 3 Monaten nach dem Tode ihres Mannes vollzogen worden ist.</i> zweifelhaft, ob [das Kind] ein neunmonatliches vom ersten [Manne] oder ein siebenmonatliches vom zweiten ist, so muß er sie entfernen und das Kind ist legitim;",
"sie sind aber ein Schwebe-Schuldopfer schuldig<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Hierbei ist es eine Person.</i>!? – Hier ist die Ansicht R. Elie͑zers vertreten.",
"Er wandte ferner gegen ihn ein: Findet es<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Menstruationsblut.</i>sich auf seinem<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Lappen, mit dem er sich nach der Beiwohnung abwischt.</i>, so sind sie unrein, und sie sind ein Opfer schuldig;",
"wenn auf ihrem unmittelbar nach [der Beiwohnung], so sind sie unrein, und sie sind ein Opfer schuldig; wenn auf ihrem nach einer Zeit, so sind sie des Zweifels wegen unrein und von einem Opfer frei. Und hierzu wird gelehrt: Jedoch sind sie ein Schwebe-Schuldopfer schuldig!? – Hier ist die Ansicht R. Elie͑zers vertreten.",
"R. Ḥija sagte im Namen Rabhs: Wenn zwei Stücke vor ihm waren, eines Talg und eines Fett, und er eines von ihnen gegessen hat und nicht weiß, welches von ihnen er gegessen hat, so ist er schuldig; wenn aber ein Stück, von dem es zweifelhaft ist, ob es Fett oder Talg war, und er es gegessen hat, so ist er frei.",
"R. Zera sprach: Folgendes ist der Grund Rabhs. Er ist der Ansicht, bei zwei Stücken läßt sich das Verbot herausfinden, bei einem Stücke läßt sich das Verbot nicht herausfinden<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Da es nicht mehr vorhanden ist.</i>. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen der Begründung Rabas und der Begründung R. Zeras!? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen bei einem Quantum von anderthalb Oliven<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Wenn es 2 Stücke sind, eines eine Olive u. eines eine halbe Olive.</i>;",
"nach [der Erklärung] Rabas ist er frei, da hierbei [die Mehrzahl] <i>Gebote</i> nicht anwendbar<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Die halbe Olive gilt als nicht vorhanden.</i>ist, und nach R. Zera [ist er schuldig, weil] das Verbot sich herausfinden läßt.",
"R. Jirmeja wandte gegen R. Zera ein: R. Elie͑zer sagte: Wegen des Talges von einem Koj ist man ein Schwebe-Schuldopfer schuldig<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Auch hierbei ist das Verbot nicht herauszufinden.</i>!? Dieser erwiderte: R. Elie͑zer ist der Ansicht, das Verbot brauche nicht festgestellt werden zu können."
],
[
"Er wandte ferner gegen ihn ein: Ist es zweifelhaft, ob [das Kind] ein neunmonatliches vom ersten [Manne] oder ein siebenmonatliches vom zweiten ist, so muß er sie entfernen und das Kind ist legitim; sie sind aber ein Schwebe-Schuldopfer schuldig<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Auch hierbei ist das Verbot nicht herauszufinden.</i>!? – Hier ist die Ansicht R. Elie͑zers vertreten.",
"Er wandte ferner gegen ihn ein: Findet es sich auf ihrem unmittelbar nach [der Beiwohnung], so sind sie unrein, und sie sind ein Opfer schuldig; findet es sich auf ihrem nach einer Zeit, so sind sie des Zweifels wegen unrein und von einem Opfer frei. Und hierzu wird gelehrt: Jedoch sind sie ein Schwebe-Schuldopfer schuldig!? – Hier ist die Ansicht R. Elie͑zers vertreten.",
"R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha im Namen Rabhs: Wenn zwei Stücke vor ihm waren, eines Talg und eines Fett, und er eines von ihnen gegessen hat und nicht weiß, welches von ihnen er gegessen hat, so ist er schuldig; wenn ein Stück, von dem es zweifelhaft ist, ob es Talg oder Fett war; und er es gegessen hat, so ist er frei.",
"R. Naḥman sprach: Folgendes ist der Grund Rabhs. Er ist der Ansicht, bei zwei Stücken ist das Verbot festgestellt<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Von vornherein.</i>, bei einem Stücke ist das Verbot nicht festgestellt. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen [der Erklärung], das Verbot sei festgestellt, und [der Erklärung], das Verbot sei nicht herauszufinden? –",
"Ein Unterschied besteht zwischen ihnen in dem Falle, wenn zwei Stücke vor ihm waren, eines Talg und eines Fett, und ein Nichtjude gekommen ist und das eine gegessen hat, und darauf ein Jisraélit gekommen ist und das andere gegessen hat; nach Raba war zur Zeit, wo der Jisraélit es gegessen hat, [die Mehrzahl] <i>Gebote</i> nicht anwendbar<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Dann war es nur ein Stück.</i>, nach R. Zera ließ sich das Verbotene nicht herausfinden<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Dann war es nur ein Stück.</i>, und nach R. Naḥman ist das Verbotene festgestellt<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Eines war bestimmt verboten.</i>.",
"Raba wandte gegen R. Naḥman ein: R. Elie͑zer sagte: Wegen des Talges von einem Koj ist man ein Schwebe-Schuldopfer schuldig!? – Nach R. Elie͑zer braucht das Verbot nicht, festgestellt zu sein.",
"Er wandte ferner gegen ihn ein: Ist es zweifelhaft, ob [das Kind] ein neunmonatliches vom ersten [Manne] oder ein siebenmonatliches vom zweiten ist, so muß er sie entfernen und das Kind ist legitim; sie sind aber ein Schwebe-Schuldopfer schuldig!? – Hier ist die Ansicht R. Elie͑zers vertreten.",
"Er wandte ferner gegen ihn ein: Findet es sich auf seinem, so sind sie unrein, und sie sind ein Opfer schuldig; findet es sich auf ihrem unmittelbar nach [der Beiwohnung], so sind sie unrein, und sie sind ein Sündopfer schuldig; findet es sich auf ihrem nach einer Zeit, so sind sie des Zweifels wegen unrein und von einem Opfer frei. Und hierzu wird gelehrt: Jedoch sind sie ein Schwebe-Schuldopfer schuldig<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Hierbei ist das Verbot nicht festgestellt.</i>!?",
"Da schwieg er. Nachdem jener hinausgegangen war, sprach er: Wieso erwiderte ich ihm nicht, hier sei R. Meír vertreten, nach dem eine Feststellung des Verbotes nicht erforderlich ist?",
"Es wird nämlich gelehrt: Wer ein Schwebe-Schuldopfer außerhalb<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Des Tempelhofes.</i>geschlachtet hat, ist nach R. Meír schuldig und nach den Weisen frei<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Weil das Verbot nicht festgestellt ist; möglicherweise hat der Schlachtende die Sünde nicht begangen, sodann ist es kein Opfer, sondern eine profane Schlachtung.</i>. –",
"Wozu denn, er sollte ihm doch erwidert haben, da sei die Ansicht R. Elie͑zers vertreten!? – Er lehrt uns folgendes, daß nämlich R. Meír die Ansicht R. Elie͑zers vertritt.",
"Rabba b. Abuha sagte im Namen Rabhs: Wenn jemand ein Stück gegessen hat, von dem es zweifelhaft ist, ob es Talg oder Fett war, so kommen wir zum Streite des R. Elie͑zer mit den Weisen. –",
"Nach R. Elie͑zer braucht er es ja nicht gegessen zu haben, dies gilt ja nach ihm, auch wenn er es nicht gegessen hat, denn wir haben gelernt, R. Elie͑zer sagt, man dürfe jeden Tag ein Schwebe-Schuldopfer freiwillig spenden!?",
"R. Aši erwiderte: R. Elie͑zer lehrt es nach Baba b. Buta, denn wir haben gelernt, man spreche zu ihm<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Der ein Schwebe-Schuldopfer freiwillig spenden will; cf. infra Fol. 25a.</i>: warte, bis du zu einem Zweifel<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Über eine begangene Sünde.</i>kommst.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn vor ihm zwei Stücke waren, eines Fett und eines Talg, und ein Jisraélit gekommen ist und das eine gegessen hat, und darauf ein Nichtjude gekommen ist und das andere gegessen hat, so ist er<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Da es beim Essen 2 Stücke waren.</i>schuldig; ebenso ein Hund und ebenso ein Rabe. Wenn ein Nichtjude gekommen ist und das eine gegessen hat und darauf der Jisraélit gekommen ist und das andere gegessen hat, so ist er frei und nach Rabbi schuldig.",
"Hat er das eine versehentlich und das andere vorsätzlich gegessen, so ist er schuldig; wenn das eine vorsätzlich und das andere versehentlich, so ist er frei und nach Rabbi schuldig. Hat er beide vorsätzlich gegessen, so ist er gänzlich frei.",
"Wenn zwei versehentlich, so sind beide schuldig<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Ein Schuldopfer.</i>, und zwar der andere nicht von Rechts wegen, sondern deshalb, weil du, wenn du sagen wolltest, er sei frei, den ersten für ein Sündopfer festlegen<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Ist der 2. frei, so muß vorausgesetzt werden, daß der 1. das Verbotene gegessen hat.</i>würdest.",
"Nach wem, wenn nach Rabbi, so hat es ja von Rechts wegen und des Rechtes wegen zu erfolgen, und wenn nach den Rabbanan, wieso sollte man, damit der erste nicht für ein Sündopfer festgelegt werde, zum zweiten sagen, daß er Profanes in den Tempelhof<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Da er gar keine Sünde begangen hat.</i>bringe!? R. Aši erwiderte:"
],
[
"Hier ist R. Elie͑zer vertreten, welcher sagt, man dürfe jeden Tag ein Schwebe-Schuldopfer freiwillig spenden. Man sagte daher zu ihm: bring ein Schwebe-Schuldopfer und triff folgende Vereinbarung: hat der erste das Fett gegessen, so habe ich den Talg gegessen, und [das Opfer] sei zur Sühne, wenn aber nicht, so sei es eine freiwillige Spende.",
"Die Rabbanan lehrten: Über den Fall, wenn jemand zweifelhaften Talg gegessen hat und sich dessen bewußt geworden ist, zweifelhaften Talg gegessen hat und sich dessen bewußt geworden ist, sagte Rabbi: Ich sage, wie man<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Wenn es sich nicht um einen Zweifel handelt.</i>wegen jedes besonders ein Sündopfer bringen muß, ebenso muß man wegen jedes besonders ein Schwebe-Schuldopfer bringen.",
"R. Jose b. R. Jehuda und R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagen, es sei nur ein Schwebe-Schuldopfer zu bringen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Lev. 5,18.</i><i>wegen seines Fehlens, das er gefehlt hat</i>, auch wegen vieler Verfehlungen ist man nur einmal schuldig.",
"R. Zera sagte: Hier lehrt Rabbi, daß auch das Bewußtwerden einer zweifelhaften [Sünde]<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">R. spricht von dem Falle, wenn beim Bewußtwerden zwischen dem einen u. dem anderen Male über das, was er gegessen hat, noch ein Zweifel bestand, aber beim letzten Bewußtwerden sich herausstellt, daß es tatsächlich Talg war. Obgleich das Bewußtwerden zwischendurch eine zweifelhafte Sünde betrifft, so hat er wegen dieser trotzdem ein Sündopfer zu bringen, weil später die Sünde festgestellt worden ist.</i>als Teilung gilt hinsichtlich des Sündopfers.",
"Raba aber sagte: Das Bewußtwerden einer zweifelhaften [Sünde] gilt nicht als Teilung hinsichtlich des Sündopfers, vielmehr lehrt er folgendes: wie man, wenn es das Bewußtwerden einer sicheren [Sünde] ist, wegen jedes besonders ein Sündopfer bringen muß, ebenso muß man, wenn es das Bewußtwerden einer zweifelhaften [Sünde] ist, wegen jedes besonders ein Schwebe-Schuldopfer bringen.",
"Abajje sprach zu ihm: Bist du etwa nicht der Ansicht, daß das Bewußtwerden einer zweifelhaften [Sünde] als Teilung gilt hinsichtlich der Sündopfer!? Wieso ist, wenn man sagen wollte, das Bewußtwerden einer zweifelhaften [Sünde] gelte nicht als Teilung hinsichtlich der Sündopfer, vielmehr sei nur ein Sündopfer zu bringen, wegen jedes besonders ein Schwebe-Schuldopfer zu bringen,",
"es wird ja gelehrt, die Regel sei, was hinsichtlich der Sündopfer als Teilung gibt, gelte als Teilung auch hinsichtlich der Schuldopfer!?",
"Raba b. Ḥanan sprach zu Abajje: Nach deiner Ansicht, das Bewußtwerden einer zweifelhaften [Sünde] gelte als Teilung hinsichtlich der Sündopfer, müßte ja, wer eine Olive Talg vor dem Versöhnungstage und eine Olive Talg nach dem Versöhnungstage gegessen hat, da doch der Versöhnungstag anstelle des Schwebe-Schuldopfers tritt, ebenfalls zwei Sündopfer darbringen;",
"er hat sie ja bei einem Entfallen gegessen!? Abajje erwiderte ihm: Wer sagt uns, daß der Versöhnungstag auch das sühnt, dessen man sich nicht bewußt wird, vielleicht nur das, dessen man sich bewußt wird. Raba entgegnete: Wir haben gelernt: ob er sich bewußt wird oder sich nicht bewußt<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Sühnt der Versöhnungstag; cf. Seb. Fol. 2b.</i>wird.",
"Manche lesen: Raba b. Ḥanan sprach zu Abajje: Ist etwa, wer eine Olive Talg am Versöhnungstage morgens gegessen hat und eine Olive Talg (am Versöhnungstage) abends gegessen hat, ebenfalls zwei Sündopfer schuldig!?",
"Abajje erwiderte ihm: Wer sagt uns, daß jede Stunde des Versöhnungstages sühne, vielleicht nur der ganze Tag vom Abend an. [Raba] entgegnete: Gedankenloser, es wird gelehrt, wer am Versöhnungstage zu einer zweifelhaften Sünde gekommen ist, selbst bei Dunkelheit, sei frei, denn der ganze Tag sühnt.",
"R. Idi b. Abin wandte ein: Wer bei einem Entfallen gegessen und getrunken hat, ist nur ein Sündopfer schuldig. Es ist ja nicht möglich, daß zwischen dem Essen und dem Trinken nicht etwas Zeit<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Während welcher er sich bewußt wird.</i>vom Tage verbleibt, die ihm sühnt, da doch der Versöhnungstag anstelle des Schwebe-Schuldopfers tritt, und er lehrt, er sei nur ein Sündopfer schuldig.",
"Wenn man nun sagen wollte, das Bewußtwerden einer zweifelhaften [Sünde] gelte als Teilung hinsichtlich der Sündopfer, sollte er doch zwei Sündopfer schuldig sein!? –Ich will dir sagen, R. Zera sagte es nach Rabbi, diese Lehre aber ist nach den Rabbanan. –",
"Der Schlußsatz vertritt ja aber die Ansicht Rabbis, denn dieser lehrt, daß, wenn er Tunke oder Salzbrühe getrunken hat, er frei sei, wonach er schuldig ist, wenn Essig,",
"also nach Rabbi, denn es wird gelehrt: Essig gilt nicht als Labung<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Um wegen des Genusses am Versöhnungstage schuldig zu sein.</i>; Rabbi sagt, ich sage, Essig gelte als Labung. Wenn nun der Schlußsatz nach Rabbi lehrt, so lehrt ja auch der Anfangsatz nach Rabbi!? – Ich will dir sagen, der Schlußsatz nach Rabbi und der Anfangsatz nach den Rabbanan.",
"Raba wandte ein: Woher, daß, wenn er heute gegessen und morgen gegessen hat, heute genossen<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Was keine richtige Speise ist.</i>und morgen genossen hat, heute gegessen und morgen genossen hat, heute genossen und morgen gegessen<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Von Heiligem.</i>hat, selbst (von jetzt) nach drei Jahren, sie<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Die einzelnen Quantitäten, wenn sie zu gering sind.</i>mit einander vereinigt werden?",
"Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Lev. 5,15.</i><i>eine Veruntreuung veruntreut</i>, einschließend. Wieso denn, der Versöhnungstag hat es ja gesühnt!?",
"Ich will dir sagen, der Versöhnungstag sühnt nur verbotene Handlungen, Geldsachen<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Vergehen solche betreffend, wie dies bei der Veruntreuung am Heiligen der Fall ist.</i>aber sühnt er nicht.",
"Wenn du aber willst, sage ich: der Versöhnungstag sühnt nur ein volles Quantum, ein halbes Quantum aber sühnt er nicht<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Weil noch gar keine Sünde vorliegt.</i>.",
"Desgleichen sagte auch Reš Laqiš: Hier lehrte Rabbi, daß auch das Bewußtwerden einer zweifelhaften [Sünde] als Teilung hinsichtlich der Sündopfer gilt. R. Joḥanan aber sagte: Das Bewußtwerden einer zweifelhaften [Sünde] gilt nicht als Teilung hinsichtlich der Sündopfer,",
"vielmehr lehrt er folgendes: wie man, wenn es das Bewußtwerden einer sicheren [Sünde] ist, wegen jedes besonders [ein Sündopfer] bringen muß, ebenso muß man, wenn es das Bewußtwerden einer zweifelhaften [Sünde] ist, wegen jedes besonders ein Schwebe-Schuldopfer bringen. –",
"Erklärlich ist es nach R. Joḥanan, daß er sich hinsichtlich des Schuldopfers auf das Sündopfer bezieht, nach Reš Laqiš aber<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Nach dem statt der Schwebe-Schuldopfer wegen des letzten Bewußtwerdens Sündopfer darzubringen sind.</i>sollte er sich doch hinsichtlich des Sündopfers auf das Schuldopfer beziehen!? – Dies ist ein Einwand. –",
"Ich will auf einen Widerspruch hinweisen, in dem R. Joḥanan sich mit sich selbst befindet, und auf einen Widerspruch, in dem Reš Laqiš sich mit sich selbst befindet. Es wird gelehrt: Wenn von zwei Stegen einer unrein und einer rein ist, und er einen gegangen und [in den Tempel] nicht eingetreten ist, und darauf den anderen gegangen und eingetreten ist, so ist er schuldig;",
"wenn er einen gegangen und eingetreten ist, so ist er frei; wenn er den anderen gegangen und eingetreten ist, so ist er schuldig; wenn er den ersten gegangen und eingetreten ist, und darauf besprengt wurde und wiederum besprengt<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Am 3. u. am 7. Tage der Unreinheit.</i>wurde und untergetaucht<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Reinheit erlangt hat.</i>ist, dann den anderen gegangen und eingetreten ist, so ist er schuldig,"
],
[
"und nach R. Šimo͑n in diesem Falle frei. R. Šimo͑n b. Jehuda sagt, nach R. Šimo͑n sei er in allen Fällen frei<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Es sind 2 von einander getrennte zweifelhafte Verunreinigungen.</i>. –",
"Auch im ersten<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Wenn er beide ging ohne inzwischen Reinheit erlangt zu haben, war er ja entschieden unrein.</i>? Raba erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er zuerst den einen gegangen ist, und als er den anderen ging, vergessen hatte, daß er den ersten gegangen ist. Ihr Streit besteht in folgendem: der erste Autor ist der Ansicht, ein Teil des Bewußtwerdens gleiche dem ganzen Bewußtwerden, und R. Šimo͑n ist der Ansicht, ein Teil des Bewußtwerdens gleiche nicht dem ganzen Bewußtwerden.",
"Der Meister sagte: Wenn er den ersten gegangen und eingetreten ist, und darauf besprengt wurde und untergetaucht ist, dann den anderen gegangen und eingetreten ist, so ist er schuldig. Weshalb ist er schuldig, ihm fehlt ja das Bewußtwerden<sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Beide Male war die Verunreinigung zweifelhaft.</i>!?",
"Reš Laqiš erwiderte: Hier ist die Ansicht R. Jišma͑éls vertreten, nach dem das Bewußtwerden vorher nicht erforderlich ist. R. Joḥanan erwiderte: Du kannst auch sagen, die der Rabbanan, denn hierbei<sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Wo ein Steg sicher unrein ist, nur ist es zweifelhaft, welchen er gegangen ist; über die Unreinheit selber besteht also kein Zweifel.</i>haben sie das zweifelhafte Bewußtwerden dem sicheren Bewußtwerden gleichgestellt.",
"Er glaubte, sie stellten hierbei gleich, und dies gelte auch in der ganzen Tora. Somit befindet sich ja R. Joḥanan mit sich selbst in einem Widerspruche,",
"und ebenso befindet sich Reš Laqiš mit sich selbst in einem Widerspruche!?",
"Allerdings ist der Widerspruch, in dem R. Joḥanan sich mit sich selbst befindet, zu erklären, denn sie haben nur hier gleichgestellt, nicht aber in der ganzen Tora,",
"und zwar aus dem Grunde, weil es hierbei, bei der Unreinheit, heißt:<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Lev. 5,2.</i><i>und es ihm entfällt und er unrein ist</i>, die Schrift hat ihn verpflichtet auch bei einem zweifelhaften Bewußtwerden, von der ganzen Tora aber heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Ib. 4,28.</i><i>und er sich seiner Sünde bewußt wird</i>, nur wenn er sich bewußt wird, ist er schuldig.",
"Gegen Reš Laqiš aber ist ja einzuwenden: weshalb addiziert er sie<sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Die obige Lehre von den 2 Stegen.</i>R. Jišma͑él, er sollte sie doch Rabbi addizieren!? – Er lehrt uns folgendes: auch nach R. Jišma͑él ist vorher kein Bewußtwerden erforderlich. –",
"Dies lehrt ja bereits eine Mišna, denn wir haben gelernt: R. Jišma͑él sagte: Es heißt zweimal <i>und es ihm entfällt</i>, daß er nämlich schuldig ist sowohl beim Entfallen der Unreinheit als auch beim Entfallen des Heiligtums<sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">Wenn er zwar gewußt hat, daß er unrein ist, nicht aber, daß er das Heiligtum betritt.</i>!? –",
"Dies ist nötig; man könnte glauben, er habe dafür<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Für die Erforderlichkeit des Bewußtwerdens.</i>keine Andeutung in der Schrift, wohl aber eine überlieferte Lehre, so lehrt er uns.",
"<sup class=\"footnote-marker\">ii,2</sup><b>W</b><small>ENN</small> T<small>ALG UND</small> Ü<small>BRIGGEDLIEBENES VOR IHM WAREN UND ER EINES VON IHNEN GEGESSEN HAT UND NICHT WEISS</small>, <small>WELCHES VON IHNEN ER GEGESSEN HAT</small>, <small>WENN SEINE MENSTRUIERENDE</small> F<small>RAU</small><sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Von der er glaubte, sie sei rein.</i><small>UND SEINE</small> S<small>CHWESTER MIT IHM IM</small> H<small>AUSE WAREN UND ER SICH AN EINE VON IHNEN VERIRRT HAT UND NICHT WEISS</small>, <small>AN WELCHE VON IHNEN ER SICH VERIRRT HAT</small>, <small>WENN ER BEI</small> D<small>ÄMMERUNG ZWISCHEN</small> Š<small>ABBATH UND DEM</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAGE</small><sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">Wenn der Versöhnungstag auf einen Freitag od. einen Sonntag fällt, so ist er vom Šabbath nur in der Dämmerstunde, am Wendepunkte der beiden Tage, getrennt. In all diesen Fällen hat er sicher eine Sünde begangen, jed. versehentlich, denn er glaubte, Erlaubtes vor sich zu haben.</i><small>EINE</small> A<small>RBEIT VERRICHTET HAT UND NICHT WEISS</small>, <small>AN WELCHEM VON IHNEN ER SIE VERRICHTET HAT</small>, <small>SO IST ER NACH</small> R. E<small>LIE͑ZER EIN</small> S<small>ÜNDOPFER SCHULDIG UND NACH</small> R. J<small>EHOŠUA͑ FREI</small>.",
"R. J<small>OSE SPRACH</small>: S<small>IE STIMMEN ÜBEREIN</small>, <small>DASS ER FREI IST</small>, <small>WENN ER DIE</small> A<small>RBEIT BEI</small> D<small>ÄMMERUNG VERRICHTET HAT</small>, <small>DENN ICH SAGE</small>, <small>ER HABE EINEN</small> T<small>EIL</small> [<small>DER</small> A<small>RBEIT</small>] <small>AN DIESEM</small> T<small>AGE UND EINEN</small> T<small>EIL AM FOLGENDEN</small> T<small>AGE VERRICHTET</small>,",
"<small>SIE STREITEN NUR ÜBER DEN</small> F<small>ALL</small>, <small>WENN ER DIE</small> A<small>RBEIT IN DER</small> M<small>ITTE DES</small> T<small>AGES VERRICHTET HAT UND NICHT WEISS</small>, <small>OB ER SIE AM</small> Š<small>ABBATH VERRICHTET HAT ODER ER SIE AM</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAGE VERRICHTET HAT</small>, <small>ODER WENN ER EINE</small> A<small>RBEIT VERRICHTET HAT UND NICHT WEISS</small>, <small>WELCHE</small> A<small>RT VON</small> A<small>RBEIT</small><sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Von den 39 Hauptarbeiten; vgl. S. 182 Anm. 122.</i><small>ER VERRICHTET HAT</small>; <small>NACH</small> R. E<small>LIE͑ZER IST ER EIN</small> S<small>ÜNDOPFER SCHULDIG UND NACH</small> R. J<small>EHOŠUA͑ IST ER FREI</small>. R. J<small>EHUDA SAGTE</small>: R. J<small>EHOŠUA͑ BEFREIT IHN SOGAR VON EINEM</small> S<small>CHWEBE</small>-S<small>CHULDOPFER</small>.",
"<sup class=\"footnote-marker\">iii</sup>R. Š<small>IMO͑N UND</small> R. Š<small>IMO͑N</small> Š<small>EZORI SAGTEN</small>: S<small>IE STIMMEN ÜBEREIN</small>, <small>DASS ER SCHULDIG IST</small>, <small>WENN ES SICH UM DEN GLEICHEN</small> N<small>AMEN</small><sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Wenn die erlaubte u. die verbotene Sache, hinsichtl. welcher der Zweifel besteht, den gleichen Namen haben.</i><small>HANDELT</small>, <small>SIE STREITEN NUR ÜBER DEN</small> F<small>ALL</small>, <small>WENN ES ZWEI VERSCHIEDENE</small> N<small>AMEN SIND</small>; <small>NACH</small> R. E<small>LIE͑ZER IST ER EIN</small> S<small>ÜNDOPFER SCHULDIG UND NACH</small> R. J<small>EHOŠUA͑ IST ER FREI</small>.",
"R. J<small>EHUDA SAGTE</small>: S<small>ELBST WENN ER</small> F<small>EIGEN ZU SAMMELN BEABSICHTIGT HATTE UND</small> T<small>RAUBEN GESAMMELT HAT</small>, T<small>RAUBEN</small> [<small>ZU SAMMELN</small>], <small>UND</small> F<small>EIGEN GESAMMELT HAT</small>, <small>SCHWARZE</small> [<small>ZU SAMMELN</small>], <small>UND WEISSE GESAMMELT HAT</small>, <small>ODER WEISSE</small> [<small>ZU SAMMELN</small>], <small>UND SCHWARZE GESAMMELT HAT</small>, <small>IST ER NACH</small> R. E<small>LIE͑ZER EIN</small> S<small>ÜNDOPFER SCHULDIG UND NACH</small> R. J<small>EHOŠUA͑ FREI</small>. E<small>S SOLLTE MICH WUNDERN</small>, <small>WENN</small> R. J<small>EHOŠUA͑ IHN IN DIESEM</small> F<small>ALLE</small><sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Wo er doch eine verbotene Handlung ausüben wollte.</i><small>BEFREIT</small>. W<small>ORAUF DEUTEN DEMNACH</small> [<small>DIE</small> W<small>ORTE</small>]<sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">Lev. 4,23.</i><i>wodurch</i><sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Was darauf deutet, daß er die betreffende Arbeit beabsichtigt haben muß.</i><i>er gesündigt hat</i>? A<small>USGENOMMEN DER</small> F<small>ALL</small>, <small>WENN ER SICH DAMIT NUR BESCHÄFTIGT</small><sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Gedankenlos, ohne irgend eine Leistung bezwecken zu wollen.</i>.",
"GEMARA. Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sprach: Wie du es nimmst: hat er Talg gegessen, so ist er schuldig, hat er Übriggebliebenes gegessen, so ist er schuldig; hat er seiner menstruierenden Frau beigewohnt, so ist er schuldig, hat er seiner Schwester beigewohnt, so ist er schuldig; hat er die Arbeit am Šabbath verrichtet, so ist er schuldig, hat er die Arbeit am Versöhnungstage verrichtet, so ist er schuldig.",
"R. Jehošua͑ erwiderte ihm: Es heißt: <i>wodurch er gesündigt, hat</i>, nur wenn er sich bewußt wird, wodurch er gesündigt hat. – Wofür verwendet R. Elie͑zer [das Wort] <i>wodurch</i>? – Er verwendet es, den Fall abzuschließen, wenn er sich damit nur beschäftigt. –"
],
[
"Wobei beschäftigt: wenn beim Falle vom Talge<sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">Wenn er etwas anderes essen wollte u. in Gedanken absichtslos den Talg gegessen hat; versehentlich dagegen heißt es, wenn er das betreffende Stück essen wollte, jedoch nicht wußte, daß es Talg ist.</i>und vom Inzest<sup class=\"footnote-marker\">62</sup><i class=\"footnote\">Wenn er der ihm verbotenen Person überhaupt nicht beiwohnen wollte, wenn beispielsweise diese ohne sein Wissen den Platz seiner Frau eingenommen hatte; versehentlich dagegen heißt es, wenn er der betreffenden Person beiwohnen wollte, jedoch geglaubt hatte, es sei seine Frau.</i>, so ist er ja schuldig, weil er einen Genuß hatte!? –",
"Vielmehr, beschäftigt bei [der Arbeitsverrichtung] am Šabbath; er ist frei, denn die Tora hat nur die bezweckte Arbeit verboten.",
"Nach Raba in dem Falle, wenn er Gepflücktes zu schneiden beabsichtigt hatte, und [am Boden] Haftendes abgeschnitten hat, und nach Abajje in dem Falle, wenn er Gepflücktes hochzuheben beabsichtigt hatte, und [am Boden] Haftendes abgeschnitten hat.",
"Es wurde nämlich gelehrt: Wer Gepflücktes hochzuheben beabsichtigt hatte und [am Boden] Haftendes abgeschnitten hat, ist frei, denn er hatte ja das Schneiden nicht beabsichtigt; wer Gepflücktes zu schneiden beabsichtigt hatte und [am Boden] Haftendes abgeschnitten hat, ist, wie Abajje sagt, schuldig, denn er hatte ja das Schneiden beabsichtigt, und wie Raba sagt, frei, denn er hatte ja das Schneiden des Verbotenen nicht beabsichtigt.",
"R. J<small>OSE SAGTE</small>: S<small>IE STIMMEN ÜBEREIN</small> &amp;<small>C</small>. Es wird gelehrt: R. Jose sprach zu ihnen: Ihr habt es mit mir genau genommen<sup class=\"footnote-marker\">63</sup><i class=\"footnote\">Seine Worte genau nachgeprüft, um ihn widerlegen zu können.</i>. –",
"Was hatten sie zu ihm gesagt, daß er zu ihnen sprach: ihr habt es mit mir genau genommen? –",
"Sie hatten zu ihm gesagt: Wie ist es nun, wenn jemand etwas bei Dämmerung hochgehoben<sup class=\"footnote-marker\">64</sup><i class=\"footnote\">Wenn er an der Grenze zweier Gebiete steht u. schon mit dem Hochheben die Sache in ein anderes Gebiet bringt; in diesem Falle erfolgt die Tätigkeit an einem der beiden Tage.</i>hat!? Da sprach er zu ihnen: Ihr habt es mit mir genau genommen. – Sollte er ihnen doch erwidert haben: Das Hochheben ist zum Teil an diesem Tage und zum Teil am folgenden Tage erfolgt<sup class=\"footnote-marker\">65</sup><i class=\"footnote\">Wie jede andere Tätigkeit, die länger dauert, kann auch diese am Wendepunkte beider Tage erfolgen.</i>!? – Das sagte er ihnen auch: ihr habt es mit mir genau genommen, aber nichts erreicht. –",
"Nach R. Jose<sup class=\"footnote-marker\">66</sup><i class=\"footnote\">Nach dessen Erklärung man wegen eines Teiles der Arbeit frei ist.</i>ist also R. Elie͑zer der Ansicht, man sei wegen der Beendigung der Arbeit frei, und wir wissen ja, daß man nach ihm dieserhalb schuldig ist!? Wir haben nämlich gelernt: R. Elie͑zer sagt, wer drei Fäden beginnend webt oder einen zum Gewebe einschlägt, sei schuldig.",
"R. Joseph erwiderte: R. Jose lehrt dies nach R. Elie͑zer wie folgt: R. Elie͑zer sagt, wer drei Fäden beginnend webt oder zwei<sup class=\"footnote-marker\">67</sup><i class=\"footnote\">Diese sind eine ganze Arbeit, jed. sind beginnend 3 erforderlich, weil 2 nicht halten.</i>zum Gewebe einschlägt, sei schuldig.",
"R. J<small>EHUDA SAGTE</small>: R. J<small>EHOŠUA͑ BEFREIT IHN SOGAR VON EINEM</small> S<small>CHWEBE</small>-S<small>CHULDOPFER</small>. Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: R. Jehošua͑ befreit ihn sogar von einem Schwebe-Schuldopfer, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">68</sup><i class=\"footnote\">Lev. 5,17.</i><i>gesündigt hat &amp;c. und nicht gewußt hat</i>, ausgenommen dieser, der gewußt hat, daß er gesündigt hat. R. Šimo͑n sprach zu ihm: Dieser ist es, der ein Schwebe-Schuldopfer zu bringen hat, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">68</sup><i class=\"footnote\">Lev. 5,17.</i><i>und getan und nicht gewußt hat</i>, und dieser weiß nicht, was er getan hat;",
"ist er aber im Zweifel, ob er Talg gegessen hat oder nicht gegessen hat, so geh und frage, ob dieser ein Schwebe-Schuldopfer zu bringen hat oder nicht. – Wie bleibt es damit? –",
"Komm und höre: Wenn er die Sünde begangen hat, aber nicht weiß, welche Sünde er begangen hat, oder er im Zweifel ist, ob er die Sünde begangen hat oder sie nicht begangen hat, so bringe er ein Schwebe-Schuldopfer. Derjenige, welcher sagt, wer eine Sünde begangen hat, aber nicht weiß, welche Sünde er begangen hat, bringe ein Schwebe-Schuldopfer, ist ja R. Šimo͑n, und er lehrt, wenn er im Zweifel ist, ob er die Sünde begangen hat oder sie nicht begangen hat, bringe er ein Schwebe-Schuldopfer. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß R. Šimo͑n der Ansicht ist, wer im Zweifel ist, ob er die Sünde begangen hat oder sie nicht begangen hat, bringe ein Schwebe-Schuldopfer.",
"R. Š<small>IMO͑N</small> Š<small>EZORI UND</small> R. Š<small>IMO͑N SAGTEN</small>: S<small>IE STIMMEN ÜBEREIN</small> &amp;<small>C</small>. W<small>ORAUF DEUTEN DEMNACH</small> [<small>DIE</small> W<small>ORTE</small>:] <i>wodurch er gesündigt hat</i>? A<small>USGENOMMEN DER</small> F<small>ALL</small>, <small>WENN ER SICH DAMIT NUR BESCHÄFTIGT</small>.",
"R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls: Wer sich beim Falle vom Talge<sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">Wenn er etwas anderes essen wollte u. in Gedanken absichtslos den Talg gegessen hat; versehentlich dagegen heißt es, wenn er das betreffende Stück essen wollte, jedoch nicht wußte, daß es Talg ist.</i>und vom Inzest<sup class=\"footnote-marker\">62</sup><i class=\"footnote\">Wenn er der ihm verbotenen Person überhaupt nicht beiwohnen wollte, wenn beispielsweise diese ohne sein Wissen den Platz seiner Frau eingenommen hatte; versehentlich dagegen heißt es, wenn er der betreffenden Person beiwohnen wollte, jedoch geglaubt hatte, es sei seine Frau.</i>nur beschäftigt<sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Gedankenlos, ohne irgend eine Leistung bezwecken zu wollen.</i>, ist schuldig, weil er einen Genuß hatte; wer sich bei [einer Arbeit] am Šabbath nur beschäftigt, ist frei, denn die Tora hat nur die bezweckte Arbeit verboten.",
"Raba sprach zu R. Naḥman: Beim Falle von den Kindern<sup class=\"footnote-marker\">69</sup><i class=\"footnote\">Wenn man in der Absicht, eines zu beschneiden, ein anderes beschnitten hat; cf. Anm. 62 mut. mut.</i>ist es ja ebenso, als würde man sich nun beschäftigen, und wir haben gelernt, wer zwei Kinder zu beschneiden hatte, eines am Šabbath und eines nach dem Šabbath, und vergessentlich das nach dem Šabbath zu beschneidende am Šabbath beschnitten<sup class=\"footnote-marker\">70</sup><i class=\"footnote\">Wenn nicht zur Zeit, ist die Beschneidung am Šabbath verboten.</i>hat, sei nach R. Elie͑zer ein Sündopfer schuldig und nach R. Jehošua͑ frei.",
"Aber auch nach R. Jehošua͑ ist er nur deshalb frei, weil er der Ansicht ist, wer bei der Ausübung eines Gebotes sich geirrt und das Gebot nicht ausgeübt hat, sei<sup class=\"footnote-marker\">71</sup><i class=\"footnote\">Wegen der dabei erfolgten Entweihung des Šabbaths; in diesem Falle wollte er das am Šabbath zu beschneidende Kind beschneiden.</i>frei, wenn man sich aber mit einer Sache beschäftigt, die kein Gebot ist, ist man auch nach R. Jehošua͑ schuldig!?",
"Dieser erwiderte: Laß den Fall von den Kindern; da man wegen einer Verwundung [am Šabbath] schuldig ist, auch wenn man Schaden anrichtet<sup class=\"footnote-marker\">72</sup><i class=\"footnote\">Obgleich jede andere schädigende Tätigkeit am Šabbath nicht strafbar ist; cf. Bq. Fol. 34b.</i>, so ist man auch schuldig, wenn man bei der Verwundung sich nur beschäftigt.",
"R. Jehuda wandte gegen Šemuél ein: R. Jehuda sagte: Selbst wenn er Feigen zu sammeln beabsichtigt hatte, und Trauben gesammelt hat, Trauben [zu sammeln], und Feigen gesammelt hat, schwarze [zu sammeln], und weiße gesammelt hat, weiße [zu sammeln], und schwarze gesammelt hat, ist er nach R. Elie͑zer ein Sündopfer schuldig und nach R. Jehošua͑ frei.",
"Auch hierbei beschäftigte er sich ja nur<sup class=\"footnote-marker\">73</sup><i class=\"footnote\">Da er sie gar nicht sammeln wollte.</i>dabei, und R. Jehošua͑ befreit nur bei verschiedenen Arten, bei einer Art aber ist er auch nach R. Jehošua͑ schuldig!?",
"Dieser erwiderte: Scharfsinniger, laß die Mišna und folge mir. Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn es dem Sammelnden aus dem Sinne gekommen<sup class=\"footnote-marker\">74</sup><i class=\"footnote\">Was er eigentlich wollte.</i>war. Wenn er Trauben sammeln wollte, aber vergessentlich glaubte, er brauche Feigen, und seine Hand nach den Trauben gegriffen hat R. Elie͑zer ist der Ansicht, was er wollte, ist ja geschehen, und R. Jehošua͑ ist der Ansicht, was er wollte und was er dachte, ist nicht geschehen."
],
[
"R. Oša͑ja wandte ein: R. Šimo͑n Šezori und R. Šimo͑n sagten: Sie stimmen überein, daß er schuldig ist, wenn es sich um den gleichen Namen<sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Wenn die erlaubte u. die verbotene Sache, hinsichtl. welcher der Zweifel besteht, den gleichen Namen haben.</i>handelt, sie streiten nur über den Fall, wenn es zwei verschiedene Namen sind; nach R. Elie͑zer ist er ein Sündopfer schuldig und nach R. Jehošua͑ ist er frei.",
"Was lehrt nun R. Jehuda, wenn man sagt, daß sie über den Fall streiten, wenn er Trauben zu sammeln beabsichtigt hatte, und Feigen gesammelt hat, schwarze [zu sammeln], und weiße gesammelt hat, auch Trauben und Feigen, schwarze und weiße sind ja zwei verschiedene Namen, somit dasselbe, was R. Šimo͑n und R. Šimo͑n Šezori sagen!?",
"Ihre Meinungsverschiedenheit besteht wahrscheinlich über die Beschäftigung; R. Jehuda ist der Ansicht, wer sich dabei nur beschäftigt, sei schuldig, und R. Šimo͑n Šezori ist der Ansicht, wer sich dabei nur beschäftigt, sei frei. –",
"Nein, wer sich dabei nur beschäftigt, ist nach aller Ansicht frei, und ihr Streit besteht in folgendem: R. Šimo͑n Šezori ist der Ansicht, wenn es sich um einen Namen handelt und es dem Sammelnden aus dem Sinne gekommen war, sei er nach aller Ansicht schuldig,",
"und sie streiten nur bei zwei Namen, R. Jehuda aber ist der Ansicht, sie streiten sowohl bei einem Namen als auch bei zwei Namen.",
"Raba erklärte: Eine Meinungsverschiedenheit besteht zwischen ihnen in dem Falle, wenn er das eine zuerst [sammeln] wollte<sup class=\"footnote-marker\">75</sup><i class=\"footnote\">Aber das andere zuerst gesammelt hat; nach RŠ. streiten sie nur über den Fall, wenn es sich um 2 Namen handelt, nach RJ. auch über den Fall, wenn es sich um einen Namen handelt.</i>.",
"Es wird nämlich gelehrt: Wer zwei brennende Lichter vor sich hatte und dieses auszulöschen beabsichtigt hatte, aber jenes ausgelöscht hat, dieses anzuzünden [beabsichtigt hatte], aber jenes angezündet hat, ist frei; wenn er eines anzuzünden und eines auszulöschen [beabsichtigt hatte], und eines ausgelöscht und eines angezündet hat, so ist er, wenn mit einmaligem Blasen, schuldig, und wenn mit zweimaligem Blasen<sup class=\"footnote-marker\">76</sup><i class=\"footnote\">Einmal angezündet u. einmal ausgelöscht, aber nicht in der Reihenfolge, die er beabsichtigt hatte.</i>, frei. –",
"Selbstverständlich<sup class=\"footnote-marker\">77</sup><i class=\"footnote\">Daß er bei einmaligem Blasen schuldig ist.</i>!? – Man könnte glauben, da seine Absicht nicht ausgeführt worden ist, denn er wollte zuerst anzünden und nachher auslöschen, bei der Handlung aber zuerst ausgelöscht<sup class=\"footnote-marker\">78</sup><i class=\"footnote\">Im Vergleich zu seiner Absicht.</i>und nachher angezündet hat, sei er, frei, so lehrt er uns; denn zugegeben, daß [das Anzünden] nicht zuerst erfolgt ist, aber es ist auch nicht nachher erfolgt.",
"Die Rabbanan lehrten: Wer am Šabbath Kohlen aufschippt, ist ein Sündopfer schuldig. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte im Namen des R. Elie͑zer b. R. Çadoq, er sei zweimal schuldig, weil er die oberen löscht und die unteren anfacht. – Von welchem Falle wird hier gesprochen: beabsichtigt er zu löschen und anzufachen, was ist der Grund desjenigen, nach dem er frei ist, und beabsichtigt er nicht anzufachen, was ist der Grund desjenigen, nach dem er zweimal schuldig ist?",
"R. Elea͑zar und R. Ḥanina erklärten beide: Wenn er beabsichtigt hat, die oberen zu löschen, auch wenn die unteren in Brand gesetzt werden. Der erste Autor ist der Ansicht, wer durch das Anzünden Schaden<sup class=\"footnote-marker\">79</sup><i class=\"footnote\">Wie weiter erklärt wird, wenn er große, unverbrannte Kohlen braucht.</i>anrichtet, sei frei, und R. Elie͑zer b. R. Çadoq ist der Ansicht, er sei schuldig. Ebenso sagte R. Joḥanan, sie lehrten dies von einem Schmiede<sup class=\"footnote-marker\">80</sup><i class=\"footnote\">Der unverbrannte Kohlen braucht.</i>. R. Joḥanan sagte: Bis jetzt war der Grund dieser Halakha nicht aufgedeckt worden.",
"Ami b. Abin und R. Ḥananja b. Abin erklärten beide: Wenn er zu löschen und anzuzünden beabsichtigt hatte."
],
[
"Der erste Autor ist der Ansicht R. Joses, welcher sagt, das Feueranzünden ist des Verbotes wegen herausgegriffen<sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Aus allen am Šabbath verbotenen Arbeiten; cf. Ex. 35,3; dies lehrt, daß dies nur ein einfaches Verbot ist u. nicht mit der Todesstrafe belegt.</i>worden,",
"und R. Elie͑zer b. R. Çadoq ist der Ansicht R. Nathans, welcher sagt, das Feueranzünden sei wegen der Teilung<sup class=\"footnote-marker\">82</sup><i class=\"footnote\">Daß man wegen einer einzelnen Arbeit schuldig ist.</i>herausgegriffen worden.",
"Raba erklärte: Ihre Meinungsverschiedenheit besteht über den Fall, wenn eines zuerst erfolgen<sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">Es aber gleichzeitig erfolgt ist; RE. berücksichtigt die Abweichung von der beabsichtigten Reihenfolge nicht, daher ist er zweimal schuldig.</i>sollte.",
"R. Aši erklärte: Wenn er sie zu löschen beabsichtigt hatte und sie sich von selbst entzündet haben. Der erste Autor ist der Ansicht R. Šimo͑ns, welcher sagt, man sei wegen der unbeabsichtigten Tätigkeit frei, und R. Elie͑zer b. R. Çadoq ist der Ansicht R. Jehudas, welcher sagt, man sei wegen der unbeabsichtigten Tätigkeit schuldig.",
"Die Rabbanan lehrten: Wer am Šabbath Kohlen schippt, um sich an ihnen zu wärmen, ist, wenn sie sich von selbst entzünden, wie Eines lehrt, schuldig, und wie ein Anderes lehrt, frei. Derjenige, welcher lehrt, er sei schuldig, ist der Ansicht, man sei wegen einer an sich nicht nötigen Arbeit schuldig, und derjenige, welcher lehrt, er sei frei, ist der Ansicht, man sei wegen einer an sich nicht nötigen Arbeit frei.",
"",
"<b>W</b>ER <small>DAS</small> B<small>LUT</small>, <small>DAS BEIM</small> S<small>CHLACHTEN VON</small> V<small>IEH</small>, W<small>ILD UND</small> G<small>EFLÜGEL</small> [<small>ABFLIESST</small>], <small>OB UNREIN ODER REIN</small>, <small>DAS</small> B<small>LUT</small>, <small>DAS BEIM</small> A<small>BSTECHEN</small>, <small>DAS</small> B<small>LUT</small>, <small>DAS BEIM</small> D<small>URCHREISSEN</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Der Halsgefäße zum Zwecke der Tötung.</i>, <small>ODER DAS</small> B<small>LUT</small>, <small>DAS BEIM</small> A<small>DERLASSE</small>, <small>MIT DEM DIE</small> S<small>EELE AUSGEHT</small><sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Dh. so viel, daß ein Verbluten erfolgt.</i>, [<small>ABFLIESST</small>], <small>GEGESSEN HAT</small>, <small>IST SCHULDIG</small>.",
"W<small>EGEN DES</small> B<small>LUTES DER</small> M<small>ILZ</small>, <small>DES</small> B<small>LUTES DES</small> H<small>ERZENS</small><sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Das im Fleische enthalten ist.</i>, <small>DES</small> B<small>LUTES DER</small> E<small>IER</small><sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Nach anderer Erklärung, der Hoden.</i>, <small>DES</small> B<small>LUTES DER</small> H<small>EUSCHRECKEN UND DES NACHFLIESSENDEN</small> B<small>LUTES IST MAN NICHT SCHULDIG</small>; <small>NACH</small> R. J<small>EHUDA IST MAN WEGEN DES NACHFLIESSENDEN</small> B<small>LUTES SCHULDIG</small>.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: <sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Lev. 7,26.</i><i>Ihr sollt keinerlei Blut essen</i>; man könnte glauben, auch das Blut der Zweifüßler<sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Dh. von Menschen, als Ggs. zu Vierfüßlern, von denen die Schrift spricht; cf. Lev. 7,26.</i>, das Blut der Eier, das Blut der Heuschrecken und das Blut der Fische seien einbegriffen, so heißt es: <sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Lev. 7,26.</i><i>vom Geflügel und vom Vieh</i>,",
"wie Geflügel und Vieh sich dadurch auszeichnen, daß es bei ihnen eine leichte Unreinheit<sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Sie sind als Speisen verunreinigungsfähig.</i> und eine schwere Unreinheit<sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Nach ihrem Tode, als Aas.</i> gibt, daß sie verboten und erlaubt<sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Sie sind lebend zum Essen verboten u. geschlachtet erlaubt.</i> sein können, und daß sie zur Galtung Fleisch gehören, ebenso alles andere, wobei es eine leichte Unreinheit gibt.",
"Ich schließe somit das Blut der Zweifüßler aus, bei denen es nur eine schwere Unreinheit und keine leichte Unreinheit gibt,"
],
[
"ich schließe das Blut der Kriechtiere aus, bei denen es keine schwere Unreinheit<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Wer sie berührt, ist zwar unrein, überträgt aber nicht die Unreinheit auf die Kleider.</i>gibt, ich schließe das Blut der Eier aus, die nicht zur Gattung Fleisch gehören, und [ich schließe] das Blut der Fische und das Blut der Heuschrecken aus, die vollständig erlaubt<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Sie brauchen nicht geschlachtet zu werden.</i>sind.",
"<i>Vom Geflügel und vom Vieh</i>; man könnte glauben, wie es beim Geflügel keine Mischung<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Wird weiter erklärt.</i>gibt, ebenso Vieh, bei dem es keine Mischung gibt, so heißt es <i>vom Vieh</i>.",
"Man könnte folgern, wie es beim Vieh kein Verbot von Mutter mit Jungen<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Bei der Aushebung eines Nestes darf die Mutter nicht mitgefangen werden; cf. Dt. 22,6.</i>gibt, ebenso Geflügel, bei dem es kein Verbot von Mutter mit Jungen<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Was bei den unreinen Vögeln (cf. Lev. 11,13ff.) der Fall ist.</i>gibt, so heißt es: <i>vom Geflügel und vom Vieh</i>. –",
"Vielleicht aber wie folgt: <i>keinerlei Blut</i>, generell, <i>Geflügel und Vieh</i>, speziell, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung folgt, so enthält das Generelle nur das, was die Spezialisierung nennt, nur Geflügel und Vieh, anderes aber nicht!? –",
"[Die Worte]<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Lev. 7,27.</i><i>jede Person, die irgend Blut ißt</i>, sind wieder eine Generalisierung, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung und wiederum eine Generalisierung folgt, so richte man sich nach der Spezialisierung. –",
"Aber die letzte Generalisierung gleicht ja nicht der ersten Generalisierung: die erste Generalisierung ist ein Verbot, die letzte Generalisierung aber ist eine [Androhung der] Ausrottung!? –",
"Es ist der Autor der Schule R. Jišma͑éls, der auch in einem solchen Falle die Regel von der Einschließung und Ausschließung, sowie der Generalisierung und Spezialisierung anwendet, obgleich die letztere Generalisierung nicht der ersteren Generalisierung gleicht<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Cf. Hul. Fol. 66a.</i>.",
"Der Meister sagte: Wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung und wiederum eine Generalisierung folgt, so richte man sich nach der Spezialisierung, wie das Speziellgenannte eine Sache ist, bei der es eine leichte Unreinheit und eine schwere Unreinheit gibt, die verboten und erlaubt<sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Sie sind lebend zum Essen verboten u. geschlachtet erlaubt.</i> sein kann, und die zur Gattung Fleisch gehört, ebenso alles andere, wobei es eine leichte Unreinheit und eine schwere Unreinheit gibt &amp;c.",
"Was schließen [die Worte] ‘ebenso alles andere’ ein, von dem er spricht?",
"R. Ada b. Abin erwiderte: Dies schließt das Blut eines Koj ein. – Welcher Ansicht ist er: ist er der Ansicht, über den Koj bestehe ein Zweifel<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Ob er zum Vieh od. zum Wilde gehört.</i>, so ist ja kein Schriftvers nötig, das Zweifelhafte zu verbieten<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Da doch das Blut von beiden verboten ist.</i>!? – Vielmehr, er ist der Ansicht, der Koj sei ein besonderes Geschöpf. –",
"Wir wissen dies von seinem Blute, woher dies von seinem Talge? – Aus [den Worten]<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Lev. 7,23.</i><i>keinerlei Talg</i>. – Woher dies von seinem Aase? – Aus [den Worten]<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Dt. 14,21.</i><i>keinerlei Aas</i>. –",
"Woher dies von seiner Spannader? – Die Schrift hat dies<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Das Verbot, dieses zu essen.</i>mit der Hüftenpfanne<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Die Ja͑qob verrenkt wurde; cf. Gen. 32,33.</i>begründet, und auch dieser hat eine Hüftenpfanne. –",
"Woher, daß [sein Aas] verunreinigend ist und daß er der Schlachtung benötigt? – Dies ist einleuchtend; wenn der Allbarmherzige ihn in jeder anderen Hinsicht einbegriffen hat, daß er dem Vieh gleiche, so gleicht er dem Vieh auch hinsichtlich der Unreinheit und der Schlachtung.",
"Der Meister sagte: Ich schließe somit das Blut der Zweifüßler aus, bei denen es nur eine schwere Unreinheit und keine leichte Unreinheit gibt. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Was von einem Menschen (oder einem Lebenden) abgeschnitten worden ist, benötigt<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Um verunreinigungsfähig zu sein.</i>der Bestimmung<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Als Speise.</i>und benötigt (nicht) der Befähigung<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Durch Befeuchtung; vgl. S. 183 Anm. 130.</i>.",
"Und auf unseren Einwand, wozu denn die Bestimmung nötig ist, schon das Abschneiden sollte ja als Bestimmung gelten, erwiderte Reš Laqiš, wenn man es für einen Hund abgeschnitten hat, und die Bestimmung für einen Hund gelte nicht als Bestimmung<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Als Speise zu gelten.</i>. –",
"Aber wieso denn nicht, wir haben ja gelernt: Sie sagten bei der Unreinheit eine Regel: was als Speise für einen Menschen bestimmt ist, ist solange verunreinigungsfähig, bis es nicht mehr als Speise für einen Hund verwendbar ist!? –",
"Dies gilt von der Enthebung aus der Unreinheit; da es vorher für Menschen verwendbar war, so wird es von der Unreinheit enthoben, erst wenn es nicht mehr als Speise für einen Hund verwendbar ist; hierbei aber handelt es sich um die Fähigmachung für die Unreinheit: ist es für einen Menschen geeignet<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Wenn man es als Speise für einen Menschen bestimmt hat.</i>, so ist es auch für einen Hund geeignet, ist es für einen Menschen nicht geeignet, so ist es auch für einen Hund nicht geeignet<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Ist es nicht als Speise für einen Menschen bestimmt worden, so ist es nicht verunreinigungsfähig, obgleich es für einen Hund verwendbar ist.</i>. –",
"Immerhin lehrt er hier von der Bestimmung, und die Bestimmung ist ja wegen der leichten Unreinheit erforderlich<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Um als Speise verunreinigungsfähig zu sein.</i>!? – Dies nur beim Lebenden, nach dem Tode aber haftet ihm eine schwere Unreinheit an<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Ohne Bestimmung.</i>. –",
"Dementsprechend bei einem Vieh, nach dem Tode, aber dann haftet ihm ja, wenn es Fleisch ist, eine schwere Unreinheit an, und wenn es Blut ist, eine schwere Unreinheit an!?",
"Wir haben nämlich gelernt: Das Blut von Aas ist nach der Schule Šammajs rein und nach der Schule Hillels unrein. –",
"Dies bezieht sich auf folgende Lehre: Das Aas eines unreinen Viehs überall, und das Aas eines reinen Vogels und Talg in Dörfern<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Wo wenige Menschen sind u. solches nicht gegessen wird.</i>benötigen der Bestimmung und benötigen nicht der Befähigung.",
"",
"Hierzu sagte Rabh zu R. Ḥija: Die Bestimmung ist ja für die leichte Unreinheit<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Um als Speise verunreinigungsfähig zu sein.</i>nötig, und diese sind ja an sich unrein!? Und dieser erwiderte ihm: Wenn man weniger als eine Olive Aas<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Das als Aas nicht unrein ist.</i>mit einer Speise weniger als ein Ei<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Speisen sind nur im Quantum eines Eies verunreinigungsfähig.</i>vereinigt hat, sodaß sie zusammen das Quantum eines Eies haben<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Es ist dann als Speise verunreinigungsfähig; in diesem Falle kommt beim Aase die leichte Unreinheit vor.</i>. –",
"Demnach<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Wenn es an sich nicht unrein ist.</i>sollte es auch der Befähigung benötigen!? In der Schule R. Jišma͑éls wurde nämlich gelehrt: <sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Lev. 11,37.</i><i>Auf Saatsamen, der gesäet wird</i>, wie der Samen sich dadurch auszeichnet, daß er später nicht schwer unrein<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Auch Menschen zu verunreinigen.</i>wird, und er benötigt der Befähigung, ebenso benötigt alles andere, das später nicht schwer unrein wird, der Befähigung.",
"Dieser erwiderte: Dies gilt nur von anderen Speisen, die nicht Aas, weniger als eine Olive enthalten, in dieser aber ist weniger als eine Olive Aas enthalten, und da bei einer Verbindung zum Quantum einer Olive die Befähigung nicht erforderlich ist, [so ist sie auch jetzt nicht erforderlich]."
],
[
"Ausgenommen ist ein Toter, der auch zur Ergänzung<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Einer Speise zum Quantum eines Eies.</i> verwendet, nicht als Speise verunreinigungsfähig ist, denn sein Wille ist nichtig gegenüber dem aller anderen Menschen<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Kein Mensch bestimmt einen Toten zur Speise.</i>.",
"R. Ḥananja erwiderte: Du kannst auch sagen: [Aas] im Quantum einer Olive, denn hier handelt es sich um den Fall, wenn man es mit Teig überzogen<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Und es den Teig zum Quantum eines Eies ergänzt; es ist dann nur als Speise verunreinigungsfähig u. verunreinigt keinen Menschen, weil man es nicht berühren kann.</i>hat. –",
"Demnach sollte es auch der Befähigung benötigen!? – Dies gilt nur von anderen Speisen, die nicht durch Berühren und nicht durch Tragen verunreinigend sind, dieses aber, wenn auch durch Berühren nicht verunreinigend, da es mit Teig überzogen ist, ist durch Tragen verunreinigend, denn man kann es tragen.",
"Ausgenommen ist ein Toter, denn auch wenn man ihn mit Teig überzogen hat, haftet ihm eine schwere Unreinheit an, und die Unreinheit dringt durch nach oben und dringt durch nach unten<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Vgl. Bd. XI S. 216 Anm. 127.</i>.",
"Der Meister sagte: Ich schließe [das Blut der] Kriechtiere aus, bei denen es keine [schwere] Unreinheit gibt. Etwa nicht, das Kriechtier verunreinigt ja durch Berühren!? – Durch Tragen verunreinigt es aber nicht.",
"Der Meister sagte: Ich schließe das Blut der Fische und das Blut der Heuschrecken aus, die vollständig erlaubt sind. Was heißt vollständig erlaubt: wollte man sagen, auch ihr Talg ist erlaubt, so ist ja auch beim Wilde der Talg erlaubt, das Blut aber verboten!? – Vielmehr, bei ihnen hat das Verbot der Spannader keine Geltung. – Auch beim Geflügel hat ja das Verbot der Spannader keine Geltung, das Blut aber ist verboten!? –",
"Vielmehr, vollständig erlaubt, indem sie des Schlachtens nicht benötigen.",
"Der Meister sagte: Wie es beim Geflügel keine Mischung gibt, ebenso ein Vieh &amp;c., so heißt es: <i>vom Vieh</i>.",
"Welche Mischung: wollte man sagen, die Mischung durch Kreuzung<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Zweier Tierarten miteinander; cf. Lev. 19,19.</i>und die Mischung beim Pflügen<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Man darf nicht 2 verschiedenartige Tiere beim Pflügen od. bei anderen Arbeiten zusammenspannen; cf. Dt. 22,10.</i>, so haben wir ja gelernt: desgleichen Wild und Geflügel<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Dies ist auch bei diesen verboten.</i>!?",
"Vielmehr, erwiderte Abajje, bei dessen Wolle man nicht wegen Mischgewebes<sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Die Mischung von Wolle u. Flachs ist verboten (cf. Lev. 19,19); dieses Gesetz hat aber beim Geflügel keine Geltung.</i>schuldig ist.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wegen des Blutes von Ekeltieren ist beim Quantum einer Olive zu geißeln. Man wandte ein: Das Blut der Milz, das Blut des Herzens, das Blut der Nieren und das Blut einzelner Glieder ist mit einem Verbote belegt; das Blut von Zweifüßlern und das Blut von Ekel- und Kriechtieren ist verboten, jedoch ist man wegen dessen nicht schuldig!? –",
"Man macht sich nicht der Ausrottung schuldig, wohl aber ist man schuldig wegen des Verbotes. –",
"Erstens ist dies ja dasselbe, was der Anfangsatz<sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Auch wegen des in diesem genannten Blutes übertritt man ein Verbot.</i>, und ferner schließt sie ja dieser Autor auch vom Verbote aus, denn er lehrt: ich schließe das Blut der Kriechtiere aus, bei denen es keine schwere Unreinheit gibt!?",
"R. Zera erwiderte: Hat man ihn wegen eines Kriechtieres gewarnt<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Eine Strafe erfolgt nur bei vorheriger Warnung, das betreffende Verbot nicht zu übertreten.</i>, so ist er zu geißeln, wenn wegen Blutes, so ist er nicht zu geißeln.",
"Rabh sagte: Das gesammelte Blut von Fischen<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Im strafbaren Quantum einer Olive.</i>ist verboten. Man wandte ein: Blut der Fische und Blut der Heuschrecken ist erlaubt, auch von vornherein!? – Dies, wenn es nicht gesammelt ist, Rabh aber spricht von dem Falle, wenn es gesammelt ist. –",
"Dem entsprechend bei Zweifüßlern, wenn es nicht gesammelt ist; aber ist solches denn verboten, es wird ja gelehrt, daß man von einem Laibe das Blut<sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Vom Zahnbluten, das beim Beißen daran haften geblieben ist.</i>abkratze und ihn esse, das [Blut] zwischen den Zähnen aber ohne Bedenken aussauge und herabschlucke!? –",
"Vielmehr, jene Lehre gilt von dem Falle, wenn Schuppen darin<sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">Man sieht dann, daß es Fischblut ist.</i>sind, das aber, was Rabh sagt, es sei verboten, gilt von dem Falle, wenn keine Schuppen darin sind<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Weil man es mit anderem Blute verwechseln kann.</i>.",
"R. Šešeth sagte: Beim Blute der Zweifüßler liegt nicht einmal ein Gebot der Enthaltung<sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Man darf, wie oben gelehrt wird, beim Zahnbluten das Blut von vornherein herunterschlucken.</i>vor. Man wandte ein: Das Blut der Milz, das Blut des Herzens, das Blut der Nieren und das Blut einzelner Glieder ist mit einem Verbote belegt, das Blut von Zweifüßlern und das Blut von Ekel- und von Kriechtieren ist verboten, jedoch ist man wegen dessen nicht schuldig!? – Die Lehre, daß es verboten sei,"
],
[
"gilt von dem Falle, wenn es gesondert ist, R. [Šešeth] aber spricht von dem Falle, wenn es nicht gesondert ist. Wie gelehrt wird: Das an einem Laibe haftende Blut kratze man ab und esse ihn, das [Blut] zwischen den Zähnen aber darf man ohne Bedenken aussaugen und herunterschlucken.",
"Manche beziehen das, was R. Šešeth gesagt hat, auf folgende Lehre: Man könnte glauben, wer Milch von Zweifüßlern genießt, übertrete ein Verbot, und zwar wäre dies durch einen Schluß zu folgern: wenn du bei einem Vieh<sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">Einem unreinen, zum Essen verbotenen; cf. Lev. 11,4ff. u. Dt. 14,7ff.</i>, bei dem du hinsichtlich der Berührung<sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Es ist lebend nicht verunreinigend.</i>erleichtert hast, hinsichtlich der Milch erschwert<sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Sie ist zum Genusse verboten.</i> hast, um wieviel mehr solltest du bei Zweifüßlern, bei denen du hinsichtlich der Berührung erschwert<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Wenn sie unrein sind, beispielsweise die Menstruierende.</i>hast, hinsichtlich der Milch erschweren;",
"daher heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">Lev. 11,29.</i><i>dies sei euch unrein</i>, dies ist unrein, nicht aber ist das Blut von Zweifüßlern unrein, sondern rein.",
"Wollte man nur die Milch ausschließen, die nicht bei allen gleich<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Sie ist von reinen Tieren erlaubt u. von unreinen verboten.</i>ist, nicht aber das Blut, das bei allen gleich ist, so heißt es: <i>dies sei euch unrein</i>, dies ist unrein, nicht aber ist das Blut von Zweifüßlern unrein, sondern rein. Hierzu sagte R. Šešeth, hierbei liege nicht einmal ein Gebot der Enthaltung vor.",
"Dort haben wir gelernt: Das Herz reiße man auf und lasse das Blut heraus; hat man es nicht aufgerissen, so hat man das Verbot<sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Blut zu genießen.</i>nicht übertreten. R. Zera sagte im Namen Rabhs: Dies gilt nur vom Herzen eines Geflügels, weil es kein olivengroßes Quantum hat, beim Herzen eines Viehs aber ist [das Blut] verboten, weil es ein olivengroßes Quantum hat, und man ist dieserhalb der Ausrottung schuldig.",
"Man wandte ein: Das Blut der Milz, das Blut des Herzens, das Blut der Nieren und das Blut einzelner Glieder ist mit einem Verbote belegt; das Blut von Zweifüßlern und das Blut von Ekel- und Kriechtieren ist verboten, jedoch ist man wegen dessen nicht schuldig!? –",
"Die Lehre, man sei wegen dessen nicht schuldig, bezieht sich auf das darin<sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">In den Poren des Fleisches.</i>enthaltene [Blut], was aber Rabh gesagt hat, bezieht sich auf das hereinkommende<sup class=\"footnote-marker\">62</sup><i class=\"footnote\">Das angesammelte Blut in den Herzkammern.</i>. –",
"Das darin enthaltene Blut ist ja dasselbe, was das Blut einzelner Glieder!? – Lehrt er etwa nicht, auch nach deiner Auffassung, vom Blute der Nieren und vom Blute einzelner Glieder!? Vielmehr lehrt er [allgemein] und wiederholt es [einzeln], ebenso lehrt er es hierbei [allgemein] und wiederholt es [einzeln]. –",
"Woher kommt das hereinkommende [Blut]? R. Zera erwiderte: Wenn die Seele austritt, wird es eingesogen.",
"W<small>EGEN DES</small> B<small>LUTES</small>, <small>MIT DEM DIE</small> S<small>EELE AUSGEHT</small>, <small>IST MAN SCHULDIG</small>. Es wurde gelehrt: Welches ist Aderlaßblut, mit dem die Seele ausgeht? R. Joḥanan sagt, wenn es strömt; Reš Laqiš sagt, vom schwärzlichen Tropfen<sup class=\"footnote-marker\">63</sup><i class=\"footnote\">So nach dem Wortlaute; nach Raschi, wenn es aufhört dunkel zu sein, sobald es zu verblassen anfängt.</i>ab.",
"Man wandte ein: Welches ist Aderlaßblut, mit dem die Seele ausgeht? Wenn es strömt; ausgenommen ist das nachfließende Blut, das nur rinnt. Deshalb gleicht [das Blut] vorher und nachher<sup class=\"footnote-marker\">64</sup><i class=\"footnote\">Bevor es zu strömen beginnt u. wenn es zu strömen aufhört.</i>dem nachfließenden Blute. Dies ist eine Widerlegung des Reš Laqiš!? –",
"Nein, dies schließt das schwärzliche Blut aus, das Blut vorher und nachher aber ist, obgleich es fließt. Blut der Seele. Man wandte ein: Welches heißt Blut der Seele<sup class=\"footnote-marker\">65</sup><i class=\"footnote\">So nach Handschriften.</i>?",
"Das, was strömt; ausgenommen das Blut vorher und nachher, das fließt. Dies ist eine Widerlegung des Reš Laqiš!? – Er kann dir erwidern: hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Welches ist Blut der Seele? Das, was strömt – so R. Elie͑zer; R. Šimo͑n sagt, vom schwärzlichen Tropfen ab.",
"In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">66</sup><i class=\"footnote\">Num. 23,24.</i><i>Und das Blut Erschlagener wird er trinken</i>, ausgenommen das ausströmende Blut, das Saaten nicht verunreinigungsfähig macht<sup class=\"footnote-marker\">67</sup><i class=\"footnote\">Wie jede andere Flüssigkeit (vgl. S. 183 Anm. 130), als welche nur das nach dem Tode nachtriefende Blut (,der Erschlagenen’) gilt.</i>.",
"R. Jirmeja fragte R. Zera: Wie ist es, wenn man einem Vieh zur Ader gelassen und das Blut in zwei Gefäße aufgenommen hat: wegen des ersten ist man nach aller Ansicht schuldig<sup class=\"footnote-marker\">68</sup><i class=\"footnote\">Weil strömendes Blut beigemischt ist.</i>, ist man aber auch wegen des anderen schuldig oder nicht?",
"Dieser erwiderte: Darüber besteht ein Streit zwischen R. Joḥanan und Reš Laqiš, denn es wurde gelehrt: Wer einem Vieh zur Ader gelassen und das Blut in zwei Gefäße aufgenommen<sup class=\"footnote-marker\">69</sup><i class=\"footnote\">Wenn er es bei zweimaligem Entfallen getrunken hat; vgl. Maimonides, <i>Jad</i>, <span dir=\"rtl\">הלכות שגגות</span> Kap. 6 § 3.</i>hat, ist, wie Reš Laqiš sagt, zwei Sündopfer<sup class=\"footnote-marker\">70</sup><i class=\"footnote\">Auch wegen des anderen, weil das ausströmende Blut in der Mehrheit ist.</i>schuldig, und wie R. Joḥanan sagt, nur ein Sündopfer schuldig.",
"N<small>ACH</small> R. J<small>EHUDA IST MAN WEGEN DES NACHFLIESSENDEN</small> B<small>LUTES SCHULDIG</small>. R. Elea͑zar sagte: R. Jehuda pflichtet bei<sup class=\"footnote-marker\">71</sup><i class=\"footnote\">Daß es ausströmendes Blut sein muß.</i>hinsichtlich der Sühne, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">72</sup><i class=\"footnote\">Lev. 17,11.</i><i>denn das Blut mit der Seele sühnt es</i>; das Blut, mit dem die Seele ausgeht, sühnt, mit dem aber die Seele nicht ausgeht, sühnt nicht.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt:<sup class=\"footnote-marker\">73</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 10.</i><i>Blut</i>, wozu heißt es: <i>keinerlei Blut</i>?",
"Da es heißt: <i>denn das Blut mit der Seele sühnt es</i>, so weiß ich dies<sup class=\"footnote-marker\">74</sup><i class=\"footnote\">Daß es zum Genusse verboten ist.</i>nur vom Opferblute, mit dem die Seele ausgeht, das Sühne schafft, woher dies von profanem Blute und vom nachfließenden Blute? – Darum heißt es: <i>keinerlei Blut</i>. Und eine anonyme Lehre im Siphra ist von R. Jehuda.",
"<sup class=\"footnote-marker\">ii</sup><b>R.</b> A͑<small>QIBA VERPFLICHTET WEGEN EINER ZWEIFELHAFTEN</small> V<small>ERUNTREUUNG</small><sup class=\"footnote-marker\">75</sup><i class=\"footnote\">Am Heiligen.</i> <small>ZU EINEM</small> S<small>CHWEBE</small>-S<small>CHULDOPFER</small>, <small>DIE</small> W<small>EISEN BEFREIEN DAVON</small>. J<small>EDOCH PFLICHTET</small> R. A͑<small>QIBA BEI</small>, <small>DASS ER DAS</small> V<small>ERUNTREUTE NUR DANN ZU ERSETZEN BRAUCHE</small>, <small>WENN ER SICH DESSEN BEWUSST WIRD UND DAZU EIN ZWEIFELLOSES</small> S<small>CHULDOPFER BRINGT</small>.",
"R. T<small>RYPHON SPRACH</small>: <small>WESHALB SOLL DIESER ZWEI</small> S<small>CHULDOPFER</small><sup class=\"footnote-marker\">76</sup><i class=\"footnote\">Zuerst das Schwebe-Schuldopfer u. dann das Schuldopfer wegen der Veruntreuung.</i><small>BRINGEN</small>!? V<small>IELMEHR ERSTATTE ER</small> [<small>DAFÜR</small>] <small>DAS</small> V<small>ERUNTREUTE MIT DEM</small> F<small>ÜNFTEL</small><sup class=\"footnote-marker\">77</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 5,16.</i>, <small>SODANN BRINGE ER EIN</small> S<small>CHULDOPFER FÜR ZWEI</small> S<small>ELA͑ UND SAGE</small>: <small>HABE ICH SICHER EINE</small> V<small>ERUNTREUUNG BEGANGEN</small>, <small>SO SEI DIES MEINE</small> E<small>RSTATTUNG FÜR DIE</small> V<small>ERUNTREUUNG UND JENES MEIN</small> S<small>CHULDOPFER</small>, <small>IST ABER MEINE</small> V<small>ERUNTREUUNG ZWEIFELHAFT</small>, <small>SO SEI DER</small> G<small>ELDBETRAG NUR FREIWILLIGE</small> S<small>PENDE UND DAS</small> S<small>CHULDOPEFR EIN SCHWEBENDES</small>. V<small>ON DERSELBEN</small> A<small>RT NÄMLICH</small>, <small>VON DER ER</small> [<small>DAS</small> O<small>PFER</small>] <small>BRINGT</small>, <small>WENN ER SICH</small> [<small>DER</small> S<small>ÜNDE</small>] <small>BEWUSST WIRD</small>, <small>BRINGT ER ES AUCH</small>, <small>WENN ER SICH NICHT BEWUSST WIRD</small>.",
"<sup>iii,1</sup>R. A͑<small>QIBA SPRACH</small>: S<small>EINE</small> W<small>ORTE SIND EINLEUCHTEND BEI EINER GERINGFÜGIGEN</small> V<small>ERUNTREUUNG</small>, <small>IST ES ABER EINE ZWEIFELHAFTE</small> V<small>ERUNTREUUNG VON HUNDERT MINEN</small>, <small>SO IST ES FÜR IHN VORTEILHAFTER</small>, <small>EIN</small> S<small>CHULDOPFER FÜR ZWEI</small> S<small>ELA͑ ZU BRINGEN</small>, <small>ALS EINEN ZWEIFELHAFTEN</small> V<small>ERUNTREUUNGSERSATZ FÜR HUNDERT</small> M<small>INEN</small>. R. A͑<small>QIBA PFLICHTET ALSO</small> R. T<small>RYPHON BEI EINER GERINGFÜGIGEN</small> V<small>ERUNTREUUNG BEI</small>."
],
[
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">78</sup><i class=\"footnote\">Lev. 5,17.</i><i>Wenn eine Person</i>, daß man wegen der zweifelhaften Veruntreuung zu einem Schwebe-Schuldopfer verpflichtet ist – so R. A͑qiba; die Weisen befreien davon.",
"Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem besteht: R. A͑qiba ist der Ansicht, man folgere hinsichtlich des vorangehenden vom folgenden<sup class=\"footnote-marker\">79</sup><i class=\"footnote\">Vorangehend (Lev. 5,15) wird von der zweifellosen Veruntreuung gesprochen u. darauf (ib. V. 17) vom Schwebe-Schuldopfer.</i>, und die Rabbanan sind der Ansicht, man folgere nicht hinsichtlich des vorangehenden vom folgenden.",
"R. Papa entgegnete: Alle sind der Ansicht, man folgere hinsichtlich des vorangebenden vom folgenden, denn sonst hätte man [keinen Beleg] dafür, daß ein Rind auf der Nordseite [zu schlachten<sup class=\"footnote-marker\">80</sup><i class=\"footnote\">Lev. 1,2ff. wird von der Herrichtung eines Rindes als Brandopfer gesprochen, ohne Angabe, wo dies zu erfolgen hat; erst in der weiter folgenden Behandlung des Kleinviehs (ib. V. 10ff.) heißt es, daß dies auf der Nordseite herzurichten sei; cf. Zeb. Fol. 48.</i>sei].",
"Hierbei aber befreien ihn die Rabbanan aus dem Grunde, weil sie es durch [das Wort] <i>Gebote</i><sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Das sowohl beim Sündopfer (Lev. 4,27) als auch beim Schwebe-Schuldopfer (ib. 5,17) gebraucht wird.</i>vom Sündopfer folgern:",
"wie es da eine Handlung ist, wegen der man sich bei Vorsatz der Ausrottung, bei Versehen eines Sündopfers und bei einem Zweifel eines Schwebe-Schuldopfers schuldig macht, ebenso jede andere Handlung, wegen der man sich bei Vorsatz der Ausrottung, bei einem Zweifel eines Sündopfers und bei Versehen eines Schwebe-Schuldopfers schuldig macht,",
"ausgenommen die Veruntreuung, wegen der man sich bei Vorsatz nicht der Ausrottung schuldig macht. Es wird nämlich gelehrt: Hat man die Veruntreuung vorsätzlich begangen, so ist dies, wie Rabbi sagt, mit dem Tode, und wie die Weisen sagen, mit einem Verbote belegt. –",
"Und R. A͑qiba!? – Er ist der Ansicht, die Folgerung durch [das Wort] <i>Gebote</i> vom Sündopfer wegen Talg[genusses]<sup class=\"footnote-marker\">82</sup><i class=\"footnote\">Dh. wegen einer gewöhnlichen Sünde; der Talggenuß wird als Beispiel genannt, weil der Abschnitt vom Sündopfer (Lev. Kap. 4) diesem Verbote (ib. 3,17) unmittelbar folgt.</i> ist hierfür zu verwenden: wie es da ein festgesetztes [Opfer] ist, ebenso hierbei ein festgesetztes,",
"ausgenommen das auf- und absteigende<sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">Nach dem Vermögensverhältnisse des Darbringenden wegen der Lev. 5,1ff. genannten Vergehen.</i>[Opfer], bei dem dies<sup class=\"footnote-marker\">84</sup><i class=\"footnote\">Die Darbringung des Schwebe-Schuldopfers.</i>nicht gilt. –",
"Und die Rabbanan!? – Es gibt keine Wortanalogie zur Hälfte<sup class=\"footnote-marker\">85</sup><i class=\"footnote\">Dient sie als Schlußfolgerung für das eine, so gilt dies auch vom anderen.</i>. – Demnach ist R. A͑qiba der Ansicht, es gebe eine Wortanalogie zur Hälfte!? – Vielmehr, alle sind der Ansicht, es gebe keine Wortanalogie zur Hälfte,",
"und folgendes ist der Grund R. A͑qibas; die Schrift sagt: <i>und wenn eine Person</i>, das <i>und</i> ist eine Hinzufügung zum vorangehenden, und man folgere hinsichtlich des vorangehenden vom folgenden<sup class=\"footnote-marker\">79</sup><i class=\"footnote\">Vorangehend (Lev. 5,15) wird von der zweifellosen Veruntreuung gesprochen u. darauf (ib. V. 17) vom Schwebe-Schuldopfer.</i>. –",
"Und die Rabbanan!? – Sie sind der Ansicht, dadurch folgere man hinsichtlich des folgenden vom vorangehenden, daß das Schuldopfer für einen Betrag von Šeqalim<sup class=\"footnote-marker\">86</sup><i class=\"footnote\">In der Mehrzahl, also zwei; wie dies vom vorangehend genannten gewöhnlichen Schuldopfer gilt (cf. Lev. 5,15), ebenso gilt dies vom folgend genannten Schwebe-Schuldopfer.</i>darzubringen ist. –",
"Und R. A͑qiba!? – Er ist der Ansicht, es gebe keine Vergleichung zur Hälfte<sup class=\"footnote-marker\">87</sup><i class=\"footnote\">Beide gleichen einander in jeder Hinsicht.</i>. – Demnach sind die Rabbanan der Ansicht, es gebe auch eine Vergleichung zur Hälfte, während uns doch bekannt ist, daß es keine Vergleichung zur Hälfte gibt!? –",
"Alle sind der Ansicht, es gebe keine Vergleichung zur Hälfte, und hierbei ist folgendes der Grund der Rabbanan: die Schlußfolgerung durch [das Wort] <i>Gebote</i> hebt die Vergleichung<sup class=\"footnote-marker\">88</sup><i class=\"footnote\">Die Schlußfolgerung durch Wortanalogie ist ausschlaggebender als die Schlußfolgerung durch Vergleichung.</i>auf. –",
"Woher entnimmt R. A͑qiba, daß das Schuldopfer für einen Betrag vom Šeqalim darzubringen ist? – Er entnimmt dies aus [den Worten]:<sup class=\"footnote-marker\">89</sup><i class=\"footnote\">Lev. 7,1.</i><i>dies ist das Gesetz vom Schuldopfer</i>, ein Gesetz für alle Schuldopfer; das Schuldopfer ist für einen Betrag von Šeqalim darzubringen. –",
"Und die Rabbanan!? – Obgleich geschrieben steht: <i>dies ist das Gesetz vom Schuldopfer</i>, muß es auch heißen: <i>und wenn eine Person</i>, das <i>und</i> zum vorangehenden hinzufügend, um hinsichtlich des folgenden vom vorangehenden zu folgern.",
"Hieße es nur: <i>dies ist das Gesetz vom Schuldopfer</i>, so könnte man glauben, die Bestimmung, ein Gesetz für alle Schuldopfer, gelte nur für zweifellose Schuldopfer,",
"beim Schwebe-Schuldopfer aber, das wegen des zweifelhaften Talgessens darzubringen ist, sei es bei einem, Zweifel nicht strenger als bei einem zweifellosen [Vergehen], und wie bei einem zweifellosen ein Sündopfer für ein Danqa ausreicht, ebenso auch bei einem Zweifel ein Schuldopfer für ein Danqa, daher schrieb der Allbarmherzige: <i>und wenn eine Person</i>, das <i>und</i> zum vorangehenden hinzufügend. –",
"Allerdings nach demjenigen, der [die Worte:] <i>dies ist das Gesetz vom Schuldopfer</i>, auslegt, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, der [die Worte:] <i>dies ist das Gesetz vom Schuldopfer</i>, nicht auslegt!? – Er folgert dies durch [das Wort] <i>Schätzungswert</i><sup class=\"footnote-marker\">90</sup><i class=\"footnote\">Das sowohl beim Schwebe-Schuldopfer (Lev. 5,18) als auch beim Schuldopfer wegen Veruntreuung (ib. V. 15) gebraucht wird.</i>vom Schuldopfer wegen Veruntreuung. –",
"Beim Schuldopfer wegen der vergebenen Sklavin<sup class=\"footnote-marker\">91</sup><i class=\"footnote\">Wegen Beschlafung einer solchen; cf. Lev. 19,20.</i>heißt es ja nicht <i>Schätzungswert</i>!? – Man folgere es durch das [Wort] <i>Widder</i><sup class=\"footnote-marker\">92</sup><i class=\"footnote\">Das bei beiden gebraucht wird; cf. Lev. 5,15 u. ib. 19,22.</i>.",
"(R. A͑<small>QIBA PFLICHTET ALSO BEI</small> &amp;<small>C</small>.)",
"I<small>ST ABER</small> &amp;<small>C</small>. <small>ZWEIFELHAFT</small>. Wie ist dies zu verstehen<sup class=\"footnote-marker\">93</sup><i class=\"footnote\">Hierbei handelt es sich ja um ein Schwebe-Schuldopfer wegen eines Zweifels.</i>!? Raba erwiderte: Lies: und bleibt der Zweifel für immer bestehen, so sei es ein Schwebe-Schuldopfer. V<small>ON DERSELBEN</small> A<small>RT NÄMLICH</small>, <small>VON DER ER</small> [<small>DAS</small> O<small>PFER</small>] <small>BRINGT</small>, <small>WENN ER SICH</small> [<small>DER</small> S<small>ÜNDE</small>] <small>BEWUSST WIRD</small>, <small>BRINGT ER ES AUCH</small>, <small>WENN ER SICH NICHT BEWUSST WIRD</small>.",
"Endlich muß er ja, wenn er sich bewußt wird, ein zweifelloses Schuldopfer<sup class=\"footnote-marker\">94</sup><i class=\"footnote\">Die bedingungsweise Darbringung des Schwebe-Schuldopfers hat ja keinen Zweck.</i>bringen!?",
"Raba erwiderte: Aus den Worten beider lernen wir, daß beim zweifellosen Schuldopfer vorher kein Bewußtwerden erforderlich ist<sup class=\"footnote-marker\">95</sup><i class=\"footnote\">Dieses gilt ev. tatsächlich als Schuldopfer u. er braucht weiter keines darzubringen.</i>.",
"<sup class=\"footnote-marker\">iii,2</sup><b>W</b><small>ENN EINE</small> F<small>RAU</small><sup class=\"footnote-marker\">96</sup><i class=\"footnote\">Eine Wöchnerin; cf. Lev. 12,6ff.</i><small>DAS</small> V<small>OGEL</small>-S<small>ÜNDOPFER GEBRACHT</small><sup class=\"footnote-marker\">97</sup><i class=\"footnote\">Im Falle eines Zweifels, ob es eine richtige Geburt war.</i><small>HAT</small>, <small>SO RICHTE SIE ES</small>, <small>WENN SIE VOR DEM</small> K<small>OPFABKNEIFEN</small><sup class=\"footnote-marker\">98</sup><i class=\"footnote\">Des Opfertieres; cf. Lev. 1,15.</i><small>SICH BEWUSST WIRD</small>, <small>DASS SIE SICHER GEBOREN HAT</small>, <small>ALS ZWEIFELLOSES</small> O<small>PFER HER</small>, <small>DENN VON DERSELBEN</small> A<small>RT</small>, <small>VON DER SIE ES BRINGT</small>, <small>WENN SIE SICH BEWUSST WIRD</small>, <small>BRINGT SIE ES AUCH</small>, <small>WENN SIE SICH NICHT BEWUSST WIRD</small>.",
"<sup>iv</sup>W<small>ER VON EINEM</small> S<small>TÜCKE</small> P<small>ROFANES UND EINEM</small> S<small>TÜCKE</small> H<small>EILIGES EINES VON IHNEN GEGESSEN HAT UND NICHT WEISS</small>, <small>WELCHES VON IHNEN ER GEGESSEN HAT</small>, <small>IST FREI</small>, <small>UND NACH</small> R. A͑<small>QIBA ZU EINEM</small> S<small>CHWEBE</small>-S<small>CHULDOPFER VERPFLICHTET</small>; <small>HAT ER AUCH DAS ANDERE GEGESSEN</small>, <small>SO BRINGE ER EIN ZWEIFELLOSES</small> S<small>CHULDOPFER</small>.",
"W<small>ENN EINER DAS EINE GEGESSEN HAT UND DARAUF EIN ANDERER GEKOMMEN IST UND DAS ANDERE GEGESSEN HAT</small>, <small>SO BRINGE DIESER</small><sup class=\"footnote-marker\">99</sup><i class=\"footnote\">Obgleich ihm nur ein Stück vorgelegen hat; cf. supra Fol. 17b.</i><small>EIN</small> S<small>CHWEBE</small>-S<small>CHULDOPFER UND JENER EIN</small> S<small>CHWEBE</small>-S<small>CHULDOPFER</small> – <small>SO</small> R. A͑<small>QIBA</small>. R. Š<small>IMO͑N SAGT</small>, <small>BEIDE</small> [<small>ZUSAMMEN</small>] <small>BRINGEN EIN</small> S<small>CHULDOPFER</small>. R. J<small>OSE SAGT</small>,"
],
[
"<small>ZWEI KÖNNEN NICHT</small> [<small>ZUSAMMEN</small>] <small>EIN</small> S<small>CHULDOPFER BRINGEN</small>.",
"W<small>ER VON</small> <small>EINEM</small> S<small>TÜCKE</small> T<small>ALG UND EINEM</small> S<small>TÜCKE</small> P<small>ROFANES EINES VON IHNEN GEGESSEN HAT UND NICHT WEISS</small>, <small>WELCHES VON IHNEN ER GEGESSEN HAT</small>, <sup>v</sup><small>BRINGE EIN</small> S<small>CHWEBE</small>-S<small>CHULDOPFER</small>; <small>HAT ER AUCH DAS ANDERE GEGESSEN</small>, <small>SO BRINGE ER EIN</small> S<small>ÜNDOPFER</small>. W<small>ENN EINER DAS EINE GEGESSEN HAT UND DARAUF EIN ANDERER GEKOMMEN IST UND DAS ANDERE GEGESSEN HAT</small>, <small>SO BRINGE DIESER EIN</small> S<small>CHWEBE</small>-S<small>CHULDOPFER UND JENER EIN</small> S<small>CHWEBE</small>-S<small>CHULDOPFER</small> – <small>SO</small> R. A<small>QIBA</small>. R. Š<small>IMO͑N SAGT</small>, <small>BEIDE</small> [<small>ZUSAMMEN</small>] <small>BRINGEN EIN</small> S<small>ÜNDOPFER</small>. R. J<small>OSE SAGT</small>, <small>ZWEI KÖNNEN NICHT</small> [<small>ZUSAMMEN</small>] <small>EIN</small> S<small>ÜNDOPFER BRINGEN</small>.",
"<sup>vi</sup>W<small>ER VON EINEM</small> S<small>TÜCKE</small> T<small>ALG UND EINEM</small> S<small>TÜCKE HEILIGES EINES VON IHNEN GEGESSEN HAT UND NICHT WEISS</small>, <small>WELCHES VON IHNEN ER GEGESSEN HAT</small>, <small>BRINGE EIN</small> S<small>CHWEBE</small>-S<small>CHULDOPFER</small>; <small>HAT ER AUCH DAS ANDERE GEGESSEN</small>, <small>SO BRINGE ER EIN</small> S<small>ÜNDOPFER UND EIN ZWEIFELLOSES</small> S<small>CHULDOPFER</small>. W<small>ENN EINER DAS EINE GEGESSEN UND DARAUF EIN ANDERER GEKOMMEN IST UND DAS ANDERE GEGESSEN HAT</small>, <small>SO BRINGE DIESER EIN</small> S<small>CHWEBE</small>-S<small>CHULDOPFER UND JENER EIN</small> S<small>CHWEBE</small>-S<small>CHULDOPFER</small>. R. Š<small>IMO͑N SAGT</small>, <small>BEIDE</small> [<small>ZUSAMMEN</small>] <small>BRINGEN EIN</small> S<small>ÜNDOPFER UND EIN</small> S<small>CHULDOPFER</small>. R. J<small>OSE SAGT</small>, <small>ZWEI KÖNNEN NICHT</small> [<small>ZUSAMMEN</small>] <small>EIN</small> S<small>ÜNDOPFER UND EIN</small> S<small>CHULDOPFER BRINGEN</small>.",
"<sup>vii</sup>W<small>ER VON EINEM</small> [<small>PROFANEN</small>] S<small>TÜCKE</small> T<small>ALG UND EINEM HEILIGEN</small> S<small>TÜCKE</small> T<small>ALG EINES VON IHNEN GEGESSEN HAT UND NICHT WEISS</small>, <small>WELCHES VON IHNEN ER GEGESSEN HAT</small>, <small>BRINGE EIN</small> S<small>ÜNDOPFER</small>; R. A<small>QIBA SAGT</small>, <small>AUCH EIN</small> S<small>CHWEBE</small>-S<small>CHULDOPFER</small>; <small>HAT ER AUCH DAS ANDERE GEGESSEN</small>, <small>SO BRINGE ER ZWEI</small> S<small>ÜNDOPFER UND EIN ZWEIFELLOSES SCHULDOPFER</small>.",
"W<small>ENN EINER DAS EINE GEGESSEN HAT UND DARAUF EIN ANDERER GEKOMMEN IST UND DAS ANDERE GEGESSEN HAT</small>, <small>SO BRINGE DIESER EIN</small> S<small>ÜNDOPFER UND JENER EIN</small> S<small>ÜNDOPFER</small>. R. A͑<small>QIBA SAGT</small>, <small>DIESER</small> [<small>BRINGE EIN</small> S<small>CHWEBE</small>-S<small>CHULDOPFER</small>] <small>UND JENER BRINGE EIN</small> S<small>CHWEBE</small>-S<small>CHULDOPFER</small>. R. Š<small>IMO͑N SAGT</small>, <small>DIESER BRINGE EIN</small> S<small>ÜNDOPFER UND JENER BRINGE EIN</small> S<small>ÜNDOPFER</small>, <small>UND BEIDE</small> [<small>ZUSAMMEN</small>] <small>BRINGEN EIN</small> S<small>CHULDOPFER</small>. R. J<small>OSE SAGT</small>, <small>ZWEI KÖNNEN NICHT</small> [<small>ZUSAMMEN</small>] <small>EIN</small> S<small>CHULDOPFER BRINGEN</small>.",
"<sup>viii</sup>W<small>ER VON EINEM</small> [<small>PROFANEN</small>] S<small>TÜCKE</small> T<small>ALG UND EINEM</small> S<small>TÜCKE</small> T<small>ALG VON</small> Ü<small>BRIGGEBLIEBENEM EINES VON IHNEN GEGESSEN HAT UND NICHT WEISS</small>, <small>WELCHES VON IHNEN ER GEGESSEN HAT</small>, <small>BRINGE EIN</small> S<small>ÜNDOPFER UND EIN</small> S<small>CHWEBE</small>-S<small>CHULDOPFER</small>; <small>HAT ER AUCH DAS ANDERE GEGESSEN</small>, <small>SO BRINGE ER DREI</small> S<small>ÜNDOPFER</small>.",
"W<small>ENN EINER DAS EINE GEGESSEN HAT UND DARAUF EIN ANDERER GEKOMMEN IST UND DAS ANDERE GEGESSEN HAT</small>, <small>SO BRINGE DIESER EIN</small> S<small>ÜNDOPFER UND EIN</small> S<small>CHWEBE</small>-S<small>CHULDOPFER UND JENER EIN</small> S<small>ÜNDOPFER UND EIN</small> S<small>CHWEBE</small>-S<small>CHULDOPFER</small>. R. Š<small>IMO͑N SAGT</small>, <small>DIESER BRINGE EIN</small> S<small>ÜNDOPFER UND JENER BRINGE EIN</small> S<small>ÜNDOPFER</small>, <small>UND BEIDE BRINGEN</small> [<small>ZUSAMMEN</small>] <small>EIN</small> S<small>ÜNDOPFER</small>. R. J<small>OSE SAGT</small>, <small>ZWEI KÖNNEN NICHT</small> [<small>ZUSAMMEN</small>] <small>EIN</small> S<small>ÜNDOPFER BRINGEN</small>, <small>DAS WEGEN EINER</small> S<small>ÜNDE</small><sup class=\"footnote-marker\">100</sup><i class=\"footnote\">Wie dies beispielsweise bei der Wöchnerin nicht der Fall ist.</i><small>DARZUBRINGEN IST</small>.",
"GEMARA. Raba sprach zu R. Naḥman: Nach R. Jose können somit zwei [zusammen] nur ein Sündopfer nicht bringen, wohl aber können zwei [zusammen] ein Schwebe-Schuldopfer bringen, und dies lehrt ja auch der erste Autor!? –",
"Wolltest du sagen, ein Unterschied bestehe zwischen ihnen bei einem Stücke von zwei<sup class=\"footnote-marker\">101</sup><i class=\"footnote\">Wenn eines erlaubt u. eines verboten war, u. zwei sie gegessen haben; nach dem 1. Autor hat jeder ein Schwebe-Schuldopfer zu bringen, nach RJ. dagegen nur der erste u. der andere ist frei.</i>Stücken, so wird ja gelehrt: R. Jose sagt, dieser bringe ein Schwebe-Schuldopfer und jener bringe ein Schwebe-Schuldopfer!? Dieser erwiderte: Er lehrt uns folgendes: der erste Autor ist R. Jose.",
"V<small>ON EINEM</small> S<small>TÜCKE</small> T<small>ALG UND EINEM</small> S<small>TÜCKE HEILIGES</small> &amp;<small>C</small>., <small>EINEM</small> [<small>PROFANEN</small>] S<small>TÜCKE</small> T<small>ALG UND EINEM HEILIGEN</small> S<small>TÜCKE</small> T<small>ALG</small> &amp;<small>C</small>., <small>EINEM</small> S<small>TÜCKE</small> T<small>ALG UND EINEM</small> S<small>TÜCKE</small> T<small>ALG VON</small> Ü<small>BRIGGEBLIEBENEM</small> &amp;<small>C</small>. Raba sprach zu R. Naḥman: Er sollte doch auch ein zweifelloses Schuldopfer bringen, denn es ist ja Übriggebliebenes von Heiligem!? Dieser erwiderte: Es war keine Peruṭa wert<sup class=\"footnote-marker\">102</sup><i class=\"footnote\">Da es verboten u. nicht verwendbar war; er hat somit keine Veruntreuung begangen.</i>. –",
"Aber vorher spricht er ja von dem Falle, wenn es eine Peruṭa wert war, denn er lehrt von einem zweifellosen Schuldopfer!? Dieser erwiderte: Das Stück, das nicht Übriggebliebenes war, war eine Peruṭa wert. –",
"Er lehrt ja aber<sup class=\"footnote-marker\">103</sup><i class=\"footnote\">Ob. Fol. 13b.</i>den Fall, daß jemand wegen eines Essens vier Sündopfer und ein Schuldopfer schuldig ist, wobei auch Übriggebliebenes mit aufgezählt wird!?",
"Dieser erwiderte: Jenes gilt von einem großen [Stücke], dieses aber von einem kleinen. Oder auch, (dies ist kein Einwand:) jenes in der Regenzeit, dieses aber im Sommer<sup class=\"footnote-marker\">104</sup><i class=\"footnote\">Es verdirbt sofort u. ist daher wertlos.</i>.",
"W<small>ENN EINER DAS EINE GEGESSEN HAT</small> &amp;<small>C</small>. Raba sprach zu R. Naḥman: Kann R. Šimo͑n<sup class=\"footnote-marker\">105</sup><i class=\"footnote\">Der im letzten Falle der Mišna lehrt, daß, wenn einer Talg u. einer Übriggebliebenes gegessen hat, jeder 2 Sündopfer darzubringen habe, das Verbotene also von einem weiteren Verbote erfaßt werden könne.</i>denn gesagt haben, ein Verbot erstrecke sich auf Verbotenes,",
"es wird ja gelehrt: R. Šimo͑n sagt, wer am Versöhnungstage Aas gegessen hat, sei<sup class=\"footnote-marker\">106</sup><i class=\"footnote\">Von der Sünde des Essens am Versöhnungstage.</i>frei!?",
"R. Šešeth, Sohn des R. Idi, erwiderte: Wenn er eine Niere mit dem Talg<sup class=\"footnote-marker\">107</sup><i class=\"footnote\">Das Verbot des Übriggebliebenen erfaßt nur die Niere u. der Talg ist an sich verboten.</i>gegessen hat. – Auch eine Niere mit dem Talge ist ja als Darzubringendes verboten, wieso kann sich nun das Verbot des Übriggebliebenen darauf erstrecken!?",
"Wolltest du erwidern, R. Šimo͑n sei der Ansicht, Übriggebliebenes sei ein schweres Verbot und erstrecke sich auf das leichtere Verbot des Darzubringenden, so ist ja auch Aas ein leichteres Verbot und [das Essen am] Versöhnungstage ein schwereres Verbot, und das schwerere Verbot [des Essens am] Versöhnungstage erstreckt sich nicht auf das leichtere Verbot des Aases!? –",
"Vielmehr, der Allbarmherzige hat bekundet, daß beim Heiligen ein Verbot sich auf Verbotenes erstrecke."
],
[
"Es wird nämlich gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">108</sup><i class=\"footnote\">Lev. 7,21.</i><i>Dem Herrn</i> <i>dargebrachtes</i>, dies schließt die Opferteile ein.",
"Die Opferteile sind ja als Darzubringendes verboten und hinsichtlich des Talges besteht ein mit der Ausrottung belegtes Verbot, und das Verbot der Unreinheit erfaßt sie.",
"Es ist auch zu beweisen, daß dem so ist. Rabbi ist ja der Ansicht, ein Verbot erstrecke sich auch auf Verbotenes, jedoch nur ein schwereres Verbot auf ein leichteres Verbot, nicht aber ein leichteres Verbot auf ein schwereres Verbot, und beim Heiligen ist er, wie wir wissen, der Ansicht, daß auch ein leichteres Verbot sich auf ein schwereres Verbot erstrecke.",
"Das Verbot der Veruntreuung ist ja ein mit dem [himmlischen] Tode belegtes leichteres Verbot und das Verbot des Heiligen ist ein mit der Ausrottung belegtes schwereres Verbot, und das mit dem [himmlischen] Tode belegte Verbot erstreckt sich auf das mit der Ausrottung belegte Verbot.",
"Es wird nämlich gelehrt: Rabbi sagte:<sup class=\"footnote-marker\">109</sup><i class=\"footnote\">Ib. 3,16.</i><i>Aller Talg für den Herrn</i>, dies schließt die Opferteile der minderheiligen Opfer hinsichtlich der Veruntreuung ein.",
"Die Veruntreuung ist ja ein mit dem [himmlischen] Tode belegtes Verbot, und es erstreckt sich auf das mit der Ausrottung belegte Verbot des Talges. Schließe hieraus, daß die Schrift dies beim Heiligen bekundet hat. –",
"Es wird ja aber gelehrt, R. Šimo͑n sagt, beim Darzubringenden<sup class=\"footnote-marker\">110</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. Hinaufkommenden, den Opferteilen, die auf den Altar zur Aufräucherung kommen.</i> gebe es kein Verwerfliches und beim Darzubringenden gebe es kein Übriggebliebenes<sup class=\"footnote-marker\">111</sup><i class=\"footnote\">Wer sie gegessen hat, macht sich nicht der Ausrottung schuldig.</i>!? –",
"Vielmehr, Tannaím streiten über die Ansicht R. Šimo͑ns: manche sagen, bei Heiligem erstrecke sich ein Verbot auf Verbotenes, und manche sagen, auch bei Heiligem erstrecke sich ein Verbot nicht auf Verbotenes. –",
"Wie sind nach demjenigen, welcher sagt, auch beim Heiligen erstrecke sich ein Verbot nicht auf Verbotenes, [die Worte:] <i>aller Talg für den Herrn</i>, zu erklären!? –",
"Er bezieht sie auf die Jungen<sup class=\"footnote-marker\">112</sup><i class=\"footnote\">Auf die Opferteile von solchen.</i>von Opfertieren. Er ist der Ansicht, die Jungen von Opfertieren sind erst bei ihrem Werden<sup class=\"footnote-marker\">113</sup><i class=\"footnote\">Erst wenn sie geboren werden.</i>heilig, somit kommen beide gleichzeitig<sup class=\"footnote-marker\">114</sup><i class=\"footnote\">Bei der Geburt treten beide Verbote gleichzeitig in Kraft, sodaß nicht eines vom anderen erfaßt wird, u. beide haben Geltung.</i>.",
"",
"<sup>i</sup><b>W</b>ENN <small>JEMAND EIN</small> S<small>CHWEBE</small>-S<small>CHULDOPFER GEBRACHT HAT UND SICH BEWUSST WIRD</small>, <small>DASS ER NICHT GESÜNDIGT HAT</small>, <small>SO IST</small> [<small>DAS</small> O<small>PFERTIER</small>], <small>WENN ES NOCH NICHT GESCHLACHTET WORDEN IST</small>, <small>HERAUSZULASSEN UND WIEDER MIT DER</small> H<small>ERDE WEIDEN ZU LASSEN</small> – <small>SO</small> R. M<small>EÍR</small>.",
"D<small>IE</small> W<small>EISEN SAGEN</small>, <small>ES IST WEIDEN ZU LASSEN</small>, <small>BIS ES EIN</small> G<small>EBRECHEN BEKOMMT</small>, <small>UND ZU VERKAUFEN</small>, <small>UND DER</small> E<small>RLÖS FÄLLT DER FREIWILLIGEN</small> S<small>PENDENKASSE ZU</small>. R. E<small>LIE͑ZER SAGT</small>, <small>ES SEI DARZUBRINGEN</small>, <small>DENN WIRD ES AUCH NICHT FÜR DIESE</small> S<small>ÜNDE DARGEBRACHT</small>, <small>SO WIRD ES FÜR IRGEND EINE ANDERE</small> S<small>ÜNDE</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Die man vielleicht begangen hat.</i> <small>DARGEBRACHT</small>.",
"W<small>IRD ER SICH BEWUSST</small>, <small>NACHDEM ES GESCHLACHTET WORDEN IST</small>, <small>SO IST DAS</small> B<small>LUT FORTZUSCHÜTTEN UND DAS</small> F<small>LEISCH KOMME IN DEN</small> V<small>ERBRENNUNGSRAUM</small>. I<small>ST DAS</small> B<small>LUT BEREITS GESPRENGT WORDEN UND DAS</small> F<small>LEISCH VORHANDEN</small>, <small>SO DARF ES GEGESSEN WERDEN</small>. R. J<small>OSE SAGT</small>, <small>AUCH WENN DAS</small> B<small>LUT NOCH IM</small> B<small>ECHER IST</small>, <small>IST ES ZU SPRENGEN UND DAS</small> F<small>LEISCH ZU ESSEN</small>.",
"<sup class=\"footnote-marker\">ii</sup>N<small>ICHT SO ABER IST ES BEIM ZWEIFELLOSEN</small> S<small>CHULDOPFER</small>; <small>WENN</small><sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Er sich bewußt wird, die Sünde nicht begangen zu haben.</i><small>BEVOR ES GESCHLACHTET WORDEN IST</small>, <small>SO IST ES HERAUSZULASSEN UND WIEDER MIT DER</small> H<small>ERDE WEIDEN ZU LASSEN</small>, <small>WENN NACHDEM ES GESCHLACHTET WORDEN IST</small>, <small>SO IST ES ZU BEGRABEN</small>, <small>UND IST DAS</small> B<small>LUT BEREITS GESPRENGT WORDEN</small>, <small>SO KOMME DAS</small> F<small>LEISCH IN DEN</small> V<small>ERBRENNUNGSRAUM</small>.",
"N<small>ICHT SO IST ES BEIM ZU STEINIGENDEN</small> R<small>INDE</small><sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Das beispielsweise wegen Tötung eines Menschen (cf. Ex. 21,29) verurteilt worden ist, wenn es sich herausstellt, daß es ein Fehlurteil war.</i>; <small>WENN BEVOR ES GESTEINIGT WORDEN IST</small>, <small>SO IST ES HERAUSZULASSEN UND WIEDER MIT DER</small> H<small>ERDE WEIDEN ZU LASSEN</small>, <small>UND WENN NACHDEM ES GESTEINIGT WORDEN IST</small>, <small>SO IST ES ZUR</small> N<small>UTZNIESSUNG ERLAUBT</small>.",
"N<small>ICHT SO IST ES BEIM GENICKBROCHENEN</small> K<small>ALBE</small><sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Cf. Dt. 21,1ff.</i>; <small>WENN</small><sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Der Totschläger entdeckt wird.</i> <small>BEVOR IHM DAS</small> G<small>ENICK GEBROCHEN WORDEN IST</small>, <small>SO IST ES HERAUSZULASSEN UND WIEDER MIT DER</small> H<small>ERDE WEIDEN ZU LASSEN</small>, <small>UND WENN NACHDEM IHM DAS</small> G<small>ENICK GEBROCHEN WORDEN IST</small>, <small>SO IST ES AN</small> O<small>RT UND</small> S<small>TELLE ZU BEGRABEN</small>, <small>DENN ES WURDE VON VORNHEREIN WEGEN EINES</small> Z<small>WEIFELS</small><sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Dh. weil der Täter unbekannt war.</i> <small>GEBRACHT</small>; <small>ES HAT NUN DIE</small> S<small>ÜHNE DES</small> Z<small>WEIFELS</small><sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Der beim Genickbrechen bestanden hat.</i> <small>VOLLZOGEN</small>.",
"GEMARA. Worin besteht ihr Streit? – R. Meír ist der Ansicht, da er es nicht braucht, heiligt er es nicht, und die Rabbanan sind der Ansicht, da ihm das Herz pochte<sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Dh. er war beunruhigt; er rechnete mit der Möglichkeit, die Sünde begangen zu haben.</i>, war er es zu heiligen entschlossen.",
"Es wird gelehrt: R. Meír und die Rabbanan streiten sowohl über den Fall, wenn er sich bewußt wird, daß er gesündigt<sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Er hat dann ein Sündopfer zu bringen u. ist vom Schuldopfer entbunden.</i> hat, als auch über den Fall, wenn er sich bewußt wird, daß er nicht gesündigt hat. Wenn er sich bewußt wird, daß er gesündigt hat, um die weitgehendere Ansicht R. Meírs hervorzuheben: obgleich er sich bewußt wird, daß er gesündigt hat, komme es in die Herde zurück und weide, weil er, als er es absonderte, sich nicht bewußt war;",
"und wenn er sich bewußt wird, daß er nicht gesündigt hat, um die weitgehendere Ansicht der Rabbanan hervorzuheben: obgleich er nicht gesündigt hat, denn als er es absonderte, wußte er es nicht, und da ihm das Herz pochte, war er es zu heiligen entschlossen.",
"R. Šešeth sagte: R. Meír pflichtet den Weisen bei, daß,"
],
[
"wenn er zur Sicherheit zwei Schuldopfer abgesondert und durch eines von ihnen Sühne erlangt hat, das andere weiden zu lassen, bis es ein Gebrechen bekommt, und zu verkaufen ist, und der Erlös fällt der freiwilligen Spendenkasse zu. –",
"Aus welchem Grunde? – R. Meír streitet gegen die Rabbanan nur deshalb, weil er nicht bekundet hat, daß ihm das Herz pochte, [hierbei aber,] wo er eines absondern sollte und zwei abgesondert hat, weil er sich sagte, wenn eines abhanden kommen sollte, werde er Sühne erlangen durch das andere, bekundete er, daß ihm das Herz pochte, und da dem so ist, war er es zu heiligen entschlossen.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Die Weisen pflichten R. Meír bei, daß, wenn bei einem Schwebe-Schuldopfer die Zeugen<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Die einen zu einem solchen veranlaßt haben.</i>als Falschzeugen<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Wenn ihnen nachgewiesen wird, daß sie die Beobachtungen gar nicht gemacht haben können; cf. Mak. Fol. 5a.</i> überführt worden sind, es herauszulassen und wieder mit der Herde weiden zu lassen sei. –",
"Aus welchem Grunde? – Die Rabbanan streiten gegen ihn nur über den Fall, wenn er es aus eigenem Antrieb abgesondert hat, sodaß anzunehmen ist, ihm pochte das Herz, wenn er es aber wegen der Zeugen abgesondert hat, verließ er sich auf sie nicht, denn er dachte, es könnten andere Zeugen kommen und sie als Falschzeugen überführen.",
"Raba wandte ein: Nicht so ist es beim zu steinigenden Rinde; wenn bevor es gesteinigt worden ist, ist es herauszulassen und mit der Herde weiden zu lassen. In welchem Falle: wollte man sagen, wenn zwei gekommen waren und bekundet haben, es habe [einen Menschen] getötet, und zwei andere bekunden, es habe nicht getötet, so hast du ja keinen Grund, auf die letzteren zu hören, höre doch auf die ersteren.",
"Doch wohl überführte Falschzeugen, und ebenso beim Schwebe-Schuldopfer, überführte Falschzeugen, und sie streiten.",
"Abajje erwiderte ihm: Vielleicht beim zu steinigenden Rinde in dem Falle, wenn der Erschlagene zu Fuß ankommt,",
"und dem entsprechend beim Schwebe-Schuldopfer, wenn das Stück festgestellt<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Daß es zum Essen erlaubt war.</i>wird; nicht aber in dem Falle, wenn Zeugen ihn das Schwebe-Schuldopfer abzusondern veranlaßt haben.",
"Hierüber besteht ein Streit. Ein Schwebe-Schuldopfer, dessen Zeugen als falsch überführt worden sind, gleicht, wie R. Elea͑zar sagt, einem Eifersuchts-Speisopfer<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Das die Ehebruchverdächtigte darzubringen hat; cf. Num. 5,15.</i>. Es wird nämlich gelehrt: Ergibt es sich, daß sie Falschzeugen<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Die sie belastet haben.</i>sind, so ist ihr Speisopfer profan.",
"R. Joḥanan sagt, es sei weiden zu lassen, bis es ein Gebrechen bekommt, und zu verkaufen, und der Erlös fällt der freiwilligen Spendenkasse zu. – Sollte auch R. Joḥanan es mit dem Eifersuchts-Speisopfer vergleichen!? – Es gleicht diesem nicht; das Eifersuchts-Speisopfer wird nicht zur Sühne dargebracht, sondern nur zur Aufklärung der Sünde, das Schwebe-Schuldopfer aber wird zur Sühne dargebracht, und da ihm das Herz pochte, war er es zu heiligen entschlossen.",
"R. Keruspedaj sagte im Namen R. Joḥanans: Sind die Zeugen des zu steinigenden Rindes als Falschzeugen überführt worden, so hat, wer es in Besitz genommen, es geeignet.",
"Raba sagte: Die Ansicht R. Joḥanans ist einleuchtend in dem Falle, wenn sie bekundet haben, sein Rind sei beschlafen<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Da das Rind zu steinigen ist, so hat der Eigentümer es preisgegeben.</i>worden, wenn sie aber bekundet haben, er selber habe sein Rind beschlafen, so weiß er, daß er es nicht beschlafen hat, und gibt es nicht preis, vielmehr bemüht er sich, Zeugen zu erbringen<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Die gegen ihn auftretenden Zeugen als Falschzeugen zu überführen.</i>. –",
"Womit ist es hierbei anders als bei der Lehre des Rabba b. Ithaj im Namen des Reš Laqiš, daß nämlich, wenn die Zeugen einer abtrünnigen Stadt<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Daß sie sich dem Götzendienste hingegeben hat; (cf. Dt. 13,13ff.); ihr ganzes Vermögen ist zu vernichten.</i>als Falschzeugen überführt worden sind, wer sie in Besitz genommen, sie geeignet<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Obgleich jeder von sich weiß, daß die Aussage gegen ihn falsch ist.</i> habe!? –",
"Bei der abtrünnigen Stadt handelt es sich um eine Gemeinschaft, und jeder, wenn er auch weiß, daß er nicht gesündigt hat, glaubt, die anderen haben gesündigt, und er gibt sein Vermögen<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Cf. Syn. Fol. 111b.</i>preis, hierbei aber, wo es sich um ihn allein handelt, weiß er, daß er es nicht beschlafen hat, und gibt es nicht preis, vielmehr bemüht er sich, Zeugen zu erbringen.",
"Reš Laqiš sagte: Wenn jemand seinem Nächsten ein Geschenk gibt und dieser sagt, er wolle es nicht, so hat, wer es in Besitz genommen, es geeignet. –",
"Womit ist es hierbei anders als bei der Lehre des Rabba b. Abuha im Namen des R. Šešeth, und wie manche sagen, des R. Abahu im Namen des R. Šešeth, daß nämlich, wenn der Empfänger eines Geschenkes, nachdem das Geschenk in seinen Besitz gekommen ist, sagt, diese Schenkung möge nichtig sein, er wolle sie nicht haben, seine Worte gültig seien; wenn aber: sie ist nichtig, es ist keine Schenkung, er nichts gesagt habe, wonach seine Worte insofern gültig sind, daß [das Geschenk] zurück zum Eigentümer gelangt<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Es ist aber nicht Freigut.</i>!? –"
],
[
"Nein, seine Worte sind gültig, indem er es nicht eignet, und wer es in Besitz nimmt, eignet es.",
"Man wandte ein: Wenn jemand zu seinem Nächsten<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Ein Teilhaber zum anderen.</i>gesagt hat: ich habe kein Recht und keinen Anspruch auf dieses Feld, ich habe damit nichts zu tun, ich lasse meine Hand davon, so hat er nichts gesagt. ‘Ich lasse meine Hand davon’ ist ja ebenso, als würde er gesagt haben, er wolle es nicht, und er lehrt, er habe nichts gesagt!? –",
"Anders ist es da, denn wir sagen, er hat sich nur von Verhandlungen<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Er ist seines Eigentums so sicher, daß es darüber nichts zu verhandeln gibt.</i>losgesagt, nicht aber hat er sich vom Felde selbst losgesagt.",
"Man wandte ein: Wenn jemand sein Vermögen, worunter Sklaven sich befinden, einem anderen verschrieben hat, und dieser sagt, er wolle sie nicht haben, so dürfen sie, wenn der zweite Herr ein Priester ist, Hebe essen<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Sie gehören trotz seiner Ablehnung zu seinem Gesinde.</i>. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, sobald dieser gesagt hat, er wolle sie nicht haben, haben die Erben<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Des Testators.</i>sie längst geeignet.",
"Allerdings ist R. Šimo͑n b. Gamliél der Ansicht, wer etwas verschenkt, rechnet damit, daß man es annehmen werde, und wenn man es nicht annimmt, geht es zum Eigentümer zurück,",
"nach dem ersten Autor aber kann ja, sobald dieser gesagt hat, er wolle sie nicht haben, jeder, der sie in Besitz nimmt, eignen, somit sind sie ja<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Da die Sklaven sich selber eignen u. dadurch Freie werden.</i>Gemeine, und sie essen Hebe als Gemeine!? – Er ist der Ansicht, wenn jemand seinen Sklaven freigibt, gehe er frei aus, jedoch benötige er einer Freilassungsurkunde von seinem Herrn, und er ist der Ansicht, wem die Freilassungsurkunde noch fehlt, dürfe Hebe essen.",
"R. E<small>LIE͑ZEH SAGT</small>, <small>ES SEI DARZUBRINGEN</small> &amp;<small>C</small>. Wozu braucht R. Elie͑zer mit der Sünde<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Er kann eine andere Sünde begangen haben.</i>[zu begründen], R. Elie͑zer sagte ja, das Schwebe-Schuldopfer könne freiwillig gespendet werden!? Wir haben nämlich gelernt: R. Elie͑zer sagt, man könne jeden Tag ein Schwebe-Schuldopfer freiwillig spenden!?",
"R. Aši erwiderte: Es ist R. Elie͑zer [der Lehre], in der sie zu ihm<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Zu Baba b. Buṭa; cf. infra Fol. 25a.</i>sprachen. Wir haben nämlich gelernt: Aber sie sagen [zu mir]: warte, bis du zu einem Zweifel<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Der Begehung einer Sünde.</i>kommst.",
"W<small>IRD ER SICH BEWUSST</small>, <small>NACHDEM ES GESCHLACHTET WORDEN IST</small> &amp;<small>C</small>. Er lehrt, das Fleisch komme in den Verbrennungsraum, wonach Profanes, das im Tempelhofe geschlachtet worden ist, zu verbrennen ist;",
"ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Nicht so ist es beim zweifellosen Schuldopfer; wenn bevor es geschlachtet worden ist, so ist es herauszulassen und wieder mit der Herde weiden zu lassen, und wenn nachdem es geschlachtet worden ist, so ist es zu begraben. R. Elea͑zar erwiderte: Es ist zu teilen; wer das eine lehrte, lehrte nicht das andere.",
"Rabba erwiderte: Du weisest auf einen Widerspruch hin zwischen einem zweifellosen Schuldopfer und einem Schwebe-Schuldopfer!? Ein zweifelloses Schuldopfer heiligt man nicht, wenn man es nicht braucht, bei einem Schwebe-Schuldopfer aber war er, da ihm das Herz pochte, es zu heiligen entschlossen.",
"Wenn man aber einen Einwand erheben will, so ist auf einen Widerspruch beim zweifellosen Schuldopfer hinzuweisen; er lehrt, es sei zu begraben, und im Schlußsatze heißt es, das Fleisch komme in den Verbrennungsraum!? Dies ist entschieden zu teilen, und wer das eine lehrte, lehrte nicht das andere.",
"R. Aši erwiderte: Der Anfangsatz, der vom Schwebe-Schuldopfer lehrt, das Fleisch komme in den Verbrennungsraum, ist kein Widerspruch; weil es nämlich wie ein untaugliches Schlachtopfer erscheint<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Deshalb ist es zu verbrennen, obgleich es profan ist.</i>.",
"I<small>ST DAS</small> B<small>LUT GESPRENGT WORDEN</small>, <small>SO DARF DAS</small> F<small>LEISCH GEGESSEN WERDEN</small>. Weshalb denn, er hatte ja ein Bewußtwerden<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Während die Schrift ausdrücklich von dem Falle spricht, wenn er sich nicht bewußt wird.</i>!? Raba erwiderte: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Lev. 5,18.</i><i>und er nicht wußte, und es wird ihm vergeben</i>; und bei der Vergebung war er sich nicht bewußt.",
"R. J<small>OSE SAGT</small>, <small>AUCH WENN DAS</small> B<small>LUT BEREITS IM</small> B<small>ECHER IST</small> &amp;<small>C</small>. Wieso ist es nach R. Jose zu sprengen, bei der Vergebung war er sich ja nicht bewußt!? Raba erwiderte: R. Jose ist der Ansicht R. Šimo͑ns, welcher sagt, was zum Sprengen dasteht, gelte als gesprengt<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Es gilt also als vor dem Bewußtwerden gesprengt.</i>. –",
"Allerdings sagt dies R. Šimo͑n von dem, was zum Sprengen bestimmt ist, dieses aber ist ja nicht zum Sprengen bestimmt<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Da das Opfer gar nicht darzubringen ist.</i>!? – Im Westen sagten sie: R. Jose ist der Ansicht, das Dienstgefäß heilige das von vornherein Untaugliche, um dargebracht zu werden.",
"N<small>ICHT SO BEIM ZWEIFELLOSEN</small> S<small>CHULDOPFER</small> &amp;<small>C</small>. Es wurde gelehrt: Wann wird das genickbrochene Kalb<sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Cf. Dt. 21,1ff.</i> verboten? R. Hamnuna sagt, schon lebend, und Raba sagt, nach dem Genickbrechen. –",
"Allerdings nach Raba, mit der Zeit, wo mit ihm eine Handlung ausgeübt worden ist, von wann ab aber nach R. Hamnuna?"
],
[
"R. Jannaj erwiderte: Ich habe diesbezüglich eine Zeitgrenze gehört, habe sie aber vergessen; die Genossen meinen jedoch, das Hinabbringen zum Felstale<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Wo das Genickbrechen erfolgt; cf. Dt. 21,4.</i>mache es verboten.",
"R. Hamnuna sprach: Dies entnehme ich aus folgender Lehre: Wer die Entsündigungskuh<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Die sog. rote Kuh; cf. Num. Kap. 19.</i>, das zu steinigende Rind oder das genickbrochene Kalb schlachtet<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Wenn die Schlachtung verboten ist, zBs. ein Vieh u. sein Junges am selben Tage; Hul. Fol. 78a. In all diesen Fällen ist das Fleisch zum Genusse verboten.</i>, ist nach R. Šimo͑n frei und nach den Weisen schuldig.",
"Allerdings besteht nach meiner Ansicht, schon lebend, der Streit zwischen R. Šimo͑n und den Rabbanan in folgendem: R. Šimo͑n ist der Ansicht, die nutzlose Schlachtung heiße nicht Schlachtung,",
"und die Rabbanan sind der Ansicht, die nutzlose Schlachtung heiße Schlachtung; wieso aber befreit R. Šimo͑n, wenn du sagst, erst nach dem Genickbrechen, es ist ja eine taugliche Schlachtung<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Da es erst beim Hinabbringen verboten wird.</i>!?",
"Wolltest du sagen, R. Šimo͑n sei der Ansicht, beim Kalbe sei auch die Schlachtung tauglich<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Statt des Genickbrechens, sodaß es durch das Schlachten nicht zum Essen erlaubt wird.</i>, so haben wir ja gelernt: Was bei der [roten] Kuh tauglich ist, ist beim genickbrochenen Kalbe untauglich, und was bei der [roten] Kuh untauglich ist, ist beim genickbrochenen Kalbe tauglich: bei der [roten] Kuh ist das Schlachten tauglich und das Genickbrechen untauglich, beim genickbrochenen Kalbe ist das Genickbrechen tauglich und das Schlachten untauglich.",
"Da schwieg jener. Nachdem dieser fortgegangen war, sprach er: Ich sollte ihm doch erwidert haben: R. Šimo͑n sei der Ansicht, das Schlachten sei beim genickbrochenen Kalbe tauglich. –",
"Und R. Hamnuna!? – Er kann dir erwidern: der Autor würde es nicht zu lehren unterlassen haben, daß nach R. Šimo͑n, dem dies zu addizieren ist, das Schlachten beim Kalbe tauglich sei.",
"Raba sprach: Dies entnehme ich aus folgender Lehre: Nicht so beim genickbrochenen Kalbe; wenn bevor ihm das Genick gebrochen worden ist, so ist es herauszulassen und wieder mit der Herde weiden zu lassen. Wieso ist es, wenn du sagst, schon lebend, herauszulassen und mit der Herde weiden zu lassen, es war ja schon lebend verboten!? –",
"Lies: wenn bevor es zum Genickbrechen ausersehen war. – Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: wenn nachdem ihm das Genick gebrochen worden ist, so ist es an Ort und Stelle zu begraben!? – Lies: nachdem es zum Genickbrechen ausersehen war. –",
"Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: Denn es ist von vornherein wegen eines Zweifels gebracht worden; es hat nun die Sühne des Zweifels vollzogen. Wenn schon lebend, so hat es ja dann den Zweifel nicht gesühnt<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Dies erfolgt erst beim Genickbrechen.</i>!? –",
"Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Es gibt Tauglichmachendes<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Opfer, die nicht zur Sühne, sondern zur Tauglichmachung der Person dargebracht werden, wie beispielsweise die des Aussätzigen.</i>und Sühnendes<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Opfer, die zur Sühne dargebracht werden, wie Sünd- u. Schuldopfer.</i>innerhalb<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Die innerhalb des Tempelhofes dargebracht werden.</i>und es gibt Tauglichmachendes und Sühnendes außerhalb<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Die außerhalb des Tempelhofes dargebracht werden; beispielsweise die Vögel zur Reinigung des Aussätzigen, der Sühnebock des Versöhnungstages u. das genickbrochene Kalb.</i>;",
"wie beim Tauglichmachenden und Sühnenden innerhalb das Tauglichmachende dem Sühnenden gleicht<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Auch ersteres muß gleich dem letzteren fehlerfrei sein.</i>, ebenso gleicht beim Tauglichmachenden und Sühnenden außerhalb das Tauglichmachende dem Sühnenden<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Auch die Vögel des Aussätzigen sind schon lebend zum Genusse verboten, wie dies heim Sühnebock der Fall ist, u. dies gilt auch vom genickbrochenen Kalbe.</i>.",
"<sup class=\"footnote-marker\">iii</sup><b>R.</b> E<small>LIE͑ZER SAGTE</small>: M<small>AN KANN BELIEBIG JEDEN</small> T<small>AG UND ZU JEDER</small> Z<small>EIT EIN</small> S<small>CHWEBE</small>-S<small>CHULDOPFER FREIWILLIG SPENDEN</small>. E<small>IN SOLCHES NANNTE MAN</small> S<small>CHULDOPFER DER</small> F<small>ROMMEN</small>. M<small>AN ERZÄHLT VON</small> B<small>ABA B</small>. B<small>UṬA</small>, <small>DASS ER JEDEN</small> T<small>AG EIN</small> S<small>CHWEBE</small>-S<small>CHULDOPFER FREIWILLIG ZU SPENDEN PFLEGTE</small>, <small>MIT</small> A<small>USNAHME DES</small> T<small>AGES NACH DEM</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAGE</small><sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">An dem er zweifellos sündenfrei war.</i>.",
"E<small>R SPRACH</small>: B<small>EI DIESEM</small> T<small>EMPEL</small>, <small>WÜRDE MAN MICH LASSEN</small>, <small>SO WÜRDE ICH ES</small> [<small>AUCH AN DIESEM</small>] <small>BRINGEN</small>, <small>ABER SIE SAGEN ZU MIR</small>: <small>WARTE</small>, <small>BIS DU ZU EINEM</small> Z<small>WEIFEL</small><sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Einer begangenen Sünde.</i><small>KOMMST</small>. D<small>IE</small> W<small>EISEN SAGEN</small>, <small>MAN DÜRFE EIN</small> S<small>CHWEBE</small>-S<small>CHULDOPFER BRINGEN NUR WEGEN EINER</small> [S<small>ÜNDE</small>], <small>DIE BEI</small> V<small>ORSATZ MIT DER</small> A<small>USROTTUNG UND BEI</small> V<small>ERSEHEN MIT EINEM</small> S<small>ÜNDOPFER BELEGT IST</small>.",
"<sup class=\"footnote-marker\">iv</sup>D<small>IE</small> S<small>ÜNDOPFER ODER ZWEIFELLOSE</small> S<small>CHULDOPFER SCHULDEN</small>, <small>SIND VERPFLICHTET</small>, <small>WENN DER</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAG VORÜBER</small><sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Sodaß sie durch diesen Sühne erlangt haben.</i><small>IST</small>, <small>DIESE NACH DEM</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAGE ZU BRINGEN</small>; <small>DIE</small> S<small>CHWEBE</small>-S<small>CHULDOPFER SCHULDEN</small>, <small>SIND FREI</small>. W<small>ER AM</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAGE IN EINEN</small> Z<small>WEIFEL EINER</small> S<small>ÜNDE GERÄT</small>, <small>SELBST BEIM</small> D<small>UNKELWERDEN</small>, <small>IST FREI</small>, <small>DENN DER GANZE</small> T<small>AG SÜHNT</small>.",
"<sup class=\"footnote-marker\">v</sup>W<small>ENN EINE</small> F<small>RAU EIN ZWEIFELHAFTES</small> V<small>OGEL</small>-S<small>ÜNDOPFER ZU BRINGEN</small><sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Wegen einer zweifelhaften Geburt; cf. Lev. Kap. 12.</i><small>HAT</small>, <small>UND DER</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAG VORÜBER IST</small>, <small>SO MUSS SIE ES NACH DEM</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAGE BRINGEN</small>, <small>WEIL ES ZUM</small> E<small>SSEN VON</small> S<small>CHLACHTOPFERN</small><sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Worauf der Versöhnungstag keinen Einfluß hat.</i><small>GEEIGNET MACHT</small>. W<small>ENN EIN</small> V<small>OGEL</small>-S<small>ÜNDOPFER WEGEN EINES</small> Z<small>WEIFELS GEBRACHT WORDEN IST</small>, <small>UND ES SICH NACH DEM</small> K<small>OPFABKNEIFEN HERAUSSTELLT</small><sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">Daß die Sünde gar nicht begangen worden ist.</i>, <small>SO IST ES ZU BEGRABEN</small>.",
"GEMARA. Welcher Ansicht ist R. Elie͑zer: ist er der Ansicht, es sei Pflicht<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Das Schwebe-Schuldopfer sei ein pflichtiges Opfer, u. sühnt die Sünde, falls sie begangen worden ist.</i>, wieso hat er, wenn er sich bewußt wird, ein Sündopfer zu bringen; vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß es eine freiwillige Spende ist. –",
"Und die Rabbanan? – Nur Brandopfer und Heilsopfer sind als Gelobtes und freiwillige Spende zu bringen, Sündopfer und Schuldopfer aber sind Pflicht; das Schwebe-Schuldopfer ist aber deshalb zu bringen, bevor man sich [der Sünde] bewußt wird, um geschützt<sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Vor Strafe.</i>zu sein, weil die Tora die Körper Jisraéls geschont hat.",
"R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Vielleicht gleicht das Schwebe-Schuldopfer dem Brandopfer und dem Heilsopfer: wie Brandopfer und Heilsopfer Pflicht und freiwillige Spende sein können, ebenso das Schwebe-Schuldopfer Pflicht und freiwillige Spende!?",
"Dieser erwiderte: Brandopfer und Heilsopfer sind in der Schrift hauptsächlich als freiwillige Spende genannt, das Schwebe-Schuldopfer aber ist hauptsächlich als Pflicht genannt.",
"R. Ḥija<sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">Nach Handschriften richt. R. Ḥanina.</i>rezitierte vor Raba:"
],
[
"Das Schwebe-Schuldopfer ist wegen Aases<sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Dh. wegen einer zweifelhaft begangenen Sünde, wie beispielsweise das Essen von Aas, worunter nicht rituell Geschlachtetes zu verstehen ist.</i> zu bringen. Dieser sprach zu ihm: Wir haben ja aber gelernt, die Weisen sagen, man dürfe ein Schwebe-Schuldopfer bringen nur wegen einer Sache, die bei Vorsatz mit der Ausrottung und bei Versehen mit einem Sündopfer belegt ist; und wenn nach R. Elie͑zer, so kann es ja auch als freiwillige Spende gebracht werden!?",
"Dieser erwiderte: Weshalb lernst du nicht [gründlich]!? Sehr oft rezitierte ich dies vor dem Meister, das ist Rabba, und er sprach zu mir: Dies nach R. Elie͑zer in der Lehre, in der sie zu ihm<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Zu Baba b. Buṭa; cf. infra Fol. 25a.</i>sprachen. Es wird nämlich gelehrt: Aber sie sprachen [zu mir]: warte bis du zu einem Zweifel<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Der Begehung einer Sünde.</i>kommst.",
"Raba sagte: Folgendes ist der Grund derjenigen, die zu ihm sprachen. Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Lev. 4,2.</i><i>die nicht getan werden dürfen, und er sich verschuldet</i>.",
"Ferner sagte Raba: Folgendes ist der Grund der Rabbanan, die sagen, man dürfe ein Schwebe-Schuldopfer nur wegen einer Sache bringen, die bei Vorsatz mit der Ausrottung und bei Versehen mit einem Sündopfer belegt ist. Sie folgern es durch [das Wort] <i>Gebote</i> vom Sündopfer wegen Talg[genusses]<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Vgl. S. 213 Anm. 82.</i>:",
"wie jenes wegen einer Sache, die bei Vorsatz mit der Ausrottung und bei Versehen mit einem Sündopfer belegt ist, ebenso dieses wegen einer Sache, die bei Vorsatz mit der Ausrottung und bei Versehen mit einem Sündopfer belegt ist.",
"Die Rabbanan lehrten: Die fünf Schuldopfer<sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">Die nach der Schrift wegen einer Sünde darzubringen sind (wegen der Veruntreuung, Lev. 5,15; wegen des Raubes, ib. 5,23; des Aussätzigen, ib. 14,12; wegen der vergebenen Sklavin, ib. 19,21; u. des Naziräers, Num. 6,12).</i>sühnen, und das Schwebe-Schuldopfer sühnt keine vollständige Sühne. Wie meint er es? R. Joseph erwiderte: Er meint es wie folgt: die fünf Schuldopfer sühnen eine vollständige Sühne, das Schwebe-Schuldopfer sühnt keine vollständige<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Wird er sich der Sünde bewußt, so hat er noch ein Sündopfer zu bringen.</i> Sühne.",
"Also nicht nach R. Elie͑zer, welcher sagt, das Schwebe-Schuldopfer sei wegen Aases zu bringen.",
"Rabina erwiderte: Er meint es wie folgt: anstelle der fünf Schuldopfer sühnt nichts anderes, und wenn er sich nachher<sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Wenn beispielsweise der Versöhnungstag vorüber ist u. er durch diesen Sühne erlangt hat.</i>bewußt wird, bringe er es; anstelle des Schwebe-Schuldopfers sühnt anderes, und wenn er sich nachher bewußt wird, bringe er es nicht mehr. Wie wir gelernt haben: Die Sündopfer oder zweifellose Schuldopfer schulden, sind verpflichtet, wenn der Versöhnungstag vorüber ist, diese nach dem Versöhnungstage zu bringen; die Schwebe-Schuldopfer schulden, sind frei.",
"D<small>IE</small> S<small>ÜNDOPFER ODER ZWEIFELLOSE</small> S<small>CHULDOPFER SCHULDEN</small> &amp;<small>C</small>. Er lehrt, die Sündopfer oder zweifellose Schuldopfer schulden, seien, wenn der Versöhnungstag vorüber ist, sie nach dem Versöhnungstage zu bringen verpflichtet, und die Schwebe-Schuldopfer schulden, seien frei; woher dies?",
"Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Amis im Namen R. Ḥaninas: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">Lev. 16,16.</i><i>und entsühne das Heiligtum ob der Unreinheiten der Kinder Jisraél und ihrer Freveltaten in all ihren Verfehlungen</i>. Verfehlungen gleich Freveltaten<sup class=\"footnote-marker\">62</sup><i class=\"footnote\">Freventlich aus Trotz begangen (cf. Jom. Fol. 36b). die mit einer peinlichen Strafe belegt u. nicht durch Opfer zu sühnen sind.</i>: wie wegen Freveltaten kein Opfer zu bringen ist, ebenso Verfehlungen, deretwegen kein Opfer zu bringen<sup class=\"footnote-marker\">63</sup><i class=\"footnote\">Die bei Vorsatz nicht mit der Todesstrafe od. der Ausrottung belegt sind.</i>ist; Verfehlungen aber, derentwegen ein Opfer zu bringen ist, sühnt [der Versöhnungstag] nicht.",
"Abajje sprach zu ihm: Dieser Schriftvers spricht ja vom innerhalb herzurichtenden Ziegenbocke<sup class=\"footnote-marker\">64</sup><i class=\"footnote\">Am Versöhnungstage, der innerhalb des Tempelhofes herzurichten ist; cf. Lev. 16,5ff.</i>, der bewußte Übertretungen von Geboten nicht sühnt, der fortzuschickende [Sühne]bock aber, der bewußte Übertretungen von Geboten sühnt, sühnt auch Sünden, derentwegen ein Opfer zu bringen ist!?",
"Vielmehr, erklärte Abajje: Hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">65</sup><i class=\"footnote\">Lev. 16,21.</i><i>er soll über ihm alle Sünden der Kinder Jisraél bekennen, all ihre Freveltaten in all ihren Verfehlungen</i>. Verfehlungen gleich Freveltaten: wie wegen Freveltaten kein Opfer zu bringen ist, ebenso Verfehlungen, derentwegen kein Opfer zu bringen ist; Verfehlungen aber, derentwegen ein Opfer zu bringen ist, sühnt [der Versöhnungstag] nicht. Die Schrift hat diese beim fortzuschickenden [Sühne]bocke ausgeschlossen, um zu sagen, daß er Verfehlungen, derentwegen ein Opfer zu bringen ist, nicht sühne.",
"R. Dimi sprach zu ihm: Woher, daß hier Freveltaten zu verstehen sind, derentwegen kein Opfer zu bringen ist, vielleicht solche, derentwegen ein Opfer zu bringen ist, wie wir gelernt haben: vier<sup class=\"footnote-marker\">66</sup><i class=\"footnote\">Cf. supra Fol. 9a.</i>bringen [ein Opfer] bei Vorsatz wie bei Versehen!?",
"Es wurde auch<sup class=\"footnote-marker\">67</sup><i class=\"footnote\">Übereinstimmend mit A.</i>gelehrt: Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Joses im Namen des Reš Laqiš: <i>Er soll über ihm alle Sünden der Kinder Jisraél bekennen, all ihre Freveltaten in all ihren Verfehlungen</i>. Verfehlungen gleich Freveltaten: wie wegen Freveltaten, die er sühnt, kein Opfer zu bringen ist, ebenso sühnt er Verfehlungen, derentwegen kein Opfer zu bringen ist; Verfehlungen aber, derentwegen ein Opfer zu bringen ist, sühnt er nicht.",
"Abajje sprach: Auch ich entnehme es aus diesem Schriftverse, R. Dimi aber wandte gegen mich ein: Woher, daß hier Freveltaten zu verstehen sind, derentwegen kein Opfer zu bringen ist, vielleicht solche, derentwegen ein Opfer zu bringen ist, wie wir gelernt haben: vier bringen [ein Opfer] bei Vorsatz wie bei Versehen!? Rabin sprach zu ihm: Wegen der meisten Freveltaten ist kein Opfer zu bringen. Jener erwiderte: Heißt es denn: die meisten!?",
"Vielmehr, sagte Abajje, aus dem Beginne des Schriftverses: <i>er soll über ihm alle Sünden der Kinder Jisraél bekennen</i>, und es wird gelehrt: Sünden, das sind die vorsätzlichen Missetaten, denn so heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">68</sup><i class=\"footnote\">Num. 15,31.</i><i>ihre Sünde</i><sup class=\"footnote-marker\">69</sup><i class=\"footnote\">Vorangehend heißt es: er hat das Wort des Herrn mißachtet.</i><i>haftet ihr an</i>.",
"Wozu heißt es ferner: <i>all ihre Freveltaten in all ihren Verfehlungen</i>? Um jene mit den Freveltaten zu vergleichen: wie wegen Freveltaten kein Opfer zu bringen ist, ebenso Verfehlungen, derentwegen kein Opfer zu bringen ist; Verfehlungen aber, derentwegen ein Opfer zu bringen ist, sühnt er nicht.",
"D<small>IE</small> S<small>CHWEBE</small>-S<small>CHULDOPFER SCHULDEN</small> &amp;<small>C</small>. Woher dies? R. Elea͑zar erwiderte: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">70</sup><i class=\"footnote\">Lev. 16,30.</i><i>von all euren Sünden vor dem Herrn &amp;c.</i>; eine Sünde, die nur Gott kennt, sühnt der Versöhnungstag.",
"R. Taḥlipha, Vater des R. Hona b. Taḥlipha, sagte im Namen Rabas: Auch hinsichtlich der ersteren<sup class=\"footnote-marker\">71</sup><i class=\"footnote\">Die Sündopfer u. zweifellose Schuldopfer schulden.</i>ist dies weder"
],
[
"aus der Auslegung R. Dimis noch aus der Auslegung Abajjes zu entnehmen<sup class=\"footnote-marker\">72</sup><i class=\"footnote\">Wegen der schon erhobenen Einwendungen.</i>,",
"sondern aus folgendem: Eine Sünde, die nur Gott kennt, sühnt der Versöhnungstag. Hieraus [folgere man]: nur eine Sünde, die nur Gott kennt, sühnt der Versöhnungstag, die man aber selber kennt, sühnt der Versöhnungstag nicht.",
"Ferner sagte R. Taḥlipha, Vater des R. Hona, im Namen Rabas: Wenn jemand sich der Geißelung schuldig gemacht hat und der Versöhnungstag vorüber ist, so ist er schuldig. – Selbstverständlich, es ist ja nicht anders als bei denen, die ein Sündopfer oder ein zweifelloses Schuldopfer schulden!? –",
"Man könnte glauben, nur da, weil es eine Geldsache<sup class=\"footnote-marker\">73</sup><i class=\"footnote\">Es handelt sich um Fälle, wobei man Gott ein Opfer schuldet, u. da die Bezahlung immer möglich ist, so sühnt es der Versöhnungstag nicht.</i>ist, nicht aber hierbei, wo es sich um eine körperliche [Strafe] handelt, so lehrt er uns. –",
"Wir haben ja aber gelernt: wenn er sich bewußt wird oder er sich nicht bewußt wird, ein Gebot oder ein Verbot!? –",
"Das ist kein Einwand; eines, wenn man ihn gewarnt hat, und eines, wenn man ihn nicht gewarnt hat. –",
"",
"Demnach sollte doch eine Wöchnerin, die im Zweifel<sup class=\"footnote-marker\">74</sup><i class=\"footnote\">Ob es eine richtige Geburt war.</i>ist, wenn der Versöhnungstag vorüber ist, [das Opfer] nicht bringen, denn der Versöhnungstag hat ihr gesühnt, da es eine Sünde ist, die nur Gott kennt!? R. Hoša͑ja erwiderte: <i>In all ihren Verfehlungen</i>, nicht aber in all ihren Unreinheiten<sup class=\"footnote-marker\">75</sup><i class=\"footnote\">Sie bringt das Opfer nicht wegen einer Sünde, sondern wegen ihrer Unreinheit.</i>. –",
"Wie ist es aber nach R. Šimo͑n b. Joḥaj zu erklären, welcher sagt, die Wöchnerin sei eine Sünderin<sup class=\"footnote-marker\">76</sup><i class=\"footnote\">Bei den Geburtswehen schwört sie, keinen Verkehr mit einem Manne mehr zu pflegen, hält es aber nicht: cf. Nid. Fol. 31b.</i>!? – Die Wöchnerin bringt das Opfer, um Heiliges essen zu dürfen, nicht aber zur Sühne<sup class=\"footnote-marker\">77</sup><i class=\"footnote\">Sühne erlangt sie schon durch die Geburtswehen.</i>.",
"R. Aši sprach: Auch wir haben demgemäß gelernt: Eine Frau, die ein zweifelhaftes Geflügel-Sündopfer zu bringen hat, ist, wenn der Versöhnungstag vorüber ist, es nach dem Versöhnungstage zu bringen verpflichtet, weil es sie zum Essen von Schlachtopfern tauglich macht. –",
"Demnach hat der zweifelhaft Aussätzige<sup class=\"footnote-marker\">78</sup><i class=\"footnote\">Der ein Opfer darzubringen hat; cf. Naz. Fol. 59b.</i>, wenn der Versöhnungstag vorüber ist, [das Opfer] nicht zu bringen, da der Versöhnungstag vorüber ist und es eine Sünde ist, die nur Gott kennt!? R. Oša͑ja erwiderte: <i>In all ihren Verfehlungen</i>, nicht aber in all ihren Unreinheiten. –",
"R. Šemuél b. Naḥman sagte ja aber im Namen R. Jonathans, der Aussatz komme über einen wegen sieben Vergehen<sup class=\"footnote-marker\">79</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ar. Fol. 16a.</i>!? – Der Aussätzige bringt das Opfer nicht zur Sühne, sondern um Heiliges essen zu dürfen. –",
"Demnach sollte der im Zweifel<sup class=\"footnote-marker\">80</sup><i class=\"footnote\">Der Unreinheit.</i>befindliche Naziräer<sup class=\"footnote-marker\">78</sup><i class=\"footnote\">Der ein Opfer darzubringen hat; cf. Naz. Fol. 59b.</i>, wenn der Versöhnungstag vorüber ist, das Opfer nicht bringen, denn es ist eine Sünde, die nur Gott kennt!? R. Oša͑ja erwiderte: <i>In all ihren Verfehlungen</i>, nicht aber in all ihren Unreinheiten. –",
"Wie ist es aber nach R. Elea͑zar b. Haqappar zu erklären, welcher sagt, der Naziräer sei ein Sünder<sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Die Enthaltung sei sündhaft; cf. Tan. Fol. 11a.</i>!? – Der Naziräer bringt das Opfer nicht zur Sühne, sondern um Heiliges essen zu dürfen<sup class=\"footnote-marker\">82</sup><i class=\"footnote\">Nach einer anderen Lesart: um das Nazirat in Reinheit absolvieren zu können.</i>. –",
"Demnach sollte die Ehebruchsverdächtigte, [über deren Vergehen] ein Zweifel besteht, wenn der Versöhnungstag vorüber ist [das Opfer] nicht bringen, weil der Versöhnungstag es gesühnt hat, denn es ist eine Sünde, die nur Gott kennt!? R. Hoša͑ja erwiderte: <i>In all ihren Verfehlungen</i>, nicht aber in all ihren Unreinheiten<sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">Der Ehebruch wird in der Schrift als Verunreinigung bezeichnet; cf. Num. 5,13.</i>.",
"Abajje erwiderte: Der Buhle kennt sie. Raba erwiderte: Die Ehebruchsverdächtigte bringt das Opfer zur Aufklärung der Sünde. –",
"Demnach sollte das genickbrochene Kalb, wenn der Versöhnungstag vorüber ist &amp;c.!? Abajje erwiderte: Der Totschläger kennt [die Sünde]. Raba erwiderte: Die Schrift sagt: <sup class=\"footnote-marker\">84</sup><i class=\"footnote\">Num. 35,33.</i><i>und dem Lande wird keine Sühne für das Blut, das darin vergossen worden ist &amp;c</i>.",
"R. Papa erwiderte: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">85</sup><i class=\"footnote\">Dt. 21,8.</i><i>vergib deinem Volke Jisraél &amp;c</i>. Dieses möge allen Auszüglern<sup class=\"footnote-marker\">86</sup><i class=\"footnote\">In der Schrift heißt es: dem Volke, das du erlöst hast, also seit dem Auszuge aus Miçrajim; die Versöhnungstage haben ihnen demnach keine Sühne verschafft.</i>aus Miçrajim Sühne schaffen. –",
"Jetzt nun, wo du erklärt hast, eine Sünde, die nur Gott kennt, sühne der Versöhnungstag, sollte er doch, auch wenn er sich nach dem Versöhnungstage bewußt wird, kein Sündopfer bringen!? R. Zee͑ra erwiderte: Dies kannst du nicht sagen, denn die Schrift spricht vom Bewußtwerden beim Sündopfer<sup class=\"footnote-marker\">87</sup><i class=\"footnote\">Richt. in Handschriften: beim einzelnen.</i>, beim Fürsten und bei der Gemeinde<sup class=\"footnote-marker\">88</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 4,14,23,28; dies ist bei allen wiederholt worden, daß man nämlich das Opfer auch nach dem Versöhnungstage bringe.</i>. –",
"Aber dies ist ja bei allen nötig!? Hätte die Schrift es nur beim einzelnen geschrieben, so wäre vom einzelnen auf jene nicht zu folgern, denn man könnte einwenden: wohl gilt dies bei einem einzelnen, der nur ein Weibchen als Opfer zu bringen<sup class=\"footnote-marker\">89</sup><i class=\"footnote\">Bei ihm ist es erleichtert worden, daß er nur bei Bewußtwerden das Opfer zu bringen hat.</i>hat.",
"Und hätte sie es nur beim Fürsten geschrieben, so wäre vom Fürsten",
"auf den einzelnen nicht zu folgern, denn man könnte einwenden: wohl gilt dies vom Fürsten, der beim Zeugenaufrufe<sup class=\"footnote-marker\">90</sup><i class=\"footnote\">Die Unterlassung ist eine Sünde, jed. ist der Fürst davon entbunden; cf. Syn. Fol. 18a.</i>nicht einbegriffen ist, während es beim einzelnen auch wegen des Zeugenaufrufes erfolgt;",
"auch wäre vom Fürsten auf die Gemeinde nicht zu folgern, denn man könnte einwenden: wohl gilt dies vom Fürsten, der auch ein Weibchen als Opfer<sup class=\"footnote-marker\">91</sup><i class=\"footnote\">Wegen Götzendienstes.</i>[zu bringen] hat.",
"Und wenn sie es nur bei der Gemeinde geschrieben hätte und man von dieser auf einen einzelnen und den Fürsten folgern wollte, so könnte man einwenden: wohl gilt dies von der Gemeinde, die schuldig ist, nur bei Entfallen der Sache und Versehen bei der Tat<sup class=\"footnote-marker\">92</sup><i class=\"footnote\">Wenn sie es auf Grund einer falschen Entscheidung des Gerichtes getan hat.</i>. –",
"Wenn auch vom Bewußtwerden bei einem nicht auf die anderen zu folgern ist, so könnte doch vom Bewußtwerden bei zweien auf einen gefolgert werden: die Schrift sollte das Bewußtwerden beim einzelnen nicht geschrieben, und man würde vom Fürsten und von der Gemeinde auf diesen gefolgert haben!? –",
"Man könnte einwenden: wohl gilt dies vom Fürsten und von der Gemeinde, die beim Zeugenaufrufe nicht einbegriffen sind, während es beim einzelnen auch wegen des Zeugenaufrufes erfolgt. –",
"Sollte die Schrift das Bewußtwerden bei der Gemeinde nicht geschrieben haben, und man würde vom Bewußtwerden beim einzelnen und beim Fürsten auf diese gefolgert haben!? – Man könnte einwenden: wohl gilt dies beim einzelnen und beim Fürsten, die auch ein Weibchen als Opfer [zu bringen] haben, während die Gemeinde kein Weibchen als Opfer [zu bringen] hat. –",
"Sollte sie es beim Fürsten nicht geschrieben haben, und man würde es vom Bewußtwerden beim einzelnen und bei der Gemeinde gefolgert haben, denn wenn man einwenden wollte, weil sie bei der Aufforderung nicht einbegriffen sind, so ist vom einzelnen [das Entgegengesetzte] zu beweisen, bei dem es auch wegen der Aufforderung erfolgt;",
"und wenn [man einwenden wollte], weil er auch ein Weibchen als Opfer [zu bringen] hat, so ist von der Gemeinde [das Entgegengesetzte] zu beweisen, die kein Weibchen als Opfer [zu bringen] hat. Diese sind schuldig, nur wenn sie sich bewußt werden; wozu ist nun [die Nennung] des Bewußtwerdens beim Fürsten nötig!?",
"Da dies nun an sich nicht nötig ist, weil es vom einzelnen und von der Gemeinde zu folgern wäre, so ist es auf das Bewußtwerden nach dem Versöhnungstage zu beziehen, daß auch dann das Sündopfer zu bringen ist.",
"Abajje entgegnete: Würde das Bewußtwerden beim Fürsten nicht geschrieben worden sein, so wäre es vom einzelnen und von der Gemeinde nicht zu folgern, denn man könnte einwenden: wohl gilt dies vom einzelnen und von der Gemeinde, bei denen keine Veränderung erfolgen kann,"
],
[
"während beim Fürsten eine Veränderung erfolgen<sup class=\"footnote-marker\">93</sup><i class=\"footnote\">Er kann Gemeiner werden.</i>kann.",
"Vielmehr, erklärte Abajje, ist es aus folgendem zu entnehmen. Merke, durch [das Wort] <i>Gebote</i><sup class=\"footnote-marker\">94</sup><i class=\"footnote\">Das bei allen dreien gebraucht wird; cf. Lev. 4,13,22,27.</i>könnte man es ja vom einen auf den anderen folgern,",
"wozu wird das Bewußtwerden dreimal genannt, beim einzelnen, beim Fürsten und bei der Gemeinde? Da dies nun an sich nicht nötig ist, da es durch [das Wort] <i>Gebote</i> zu folgern wäre, so ist es auf das Bewußtwerden nach dem Versöhnungstage zu beziehen, daß auch dann das Sündopfer zu bringen ist. –",
"Vielleicht ist bei Bewußtwerden nach dem Versöhnungstage das Sündopfer deshalb zu bringen, weil der Versöhnungstag nicht wegen dieser Sünde [allein] da ist, das Schwebe-Schuldopfer, das nur wegen dieser Sünde gebracht wird, sühnt sie auch, sodaß er, wenn er sich bewußt wird, nachdem er das Schwebe-Schuldopfer gebracht hat, kein Sündopfer zu bringen braucht!?",
"Raba erwiderte: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">95</sup><i class=\"footnote\">Lev. 4,28.</i><i>oder sich bewußt wird</i>, in jedem Falle. – Wozu ist, wo du nun sagst, wenn er sich bewußt wird, bringe er ein Sündopfer, das Schwebe-Schuldopfer nötig!? R. Zera erwiderte: Wenn er<sup class=\"footnote-marker\">96</sup><i class=\"footnote\">Ohne sich bewußt worden zu sein.</i>stirbt, stirbt er ohne Sünde. Raba wandte ein: Wenn er stirbt, läutert ihn ja der Tod!? Vielmehr, erwiderte Raba, um ihn vor Züchtigungen zu schützen.",
"W<small>ENN EIN</small> V<small>OGEL</small>-S<small>ÜNDOPFER WEGEN EINES</small> Z<small>WEIFELS GEBRACHT WORDEN IST</small> &amp;<small>C</small>. Rabh sagte: Jedoch sühnt es. – Weshalb ist es demnach zu begraben<sup class=\"footnote-marker\">97</sup><i class=\"footnote\">Die Priester sollten es essen dürfen.</i>!? –",
"Weil es nicht bewacht<sup class=\"footnote-marker\">98</sup><i class=\"footnote\">Es wurde von vornherein wegen eines Zweifels dargebracht u. man rechnet nicht mit der Genußfähigkeit; es kann also unrein geworden sein.</i>wurde. – Wann wurde es nicht bewacht: wenn vorher, so hat es ja gelebt<sup class=\"footnote-marker\">99</sup><i class=\"footnote\">Und war für die Unreinheit nicht empfänglich.</i>, und wenn nachher, so bewacht es ja [der Priester]!? –",
"Vielmehr, unsere Mišna spricht von dem Falle, wenn sie sich bewußt wird, daß sie nicht geboren<sup class=\"footnote-marker\">100</sup><i class=\"footnote\">Daß es keine richtige Geburt war, derentwegen ein Opfer zu bringen ist.</i>hat Eigentlich sollte es zur Nutznießung erlaubt<sup class=\"footnote-marker\">101</sup><i class=\"footnote\">Da es profan ist.</i>sein, und nur rabbanitisch ist es zu begraben.",
"Die Lehre Rabhs aber bezieht sich auf das folgende: Wenn eine Frau das Vogel-Sündopfer in einem Zweifel gebracht hat, so ist es, wenn sie sich vor dem Kopfabkneifen bewußt wird, daß sie sicher geboren hat, als zweifelloses herzurichten, denn von derselben Art, von der sie es bringt, wenn sie sich nicht bewußt wird, bringt sie es auch, wenn sie sich bewußt wird.",
"Wenn sie sich nach dem Kopfabkneifen bewußt wird, daß sie geboren hat, so sprenge er das Blut und presse das Blut aus, wie Rabh sagt, und es sühnt, und [das Fleisch] ist zum Essen erlaubt. R. Joḥanan aber sagt, es sei zum Essen verboten, mit Rücksicht darauf, man könnte sagen, das wegen eines Zweifels dargebrachte Vogel-Sündopfer dürfe gegessen werden.",
"Levi lehrte übereinstimmend mit Rabh: Wenn das Vogel-Sündopfer wegen eines Zweifels dargebracht worden ist, und sie sich nach<sup class=\"footnote-marker\">102</sup><i class=\"footnote\">So richt. nach den kursierenden Ausgaben.</i>dem Kopfabkneifen bewußt wird, daß sie sicher geboren hat, so sprenge er das Blut und presse das Blut aus, und es sühnt, und [das Fleisch] ist zum Essen erlaubt.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Joḥanan: Wenn ein Vogel-Sündopfer wegen eines Zweifels dargebracht worden ist, und sie sich vor dem Kopfabkneifen bewußt wird, daß sie nicht geboren hat, so ist es profan, oder es ist an eine andere zu verkaufen; wird sie sich vor<sup class=\"footnote-marker\">102</sup><i class=\"footnote\">So richt. nach den kursierenden Ausgaben.</i> dem Kopfabkneifen bewußt, daß sie sicher geboren hat, so ist es als zweifelloses herzurichten, denn von derselben Art, von der sie es bringt, wenn sie sich nicht bewußt wird, bringt sie es auch, wenn sie sich bewußt wird.",
"Wird sie sich nach dem Kopfabkneifen bewußt, daß sie geboren hat, so ist es sogar zur Nutznießung verboten, denn es wurde von vornherein wegen eines Zweifels gebracht; es hat nun die Sühne des Zweifels vollzogen.",
"<sup class=\"footnote-marker\">vi</sup><b>W</b><small>ENN JEMAND ZWEI</small> S<small>ELA͑ FÜR EIN</small> S<small>CHULDOPFER</small><sup class=\"footnote-marker\">103</sup><i class=\"footnote\">In diesem Werte ist das Schuldopfer zu bringen.</i><small>RESERVIERT UND DAFÜR ZWEI</small> W<small>IDDER ZU</small> S<small>CHULDOPFERN GEKAUFT HAT</small>, <small>SO IST</small>, <small>WENN EINER VON IHNEN ZWEI</small> S<small>ELA͑ WERT IST</small>, <small>DIESER ALS</small> S<small>CHULDOPFER DARZUBRINGEN</small>, <small>UND DER ANDERE IST WEIDEN ZU LASSEN</small>, <small>BIS ER EIN</small> G<small>EBRECHEN BEKOMMT</small>, <small>UND ZU VERKAUFEN</small>, <small>UND DAS</small> G<small>ELD FÄLLT DER FREIWILLIGEN</small> S<small>PENDENKASSE ZU</small>.",
"H<small>AT ER DAFÜR ZWEI</small> W<small>IDDER FÜR PROFANE</small> [Z<small>WECKE</small>]<sup class=\"footnote-marker\">104</sup><i class=\"footnote\">Er hat also eine Veruntreuung am Heiligen begangen.</i> <small>GEKAUFT</small>, <small>VON DENEN EINER ZWEI</small> S<small>ELA͑ WERT IST UND EINER ZEHN</small> Z<small>UZ</small><sup class=\"footnote-marker\">105</sup><i class=\"footnote\">Ein S. hat 4 Z., also ein Fünftel mehr, wie solches beim Ersatze des Veruntreuten hinzuzufügen ist.</i> <small>WERT IST</small>, <small>SO IST</small>, <small>DER ZWEI</small> S<small>ELA͑ WERT IST</small>, <small>ALS</small> S<small>CHULDOPFER</small><sup class=\"footnote-marker\">106</sup><i class=\"footnote\">Wegen der Veruntreuung.</i><small>DARZUBRINGEN UND DER ANDERE</small> [<small>ALS</small> E<small>RSATZ</small>] <small>FÜR DIE</small> V<small>ERUNTREUUNG</small>.",
"W<small>ENN EINEN ALS</small> S<small>CHULDOPFER UND EINEN FÜR PROFANE</small> [Z<small>WECKE</small>], <small>SO IST</small>, <small>WENN DER ZUM</small> S<small>CHULDOPFER BESTIMMTE ZWEI</small> S<small>ELA͑ WERT IST</small>, <small>DIESER ALS</small> S<small>CHULDOPFER DARZUBRINGEN UND DER ANDERE WEGEN SEINER</small> V<small>ERUNTREUUNG</small>, <small>UND DAZU BRINGE ER EINEN</small> S<small>ELA͑</small><sup class=\"footnote-marker\">107</sup><i class=\"footnote\">Die Hälfte des reservierten Betrages, an der die Veruntreuung begangen worden ist.</i><small>MIT DEM</small> F<small>ÜNFTEL</small>.",
"GEMARA. Was heißt ‘Veruntreuung’, von der<sup class=\"footnote-marker\">108</sup><i class=\"footnote\">Das im Texte gebrauchte <span dir=\"rtl\">מעילה</span> kann sowohl Veruntreutes, die konkrete Sache, als auch Veruntreuung, die abstrakte Handlung bedeuten.</i>er im Anfangsatze lehrt: und der andere für die Veruntreuung?",
"Wollte man sagen, der Widder<sup class=\"footnote-marker\">109</sup><i class=\"footnote\">Das Opfer wegen der Veruntreuung.</i>des Schuldopfers, so müßte man ja annehmen, daß das Fünftel mit dem [Schuldopfer-]Widder zu entrichten sei, während es doch heißt: <sup class=\"footnote-marker\">110</sup><i class=\"footnote\">Lev. 5,16.</i><i>und das, wodurch er sich am Heiligtume versündigt hat, ersetze er und füge ein Fünftel dazu</i>, wonach es mit dem Gerauhten zu entrichten ist!?",
"Ferner lehrt er im Schlußsatze: wenn einen als Schuldopfer und einen für profane [Zwecke], so ist, wenn der zum Schuldopfer bestimmte zwei Sela͑ wert, dieser als Schuldopfer darzubringen und der andere wegen seiner Veruntreuung, und dazu bringe er einen Sela͑ mit dem Fünftel, wonach das Fünftel mit dem Gerauhten zu entrichten ist!? –",
"Vielmehr, unter ‘Veruntreutes’ ist zu verstehen, was er vom Heiligtume genossen hat, die zwei Sela͑, die er für das Schuldopfer reserviert, wofür er die zwei Widder für profane [Zwecke] gekauft hat. Der zwei Sela͑ wert ist, den bringe er als Schuldopfer-Widder dar, und der zehn Zuz wert ist, den gebe er [als Ersatz] für das, was er vom Heiligtume genossen hat, das ist das Geraubte<sup class=\"footnote-marker\">111</sup><i class=\"footnote\">Unter ‘Raub’ versteht der T. die Aneignung einer fremden Sache.</i>mit dem Fünftel. ‘Veruntreuung’ heißt also das Geraubte. –",
"Du hast also erklärt, ‘Veruntreuung’ im Anfangsatze sei das Geraubte; wie ist nun der Schlußsatz zu verstehen: wenn einen als Schuldopfer und einen für profane [Zwecke], so ist, wenn der zum Schuldopfer bestimmte zwei Sela͑ wert ist, dieser als Schuldopfer darzubringen und der andere wegen seiner Veruntreuung, und dazu bringe er einen Sela͑ mit dem Fünftel.",
"Demnach ist unter ‘Veruntreuung’ der Schuldopfer-Widder zu verstehen. Im Anfangsatze nennt er Veruntreuung das Geraubte,"
],
[
"und im Schlußsatze nennt er Veruntreuung den Schuldopfer-Widder!? –",
"Im Anfangsatze, wo der gekaufte<sup class=\"footnote-marker\">112</sup><i class=\"footnote\">So nach Emendation des korrumpierten Textes.</i>Widder dem Grundbetrage mit dem Fünftel entspricht, nennt er das Geraubte Veruntreuung, im Schlußsatze, wo der gekaufte Widder<sup class=\"footnote-marker\">112</sup><i class=\"footnote\">So nach Emendation des korrumpierten Textes.</i>nicht dem Grundbetrage mit dem Fünftel<sup class=\"footnote-marker\">113</sup><i class=\"footnote\">Er hat für die Hälfte des Betrages das Opfer gekauft u. nur die Hälfte veruntreut.</i>entspricht, nennt er den Schuldopfer-Widder Veruntreuung, und dazu bringe er einen Sela͑ mit dem Fünftel.",
"R. Menasja b. Gada fragte: Kann man Sühne erlangen mit einer Vereinigung<sup class=\"footnote-marker\">114</sup><i class=\"footnote\">Wenn er am reservierten Betrag eine Veruntreuung begangen, ihn mit dem Fünftel ersetzt und dies solange wiederholt hat, bis die angesammelten Fünftel den Betrag von 2 Sela͑ für ein Schuldopfer erreichen; die Frage ist nun, ob er das Opfertier mit diesem Gelde bezahlen darf.</i>von Fünfteln?",
"Sagen wir: wenn du auch sagst, man könne Sühne erlangen mit dem Zuwachs des Heiligen, so gilt dies vielleicht nur deshalb, weil<sup class=\"footnote-marker\">115</sup><i class=\"footnote\">Dies gilt nur in dem Falle, wenn man sich mit der geheiligten Sache befaßt u. sie an Wert zugenommen hat.</i>man sich damit bemüht hat, hierbei aber, wo man sich damit nicht bemüht hat, erlangt man keine Sühne;",
"oder aber: wenn du auch sagst, man könne keine Sühne erlangen mit dem Zuwachs des Heiligen, so gilt dies vielleicht nur deshalb, weil man [den Zuwachs] nicht reserviert<sup class=\"footnote-marker\">116</sup><i class=\"footnote\">Der Zuwachs hatte ursprünglich nicht den Wert von 2 Sela͑ u. konnte nicht für das Opfertier reserviert werden, da hierfür dieser Betrag erforderlich ist; der Betrag ist allmählich gewachsen, jed. nicht als für das Opfer reserviert.</i>hat, bei der Vereinigung von Fünfteln aber<sup class=\"footnote-marker\">117</sup><i class=\"footnote\">Wobei der Betrag sich nur aus Bestandteilen eines Schuldopfers zusammensetzt.</i>hat man ihn reserviert, und man erlangt damit Sühne. Sie fragten nämlich, ob man mit dem Zuwachs des Heiligen Sühne erlange oder nicht. –",
"Komm und höre: Wenn jemand zwei Sela͑ für ein Schuldopfer reserviert und dafür zwei Widder zu Schuldopfern gekauft hat, so ist, wenn einer von ihnen zwei Sela͑ wert ist, dieser als sein Schuldopfer darzubringen, und der andere ist weiden zu lassen, bis er ein Gebrechen bekommt, und zu verkaufen, und das Geld fällt der freiwilligen Spendenkasse zu.",
"Doch wohl, wenn er einen Widder für vier [Zuz] gekauft hat, und er an Wert zugenommen hat und acht wert ist. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß man mit dem Zuwachs des Heiligen Sühne erlange. – Nein, dies gilt von dem Falle, wenn der Hirt ihm billiger verkauft hat. –",
"Komm und höre: Hat er einen Widder um einen Sela͑ gekauft und ihn gemästet und auf zwei gebracht, so ist er tauglich. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß man mit dem Zuwachs des Heiligen Sühne erlange. – Nein, anders ist es, wenn er ihn gemästet hat, denn er hat ja acht [Zuz] aufgewendet. –",
"Komm und höre: Wenn er einen Widder um einen Sela͑ gekauft hat und er zwei wert ist, so ist er tauglich. – Dies ebenfalls in dem Falle, wenn er ihn gemästet hat. –",
"Demnach ist es ja der Anfangsatz!? – Der Anfangsatz spricht von dem Falle, wenn er ihn um vier gekauft und ihn um weitere vier aufgewertet hat, sodaß er acht aufgewendet hat, und der Schlußsatz spricht von dem Falle, wenn er den Widder um vier gekauft und ihn für drei aufgewertet hat, und er jetzt acht wert ist. –",
"Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: und er ersetze einen Sela͑; er hat ja sieben [Zuz] ausgegeben<sup class=\"footnote-marker\">118</sup><i class=\"footnote\">Er sollte mithin nur einen Zuz ersetzen.</i>!? – Unter ersetzen ist zu verstehen die Ergänzung zum Sela͑. –",
"Wenn er der Ansicht ist, man könnte mit dem Zuwachs des Heiligen keine Sühne erlangen, so nützt es ja nicht, daß er die Ergänzung zum Sela͑ zahlt, es muß ja ein Widder von zwei Sela͑ sein, was hierbei nicht der Fall ist!? – Er ist tatsächlich der Ansicht, man könne Sühne erlangen mit dem Zuwachs des Heiligen. –",
"Demnach sollte er doch die Ergänzung zum Sela͑ nicht geben müssen!? – Er muß die Ergänzung zum Sela͑ deshalb geben, weil zu berücksichtigen ist, man könnte glauben, ein Widder, der keine zwei Sela͑ wert ist, schaffe Sühne. –",
"Wie bleibt es damit? – Komm und höre: War er bei der Absonderung einen Sela͑ wert und bei der Sühne zwei Sela͑, so hat man seiner Pflicht nicht genügt.",
"R. Elea͑zar<sup class=\"footnote-marker\">119</sup><i class=\"footnote\">Er kannte nicht die vorangehende Lehre, die dieses Thema behandelt.</i>fragte: Erlangt man Sühne mit dem Zuwachs des Heiligen oder nicht? Da sprach R. Joḥanan: So viele Jahre lebte dieser unter uns, und er hat von mir diese Halakha nicht gehört. –",
"Demnach sagte es R. Joḥanan? – Allerdings, und zwar sagte er es in Bezug auf folgende Lehre: Das Junge des Dankopfers, sein Eingetauschtes und das anstelle eines abhandengekommenen Dankopfers wiederum abgesonderte benötigen nicht der Brote<sup class=\"footnote-marker\">120</sup><i class=\"footnote\">Die zu diesem darzubringen sind; cf. Lev. 7,12.</i>.",
"Hierzu ließ R. Ḥanina im Namen R. Joḥanans sagen: Dies nur nach<sup class=\"footnote-marker\">121</sup><i class=\"footnote\">Wenn das Muttertier bereits dargebracht worden ist.</i>der Sühne, nur dann benötigt das Junge nicht der Brote, vor der Sühne aber benötigt es wohl der Brote.",
"Demnach ist er der Ansicht, man erlange Sühne mit dem Zuwachs des Heiligen.",
"R. Elea͑zar fragte: Kann Lebendes verdrängt<sup class=\"footnote-marker\">122</sup><i class=\"footnote\">Von der Darbringung als Opfer, wenn es zur Zeit nicht dargebracht werden konnte.</i>werden oder nicht? Da sprach R. Joḥanan: So viele Jahre lebte dieser unter uns, und er hat von mir diese Halakha nicht gehört. –",
"Demnach sagte es R. Joḥanan? – Allerdings. R. Joḥanan sagte nämlich: Wenn das Vieh zwei Gesellschaftern gehört hatte und einer die Hälfte geweiht hat, dann die andere Hälfte gekauft und sie ebenfalls geweiht hat, so ist es heilig und darf nicht dargebracht<sup class=\"footnote-marker\">123</sup><i class=\"footnote\">Weil es bei der 1. Heiligung zur Darbringung ungeeignet war; nur der Geldwert ist heilig.</i>werden; es kann umgetauscht werden und das Eingetauschte gleicht diesem selber.",
"Hieraus ist dreierlei zu entnehmen. – Es ist zu entnehmen, daß Lebendes verdrängt werden kann, denn er lehrt, es sei nicht darzubringen; es ist zu entnehmen, daß die Heiligkeit des Geldwertes verdrängt werden kann, denn er lehrt, das Eingetauschte gleiche diesem selber; und es ist zu entnehmen, daß es beim Geldwerte eine Verdrängung gebe, denn er lehrt, es sei heilig, doch wohl der Geldwert.",
"R. Elea͑zar fragte: Wie ist es, wenn Lämmer billiger geworden sind: sagen wir, [erforderlich sei:]<sup class=\"footnote-marker\">124</sup><i class=\"footnote\">Dt. 12,11.</i><i>das beste eurer Gelübde</i>, was hierbei der Fall ist, oder aber [erforderlich sei:]<sup class=\"footnote-marker\">125</sup><i class=\"footnote\">Lev. 5,15.</i><i>im Werte von Šeqalim</i>, was hierbei nicht der Fall ist?",
"Da sprach R. Joḥanan: So viele Jahre lebten wir im Lehrhause, und wir haben diese Halakha nicht gehört. – Etwa nicht, R. Joḥanan sagte ja im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Die Tora hat bei [den Opfern] der der Sühne Bedürftigen<sup class=\"footnote-marker\">126</sup><i class=\"footnote\">Die bei ihrer levit. Reinigung eines Sündopfers benötigen, um Heiliges essen zu dürfen, wie dies beispielsweise beim Aussätzigen u. bei der Wöchnerin der Fall ist.</i>deshalb keinen Wert festgesetzt, weil, wenn Lämmer billiger werden sollten, es für sie kein Mittel geben würde, Heiliges essen zu dürfen. – Lies: wir haben diese Halakha nicht gelehrt. –",
"Aber R. Zera b. Ada wiederholte ja vor ihm alle dreißig Tage sein Studium!? – Lies: nach dieser Halakha wurde bei uns im Lehrhause nicht verlangt.",
"Der Text. R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Die Tora hat bei [den Opfern] der der Sühne Bedürftigen deshalb keinen Wert festgesetzt, weil, wenn Lämmer billiger werden sollten, es für sie kein Mittel geben würde, Heiliges essen zu dürfen.",
"Abajje wandte ein: Demnach sollte doch für das Sündopfer wegen Talg[genusses]<sup class=\"footnote-marker\">127</sup><i class=\"footnote\">Als Beispiel für ein gewöhnliches Verbot.</i>ein Wert festgesetzt worden sein, denn dieses wird ja zur Sühne dargebracht, und nicht um Heiliges essen zu dürfen!? Raba wandte ein: Demnach sollte doch für das Schuldopfer des Naziräers ein Wert festgesetzt worden sein, denn dieses wird zur Aufhebung<sup class=\"footnote-marker\">128</sup><i class=\"footnote\">Des Nazirates.</i>dargebracht!? R. Joḥanan sagte nämlich im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Du hast nichts, was zur Aufhebung kommt, außer dem Schuldopfer des Naziräers. – Ein Einwand."
],
[
"<sup class=\"footnote-marker\">vii</sup><b>W</b><small>ENN JEMAND SEIN</small> S<small>ÜNDOPFER ABGESONDERT HAT UND GESTORBEN IST</small>, <small>SO DARF SEIN</small> S<small>OHN ES NICHT SEINERSTATT</small><sup class=\"footnote-marker\">129</sup><i class=\"footnote\">Weder für sich noch für seinen Vater.</i><small>BRINGEN</small>. M<small>AN DARF ES FERNER NICHT VON EINER</small> S<small>ÜNDE FÜR EINE ANDERE</small> S<small>ÜNDE BRINGEN</small>; <small>SELBST WENN MAN EINES ABGESONDERT HAT WEGEN</small> T<small>ALGES</small>, <small>DEN MAN GESTERN GEGESSEN HAT</small>, <small>DARF MAN ES NICHT BRINGEN WEGEN</small> T<small>ALGES</small>, <small>DEN MAN HEUTE GEGESSEN HAT</small>, <small>DENN ES HEISST</small>: <sup class=\"footnote-marker\">95</sup><i class=\"footnote\">Lev. 4,28.</i><i>sein Opfer &amp;c. wegen seiner Sünde</i>, <small>SEIN</small> O<small>PFER MUSS AUF DEN</small> N<small>AMEN DIESER</small> S<small>ÜNDE SEIN</small>.",
"GEMARA. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten: <i>Sein</i><sup class=\"footnote-marker\">130</sup><i class=\"footnote\">Dieses Wort befindet sich im betreffenden Abschnitte dreimal (Lev. 4,23,28,32) u. wird hier dreimal ausgelegt.</i><i>Opfer</i>; man genügt seiner Pflicht nur mit seinem Opfer, nicht aber mit dem Opfer seines Vaters.",
"Man könnte glauben, man genüge seiner Pflicht nicht mit dem von seinem Vater wegen einer leichten [Sünde] abgesonderten Vieh bei einer schweren, oder wegen einer schweren bei einer leichten, wohl aber genüge man seiner Pflicht mit dem von seinem Vater wegen einer leichten [Sünde] abgesonderten Opfer bei einer leichten, oder wegen einer schweren bei einer schweren, so heißt es [wiederum] <i>sein Opfer</i>, man genügt seiner Pflicht mit seinem Opfer, nicht aber genügt man seiner Pflicht mit dem Opfer seines Vaters.",
"Man könnte glauben, man genüge seiner Pflicht nicht selbst mit dem von seinem Vater wegen einer leichten [Sünde] abgesonderten Vieh bei einer leichten, oder einer schweren bei einer schweren, nur wenn er ein Vieh abgesondert hat, wie auch beim Nazirate das Scheren<sup class=\"footnote-marker\">131</sup><i class=\"footnote\">Der Naziräer hat bei Beendigung des Nazirates, wo ihm das Scheren des Haares erlaubt wird, ein Opfer zu bringen; cf. Num. 6,14ff.</i>nicht mit dem von seinem Vater abgesonderten Vieh erfolgen darf,",
"wohl aber genüge man seiner Pflicht mit dem von seinem Vater reservierten<sup class=\"footnote-marker\">132</sup><i class=\"footnote\">Für das Opfer.</i>Gelde, selbst wegen einer leichten [Sünde] bei einer schweren, oder wegen einer schweren bei einer leichten, wie auch beim Nazirate das Scheren mit dem von seinem Vater reservierten Gelde erfolgen darf, wenn es unbezeichnet<sup class=\"footnote-marker\">133</sup><i class=\"footnote\">Für welches Opfer es verwendet werden soll.</i>ist, nicht aber, wenn es bezeichnet ist, so heißt es [wiederum] <i>sein Opfer</i>, man genügt seiner Pflicht mit seinem Opfer, nicht aber genügt man seiner Pflicht mit dem Opfer seines Vaters.",
"Man könnte glauben, man genüge seiner Pflicht nicht einmal mit dem von seinem Vater wegen einer leichten [Sünde] reservierten Gelde bei einer leichten, oder wegen einer schweren bei einer schweren, wohl aber genüge man seiner Pflicht mit einem Opfer, das man selber abgesondert<sup class=\"footnote-marker\">134</sup><i class=\"footnote\">Wegen einer anderen Sünde.</i> hat, sogar bei einer schweren wegen einer leichten oder bei einer leichten wegen einer schweren, so heißt es: <i>sein Opfer &amp;c. wegen seiner Sünde</i>, [das Opfer] muß auf den Namen dieser Sünde sein.",
"Man könnte glauben, man genüge seiner Pflicht nicht mit seinem eigenen Opfer, selbst wegen einer leichten [Sünde] bei einer leichten, oder wegen einer schweren bei einer schweren, nur wenn man das Vieh abgesondert hat, wie man auch, wenn man ein Vieh wegen Talg[genusses] abgesondert und es wegen Blut[genusses] gebracht hat, oder wegen Blut[genusses abgesondert] und wegen Talg[genusses] gebracht hat, keine Veruntreuung<sup class=\"footnote-marker\">135</sup><i class=\"footnote\">Am Heiligen, weil es heilig bleibt.</i>begangen hat und keine Sühne erlangt,",
"wohl aber genüge man seiner Pflicht mit dem Gelde, das man für sich reserviert hat, wegen einer leichten [Sünde] bei einer leichten, oder wegen einer schweren bei einer schweren, oder wegen einer schweren bei einer leichten, oder wegen einer leichten bei einer schweren,",
"wie man auch, wenn man Geld [zu einem Opfer] wegen Talg[genusses] reserviert und man dafür [ein Opfer] wegen Blut[genusses] gebracht hat, oder wegen Blut[genusses reserviert] und dafür [ein Opfer] wegen Talg[genusses] gebracht hat, eine Veruntreuung begangen und Sühne erlangt hat, so heißt es: <i>sein Opfer &amp;c. wegen seiner Sünde</i>, sein Opfer muß auf den Namen seiner Sünde sein. –",
"Was heißt keine Veruntreuung begangen hat und keine Sühne erlangt? R. Šemuél b. Šimi erklärte es vor R. Papa: Er meint es wie folgt: da man dabei keine Veruntreuung begehen<sup class=\"footnote-marker\">136</sup><i class=\"footnote\">Weil das gebrechenfreie Opfertier niemals profan werden kann.</i>kann, so hat man auch keine Sühne erlangt. Nur deshalb kann man die Bestimmung nicht abändern;",
"wenn man aber bei [reserviertem] Gelde die Bestimmung ändert, begeht man eine Veruntreuung und hat ein Veruntreuungs-Opfer zu bringen, somit könnte man glauben, man dürfe dies auch von vornherein, so lehrt er uns.",
"<sup class=\"footnote-marker\">viii</sup><b>M</b><small>AN DARF FÜR DAS FÜR EIN</small> S<small>CHAF</small> [<small>GEHEILIGTE</small>] G<small>ELD EINE</small> Z<small>IEGE BRINGEN</small>, <small>FÜR DAS FÜR EINE</small> Z<small>IEGE GEHEILIGTE EIN</small> S<small>CHAF BRINGEN</small>, <small>FÜR DAS FÜR EIN</small> S<small>CHAF ODER EINE</small> Z<small>IEGE GEHEILIGTE</small> T<small>URTELTAUBEN ODER JUNGE TAUBEN BRINGEN</small>, <small>UND FÜR DAS FÜR</small> T<small>URTELTAUBEN ODER JUNGE</small> T<small>AUBEN GEHEILIGTE EIN</small> Z<small>EHNTEL</small> E<small>PHA</small><sup class=\"footnote-marker\">137</sup><i class=\"footnote\">Mehl zu einem Opfer, das der Unbemittelte zu bringen hat; cf. Lev. 5,11ff.</i><small>BRINGEN</small>.",
"Z<small>UM</small> B<small>EISPIEL</small>: <small>WENN JEMAND</small> [G<small>ELD</small>] <small>FÜR EIN</small> S<small>CHAF ODER EINE</small> Z<small>IEGE RESERVIERT HAT UND VERARMT IST</small>, <small>SO BRINGE ER DAFÜR</small><sup class=\"footnote-marker\">138</sup><i class=\"footnote\">Für einen Teil, während er den Rest für sich behalte.</i><small>EINEN</small> V<small>OGEL</small>; <small>IST ER ÄRMER GEWORDEN</small>, <small>SO BRINGE ER DAFÜR</small><sup class=\"footnote-marker\">138</sup><i class=\"footnote\">Für einen Teil, während er den Rest für sich behalte.</i><small>EIN</small> Z<small>EHNTEL</small> E<small>PHA</small>. H<small>AT ER</small> [G<small>ELD</small>] <small>FÜR EIN</small> Z<small>EHNTEL</small> E<small>PHA ABGESONDERT UND IST REICH GEWORDEN</small>, <small>SO BRINGE ER DAFÜR</small><sup class=\"footnote-marker\">139</sup><i class=\"footnote\">Zu dem er das Fehlende hinzufüge.</i><small>EINEN</small> V<small>OGEL</small>; <small>IST ER REICHER GEWORDEN</small>, <small>SO BRINGE ER DAFÜR</small><sup class=\"footnote-marker\">139</sup><i class=\"footnote\">Zu dem er das Fehlende hinzufüge.</i><small>EIN</small> S<small>CHAF ODER EINE</small> Z<small>IEGE</small>.",
"GEMARA. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">140</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 5,6,10,13.</i><i>Von seiner Sünde, von seiner Sünde, wegen seiner Sünde</i>; was lehrt dies?",
"Hieraus ist zu entnehmen, daß man für das für ein Schaf geheiligte [Geld] eine Ziege bringen darf, für das für eine Ziege geheiligte ein Schaf bringen darf, für das für ein Schaf oder eine Ziege geheiligte Turteltauben oder junge Tauben bringen darf, und für das für Turteltauben oder junge Tauben geheiligte ein Zehntel Epha bringen darf.",
"Zum Beispiel: wenn jemand [Geld] für ein Schaf oder für eine Ziege reserviert hat und verarmt ist, so bringe er dafür einen Vogel; ist er ärmer geworden, so bringe er dafür ein Zehntel Epha. Hat er ein Zehntel Epha abgesondert und ist reich geworden, so bringe er dafür einen Vogel; ist er reicher geworden, so bringe er dafür ein Schaf oder eine Ziege.",
"Wenn jemand ein Schaf oder eine Ziege abgesondert hat und es gebrechenbehaftet geworden ist, so kann er für den Erlös einen Vogel bringen; wenn er einen Vogel abgesondert hat und er gebrechenbehaftet geworden ist, so darf er nicht für den Erlös ein Zehntel Epha bringen, weil es bei einem Vogel keine Auslösung gibt.",
"Darum heißt es: <i>von seiner Sünde, wegen seiner Sünde</i>.",
"Und [das Wort] <i>von seiner Sünde</i> ist sowohl bei Schaf oder Ziege als auch beim Vogel nötig. Würde die Schrift es nur bei der Heiligung [von Geld] für ein Schaf oder eine Ziege geschrieben haben, so könnte man glauben, nur wenn er es für ein Schaf reserviert hat, dürfe er, wenn er arm wird, es für einen Vogel verwenden, dafür einen Vogel zu bringen, weil Schaf und Vogel beide Blutopfer sind,",
"während das Zehntel Epha kein Blutopfer ist; wenn daher die Schrift beim Vogel nicht <i>von seiner Sünde</i> geschrieben hätte, könnte man glauben, wenn er Geld für ein Vogelopfer reserviert hat und arm geworden ist, dürfe er dafür nicht ein Zehntel Epha bringen, weil es kein Blutopfer ist, sondern bringe ein Zehntel Epha aus seiner Tasche<sup class=\"footnote-marker\">141</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. aus seinem Hause.</i>, und das reservierte Geld falle der freiwilligen Spendenkasse zu. Daher schrieb die Schrift wiederum beim Vogel <i>von seiner Sünde</i>, um zu sagen, daß man auch für das für einen Vogel geheiligte [Geld] ein Zehntel Epha bringen dürfe.",
"(Er meint es wie folgt:) wenn er [Geld] für ein Zehntel Epha reserviert hat und vor der Darbringung reich geworden ist, so füge er hinzu und bringe einen Vogel; ist er reicher geworden, so füge er hinzu und bringe ein Schaf oder eine Ziege. –",
"Wozu heißt es beim Zehntel Epha <i>wegen seiner Sünde</i>? Würde es nur beim Vogel geheißen haben <i>von seiner Sünde</i>, so könnte man glauben, nur wenn er Geld für einen Vogel reserviert hat und reicher geworden ist, könne er hinzufügen und ein Schaf oder eine Ziege bringen, weil beide Blutopfer sind,",
"wenn er aber Geld für ein Zehntel Epha reserviert hat und reich geworden ist, bringe er, wenn er weniger reich geworden ist, einen Vogel, und wenn er reicher geworden ist, ein Schaf oder eine Ziege, das reservierte Geld aber falle der freiwilligen Spendenkasse zu; daher schrieb die Schrift beim Sündopfer des Reichen und des Armen <i>von seiner Sünde</i> und bei dem des sehr Armen <i>wegen seiner Sünde</i>, um es so auszulegen, wie wir gesagt haben.",
"R. Elea͑zar sagte im Namen R. Oša͑jas: Wenn ein Reicher, der das Heiligtum verunreinigt hat, ein Vogelpaar"
],
[
"statt seines Schafes abgesondert hat und arm geworden ist, so ist es, da es einmal verdrängt<sup class=\"footnote-marker\">142</sup><i class=\"footnote\">Zur Zeit der Absonderung war dieses Opfer für ihn nicht zulässig, somit darf er auch später, obgleich er ein solches zu bringen hat, dieses nicht bringen.</i>war, verdrängt.",
"R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagte: Hieraus ist dreierlei zu entnehmen. Es ist zu entnehmen, daß Lebendes verdrängt werden kann, daß die Heiligkeit des Geldes verdrängt werden kann,",
"und daß das, was früher<sup class=\"footnote-marker\">143</sup><i class=\"footnote\">Noch bevor es geeignet war; in diesem Falle war der Vogel für den Reichen überhaupt nicht als Opfer geeignet, dennoch wird es verdrängt.</i>verdrängt war, verdrängt bleibe.",
"R. U͑qaba b. Ḥama wandte ein: Wenn jemand vor dem Pesaḥfeste ein Weibchen als Pesaḥopfer<sup class=\"footnote-marker\">144</sup><i class=\"footnote\">Das aber ein Männchen sein muß; cf. Ex. 12,5.</i>abgesondert hat, so ist es weiden zu lassen, bis es ein Gebrechen bekommt, und zu verkaufen, und für den Erlös bringe er das Pesaḥopfer. Hat es ein Männchen geworfen, so ist es weiden zu lassen, bis es ein Gebrechen bekommt, und zu verkaufen, und für den Erlös bringe er das Pesaḥopfer.",
"R. Šimo͑n sagt, dieses ist selbst als Pesaḥopfer darzubringen. Hieraus ist also zu entnehmen, daß Lebendes nicht verdrängt werde!? –",
"Ich will dir sagen; in der Schule R. Oša͑jas lehrten sie es nach den Rabbanan, R. Šimo͑n aber ist der Ansicht, Lebendes könne nicht verdrängt werden,",
"und es<sup class=\"footnote-marker\">145</sup><i class=\"footnote\">Die Herrichtung der Böcke am Versöhnungstage; cf. Lev. 16,7ff.</i>sei von der Auslosung nicht abhängig. Es wird nämlich gelehrt: Verendet einer von ihnen, so hole man den anderen ohne Auslosung<sup class=\"footnote-marker\">146</sup><i class=\"footnote\">Vgl. S. 19 Anm. 140.</i>– so R. Šimo͑n.",
"R. Šimo͑n ist demnach der Ansicht, Lebendes könne nicht verdrängt werden, und es sei von der Auslosung nicht abhängig.",
"R. Ḥisda sagte: Das Vogelpaar kann nur durch den Eigentümer beim Nehmen oder durch den Priester bei der Herrichtung bezeichnet<sup class=\"footnote-marker\">147</sup><i class=\"footnote\">Welcher von beiden Brandopfer u. welcher Sündopfer sein soll.</i>werden.",
"R. Šimi b. Aši sagte: Folgendes ist der Grund R. Ḥisdas; es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">148</sup><i class=\"footnote\">Lev. 12,8.</i><i>sie soll zwei Turteltauben nehmen &amp;c</i>:<sup class=\"footnote-marker\">149</sup><i class=\"footnote\">Ib. 15,30.</i><i>und der Priester soll herrichten &amp;c</i>.; entweder durch den Eigentümer beim Nehmen oder durch den Priester bei der Herrichtung.",
"Man wandte ein:<sup class=\"footnote-marker\">150</sup><i class=\"footnote\">Ib. 16,9.</i><i>er richte ihn als Sündopfer her</i>, das Los macht ihn zum Sündopfer, nicht aber macht ihn die Bezeichnung zum Sündopfer, und nicht macht ihn der Priester zum Sündopfer.",
"Man könnte nämlich einen Schluß folgern: wenn in einem Falle, wo das Los nicht<sup class=\"footnote-marker\">151</sup><i class=\"footnote\">Bei der Darbringung des Taubenpaares.</i>heiligt, die Bezeichnung heiligt, um wieviel mehr sollte die Bezeichnung in einem Falle heiligen, wo das Los heiligt;",
"daher heißt es: <i>er richte ihn als Sündopfer her</i>, das Los macht ihn zum Sündopfer, nicht aber macht ihn die Bezeichnung zum Sündopfer.",
"Hier lehrt er von der Bezeichnung ebenso wie vom Lose; wie bei der Auslosung nicht durch das Nehmen und nicht durch die Herrichtung, ebenso bei der Bezeichnung nicht durch das Nehmen und nicht durch die Herrichtung.",
"Raba erwiderte: Er meint es wie folgt: wenn in einem Falle, wo das Los nicht heiligt, beim Nehmen des Eigentümers und bei der Herrichtung durch den Priester die Bezeichnung heiligt, entweder durch den Eigentümer beim Nehmen oder durch den Priester bei der Herrichtung, um wieviel mehr sollte da, wo das Los es ohne Nehmen und ohne Herrichtung heiligt, die Bezeichnung beim Nehmen oder bei der Herrichtung heiligen.",
"Daher heißt es: <i>er richte ihn als Sündopfer her</i>, das Los macht ihn zum Sündopfer, nicht aber macht ihn die Bezeichnung zum Sündopfer.",
"Man wandte ein: Wenn ein Armer, der das Heiligtum verunreinigt hat, Geld für ein Vogelpaar reserviert hat, und nachdem er reich geworden ist,",
"sagt: dieses für mein Sündopfer und dieses für mein Brandopfer, so füge er zum Gelde für das Brandopfer hinzu und bringe sein Pflichtopfer<sup class=\"footnote-marker\">152</sup><i class=\"footnote\">Vom Kleinvieh.</i>, er darf aber nicht das Geld für das Brandopfer dazu nehmen, hinzufügen und sein Pflichtopfer<sup class=\"footnote-marker\">153</sup><i class=\"footnote\">Letzteres ist bereits für das Brandopfer reserviert worden u. darf nicht mit für das pflichtige Sündopfer verwendet werden, vielmehr kommt es in die freiwillige Spendenkasse.</i>bringen.",
"Hierbei ist ja weder das Nehmen noch die Herrichtung erfolgt, und er lehrt, daß er sein Pflichtopfer nur vom Gelde seines Sündopfers bringen dürfe!?",
"R. Šešeth erwiderte: Glaubst du, daß diese Lehre eine korrekte ist!? Sie lehrt: nachdem er reich geworden ist, während doch R. Elea͑zar im Namen R. Oša͑jas sagte, ein Reicher, der das Heiligtum verunreinigt und das Opfer eines Armen gebracht hat, habe seiner Pflicht nicht<sup class=\"footnote-marker\">154</sup><i class=\"footnote\">Seine Bestimmung ist überhaupt ungültig u. das Geld bleibt profan.</i>genügt.",
"Du mußt also berichtigen: gesagt hatte, als er noch arm war, berichtige auch: der beim Reservieren<sup class=\"footnote-marker\">155</sup><i class=\"footnote\">Die Bestimmung war dann gültig. So nach den kursierenden Ausgaben; nach Handschriften: der sie, als er noch arm war, gekauft hat. Die Erstausgabe ist hier korrupt u. aus beiden Lesarten zusammengesetzt.</i>gesagt hatte. –",
"Wie ist es aber nach R. Ḥaga zu erklären, der im Namen R. Jošijas sagte, er habe seiner Pflicht genügt<sup class=\"footnote-marker\">156</sup><i class=\"footnote\">Die widersprechende Lehre ist demnach nicht zu berichtigen.</i>!? – Lies: und nachher kauft und sagt.",
"Man wandte ein: Wenn ein armer Aussätziger das Opfer eines reichen gebracht hat, so hat er seiner Pflicht genügt: wenn ein reicher das Opfer eines armen gebracht hat, so hat er seiner Pflicht nicht genügt. Dies ist eine Widerlegung des R. Ḥaga, der im Namen R. Jošijas gesagt hat!? –",
"Er kann dir erwidern: anders verhält es sich bei einem Aussätzigen, bei dem der Allbarmherzige es durch [das Wort]<sup class=\"footnote-marker\">157</sup><i class=\"footnote\">Lev. 14,2.</i><i>dies</i> ausgeschlossen hat. –",
"Demnach sollte doch auch ein armer Aussätziger, der das Opfer eines reichen gebracht hat, seiner Pflicht nicht genügt haben!? – Wohin denn, die Schrift hat ihn ja durch [das Wort]<sup class=\"footnote-marker\">157</sup><i class=\"footnote\">Lev. 14,2.</i><i>Gesetz</i> wieder einbegriffen. – Es wird ja aber gelehrt: <i>Gesetz</i>, dies schließt einen armen Aussätzigen ein, der das Opfer eines reichen gebracht hat, daß er seiner Pflicht genügt hat. Man könnte glauben, auch ein reicher, der das Opfer eines armen gebracht hat, habe seiner Pflicht genügt, so heißt es <i>dies</i>. –",
"Sollte es doch hiervon gefolgert werden<sup class=\"footnote-marker\">158</sup><i class=\"footnote\">Daß dies auch von dem gelte, der unrein den Tempel betreten hat.</i>!? – Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">159</sup><i class=\"footnote\">Lev. 14,21.</i><i>wenn er arm ist und sein Vermögen nicht ausreicht</i>; nur ein reicher Aussätziger, der das Opfer eines armen gebracht hat, hat seiner Pflicht nicht genügt, ein Reicher aber, der das Heiligtum verunreinigt hat und das Opfer eines Armen gebracht hat, hat seiner Pflicht genügt.",
"<sup class=\"footnote-marker\">ix</sup><b>R.</b> Š<small>IMO͑N SAGTE</small>: S<small>CHAFE WERDEN ÜBERALL VOR</small> Z<small>IEGEN GENANNT</small>, <small>MAN KÖNNTE NUN GLAUBEN</small>, <small>WEIL SIE BEVORZUGTER SIND ALS DIESE</small>, <small>SO HEISST ES:</small><sup class=\"footnote-marker\">160</sup><i class=\"footnote\">Lev. 4,32.</i><i>wenn er ein Schaf als sein Sündopfer bringt</i>, <small>DIES LEHRT</small>, <small>DASS SIE EINANDER GLEICHEN</small>.",
"T<small>URTELTAUBEN WERDEN ÜBERALL VOR JUNGEN</small> T<small>AUBEN GENANNT</small>; <small>MAN KÖNNTE NUN GLAUBEN</small>, <small>WEIL SIE BEVORZUGTER SIND ALS DIESE</small>, <small>SO HEISST ES</small>:<sup class=\"footnote-marker\">161</sup><i class=\"footnote\">Ib. 12,6.</i><i>eine junge Taube oder eine Turteltaube als Sündopfer</i>, <small>DIES LEHRT</small>, <small>DASS SIE EINANDER GLEICHEN</small>.",
"D<small>ER</small> V<small>ATER WIRD ÜBERALL VOR DER</small> M<small>UTTER GENANNT</small>, <small>MAN KÖNNTE NUN GLAUBEN</small>, <small>WEIL DIE</small> E<small>HRUNG DES</small> V<small>ATERS DER</small> E<small>HRUNG DER</small> M<small>UTTER VORGEHT</small>, <small>SO HEISST ES</small>: <sup class=\"footnote-marker\">162</sup><i class=\"footnote\">Ib. 19,3.</i><i>ihr sollt jeder Mutter und Vater fürchten</i>, <small>DIES LEHRT</small>, <small>DASS SIE EINANDER GLEICHEN</small>. J<small>EDOCH SAGTEN DIE</small> W<small>EISEN</small>, <small>DER</small> V<small>ATER GEHE STETS DER</small> M<small>UTTER VOR</small>, <small>WEIL ER UND SEINE</small> M<small>UTTER ZUR</small> E<small>HRUNG SEINES</small> V<small>ATERS VERPFLICHTET SIND</small>.",
"D<small>ASSELBE GILT AUCH VON DER</small> G<small>ESETZESKUNDE</small>: <small>IST SIE DEM</small> S<small>OHNE VOM</small> L<small>EHRER BESCHIEDEN</small>, <small>SO GEHT DER</small> L<small>EHRER STETS DEM</small> V<small>ATER VOR</small>, <small>WEIL ER UND SEIN</small> V<small>ATER ZUR</small> E<small>HRUNG SEINES</small> L<small>EHRERS VERPFLICHTET SIND</small>.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Vier Schreie stieß der Tempelvorhof aus. Der erste Schrei: Hinaus von hier, Söhne E͑lis, Ḥophni und Pinḥas, die ihr den Tempel verunreinigt habt.",
"Der zweite Schrei: Öffnet euch, ihr Tore, damit Joḥanan<sup class=\"footnote-marker\">163</sup><i class=\"footnote\">Wohl identisch mit Ananias, Apostelgesch. 23,2; 24,1.</i>b. Nadbaj, Schüler des Pinqaj, eintrete und seinen Bauch mit den Heiligtümern des Himmels fülle. Man erzählt von Ben Nidbaj, daß er vierzig Sea͑ junger Tauben zum Nachtische aß."
],
[
"Man erzählt [ferner], daß während all seiner Tage kein Übriggebliebenes im Tempelhofe war.",
"Der dritte Schrei: Erhebet, ihr Tore, eure Häupter, auf daß Elišama<sup class=\"footnote-marker\">164</sup><i class=\"footnote\">Richt, in der Parallelstelle (Pes. Fol. 57a): Jišma͑él b. Phabi</i>b. Pikhaj, Schüler des Pinḥas, eintrete und als Hochpriester, fungiere.",
"Der vierte Schrei: Öffnet euch, ihr Tore, und hinaus von hier Jissakhar aus Kephar Barqaj, der sich selber ehrt und die Heiligtümer des Himmels schändet. – Was tat er? – Er wickelte seine Hände in Seide und verrichtete den Tempeldienst. –",
"Wie erging es ihm? – Der König Jannaj und die Königin saßen [und stritten]; der König sagte, ein Böckchen sei besser, und die Königin sagte, ein Lämmchen sei besser. Alsdann sprachen sie: Wir wollen Jissakhar aus Kephar Barqaj fragen, denn er ist Hochpriester und kennt sich darin<sup class=\"footnote-marker\">165</sup><i class=\"footnote\">Das in Handschriften fehlende <span dir=\"rtl\">קדירה</span> ist wohl aus <span dir=\"rtl\">קריוה</span> verstümmelt.</i>aus.",
"Da fragten sie ihn, und er erwiderte: Wäre ein Böckchen besser, so würde man es doch zum beständigen Opfer verwenden. Beim Sprechen aber gestikulierte er mit der Hand. Hierauf sprach der König: Da er mit der Hand<sup class=\"footnote-marker\">166</sup><i class=\"footnote\">Wohl in ihn verletzender Weise.</i>gestikulierte, haue man ihm die rechte Hand ab. Er aber gab Bestechung, und man hieb ihm die linke Hand ab. Als der König dies erfuhr, befahl er, daß man ihm auch die rechte Hand abhaue. R. Joseph sprach: Gepriesen sei der Allbarmherzige, daß er Jissakhar aus Kephar Barqaj seine Strafe [auf dieser Welt] erhalten ließ.",
"R. Aši sagte: Er hatte unsere Mišna nicht gelernt: Schafe werden überall vor Ziegen genannt, man könnte glauben, weil sie bevorzugter sind, so heißt es: <i>wenn ein Schaf</i>, dies lehrt, daß sie einander gleichen.",
"Rabina sagte: Er hat auch die Schrift nicht gelesen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">167</sup><i class=\"footnote\">Lev. 3,7,12.</i><i>wenn ein Schaf, wenn eine Ziege</i>.",
"R. Elea͑zar sagte im Namen R. Ḥaninas: Die Schriftgelehrten mehren den Frieden in der Welt, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">168</sup><i class=\"footnote\">Jes. 54,13.</i><i>und all deine Söhne sind Gottesgelehrte, und groß ist der Friede deiner Kinder</i><sup class=\"footnote-marker\">169</sup><i class=\"footnote\">In den kursierenden Ausgaben befindet sich hier, wie in der Parallelstelle Ber. Fol. 64a, der erklärende Zusatz: man lese nicht <span dir=\"rtl\">בניך</span>, Kinder, sondern <span dir=\"rtl\">בוניך</span>, Erbauer, die die Welt erhalten, die Gelehrten.</i>."
]
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"sectionNames": [
"Daf",
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